SNAP-IV-Ratingskala (Swanson, Nolan, and Pelham-IV)
Die SNAP-IV-Ratingskala (Swanson, Nolan, and Pelham-IV) in ihrer 26-Item-Kurzversion ist ein weltweit bewährtes klinisches Instrument zur strukturierten…
Fragen
26
Dauer
10 Min.
Originaltitel
SNAP-IV-26 — Swanson, Nolan, and Pelham-IV Rating Scale
Adaptation
SNAP-IV-Ratingskala (Swanson, Nolan, and Pelham-IV)
Autoren
Swanson, J.M., Nolan, W., & Pelham, W.E.
Erstellt
1992
Die SNAP-IV-Ratingskala (Swanson, Nolan, and Pelham-IV) in ihrer 26-Item-Kurzversion ist ein weltweit bewährtes klinisches Instrument zur strukturierten Fremdbeurteilung durch Eltern und Lehrkräfte. Sie erfasst präzise die Symptomatik der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) sowie der Störung des Sozialverhaltens mit oppositionellem Trotzverhalten (ODD) bei Kindern und Jugendlichen. Da die Items die diagnostischen Kriterien des DSM direkt abbilden, ermöglicht die SNAP-IV eine verlässliche Übersetzung von kindlichen Alltagsbeobachtungen in klinisch verwertbare Symptomdimensionen.
Für eine valide Diagnostik und Verlaufsbeurteilung ist die Einbeziehung verschiedener Lebenskontexte des Kindes essenziell. Die SNAP-IV erleichtert das systematische Einholen von Einschätzungen aus dem häuslichen und schulischen Umfeld. So können Behandelnde Diskrepanzen zwischen den Settings identifizieren und die Pervasivität der Auffälligkeiten objektivieren. Wenn Kliniker beispielsweise Bildschirmabhängigkeit bei Kindern: Eltern psychoedukativ begleiten, hilft die Skala dabei, zugrundeliegende Aufmerksamkeitsdefizite von rein erzieherischen Herausforderungen abzugrenzen. Die SNAP-IV eignet sich zudem hervorragend, um Veränderungen im Therapieverlauf wiederholt und standardisiert zu messen.
Beispielergebnis
Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.
Eine 26-Item-Ratingskala, die zum Screening auf ADHS und die Störung mit oppositionellem Trotzverhalten (ODD) bei Kindern sowie zur Beurteilung des Symptomschweregrads gemäß den DSM-IV-Kriterien verwendet wird. Die erfassten Symptombereiche sind Unaufmerksamkeit (IA, Items 1-9), Hyperaktivität/Impulsivität (HI, Items 10-18) und Opposition/Trotzverhalten (OD, Items 19-26). Fremdbeurteilungsverfahren, das von einem Elternteil oder einer Lehrkraft für ein Kind/einen Jugendlichen im Alter von 6 bis 18 Jahren ausgefüllt wird.
Hyperaktivität/Impulsivität
13/ 27
Die Subskala Hyperaktivität/Impulsivität (Items 10–18) entspricht den 9 ADHS-Hyperaktivitäts- und Impulsivitätssymptomen gemäß DSM-IV-Definition.
Items10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18
0–12
Klinisch nicht signifikante Symptome
13–17
Leichte Symptome
13
18–22
Mittelschwere Symptome
23–27
Schwere Symptome
Von der Canadian ADHD Resource Alliance (CADDRA) und der Canadian Collaborative Mental Health Care Initiative empfohlene Auswertungsrichtlinien zur Klassifizierung des Schweregrads.
généralegemischt · Allgemeinbevölkerung · Elternbeurteilung · 5–11 Jahre · Vereinigte Staaten · n = 855 · 1998 · Bussing et al. (2008)
027
13
M = 2.9 ± 2.9
cliniquegemischt · Pathologie : allgemeine Verhaltens-/emotionale Auffälligkeiten · Elternbeurteilung · 5–11 Jahre · Vereinigte Staaten · n = 439 · 1998 · Bussing et al. (2008)
027
13
M = 6.8 ± 5.6
cliniquegemischt · Pathologie : vermutete oder diagnostizierte ADHS · Elternbeurteilung · 5–11 Jahre · Vereinigte Staaten · n = 318 · 1998 · Bussing et al. (2008)
027
13
M = 13.1 ± 7.8
cliniquegemischt · Pathologie : positive ADHS-Diagnose · Elternbeurteilung · 5–11 Jahre · Vereinigte Staaten · n = 111 · 1998 · Bussing et al. (2008)
Die Subskala Unaufmerksamkeit (Items 1–9) entspricht den 9 ADHS-Unaufmerksamkeitssymptomen gemäß DSM-IV-Definition.
