Fragebogen zu Stärken und Schwächen (SDQ-Deu) – Elternversion 4-17

Der Strengths and Difficulties Questionnaire (SDQ) ist eines der weltweit am häufigsten eingesetzten Screening-Instrumente in der Kinder- und…

Fragebogen zu Stärken und Schwächen (SDQ-Deu) – Elternversion 4-17
Fragen
25
Dauer
5 Min.
Originaltitel
SDQ — Strengths and Difficulties Questionnaire (parent 4-17)
Adaptation
Fragebogen zu Stärken und Schwächen (SDQ-Deu) – Elternversion 4-17
Autoren
Goodman, R.
Erstellt
1997

Der Strengths and Difficulties Questionnaire (SDQ) ist eines der weltweit am häufigsten eingesetzten Screening-Instrumente in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. In der hier vorliegenden Elternversion (für Kinder von 4 bis 17 Jahren) ermöglicht der Fragebogen eine schnelle, aber fundierte Einschätzung der psychosozialen Anpassung. Im Gegensatz zu vielen anderen klinischen Instrumenten erfasst der SDQ nicht nur Defizite, sondern integriert mit der Skala zum prosozialen Verhalten auch ausdrücklich die Stärken des Kindes. Dies bietet eine exzellente Grundlage, um im Therapieverlauf gemeinsam Resilienz beim Kind aufzubauen.

Für den klinischen Alltag bietet der SDQ-Deu ein valides Fundament, um das elterliche Erleben systematisch abzubilden, was oft der erste Schritt ist, bevor Kliniker mit gezielter Psychoedukation für Eltern bei Depression oder anderen Interventionen beginnen. Da er als wiederholbares Maß konzipiert ist, eignet er sich hervorragend zur Eingangsdiagnostik sowie zur Standortbestimmung bei Angststörungen oder zur allgemeinen Verlaufsbeobachtung.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
20/ 40
Der SDQ ist ein kurzer Fragebogen zum Verhaltens- und Emotions-Screening für Kinder und Jugendliche im Alter von 4 bis 17 Jahren, der von einem Elternteil oder Erziehungsberechtigten ausgefüllt wird. Er umfasst 25 Items, die positive und negative Eigenschaften beschreiben, aufgeteilt in 5 Subskalen zu je 5 Items: emotionale Symptome, Verhaltensprobleme, Hyperaktivität/Unaufmerksamkeit, Probleme im Umgang mit Gleichaltrigen und prosoziales Verhalten. Die Summe der 4 Problem-Subskalen ergibt einen Gesamtproblemwert (0-40). Ein Instrument, das in der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie in der Primärversorgung weit verbreitet für Screening, Überweisung und Verlaufskontrolle eingesetzt wird.
0–13
Nahe dem Durchschnitt
14–16
Leicht erhöht
17–19
Hoch
20–40
Sehr hoch
20
Die bedenklichsten Werte.
Auswertung
Summe pro Subskala + Gesamtproblemwert (Summe der 4 Problem-Subskalen), Gesamtwert von 0 bis 40, jedes Item wird auf einer 3-stufigen Skala (von 0 bis 2) bewertet.
Probleme und Stärken
Problemskalen (hoch = mehr Probleme)
Emotionale Symptome
010
5 · Hoch
erfasst subjektiven emotionalen Leidensdruck, einschließlich Sorgen, Niedergeschlagenheit, Ängstlichkeit, somatischer Beschwerden und Anklammern in neuen Situationen.
Verhaltensprobleme
010
5 · Hoch
erfasst Verhaltensprobleme einschließlich Wutausbrüchen, Kämpfen/Streiten, Ungehorsam, Lügen und Stehlen.
Hyperaktivität / Unaufmerksamkeit
010
5 · Nahe dem Durchschnitt
misst Hyperaktivität, Unruhe, Ablenkbarkeit sowie Schwierigkeiten bei der Daueraufmerksamkeit und beim reflektierten Denken.
Probleme im Umgang mit Gleichaltrigen
010
5 · Sehr hoch
erfasst Probleme im Umgang mit Gleichaltrigen, einschließlich sozialer Isolation, Mobbingbetroffenheit, Vorliebe für den Umgang mit Erwachsenen und Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung von Freundschaften. Die bedenklichsten Werte.
Positive Skala (niedrig = bedenklich)
Prosoziale Verhaltensweisen
010
4 · Sehr niedrig
erfasst positive soziale Eigenschaften einschließlich Rücksichtnahme auf andere, Teilen, Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit und freiwilliges Engagement. Geringstes prosoziales Verhalten (bedenklich).
Der Gesamtproblemwert summiert vier Skalen (Emotionale Probleme, Verhaltensprobleme, Hyperaktivität, Probleme mit Gleichaltrigen); die Skala für prosoziales Verhalten wird invers interpretiert — ein NIEDRIGER Wert ist bedenklich — und fließt nicht in den Gesamtwert ein.
Goodman et al.Zur Studie

