Warwick-Edinburgh Mental Well-being Scale

Die WEMWBS ist ein etabliertes, positiv formuliertes Messinstrument, das psychisches Wohlbefinden multidimensional erfasst.

Warwick-Edinburgh Mental Well-being Scale
Fragen
14
Dauer
5 Min.
Originaltitel
WEMWBS — Warwick-Edinburgh Mental Well-being Scale
Adaptation
Warwick-Edinburgh Mental Well-being Scale
Autoren
Tennant, R., Hiller, L., Fishwick, R., Platt, S., Joseph, S., Weich, S., Parkinson, J., Secker, J., & Stewart-Brown, S.
Erstellt
2007

Die WEMWBS ist ein etabliertes, positiv formuliertes Messinstrument, das psychisches Wohlbefinden multidimensional erfasst. Im klinischen Alltag hilft sie, nicht nur die Abwesenheit von Symptomen zu bewerten, sondern aktiv vorhandene Ressourcen, Bewältigungsstrategien und die Lebenszufriedenheit zu messen. Da sich die Skala explizit auf Stärken und positive Zustände fokussiert, bietet sie eine wertvolle Ergänzung zu klassisch defizitorientierten Fragebögen, wenn es beispielsweise darum geht, langfristige Lebensziele in der Therapie greifbar zu machen.

Für Behandelnde ist dieses Instrument besonders nützlich, um den Therapiefortschritt ressourcenorientiert zu dokumentieren. Das Konstrukt umfasst dabei zwei wesentliche Säulen: das hedonische Wohlbefinden, welches sich auf subjektive positive Gefühle bezieht und eng damit zusammenhängt, wie gut Klienten positive Wahrnehmung therapeutisch verankern, sowie das eudaimonische Wohlbefinden. Letzteres umfasst Aspekte wie Selbstwirksamkeit, Autonomie und zwischenmenschliche Verbundenheit. Da die 14 Items leicht verständlich sind und sich auf die letzten zwei Wochen beziehen, ist die WEMWBS ein sensitives Maß, um Veränderungen im therapeutischen Prozess zuverlässig zu verfolgen und das allgemeine psychische Funktionsniveau valide einzuschätzen.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
40/ 70
Ein 14-Item-Selbstbeurteilungsfragebogen zur Erfassung des positiven psychischen Wohlbefindens in den letzten zwei Wochen. Alle Items sind positiv formuliert und erfassen sowohl hedonische Aspekte (angenehme Emotionen, Optimismus, Entspannung, Freude) als auch eudämonische Aspekte (psychische Funktionsfähigkeit, Sinnhaftigkeit, zwischenmenschliche Beziehungen, Entscheidungsautonomie, Selbstwertgefühl). Geeignet für Jugendliche (ab 13 Jahren) und Erwachsene in Allgemein- oder klinischen Populationen zum Screening, zur Verlaufsbeobachtung und zur Evaluation psychosozialer Interventionen. Dies ist kein diagnostisches Instrument.
40
1470
Zur Information
Cut-off≤ 40Hohes Depressionsrisiko
Cut-off-Wert abgeleitet aus dem Vergleich mit der CES-D; die Skala ist kein Screening-Instrument.
Auswertung
Summe, Gesamtwert von 14 bis 70, jedes Item wird auf einer 5-Punkte-Skala (von 1 bis 5) bewertet.
Wo ordnet sich dieser Wert in der Population ein? (Gruppenmediane, Schottland, n = 1749)40
Gesamt
Gesamtstichprobe
51 · n=1749
Geschlecht
Männer
52 · n=783
Frauen
51 · n=966
Alter
16–24 Jahre
53 · n=176
25–34 Jahre
51 · n=245
35–44 Jahre
51 · n=353
45–54 Jahre
50 · n=306
55–64 Jahre
52 · n=334
65–74 Jahre
52 · n=274
75 Jahre und älter
51 · n=61
Subjektiver Gesundheitszustand
Sehr gut
54 · n=563
Gut
51 · n=753
Mittelmäßig
47 · n=319
Schlecht
44 · n=84
Sehr schlecht
41 · n=29
Erwerbsstatus
Erwerbstätig
52 · n=968
Studierend
52 · n=82
Im Ruhestand
51 · n=465
Arbeitslos
49 · n=154
Sonstiges
46 · n=79
Familienstand
Ledig
51 · n=188
Verheiratet / in einer Partnerschaft
52 · n=418
Verwitwet / geschieden / getrennt
49 · n=155
Jährliches Haushaltseinkommen
Weniger als 5 000 £
48 · n=55
5 000 – 14 999 £
49 · n=198
15 000 – 29 999 £
53 · n=180
30 000 £ und mehr
51 · n=173
Wohnsituation
Wohneigentümer (ohne Hypothek)
52 · n=523
Wohneigentümer (mit Hypothek)
52 · n=705
Mieter
50 · n=519
Alter bei Bildungsabschluss
Vor dem 16. Lebensjahr
52 · n=228
16–18 Jahre
50 · n=355
19 Jahre und älter
53 · n=181
Sozialer Status des Haushalts
A
55 · n=38
B
50 · n=84
C1
51 · n=217
C2
53 · n=193
D
50 · n=101
E
47 · n=124
1470
Mediane (mit 95%-KI) der schottischen Bevölkerungsstichprobe aus der UK-Validierung – der Punkt jeder Gruppe wird im Verhältnis zur vertikalen Linie des Patienten abgelesen. Dies sind vergleichende Referenzpunkte, keine Schwellenwerte: Die Publikation enthält keine Cut-off-Werte.
Tennant et al. (2007)Zur Studie

