McLean Screening Instrument für Borderline-Persönlichkeitsstörung

Das McLean Screening Instrument für Borderline-Persönlichkeitsstörung (MSI-BPD) hat sich als hocheffizientes Instrument etabliert, um die komplexe…

McLean Screening Instrument für Borderline-Persönlichkeitsstörung
Fragen
10
Dauer
5 Min.
Originaltitel
MSI-BPD — McLean Screening Instrument for Borderline Personality Disorder
Adaptation
McLean Screening Instrument für Borderline-Persönlichkeitsstörung
Autoren
Zanarini, M. C., Vujanovic, A. A., Parachini, E. A., Boulanger, J. L., Frankenburg, F. R., & Hennen, J.
Erstellt
2003

Das McLean Screening Instrument für Borderline-Persönlichkeitsstörung (MSI-BPD) hat sich als hocheffizientes Instrument etabliert, um die komplexe Symptomatik der Borderline-Persönlichkeitsstörung im klinischen Alltag zuverlässig zu screenen. Mit nur zehn präzisen Fragen operationalisiert der Fragebogen die klassischen diagnostischen Kriterien des DSM-5 und ermöglicht Behandelnden eine rasche Einschätzung der psychopathologischen Belastung. Dies ist besonders wertvoll in Erstgesprächen oder bei unklaren differentialdiagnostischen Verläufen, in denen eine strukturierte Erfassung der emotionalen und behavioralen Instabilität erforderlich ist.

Für Fachkräfte bietet das MSI-BPD eine solide Basis, um tiefergehende diagnostische Schritte einzuleiten und therapeutische Schwerpunkte zu definieren. Es erleichtert die Kommunikation über spezifische Problembereiche wie Impulsivität oder zwischenmenschliche Konflikte. Da die Borderline-Diagnostik oft von starken affektiven Schwankungen überlagert wird, hilft das Instrument, den Blick auf die zugrunde liegende Struktur zu lenken, und bereitet den Boden, um beispielsweise Automatische Verhaltensweisen: Psychoedukationsprogramm gezielt einsetzen zu können. Der wiederholte Einsatz kann auch subtile Veränderungen im Symptomprofil über die Zeit abbilden.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
5/ 10
Das MSI-BPD ist ein kurzer Selbstbeurteilungs-Screeningfragebogen für die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS), der aus 10 dichotomen (Ja/Nein-)Items besteht, die auf den 9 DSM-IV/DSM-5-Diagnosekriterien basieren – wobei Kriterium 9 (stressbezogene paranoide Vorstellungen / dissoziative Symptome) durch zwei separate Items erfasst wird. Validiert bei Jugendlichen (≥ 15 Jahre) und Erwachsenen, zielt es darauf ab, Personen zu identifizieren, die wahrscheinlich eine BPS aufweisen und einer umfassenden klinischen Diagnostik bedürfen. Es ist kein diagnostisches Instrument: Ein positives Screening erfordert die Überweisung zu einem strukturierten klinischen Interview (z. B. SCID-5-PD, DIPD-IV/5).
0–4
Symptomausprägung nicht vereinbar mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung
5–6
Borderline-Persönlichkeitsstörung kann nicht ausgeschlossen werden
5
7–10
Klassischer Cut-off-Wert für das Screening auf Borderline-Persönlichkeitsstörung bei Erwachsenen
Personen in diesem Bereich bedürfen einer weiteren Abklärung, da 19% der Personen mit BPS einen Wert unter 7 erreichen
Zur Information
Cut-off≥ 5Screening-Cut-off-Wert mit hoher Sensitivität
Erforderlicher Cut-off-Wert zum Erreichen einer Sensitivität von 90%
Zimmerman et al. (2021)
Cut-off≥ 6Cut-off-Wert für jugendliche Populationen
Ein niedrigerer Cut-off-Wert kann für jüngere Zielgruppen von Vorteil sein
Noblin et al. (2014)
Auswertung
Summe, Gesamtwert von 0 bis 10, jedes Item wird mit 0 oder 1 bewertet.

Lassen Sie Ihre Patient:innen diesen Test ausfüllen

Mit einem Klick zuweisen: Ihre Patient:innen antworten am Telefon, Sie erhalten den Wert und seine Auswertung.

Diesen Test zuweisen

Was der Test misst

Das MSI-BPD erfasst die neun Kernkriterien der Borderline-Persönlichkeitsstörung gemäß den Vorgaben des DSM-5. Die Fragen zielen darauf ab, chronische und situationsübergreifende Muster der Instabilität zu identifizieren, die das Erleben und Verhalten der betreffenden Person tiefgreifend prägen.