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Was der Test misst

Der SDQ erfasst das psychosoziale Funktionsniveau des Kindes und unterteilt dieses in fünf zentrale Dimensionen, von denen vier Problembereiche abbilden.

  • Emotionale Probleme: Erfragt Symptome von Angst, Sorgen, Niedergeschlagenheit und psychosomatischen Beschwerden, die oft auch im Rahmen einer Psychoedukation zu kindlichen Ängsten im Detail besprochen werden.
  • Verhaltensprobleme: Erfasst dissoziales und oppositionelles Verhalten, wie Wutanfälle oder Lügen, das sich familiär oft in festgefahrenen, automatischen Verhaltensweisen niederschlägt.
  • Hyperaktivität und Unaufmerksamkeit: Bewertet motorische Unruhe, Zappeligkeit sowie mangelnde Konzentrationsfähigkeit im Alltag.
  • Probleme mit Gleichaltrigen: Beleuchtet soziale Isolation, fehlende Freundschaften und Erfahrungen mit Ausgrenzung oder Mobbing.
  • Prosoziales Verhalten: Misst als positive Ressource die Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft und Empathie gegenüber anderen.

Der Fragebogen richtet sich an Eltern oder primäre Bezugspersonen von Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 bis 17 Jahren.

Wann und warum einsetzen

In der kinder- und jugendpsychiatrischen Praxis wird der SDQ regelmäßig eingesetzt, um eine strukturierte Außenperspektive zu erhalten.

  • Klinische Basisuntersuchung (Intake): Um zu Beginn einer Behandlung ein breites Screening durchzuführen und den Fokus einzugrenzen, etwa wenn sich eine zunehmende Bildschirmabhängigkeit des Kindes hinter einer sozialen Isolation verbirgt.
  • Verlaufskontrolle: Um im Behandlungsverlauf die Veränderungen der Symptomatik aus Sicht der Eltern verlässlich messbar zu machen.
  • Screening und Triage: Um in Beratungsstellen schnell zu entscheiden, ob eine weiterführende fachärztliche Diagnostik notwendig ist.
  • Multiperspektivische Diagnostik: Um die elterliche Wahrnehmung systematisch mit dem klinischen Eindruck oder den Einschätzungen von Lehrkräften abzugleichen.

Ein standardisierter Summenwert bietet gegenüber der rein klinischen Einschätzung den Vorteil, dass er kindliches Verhalten quantifiziert und eine normierte Einordnung der aktuellen Symptomlast ermöglicht.

Klinische Bibliothek

750+ klinische Werkzeuge

Eine Bibliothek, die mit und für Klinikerinnen und Kliniker entwickelt wurde, bereit für den Einsatz in der Sitzung und zur Fortführung zwischen den Terminen.