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Was der Test misst

Die WEMWBS misst das allgemeine psychische Wohlbefinden durch eine ganzheitliche Betrachtung positiver psychologischer Zustände. Das Instrument kombiniert dabei affektive Wahrnehmungen mit der Bewertung der eigenen kognitiven und sozialen Funktionsfähigkeit, was besonders hilfreich ist, um ideale Handlungen zu benennen und nach Zeitinvestition zu ordnen.

  • Hedonisches Wohlbefinden: Das Erleben positiver Gefühle wie Fröhlichkeit, Optimismus und tiefe Entspannung im Alltag.
  • Eudaimonisches Wohlbefinden: Das Gefühl von Sinnhaftigkeit und Selbstakzeptanz, oft gefördert, wenn Klienten lernen, eine negative Selbstwahrnehmung schrittweise eigenständig zu bearbeiten.
  • Kognitive Leistungsfähigkeit: Die subjektive Klarheit der Gedanken und die empfundene Fähigkeit, Herausforderungen lösungsorientiert zu bewältigen.
  • Soziale Verbundenheit: Das Ausmaß an wahrgenommener Nähe zu anderen Menschen und das Interesse am sozialen Austausch.

Die Skala richtet sich an Jugendliche sowie Erwachsene und eignet sich hervorragend für den Einsatz in klinischen und präventiven Settings.

Wann und warum einsetzen

Die WEMWBS wird eingesetzt, um die ressourcenorientierte Entwicklung im Therapieverlauf sichtbar zu machen und das psychische Funktionsniveau jenseits der reinen Symptomfreiheit zu evaluieren.

  • Baseline-Erfassung bei Therapiebeginn: Bietet einen Überblick über vorhandene psychische Ressourcen und hilft dabei, eine dauerhaft tragfähige innere Haltung aufzubauen.
  • Verlaufsmonitoring: Zeigt, ob Interventionen zur Stärkung des Wohlbefindens im Laufe der Behandlung messbar greifen.
  • Ressourcenaktivierung: Lenkt den klinischen Fokus gezielt auf Stärken, was für die psychotherapeutische Arbeit motivierend genutzt werden kann.
  • Evaluation von Präventionsmaßnahmen: Dient als robuster Indikator für den Erfolg gesundheitsfördernder Programme.

