Borderline-Symptom-Liste 23 (BSL-23)

Die Borderline-Symptom-Liste 23 (BSL-23) stellt in der klinischen Praxis ein bewährtes, hochökonomisches Instrument dar, um die spezifische intrapsychische…

Borderline-Symptom-Liste 23 (BSL-23)
Fragen
23
Dauer
5 Min.
Originaltitel
Borderline Symptom List 23
Adaptation
Borderline-Symptom-Liste 23 (BSL-23)
Autoren
Bohus, M., Kleindienst, N., Limberger, M. F., Stieglitz, R. D., et al.
Erstellt
2009

Die Borderline-Symptom-Liste 23 (BSL-23) stellt in der klinischen Praxis ein bewährtes, hochökonomisches Instrument dar, um die spezifische intrapsychische Belastung und emotionale Dysregulation von Patientinnen und Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) quantitativ zu erfassen. Als Kurzform der ursprünglichen BSL-95 konzipiert, bietet die BSL-23 eine valide und reliable Möglichkeit, den Schweregrad der Borderline-Symptomatik abzubilden, ohne die Patienten durch eine zu umfangreiche Testbatterie zu überlasten.

Durch ihre hohe Änderungssensitivität eignet sich das Instrument hervorragend für die prozessbegleitende Diagnostik. Die regelmäßige Erhebung der BSL-23 ermöglicht es dem therapeutischen Team, den Verlauf der Behandlung transparent zu machen, krisenhafte Zuspitzungen frühzeitig zu erkennen und therapeutische Interventionen entsprechend anzupassen. So lässt sich beispielsweise der Einsatz von ergänzenden Ressourcen wie Das Emotionsventil: geführte Meditation zur Affektregulation zielgerichteter in den Behandlungsplan integrieren, wenn Spannungszustände und affektive Instabilität floride sind.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
1.87/ 4
Die BSL-23 ist ein 23-Item-Selbstbeurteilungsfragebogen zur Erfassung des Schweregrads und des Verlaufs von Symptomen, die spezifisch für die Borderline-Persönlichkeitsstörung sind (wie emotionale Dysregulation, Impulsivität, selbstverletzendes Verhalten, zwischenmenschliche Schwierigkeiten und Identitätsstörungen). Es handelt sich um eine validierte Kurzform der BSL-95.
0–0.28
Keine/Gering
0.28–1.07
Leicht
1.07–1.87
Mäßig
1.87
1.87–2.67
Hoch
2.67–3.47
Sehr hoch
3.47–4
Extrem hoch
Kategorie des Symptomschweregrads basierend auf Standardabweichungseinheiten vom Mittelwert der Eichstichprobe.
généralegemischt · Allgemeinbevölkerung · Deutschland · n = 356 · Kleindienst et al. (2020)
04
1.87
M = 0.12 ± 0.17
cliniquegemischt · Pathologie: Achse-I-Störungen einschließlich Major Depression, Schizophrenie, Angststörungen und Zwangsstörung · Deutschland · n = 176 · Kleindienst et al. (2020)
04
1.87
M = 1.08 ± 0.79
cliniquegemischt · Pathologie: Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) · Deutschland · n = 317 · Kleindienst et al. (2020)
04
1.87
M = 2.34 ± 0.86
Zur Information
Cut-off≥ 1.5Antworten vereinbar mit BPS
Ermöglicht eine optimale Differenzierung zwischen Personen mit BPS und solchen mit anderer klinischer Psychopathologie.
Kleindienst et al. (2020)
Cut-off≥ 0.64Optimale Differenzierung von gesunden Kontrollpersonen
Ermöglicht eine optimale Differenzierung zwischen Personen mit BPS und gesunden Kontrollpersonen.
Kleindienst et al. (2020)
Auswertung
Mittelwert, Gesamtwert von 0 bis 4, jedes Item wird auf einer 5-stufigen Skala (von 0 bis 4) bewertet.

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Was der Test misst

Die BSL-23 erfasst die subjektiv erlebte Intensität Borderline-spezifischer Symptome innerhalb der vergangenen sieben Tage. Die Items spiegeln das breite Spektrum der Borderline-Pathologie wider und decken folgende wesentliche klinische Dimensionen ab:

