Relationship Questionnaire (RQ) / Beziehungsfragebogen

Der Relationship Questionnaire (RQ), entwickelt von Bartholomew und Horowitz, ist ein etabliertes psychometrisches Verfahren zur Erfassung von…

Relationship Questionnaire (RQ) / Beziehungsfragebogen
Fragen
4
Dauer
3 Min.
Originaltitel
RQ — Relationship Questionnaire
Adaptation
Relationship Questionnaire (RQ) / Beziehungsfragebogen
Autoren
Bartholomew, K. & Horowitz, L. M.
Erstellt
1991

Der Relationship Questionnaire (RQ), entwickelt von Bartholomew und Horowitz, ist ein etabliertes psychometrisches Verfahren zur Erfassung von Bindungsstilen im Erwachsenenalter. Das Instrument basiert auf dem Vier-Kategorien-Modell, welches das Bindungserleben durch die beiden grundlegenden Dimensionen des Selbstbildes und des Fremdbildes strukturiert. In der therapeutischen Praxis bietet der RQ einen effizienten Zugang, um tiefgreifende relationale Muster und Erwartungshaltungen für den Patienten und den Behandler greifbar zu machen.

Durch die Verwendung von vier prototypischen Vignetten ermöglicht der Fragebogen sowohl eine kategoriale Zuordnung als auch eine differenzierte dimensionale Auswertung. Dies ist besonders wertvoll, um Patienten zu unterstützen, die in ihren interpersonellen Beziehungen wiederkehrende Schwierigkeiten aufweisen. Der RQ erleichtert die therapeutische Exploration, indem er Bindungsängste und Vermeidungsstrategien präzise abbildet. Dies ist besonders hilfreich, wenn Kliniker mit Patienten deren Grundüberzeugungen erkunden möchten, um psychotherapeutische Interventionen passgenau auf die Beziehungsdynamik der Klienten abzustimmen.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Sehr kurzes Selbstbeurteilungsinstrument zur Erfassung von Bindungsstilen im Erwachsenenalter, basierend auf dem Vier-Kategorien-Modell von Bartholomew and Horowitz (1991): sicher, ängstlich (ängstlich-vermeidend), ängstlich-verstrickt und abweisend (abweisend-vermeidend). Vier kurze prototypische Absätze beschreiben jeweils einen Bindungsstil in engen Beziehungen. Die Person beurteilt auf einer 7-stufigen Likert-Skala, wie gut jede Beschreibung auf sie zutrifft. Dies ermöglicht sowohl eine kategoriale Interpretation (vorherrschender Stil = höchste Punktzahl) als auch eine dimensionale Interpretation über zwei zusammengesetzte Werte: Modell des Selbst und Modell der Anderen.
Vorherrschender Stil (am höchsten bewerteter Abschnitt, 1–7)Abweisend (abweisend-vermeidend)
Sicher (sicher)
1 / 7
Ängstlich (ängstlich-vermeidend)
2 / 7
Ängstlich-verstrickt (ängstlich-verstrickt)
3 / 7
Abweisend (abweisend-vermeidend)
4 / 7
Modell des Selbst × Modell der AnderenAbweisend (Selbst +, Andere −)
Modell des Selbst0
Modell des Selbst < 0
Abweisend (Selbst +, Andere −)
Stellt Autonomie an erste Stelle und bagatellisiert die Bedeutung von Bindungen: Unbehagen bei Nähe, Tendenz, andere auf emotionaler Distanz zu halten.
Modell der Anderen -2 · Modell des Selbst 0
Sicher (Selbst +, Andere +)
Sicherheit im Umgang sowohl mit Nähe als auch mit Autonomie: fühlt sich liebenswert und erwartet, dass andere verfügbar sind. Beziehungen sind im Allgemeinen stabil und von Vertrauen geprägt.
Ängstlich (Selbst −, Andere −)
Wünscht sich Nähe, fürchtet diese jedoch aus Angst vor Verletzung: Beziehungsvermeidung trotz des Bedürfnisses nach Verbundenheit, Misstrauen gegenüber sich selbst und anderen.
Ängstlich-verstrickt (Selbst −, Andere +)
Intensive Suche nach Nähe und Anerkennung bei gleichzeitiger Furcht vor Zurückweisung: Neigung zu emotionaler Abhängigkeit und Verlassensängsten in Beziehungen.
Modell der Anderen < 0
Modell der Anderen0
Der RQ wird in zwei Schritten interpretiert. Erstens der vorherrschende Stil: von den vier Beschreibungen diejenige, die von der Person am höchsten bewertet wurde (von 1 bis 7) – oben dargestellt, farbiger Balken. Zweitens die Position in der Ebene von Bartholomew: Dieselben vier Bewertungen verbinden sich zu zwei Dimensionen, dem Modell des Selbst (positiv = positives Selbstbild) und dem Modell der Anderen (positiv = Vertrauen in andere), jeweils im Bereich von −12 bis +12; der ermittelte Quadrant kreuzt die Vorzeichen dieser beiden Dimensionen.
Modell des Selbst = (Sicher + Abweisend) − (Ängstlich + Ängstlich-verstrickt) ; Modell der Anderen = (Sicher + Ängstlich-verstrickt) − (Ängstlich + Abweisend) ; Schwellenwert 0 auf jeder Dimension.Bartholomew et al. (1991)Zur Studie
Ängstlich (ängstlich-vermeidend)
2/ 7
Wunsch nach Nähe, behindert durch die Furcht vor Verletzung oder Zurückweisung, negatives Selbst- und Fremdbild.
Items 2
cliniquegemischt · Pathologie: Psychiatrische Störungen · Thailand · n = 168 · 2021 · Wongpakaran et al. (2021)
17
2
M = 4.08 ± 2.15
Abweisend (abweisend-vermeidend)
4/ 7
Hohe Wertschätzung von Unabhängigkeit und Distanzierung von Nähe, positives Selbstbild und negatives Fremdbild.
Items 4
cliniquegemischt · Pathologie: Psychiatrische Störungen · Thailand · n = 168 · 2021 · Wongpakaran et al. (2021)
17
4
M = 3.68 ± 1.8
Ängstlich-verstrickt (ängstlich-verstrickt)
3/ 7
Intensives Bedürfnis nach Nähe und Anerkennung, negatives Selbstbild und positives Fremdbild.
Items 3
cliniquegemischt · Pathologie: Psychiatrische Störungen · Thailand · n = 168 · 2021 · Wongpakaran et al. (2021)
17
3
M = 3.58 ± 2.05
Sicher (sicher)
1/ 7
Sicherheit im Umgang mit Nähe und Autonomie, positives Selbst- und Fremdbild.
Items 1
cliniquegemischt · Pathologie: Psychiatrische Störungen · Thailand · n = 168 · 2021 · Wongpakaran et al. (2021)
17
1
M = 3.57 ± 1.82