Ein validierter Testwert bietet gegenüber dem rein klinischen Eindruck eine standardisierte und reproduzierbare Metrik, um positive Veränderungen objektiv zu belegen und beispielsweise dabei zu unterstützen, eigene Erfolge im Kampf gegen die Erkrankung zu benennen.

Klinische Bibliothek

750+ klinische Werkzeuge

Eine Bibliothek, die mit und für Klinikerinnen und Kliniker entwickelt wurde, bereit für den Einsatz in der Sitzung und zur Fortführung zwischen den Terminen.

Auf alle Werkzeuge zugreifen
Mehrere Arten von Ressourcen
Psychoedukative Merkblätter
Auf einen Blick verstehen
Interaktive Übungen
Zum Durchführen und Ausfüllen
Interaktive Programme
Ein strukturierter Weg
Audios
Meditation und Entspannung
Psychometrische Tests
Automatische Auswertung

Die Fragen

  1. Die folgenden Aussagen betreffen Ihre Gefühle und Gedanken. Bitte kreuzen Sie das Kästchen an, das Ihr Erleben während der letzten zwei Wochen am besten beschreibt.
    1. Ich war optimistisch im Hinblick auf die Zukunft.
    Dieses Item evaluiert die grundlegende Zuversicht und die zukunftsorientierte Haltung der Person.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Oft
    • Immer
  2. 2. Ich habe mich nützlich gefühlt.
    Hier wird erfasst, ob sich die Person als wertvollen und wirksamen Teil ihres Umfelds erlebt.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Oft
    • Immer
  3. 3. Ich habe mich entspannt gefühlt.
    Die Frage zielt auf die Abwesenheit von übermäßiger Anspannung und das Erleben innerer Ruhe ab.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Oft
    • Immer
  4. 4. Ich habe mich für andere Menschen interessiert.
    Bewertet wird die nach außen gerichtete Aufmerksamkeit und die Motivation zur sozialen Interaktion.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Oft
    • Immer
  5. 5. Ich hatte Energie übrig.
    Dies misst das empfundene Maß an physischer und psychischer Vitalität für Alltagsaktivitäten.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Oft
    • Immer
  6. 6. Ich konnte gut mit Problemen umgehen.
    Das Item spiegelt die wahrgenommene Selbstwirksamkeit im Umgang mit alltäglichen Herausforderungen wider.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Oft
    • Immer
  7. 7. Ich habe klar gedacht.
    Erfragt wird die subjektive kognitive Klarheit und Konzentrationsfähigkeit.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Oft
    • Immer
  8. 8. Ich habe mich mit mir selbst wohlgefühlt.
    Diese Frage fokussiert sich auf die Selbstakzeptanz und das Vorhandensein eines positiven Selbstwerts.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Oft
    • Immer
  9. 9. Ich habe mich anderen Menschen nahe gefühlt.
    Hier wird das Erleben emotionaler Nähe und sozialer Zugehörigkeit zu Mitmenschen geprüft.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Oft
    • Immer
  10. 10. Ich habe mich selbstsicher gefühlt.
    Bewertet wird das allgemeine Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Entscheidungen.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Oft
    • Immer
  11. 11. Ich konnte meine eigenen Entscheidungen treffen.
    Das Item untersucht die empfundene Autonomie und die Fähigkeit zur Selbstbestimmung.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Oft
    • Immer
  12. 12. Ich habe mich geliebt gefühlt.
    Erfasst wird das grundlegende Gefühl, von anderen geschätzt und emotional angenommen zu werden.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Oft
    • Immer
  13. 13. Ich habe mich für neue Dinge interessiert.
    Dies misst die kognitive Offenheit und die Neugier gegenüber unbekannten Erfahrungen.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Oft
    • Immer
  14. 14. Ich war guter Dinge.
    Die Frage beleuchtet das direkte Erleben von Lebensfreude und positiver Grundstimmung.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Oft
    • Immer
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