Das Big Five Inventory-10 (BFI-10) ist ein international etabliertes, psychometrisch validiertes Kurzverfahren zur Erfassung der grundlegenden…
Fragen
10
Dauer
2 Min.
Originaltitel
BFI-10 (Big Five Inventory-10)
Adaptation
Big Five Inventory-10
Autoren
Rammstedt, B., & John, O. P.
Erstellt
2007
Das Big Five Inventory-10 (BFI-10) ist ein international etabliertes, psychometrisch validiertes Kurzverfahren zur Erfassung der grundlegenden Persönlichkeitsstruktur. Es basiert auf dem renommierten Fünf-Faktoren-Modell und verdichtet die Erhebung auf lediglich zehn trennscharfe Items. Für den klinischen Kontext bietet das Instrument eine äußerst zeiteffiziente Möglichkeit, stabile Charakterzüge eines Menschen zu erfassen, ohne den diagnostischen Prozess durch umfangreiche Testbatterien zu überladen. Dies ist besonders hilfreich, um Patientinnen und Patienten dabei zu unterstützen, ihr Selbstbild ganzheitlich zu erkunden.
Die fundierte Persönlichkeitsdiagnostik hilft Behandelnden, die individuelle Reaktions- und Erlebensweise präziser zu kontextualisieren. Ob es um die Einschätzung emotionaler Stabilität oder die Vorbereitung darauf geht, tief sitzende Kernschemata in der Therapie greifbar und bearbeitbar zu machen – das BFI-10 liefert eine verlässliche Basis.
Indem es ein klares Profil der Persönlichkeitsdimensionen zeichnet, erleichtert das Instrument die Anpassung von Interventionen. Diese strukturierte Erfassung stärkt das klinische Fallverständnis und unterstützt eine ressourcenorientierte Beziehungsgestaltung, beispielsweise wenn es darum geht, emotionale, verhaltensbezogene und situative Veränderungsziele konkret zu benennen.
Beispielergebnis
Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.
Das BFI-10-Inventar (manchmal generisch als BFI-10 für Kurzform bezeichnet) ist eine sehr kurze, streng validierte französische Version, die zur schnellen Erfassung der Big-Five-Persönlichkeitsmerkmale gemäß dem Fünf-Faktoren-Modell (OCEAN: Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit und Neurotizismus) entwickelt wurde. Mit nur zwei Items pro Dimension behält dieses Instrument solide psychometrische Eigenschaften bei und erweist sich als besonders relevant, wenn die Erhebungszeit begrenzt ist (schnelles Screening, Follow-up-Panel).
Verträglichkeit
4/ 10
Verträglichkeit kennzeichnet Zuneigung, Kooperationsbereitschaft und angemessene Freundlichkeit.
Items2, 7
généralegemischt · Allgemeinbevölkerung · deutsche Wohnbevölkerung ≥ 18 Jahre (repräsentative Zufallsstichprobe) · Deutschland · n = 1134 · 2014 · Rammstedt et al. (2014)
210
4
M = 6.9 ± 1.6
Gewissenhaftigkeit
6/ 10
Gewissenhaftigkeit ist mit der Kontrolle der eigenen Impulse assoziiert.
Items3, 8
généralegemischt · Allgemeinbevölkerung · deutsche Wohnbevölkerung ≥ 18 Jahre (repräsentative Zufallsstichprobe) · Deutschland · n = 1134 · 2014 · Rammstedt et al. (2014)
210
6
M = 8.3 ± 1.58
Extraversion
2/ 10
Extraversion steht im Zusammenhang mit Aktivität, Energie, Expressivität, Geselligkeit, Dominanz und Enthusiasmus.
Items1, 6
généralegemischt · Allgemeinbevölkerung · deutsche Wohnbevölkerung ≥ 18 Jahre (repräsentative Zufallsstichprobe) · Deutschland · n = 1134 · 2014 · Rammstedt et al. (2014)
210
2
M = 6.94 ± 1.9
Neurotizismus
8/ 10
Neurotizismus bezieht sich auf emotionale Instabilität.
Items4, 9
généralegemischt · Allgemeinbevölkerung · deutsche Wohnbevölkerung ≥ 18 Jahre (repräsentative Zufallsstichprobe) · Deutschland · n = 1134 · 2014 · Rammstedt et al. (2014)
210
8
M = 4.84 ± 1.76
Offenheit
10/ 10
Offenheit bezieht sich auf Komplexität, Offenheit für neue Erfahrungen und Tiefe.
Items5, 10
généralegemischt · Allgemeinbevölkerung · deutsche Wohnbevölkerung ≥ 18 Jahre (repräsentative Zufallsstichprobe) · Deutschland · n = 1134 · 2014 · Rammstedt et al. (2014)
210
10
M = 6.82 ± 1.86
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Das BFI-10 operationalisiert das Fünf-Faktoren-Modell der Persönlichkeit und misst die Ausprägung von fünf globalen Dimensionen. Die Items erfassen dabei sowohl den positiven als auch den negativen Pol jeder Eigenschaft.
Extraversion: Das Ausmaß an Geselligkeit, Aktivität und dem Bedürfnis nach sozialer Interaktion gegenüber Zurückhaltung und Introversion.
Verträglichkeit: Die Neigung zu Kooperation, Empathie und Vertrauen im Kontrast zu einer kritischen oder antagonistischen Haltung.
Gewissenhaftigkeit: Der Grad an Zielstrebigkeit, Zuverlässigkeit und systematischer Arbeitsweise im Gegensatz zu einer eher unstrukturierten Herangehensweise.