Auf alle Werkzeuge zugreifen
Mehrere Arten von Ressourcen
Psychoedukative Merkblätter
Auf einen Blick verstehen
Interaktive Übungen
Zum Durchführen und Ausfüllen
Interaktive Programme
Ein strukturierter Weg
Audios
Meditation und Entspannung
Psychometrische Tests
Automatische Auswertung

Die Fragen

  1. Bitte markieren Sie zu jedem Punkt „Nicht zutreffend“, „Teilweise zutreffend“ oder „Eindeutig zutreffend“. Beantworten Sie bitte alle Fragen so gut Sie können, selbst wenn Sie sich nicht ganz sicher sind oder Ihnen eine Frage merkwürdig vorkommt. Bitte berücksichtigen Sie bei der Antwort das Verhalten Ihres Kindes in den letzten sechs Monaten.
    1. Rücksichtsvoll gegenüber anderen, berücksichtigt deren Gefühle.
    Erfragt die generelle Empathie und Achtsamkeit des Kindes für die Emotionen seiner Mitmenschen.
    • Nicht zutreffend
    • Teilweise zutreffend
    • Eindeutig zutreffend
  2. 2. Unruhig, überaktiv, kann nicht lange stillsitzen.
    Bewertet das Ausmaß an motorischer Unruhe und die Schwierigkeit, körperlich inaktiv zu bleiben.
    • Nicht zutreffend
    • Teilweise zutreffend
    • Eindeutig zutreffend
  3. 3. Klagt häufig über Kopfschmerzen, Bauchschmerzen oder Übelkeit.
    Erfasst das Auftreten von somatischen Beschwerden, die häufig mit emotionaler Belastung einhergehen.
    • Nicht zutreffend
    • Teilweise zutreffend
    • Eindeutig zutreffend
  4. 4. Teilt bereitwillig mit anderen Kindern (z. B. Süßigkeiten, Spielzeug, Stifte).
    Beleuchtet die Bereitschaft des Kindes, materielle Dinge prosozial mit Gleichaltrigen zu teilen.
    • Nicht zutreffend
    • Teilweise zutreffend
    • Eindeutig zutreffend
  5. 5. Hat oft Wutanfälle oder verliert schnell die Beherrschung.
    Untersucht die emotionale Regulation und die Häufigkeit von Wutausbrüchen im Alltag.
    • Nicht zutreffend
    • Teilweise zutreffend
    • Eindeutig zutreffend
  6. 6. Eher ein Einzelgänger, neigt dazu, allein zu spielen.
    Beobachtet die Tendenz zum sozialen Rückzug und die Präferenz für das Alleinsein.
    • Nicht zutreffend
    • Teilweise zutreffend
    • Eindeutig zutreffend
  7. 7. Im Allgemeinen gehorsam, tut normalerweise, was Erwachsene verlangen.
    Erfragt die generelle Compliance und die Bereitschaft, elterlichen oder erwachsenen Anweisungen zu folgen.
    • Nicht zutreffend
    • Teilweise zutreffend
    • Eindeutig zutreffend
  8. 8. Macht sich oft Sorgen, wirkt oft besorgt.
    Erfasst das Ausmaß an internalisierenden Sorgen und ängstlicher Anspannung.
    • Nicht zutreffend
    • Teilweise zutreffend
    • Eindeutig zutreffend
  9. 9. Hilft bereitwillig, wenn jemand verletzt ist, Schmerzen hat oder sich nicht wohlfühlt.
    Bewertet die aktive Hilfsbereitschaft gegenüber Personen in Notlagen.
    • Nicht zutreffend
    • Teilweise zutreffend
    • Eindeutig zutreffend
  10. 10. Zappelt oder windet sich ständig.
    Untersucht das Vorhandensein ständiger körperlicher Bewegung, was auf Hyperaktivität hindeuten kann.
    • Nicht zutreffend
    • Teilweise zutreffend
    • Eindeutig zutreffend
  11. 11. Hat mindestens einen guten Freund oder eine gute Freundin.
    Beleuchtet die soziale Integration und die Fähigkeit, engere Freundschaften aufrechtzuerhalten.
    • Nicht zutreffend
    • Teilweise zutreffend
    • Eindeutig zutreffend