  • Zwischenmenschliche Instabilität: Wiederkehrende, intensive Konflikte und abrupte Beziehungsabbrüche.
  • Selbstschädigendes Verhalten: Suizidale Handlungen, Suizidandrohungen oder nicht-suizidales selbstverletzendes Verhalten.
  • Impulsivität: Potenziell selbstschädigendes, impulsives Verhalten in mindestens zwei Bereichen wie Geldausgaben, Substanzkonsum oder Essanfällen.
  • Affektive Instabilität: Ausgeprägte Stimmungsschwankungen und emotionale Reagibilität.
  • Unangemessene Wut: Häufige, unkontrollierbare Wutausbrüche oder ständige Gereiztheit, die oft Anlass geben, in der Therapie Dysfunktionale Emotionen erkennen und durch gesunde ersetzen zu wollen.
  • Paranoide Vorstellungen: Vorübergehendes, stressabhängiges Misstrauen gegenüber anderen, das sich gut durch Ansätze wie Gedankenlesen als kognitive Verzerrung gezielt bearbeiten therapeutisch adressieren lässt.
  • Dissoziative Symptome: Phasen von Depersonalisation oder Derealisation in Belastungssituationen.
  • Chronisches Leeregefühl: Ein tiefes, anhaltendes Gefühl der inneren Leere.
  • Identitätsstörung: Anhaltende Instabilität des Selbstbildes oder des Selbstgefühls, welche oft erfordert, dass Behandelnde Grundüberzeugungen klären: eine strukturierte Übung für die Praxis anwenden.
  • Verlassensängste: Verzweifelte Bemühungen, tatsächliches oder vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden.

Das Instrument richtet sich vornehmlich an Erwachsene und junge Erwachsene im klinischen Setting, bei denen der Verdacht auf eine Cluster-B-Persönlichkeitsproblematik besteht.

Wann und warum einsetzen

Der Einsatz des MSI-BPD empfiehlt sich besonders in den frühen Phasen der Diagnostik, um eine strukturierte Einschätzung der psychischen Belastung vorzunehmen. Es hilft Fachkräften, klinische Vermutungen zu objektivieren und den diagnostischen Prozess zielgerichteter zu gestalten.

  • Intake und Basisdiagnostik: Das Screening filtert Personen heraus, bei denen ein ausführliches strukturiertes Interview zur Persönlichkeitsdiagnostik zwingend indiziert ist.
  • Differentialdiagnostische Einordnung: Bei komplexen affektiven Störungen liefert der Fragebogen Hinweise auf eine zugrunde liegende Strukturproblematik und hilft, Automatische Gedanken erkennen und ersetzen: klinische Übung passgenauer in den Behandlungsplan zu integrieren.
  • Fokussetzung in der Therapieplanung: Hohe Werte bei spezifischen Items wie unkontrollierbarer Wut weisen auf akute Behandlungsziele hin, bei denen Interventionen wie Ich bin wütend! Ärger funktional reflektieren lassen priorisiert werden sollten.
  • Psychoedukative Vorbereitung: Die Besprechung der konkreten Kriterien bietet einen klaren Anknüpfungspunkt, um die Symptomatik zu entstigmatisieren und ein Erklärungsmodell für die emotionale Dysregulation einzuführen.

Ein validierter Screeningwert ergänzt den freien klinischen Eindruck um ein standardisiertes Maß, das die Sensibilität für schwer fassbare Symptome erhöht und subjektive Verzerrungen im Erstkontakt spürbar reduziert.

Klinische Bibliothek

750+ klinische Werkzeuge

Eine Bibliothek, die mit und für Klinikerinnen und Kliniker entwickelt wurde, bereit für den Einsatz in der Sitzung und zur Fortführung zwischen den Terminen.