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Was der Test misst

Der Relationship Questionnaire (RQ) erfasst das subjektive Bindungserleben in nahen Beziehungen und differenziert dabei vier prototypische Bindungsstile. Die Auswertung operationalisiert das innere Arbeitsmodell der Patienten hinsichtlich ihres eigenen Wertes und der wahrgenommenen Verlässlichkeit anderer Personen.

  • Sicherer Bindungsstil: Die Fähigkeit, Intimität zuzulassen und sich auf andere zu verlassen, gepaart mit einem positiven Selbstwertgefühl.
  • Ängstlich-vermeidender Bindungsstil: Ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Nähe, das jedoch durch die ständige Furcht vor Zurückweisung und ein negatives Selbst- und Fremdbild gehemmt wird.
  • Präokkupierter Bindungsstil: Eine starke emotionale Abhängigkeit von der Bestätigung durch andere, oft begleitet von Sorgen über die Stabilität der Beziehung.
  • Abweisend-vermeidender Bindungsstil: Ein übersteigertes Bedürfnis nach Autonomie und emotionaler Distanz, um Unabhängigkeit zu wahren und sich in Bindungen nicht verletzlich zu machen.

Das Instrument richtet sich an Erwachsene im klinischen und beratenden Kontext, bei denen interpersonelle Themen oder Beziehungsdynamiken im Fokus stehen, etwa um gemeinsam das Liebesleben strukturiert zu reflektieren.

Wann und warum einsetzen

In der klinischen Praxis wird der RQ eingesetzt, um das Bindungsverhalten strukturiert zu erfassen und wiederkehrende Beziehungsstörungen gezielt zu bearbeiten. Er dient als verlässliche Grundlage, um die interpersonellen Erwartungshaltungen der Patienten zu Beginn oder im Verlauf einer Behandlung zu explizieren.