Items1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9
0–12
Klinisch nicht signifikante Symptome
12
13–17
Leichte Symptome
18–22
Mittelschwere Symptome
23–27
Schwere Symptome
Von der Canadian ADHD Resource Alliance (CADDRA) und der Canadian Collaborative Mental Health Care Initiative empfohlene Auswertungsrichtlinien zur Klassifizierung des Schweregrads.
généralegemischt · Allgemeinbevölkerung · Elternbeurteilung · 5–11 Jahre · Vereinigte Staaten · n = 855 · 1998 · Bussing et al. (2008)
027
12
M = 2.2 ± 2.7
cliniquegemischt · Pathologie : allgemeine Verhaltens-/emotionale Auffälligkeiten · Elternbeurteilung · 5–11 Jahre · Vereinigte Staaten · n = 439 · 1998 · Bussing et al. (2008)
027
12
M = 6.7 ± 5.8
cliniquegemischt · Pathologie : vermutete oder diagnostizierte ADHS · Elternbeurteilung · 5–11 Jahre · Vereinigte Staaten · n = 318 · 1998 · Bussing et al. (2008)
027
12
M = 14.1 ± 7.9
cliniquegemischt · Pathologie : positive ADHS-Diagnose · Elternbeurteilung · 5–11 Jahre · Vereinigte Staaten · n = 137 · 1998 · Bussing et al. (2008)
Die Subskala Oppositionelles Verhalten (Items 19–26) entspricht den 8 Symptomen der Störung mit Oppositionellem Trotzverhalten (ODD) gemäß DSM-IV-Definition.
Items19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26
0–6
Unterhalb des Cut-off-Werts
7–24
Wahrscheinliche Störung mit oppositionellem Trotzverhalten
12
Wert ≥ 7: positives Screening auf eine Störung mit oppositionellem Trotzverhalten (Costa et al., 2019 — Se 70.8 %, Sp 65.7 %). Erfordert eine klinische Abklärung.
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Die SNAP-IV misst die Kernsymptome von ADHS sowie oppositionelle Verhaltensweisen basierend auf dem DSM-Kriteriensatz. Sie quantifiziert die Häufigkeit und Intensität spezifischer Verhaltensauffälligkeiten in den folgenden drei Hauptbereichen:
Unaufmerksamkeit: Erfasst Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung der Konzentration, mangelnde Detailgenauigkeit, Desorganisation, leichte Ablenkbarkeit sowie Vergesslichkeit im Alltag.
Hyperaktivität und Impulsivität: Bewertet motorische Unruhe, Schwierigkeiten beim ruhigen Spielen, übermäßigen Rededrang und ungeduldiges, unterbrechendes Verhalten. In klinischen Settings, in denen Impulsivität oft zu Konflikten führt, kann dies ein Ansatzpunkt sein, um mit älteren Kindern zu üben, wie sie Frustration therapeutisch bearbeiten: geführte Reflexionsübung.
Oppositionelles Trotzverhalten (ODD): Misst aktive Verweigerung, Streiten mit Erwachsenen, absichtliches Ärgern anderer, Reizbarkeit und Nachtragendheit. Häufig geht dies mit intensiven kindlichen Wutausbrüchen einher, bei denen Behandelnde ergänzend das Thema Ich bin wütend! Ärger funktional reflektieren lassen einbinden können.
Das Instrument richtet sich in erster Linie an Behandelnde zur Fremdbeurteilung von Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 18 Jahren.
Wann und warum einsetzen
Der Einsatz der SNAP-IV empfiehlt sich immer dann, wenn ein strukturierter Abgleich von Verhaltensbeobachtungen aus unterschiedlichen Lebensbereichen des Kindes erforderlich ist. Der Fragebogen unterstützt Behandelnde bei folgenden Indikationen:
Baseline-Diagnostik: Zur systematischen Erfassung und Schweregradbestimmung von ADHS- und ODD-Symptomen im Vorfeld einer umfassenden diagnostischen Abklärung.
Multi-Informanten-Abgleich: Um Verhaltensunterschiede zwischen Elternhaus und Schule sichtbar zu machen und situationsspezifische Auslöser zu identifizieren.
Differentialdiagnostische Überlegungen: Um zu klären, ob Aufmerksamkeitsprobleme primär sind oder ob begleitende oppositionelle Haltungen im Vordergrund stehen, zum Beispiel wenn Kinder das Gefühl haben, Lehrkräfte seien unfair, was es erfordert, Das ist ungerecht: Ungerechtigkeit in der Therapie bearbeiten.
Therapiemonitoring: Zur objektiven Verlaufskontrolle unter psychopharmakologischer Behandlung oder im Rahmen von Elterntrainings.
Abgrenzung von Alltagsproblemen: Um ADHS-Symptome von anderen Verhaltensauffälligkeiten zu trennen, etwa wenn Behandelnde Exzessive Handynutzung regulieren: ein klinisches Reflexionstool einsetzen und die zugrundeliegende exekutive Dysfunktion abklären möchten.
Ein validierter Gesamt- und Subskalenwert transformiert anekdotische Berichte von Eltern oder Lehrkräften in ein normiertes Maß und objektiviert so den klinischen Eindruck.
Klinische Bibliothek
750+ klinische Werkzeuge
Eine Bibliothek, die mit und für Klinikerinnen und Kliniker entwickelt wurde, bereit für den Einsatz in der Sitzung und zur Fortführung zwischen den Terminen.
Die Merkblätter, Übungen, Programme und Audios oben: Sie entscheiden, welche Sie Ihren Patienten in der eigens für sie bestimmten mobilen App zur Verfügung stellen.