Offenheit: Das Interesse an neuen Erfahrungen, Fantasie und intellektueller Neugier im Vergleich zu Präferenzen für das Bekannte und Konventionelle.
Das Instrument ist für die Anwendung bei Erwachsenen aus der Allgemeinbevölkerung sowie im klinischen Kontext validiert.
Wann und warum einsetzen
Der Einsatz des BFI-10 empfiehlt sich, wenn eine rasche und dennoch fundierte Einschätzung der grundlegenden Persönlichkeitsstruktur erforderlich ist. Behandelnde nutzen das Instrument gezielt zur Orientierung und Therapieplanung.
Klinisches Basis-Assessment: Als Teil der Eingangsdiagnostik, um ein schnelles Profil der Dispositionen zu erstellen und die therapeutische Beziehung darauf abzustimmen.
Ressourcenidentifikation: Um gezielt Stärken zu erkennen, die im Rahmen von Veränderungsprozessen genutzt werden können.
Differenzielle Interventionsplanung: Wenn spezifische Ausprägungen – beispielsweise eine Tendenz, Konflikte zu eskalieren oder moralische Forderungen zu benennen – eine gezielte Anpassung der Therapiestrategie erfordern.
Die standardisierten Werte bieten eine objektive Ergänzung zum klinischen Eindruck und helfen, stabile Eigenschaften von akuten symptombedingten Zuständen zu differenzieren.
Klinische Bibliothek
750+ klinische Werkzeuge
Eine Bibliothek, die mit und für Klinikerinnen und Kliniker entwickelt wurde, bereit für den Einsatz in der Sitzung und zur Fortführung zwischen den Terminen.
Inwieweit treffen die folgenden Aussagen auf Sie zu?
1. reserviert ist
Diese Frage erfasst die Neigung zur Introversion und die Tendenz, sich in sozialen Kontexten eher im Hintergrund zu halten.
Stimme überhaupt nicht zu
Stimme eher nicht zu
Neutral
Stimme eher zu
Stimme voll und ganz zu
2. anderen im Allgemeinen vertraut
Hierbei wird die Bereitschaft beleuchtet, Mitmenschen offen und mit einem grundlegenden Vertrauensvorschuss zu begegnen.
Stimme überhaupt nicht zu
Stimme eher nicht zu
Neutral
Stimme eher zu
Stimme voll und ganz zu
3. gewissenhaft arbeitet
Dieses Item zielt auf die allgemeine Sorgfalt und Zuverlässigkeit ab, ohne zwingend [perfektionistische Muster zu benennen](/blog/de/perfektionismus-reflexionsuebung-klinisch).
Stimme überhaupt nicht zu
Stimme eher nicht zu
Neutral
Stimme eher zu
Stimme voll und ganz zu
4. entspannt ist, gut mit Stress umgeht
Die Frage misst die emotionale Stabilität und die Fähigkeit, in belastenden Situationen Resilienz zu zeigen.
Stimme überhaupt nicht zu
Stimme eher nicht zu
Neutral
Stimme eher zu
Stimme voll und ganz zu
5. eine lebhafte Fantasie hat
Hier wird das Ausmaß an kreativer Denkkapazität und geistiger Flexibilität exploriert.
Stimme überhaupt nicht zu
Stimme eher nicht zu
Neutral
Stimme eher zu
Stimme voll und ganz zu
6. gesellig und extrovertiert ist
Das Item erfasst das Bedürfnis nach äußerer Stimulation und die Freude an sozialer Interaktion.
Stimme überhaupt nicht zu
Stimme eher nicht zu
Neutral
Stimme eher zu
Stimme voll und ganz zu
7. dazu neigt, andere zu kritisieren
Dieser Aspekt beleuchtet mögliche interpersonelle Antagonismen und hilft, ein [Abwertungsmuster zu benennen](/blog/de/andere-abwerten-selbstwert-reflexionsuebung).
Stimme überhaupt nicht zu
Stimme eher nicht zu
Neutral
Stimme eher zu
Stimme voll und ganz zu
8. zu Faulheit neigt
Die Selbsteinschätzung bezüglich Antrieb und Motivation liefert Hinweise auf mögliche Tendenzen zur Prokrastination oder Strukturdefizite.
Stimme überhaupt nicht zu
Stimme eher nicht zu
Neutral
Stimme eher zu
Stimme voll und ganz zu
9. sich leicht Sorgen macht
Dieses Item fokussiert sich auf die Anfälligkeit für Stress und kann oft ein Anlass sein, die tieferen [Ursprünge ihrer Angst zu benennen](/blog/de/ich-habe-angst-reflexionsuebung-klinisch).
Stimme überhaupt nicht zu
Stimme eher nicht zu
Neutral
Stimme eher zu
Stimme voll und ganz zu
10. wenig Interesse an künstlerischen Dingen hat
Der Fokus liegt hier auf dem Grad der Aufgeschlossenheit gegenüber Ästhetik und kulturspezifischen Reizen.
Stimme überhaupt nicht zu
Stimme eher nicht zu
Neutral
Stimme eher zu
Stimme voll und ganz zu
Mobile App für Patienten
Ihre Sitzung setzt sich in der Hosentasche Ihrer Patienten fort
Die Merkblätter, Übungen, Programme und Audios oben: Sie entscheiden, welche Sie Ihren Patienten in der eigens für sie bestimmten mobilen App zur Verfügung stellen.