  • Initiale Fallkonzeption: Identifikation des prädominanten Bindungsstils, um die therapeutische Beziehungsgestaltung entsprechend anzupassen.
  • Bearbeitung von emotionaler Abhängigkeit: Wenn Klienten intensiv Affektive Abhängigkeit im Gespräch zeigen, hilft der RQ, das zugrundeliegende präokkupierte Muster zu benennen.
  • Exploration von Autonomiekonflikten: Bei starkem Vermeidungsverhalten bietet der Test Ansatzpunkte, um unnahbare oder Andere abwertende Muster als Selbstschutzstrategie zu erkennen.
  • Paartherapeutische Diagnostik: Um eine Blockade im Paar aufzulösen, indem die kollidierenden Bindungsbedürfnisse beider Partner transparent gemacht werden.
  • Umgang mit Eifersucht: Wenn Patienten häufige Rückversicherungssuche oder starke Eifersucht in der Partnerschaft erleben, liefert der Fragebogen konkrete Erklärungsmodelle aus der Bindungstheorie.

Ein validierter Score bietet gegenüber dem reinen klinischen Eindruck eine klare, dimensionale Verortung des Selbst- und Fremdbildes, was den therapeutischen Prozess frühzeitig fokussiert und objektiviert.

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Die Fragen

  1. Im Folgenden finden Sie die Beschreibung von vier allgemeinen Beziehungsstilen, von denen Menschen häufig berichten. Bitte lesen Sie jede Beschreibung durch und geben Sie auf einer Skala von 1 bis 7 an, inwieweit diese auf Ihre übliche Art und Weise in Ihren engen Beziehungen zutrifft.
    1. Stil A (Sicher). Es fällt mir leicht, anderen emotional nahezukommen. Ich fühle mich wohl damit, von ihnen abhängig zu sein und dass sie von mir abhängig sind. Ich mache mir keine Sorgen darüber, allein zu sein oder dass andere mich nicht akzeptieren könnten.
    Erfasst die Fähigkeit zu vertrauensvoller Nähe und das Fehlen von Verlassensängsten.
    • Trifft gar nicht auf mich zu
    • 2
    • 3
    • Trifft mittelmäßig auf mich zu
    • 5
    • 6
    • Trifft voll und ganz auf mich zu
  2. 2. Stil B (Ängstlich). Ich fühle mich unwohl dabei, anderen nahe zu sein. Ich wünsche mir zwar emotional enge Beziehungen, aber es fällt mir schwer, anderen voll und ganz zu vertrauen oder von ihnen abhängig zu sein. Ich habe Angst, verletzt zu werden, wenn ich zulasse, anderen zu nahe zu kommen.
    Überprüft den Konflikt zwischen dem Wunsch nach Nähe und der gleichzeitigen Angst vor Zurückweisung.
    • Trifft gar nicht auf mich zu
    • 2
    • 3
    • Trifft mittelmäßig auf mich zu
    • 5
    • 6
    • Trifft voll und ganz auf mich zu
  3. 3. Stil C (Präokkupiert). Ich möchte anderen emotional vollkommen nahe sein, aber ich stelle oft fest, dass andere davor zurückschrecken, so nah zu sein, wie ich es mir wünsche. Ich fühle mich ohne enge Beziehungen unwohl und befürchte manchmal, dass andere mich nicht so sehr wertschätzen, wie ich sie wertschätze.
    Beleuchtet die Neigung zu emotionaler Überinvolvierung und Sorge um die Gegenliebe des Partners.
    • Trifft gar nicht auf mich zu
    • 2
    • 3
    • Trifft mittelmäßig auf mich zu
    • 5
    • 6
    • Trifft voll und ganz auf mich zu
  4. 4. Stil D (Abweisend). Ich fühle mich ohne emotional enge Beziehungen wohl. Es ist mir sehr wichtig, mich unabhängig und selbstständig zu fühlen, und ich ziehe es vor, weder von anderen abhängig zu sein noch dass andere von mir abhängig sind.
    Untersucht das Ausmaß der emotionalen Distanzierung und die Bevorzugung strikter Selbstgenügsamkeit.
    • Trifft gar nicht auf mich zu
    • 2
    • 3
    • Trifft mittelmäßig auf mich zu
    • 5
    • 6
    • Trifft voll und ganz auf mich zu
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