  • Affektive Instabilität: Rasche Stimmungswechsel, intensive Anspannung und unzureichende Emotionsregulation, bei denen strukturierte Ansätze wie eine Geführte Meditation zur Wutregulation in der Therapie flankierend ansetzen können.
  • Selbstwert und Selbstbild: Massive Selbstabwertung, Gefühle von Wertlosigkeit, Scham und Ekel vor sich selbst. Hier kann es im Verlauf hilfreich sein, tieferliegende Schemata zu adressieren, etwa indem Behandelnde Den Ursprung negativer Gedanken aufspüren: Übung zur Kernüberzeugung.
  • Autoaggression und Selbstbestrafung: Konkrete Gedanken an Selbstverletzungen sowie ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Selbstbestrafung, oftmals verknüpft mit übersteigerter Personalisierung und Selbstvorwurf.
  • Kognitive und perzeptive Verzerrungen: Dissoziative Phänomene (wie Depersonalisation), paranoide Ideen und stressassoziierte Pseudohalluzinationen.
  • Interpersonelle Hypersensibilität: Ausgeprägtes Misstrauen, Vernichtungsängste bei Kritik und tiefe Gefühle von Verlassenheit, welche sich häufig auch als Affektive Abhängigkeit im Gespräch manifestieren.

Das Instrument richtet sich primär an erwachsene Patientinnen und Patienten mit einer gesicherten oder vermuteten Borderline-Persönlichkeitsstörung, wird jedoch auch zur allgemeinen Erfassung von starken Emotionsregulationsstörungen eingesetzt.

Wann und warum einsetzen

Der klinische Einsatz der BSL-23 ist besonders wertvoll, um das komplexe und oftmals stark schwankende Symptombild der BPS messbar und verlaufsbezogen zu dokumentieren. Die wichtigsten Indikationen umfassen:

  • Eingangsdiagnostik und Schweregradbestimmung: Zur Objektivierung der initialen Symptombelastung. Der globale Summenwert hilft, das Ausmaß der intrapsychischen Qual zu Beginn der Behandlung fundiert einzuordnen.
  • Verlaufsmonitoring: Zur Überprüfung der therapeutischen Wirksamkeit im Rahmen von störungsspezifischen Behandlungen (wie der Dialektisch-Behavioralen Therapie). Die hohe Änderungssensitivität der BSL-23 macht Behandlungserfolge und Rückschritte rasch sichtbar.
  • Identifikation therapeutischer Foki: Das Profil der Einzelitems ermöglicht es, dominierende Problembereiche aufzudecken. Zeigen sich beispielsweise extrem hohe Werte bei Selbsthass und Ekel, kann die Therapie darauf reagieren und gezielt ansetzen, um Automatische Urteile erkennen und psychoedukativ bearbeiten zu können.
  • Krisenintervention und Risikoeinschätzung: Hohe Punktwerte, insbesondere bei autoaggressiven Items, signalisieren eine akute Gefährdung und die Notwendigkeit rasch greifender Notfallstrategien.

Ein standardisierter Summenwert ergänzt den klinischen Eindruck um eine reliable, verlaufsfähige Maßzahl, die die subjektive Wahrnehmung der Patienten strukturiert und objektivierbar abbildet.

Klinische Bibliothek

750+ klinische Werkzeuge

Eine Bibliothek, die mit und für Klinikerinnen und Kliniker entwickelt wurde, bereit für den Einsatz in der Sitzung und zur Fortführung zwischen den Terminen.

Auf alle Werkzeuge zugreifen
Mehrere Arten von Ressourcen
Psychoedukative Merkblätter
Auf einen Blick verstehen
Interaktive Übungen
Zum Durchführen und Ausfüllen
Interaktive Programme
Ein strukturierter Weg
Audios
Meditation und Entspannung
Psychometrische Tests
Automatische Auswertung