  12. 12. Kämpft oft mit anderen Kindern oder tyrannisiert sie.
    Erfasst aggressives Verhalten oder gezielte Schikane gegenüber anderen Kindern.
    • Nicht zutreffend
    • Teilweise zutreffend
    • Eindeutig zutreffend
  13. 13. Oft unglücklich, niedergeschlagen oder weinerlich.
    Beobachtet Anzeichen von depressiver Verstimmung, Traurigkeit und allgemeiner Unzufriedenheit.
    • Nicht zutreffend
    • Teilweise zutreffend
    • Eindeutig zutreffend
  14. 14. Bei anderen Kindern im Allgemeinen beliebt.
    Bewertet die generelle Akzeptanz und Beliebtheit des Kindes innerhalb seiner Peergroup.
    • Nicht zutreffend
    • Teilweise zutreffend
    • Eindeutig zutreffend
  15. 15. Leicht ablenkbar, kann sich schlecht konzentrieren.
    Untersucht die Aufmerksamkeitsspanne und die Anfälligkeit für äußere Reize.
    • Nicht zutreffend
    • Teilweise zutreffend
    • Eindeutig zutreffend
  16. 16. Ängstlich oder klammert sich in neuen Situationen an Erwachsene, verliert leicht die Fassung.
    Erfragt Trennungsängste, Unsicherheit und mangelndes Selbstvertrauen in unbekannten Situationen.
    • Nicht zutreffend
    • Teilweise zutreffend
    • Eindeutig zutreffend
  17. 17. Freundlich zu jüngeren Kindern.
    Beleuchtet den beschützenden und freundlichen Umgang mit jüngeren oder schwächeren Kindern.
    • Nicht zutreffend
    • Teilweise zutreffend
    • Eindeutig zutreffend
  18. 18. Lügt oder schummelt oft.
    Erfasst dissoziale Tendenzen wie bewusste Täuschung oder Regelverstöße durch Lügen.
    • Nicht zutreffend
    • Teilweise zutreffend
    • Eindeutig zutreffend
  19. 19. Wird von anderen Kindern gehänselt oder tyrannisiert.
    Untersucht, ob das Kind eine Opferrolle in der Peergruppe einnimmt und Mobbing erfährt.
    • Nicht zutreffend
    • Teilweise zutreffend
    • Eindeutig zutreffend
  20. 20. Immer bereit, anderen zu helfen (Eltern, Lehrern, anderen Kindern).
    Beobachtet das proaktive Anbieten von Hilfe ohne explizite externe Aufforderung.
    • Nicht zutreffend
    • Teilweise zutreffend
    • Eindeutig zutreffend
  21. 21. Denkt vor dem Handeln nach.
    Bewertet die Impulskontrolle und die kognitive Reflexion vor einer Handlung.
    • Nicht zutreffend
    • Teilweise zutreffend
    • Eindeutig zutreffend
  22. 22. Stiehlt zu Hause, in der Schule oder anderswo.
    Erfragt schwerwiegende Normverletzungen durch das Entwenden fremden Eigentums.
    • Nicht zutreffend
    • Teilweise zutreffend
    • Eindeutig zutreffend
  23. 23. Versteht sich besser mit Erwachsenen als mit Gleichaltrigen.
    Beleuchtet Schwierigkeiten in der Peer-Interaktion, die durch eine Zuflucht zu Erwachsenen kompensiert werden.
    • Nicht zutreffend
    • Teilweise zutreffend
    • Eindeutig zutreffend
  24. 24. Hat viele Ängste, ist leicht zu erschrecken.
    Erfasst generelle Ängstlichkeit und die Neigung, sich in alltäglichen Situationen schnell zu fürchten.
    • Nicht zutreffend
    • Teilweise zutreffend
    • Eindeutig zutreffend
  25. 25. Bringt Aufgaben oder Hausaufgaben zu Ende, kann die Aufmerksamkeit gut halten.
    Untersucht das Durchhaltevermögen und die Fähigkeit, begonnene Aufgaben konzentriert abzuschließen.
    • Nicht zutreffend
    • Teilweise zutreffend
    • Eindeutig zutreffend
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