Auf alle Werkzeuge zugreifen
Mehrere Arten von Ressourcen
Psychoedukative Merkblätter
Auf einen Blick verstehen
Interaktive Übungen
Zum Durchführen und Ausfüllen
Interaktive Programme
Ein strukturierter Weg
Audios
Meditation und Entspannung
Psychometrische Tests
Automatische Auswertung

Die Fragen

  1. Bitte geben Sie für jede der folgenden Aussagen an, ob diese auf Sie zutrifft, indem Sie mit „Ja“ oder „Nein“ antworten. Jede „Ja“-Antwort zählt 1 Punkt, jede „Nein“-Antwort 0 Punkte.
    1. Wurden einige deiner engsten Beziehungen durch viele Streitereien oder wiederholte Trennungen gestört?
    Dieses Item erfasst die ausgeprägte Instabilität und Intensität im zwischenmenschlichen Bereich, die durch rasche Wechsel zwischen Idealisierung und Abwertung gekennzeichnet ist.
    • Nein
    • Ja
  2. 2. Hast du dich absichtlich körperlich verletzt (z. B. dich geschlagen, geschnitten, verbrannt)? Hast du einen Suizidversuch unternommen?
    Hierbei wird auf potenziell lebensbedrohliche oder selbstschädigende Verhaltensweisen fokussiert, die oft der Regulation extremer Anspannung dienen.
    • Nein
    • Ja
  3. 3. Hattest du mindestens zwei weitere Probleme mit Impulsivität (z. B. Essanfälle und übermäßige Geldausgaben, übermäßiger Alkoholkonsum und Wutausbrüche)?
    Diese Frage zielt auf impulsive Verhaltensmuster jenseits von Selbstverletzungen ab, die potenziell schädliche Konsequenzen für die Person haben.
    • Nein
    • Ja
  4. 4. Hattest du extrem wechselhafte Stimmungen?
    Das Item evaluiert die emotionale Reagibilität und rasche Stimmungswechsel, die typischerweise durch interpersonelle Auslöser bedingt sind.
    • Nein
    • Ja
  5. 5. Hast du dich die meiste Zeit über sehr wütend gefühlt? Hast du oft jähzornig oder sarkastisch gehandelt?
    Hier wird die Schwierigkeit erfasst, intensive Gefühle zu kontrollieren, was häufig zu zwischenmenschlichen Eskalationen führt.
    • Nein
    • Ja
  6. 6. Warst du anderen gegenüber oft misstrauisch?
    Dieses Item beleuchtet die stressassoziierte paranoide Ideation und die Neigung, die Absichten anderer feindselig zu interpretieren.
    • Nein
    • Ja
  7. 7. Hast du dich häufig unwirklich gefühlt oder hattest du den Eindruck, dass die Dinge um dich herum unwirklich waren?
    Die Frage erfasst stressbedingte dissoziative Symptome wie Derealisation oder Depersonalisation.
    • Nein
    • Ja
  8. 8. Hast du dich chronisch leer gefühlt?
    Hierbei steht das quälende, chronische Gefühl im Mittelpunkt, das oft als schmerzhafter Mangel an emotionaler Resonanz beschrieben wird.
    • Nein
    • Ja
  9. 9. Hattest du oft das Gefühl, nicht zu wissen, wer du bist, oder keine eigene Identität zu haben?
    Dieses Item evaluiert die Identitätsdiffusion, bei der das Selbstbild, berufliche Ziele oder persönliche Werte tiefgreifend instabil bleiben.
    • Nein
    • Ja
  10. 10. Hast du verzweifelte Anstrengungen unternommen, um zu vermeiden, dich verlassen zu fühlen oder verlassen zu werden (z. B. jemanden wiederholt anrufen, um sicherzugehen, dass du ihm/ihr noch wichtig bist; jemanden anflehen, dich nicht zu verlassen; dich körperlich an jemanden klammern)?
    Die abschließende Frage untersucht die oft extreme Angst vor Zurückweisung und die massiven Bemühungen, einen Beziehungsabbruch abzuwenden.
    • Nein
    • Ja
Mobile App für Patienten

Ihre Sitzung setzt sich in der Hosentasche Ihrer Patienten fort

Mit einer Patientin nutzen

Ihre Ressourcen, überall verfügbar

Die Merkblätter, Übungen, Programme und Audios oben: Sie entscheiden, welche Sie Ihren Patienten in der eigens für sie bestimmten mobilen App zur Verfügung stellen.

Psychoedukative MerkblätterInteraktive ÜbungenInteraktive ProgrammeAudiosPsychometrische Tests

Und weit mehr als eine Bibliothek

Die App geht weit über die Ressourcen hinaus, um Ihre Patienten im Alltag zu begleiten:

Standardisierte Tests
Therapietagebuch
Spielerische Elemente
Wohlbefinden-Challenges
Selbstreflexions-Fragen
Aufgaben der Therapeutin

Verwandte Kategorien

Entdecken Sie weitere klinische Ressourcen nach Kategorie.