Die Fragen

  1. In der folgenden Tabelle finden Sie eine Reihe von Schwierigkeiten und Problemen, die Ihr Befinden möglicherweise beschreiben. Bitte lesen Sie den Bogen aufmerksam durch und schätzen Sie ein, wie ausgeprägt Sie unter jedem dieser Probleme in der letzten Woche gelitten haben. Wenn Sie im Moment keine Emotionen empfinden können, versuchen Sie bitte gefühlsmäßig einzuschätzen, wie Sie sich vermutlich gefühlt hätten. Bitte antworten Sie ehrlich. Alle Fragen beziehen sich auf die letzte Woche. Wenn es Ihnen zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich ging, geben Sie bitte eine Schätzung ab, wie Ihr Zustand im Durchschnitt war. Bitte überprüfen Sie am Ende, ob Sie jede Frage beantwortet haben. Während der letzten Woche…
    1. Es fiel mir schwer, mich zu konzentrieren.
    Erfasst Konzentrationsschwierigkeiten, die häufig durch Dissoziation oder innere Anspannung bedingt sind.
    • Gar nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Stark
    • Sehr stark
  2. 2. Ich war verzweifelt.
    Bewertet das Gefühl der Hilflosigkeit und des Kontrollverlusts über das eigene Erleben.
    • Gar nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Stark
    • Sehr stark
  3. 3. Ich war zerstreut und konnte mich nicht erinnern, was ich gerade tat.
    Zielt auf amnestische und dissoziative Zustände im Alltag ab.
    • Gar nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Stark
    • Sehr stark
  4. 4. Ich fühlte mich angewidert.
    Erhebt das Vorhandensein von Ekelgefühlen, welche sich oft auf den eigenen Körper oder die Identität beziehen.
    • Gar nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Stark
    • Sehr stark
  5. 5. Ich dachte daran, mich selbst zu verletzen.
    Fragt explizit nach autoaggressiven Impulsen und Selbstverletzungsgedanken.
    • Gar nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Stark
    • Sehr stark
  6. 6. Ich vertraute anderen nicht.
    Erfasst das ausgeprägte interpersonelle Misstrauen und die Erwartungshaltung, von anderen enttäuscht zu werden.
    • Gar nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Stark
    • Sehr stark
  7. 7. Ich glaubte nicht an mein Recht zu leben.
    Bewertet die tiefgreifende existenzielle Selbstentwertung bis hin zur Infragestellung des eigenen Lebensrechts.
    • Gar nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Stark
    • Sehr stark
  8. 8. Ich war allein.
    Erfasst das schmerzhafte Gefühl der Isolation und Verlassenheit.
    • Gar nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Stark
    • Sehr stark
  9. 9. Ich erlebte eine belastende innere Anspannung.
    Zielt auf die charakteristische, oftmals chronifizierte innere Hochspannung (Arousal).
    • Gar nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Stark
    • Sehr stark
  10. 10. Ich hatte beängstigende Bilder im Kopf.
    Erhebt intrudierende, angstbesetzte innere Bilder oder traumatische Erinnerungsfragmente.
    • Gar nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Stark
    • Sehr stark
  11. 11. Ich hasste mich.
    Bewertet die Intensität des Selbsthasses, einem zentralen affektiven Merkmal der BPS.
    • Gar nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Stark
    • Sehr stark
  12. 12. Ich wollte mich bestrafen.
    Fragt nach dem Bedürfnis, sich selbst Schmerz zuzufügen, oft als Mittel zur Spannungsregulation oder Selbstbestrafung.
    • Gar nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Stark
    • Sehr stark
  13. 13. Ich schämte mich.
    Erfasst das Vorhandensein tiefgreifender, toxischer Scham.
    • Gar nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Stark
    • Sehr stark
  14. 14. Meine Stimmung wechselte schnell zwischen Angst, Wut und Traurigkeit.
    Bewertet die typische rasche affektive Instabilität und Reagibilität.
    • Gar nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Stark
    • Sehr stark
  15. 15. Ich hörte Stimmen und Geräusche, die aus dem Inneren oder Äußeren meines Kopfes kamen.
    Zielt auf stressbedingte paranoide oder dissoziative Wahrnehmungsstörungen, wie etwa das Hören von Stimmen.
    • Gar nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Stark
    • Sehr stark
  16. 16. Kritik von anderen hatte eine niederschmetternde Wirkung auf mich.
    Erfasst die interpersonelle Hypersensibilität und die katastrophisierende Reaktion auf Zurückweisung.
    • Gar nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Stark
    • Sehr stark
  17. 17. Ich fühlte mich verletzlich.
    Bewertet das generelle Gefühl der emotionalen Dünnhäutigkeit und Vulnerabilität.
    • Gar nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Stark
    • Sehr stark
  18. 18. Die Vorstellung vom Tod faszinierte mich.
    Erhebt eine oft dissoziativ oder erlösungsfokussiert geprägte Faszination für den Tod.
    • Gar nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Stark
    • Sehr stark
  19. 19. Alles erschien mir sinnlos.
    Fragt nach dem chronischen Gefühl der inneren Leere und Sinnlosigkeit.
    • Gar nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Stark
    • Sehr stark
  20. 20. Ich hatte Angst, die Kontrolle zu verlieren.
    Erfasst die Angst vor dem Überwältigtwerden durch die eigenen Emotionen oder impulsiven Handlungen.
    • Gar nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Stark
    • Sehr stark
  21. 21. Ich ekelte mich vor mir selbst.
    Bewertet das Erleben von Selbstabstoßung und affektivem Widerwillen gegenüber der eigenen Person.
    • Gar nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Stark
    • Sehr stark
  22. 22. Ich fühlte mich mir selbst sehr fremd.
    Zielt auf Depersonalisationserleben und die starke Entfremdung vom eigenen Selbst.
    • Gar nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Stark
    • Sehr stark
  23. 23. Ich fühlte mich wertlos.
    Erfasst tiefe Insuffizienzgefühle und das Erleben absoluter Wertlosigkeit.
    • Gar nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Stark
    • Sehr stark
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