UCLA Loneliness Scale (Version 3)

Einsamkeit ist in der klinischen Praxis ein zentraler, aber oft übersehener Risikofaktor für psychische und physische Erkrankungen, der weit über das bloße…

UCLA Loneliness Scale (Version 3)
Fragen
20
Dauer
10 Min.
Originaltitel
UCLA-LS — UCLA Loneliness Scale (Version 3)
Adaptation
UCLA Loneliness Scale (Version 3)
Autoren
Russell, D. W.
Erstellt
1996

Einsamkeit ist in der klinischen Praxis ein zentraler, aber oft übersehener Risikofaktor für psychische und physische Erkrankungen, der weit über das bloße Alleinsein hinausgeht. Die UCLA Loneliness Scale (Version 3) gehört zu den am besten validierten psychometrischen Instrumenten, um genau dieses subjektive Leiden greifbar zu machen. Sie erfasst nicht die objektive Anzahl an Sozialkontakten, sondern die schmerzhafte Diskrepanz zwischen den gewünschten und den tatsächlich erlebten zwischenmenschlichen Beziehungen.

Für Therapeutinnen und Therapeuten bietet dieser Fragebogen eine verlässliche Grundlage, um emotionale und soziale Isolation strukturiert zu bewerten. Da chronische Einsamkeit häufig mit depressiven Symptomen oder sozialen Ängsten einhergeht, hilft das Instrument dabei, das Ausmaß der Belastung frühzeitig zu erkennen. So können im Behandlungsverlauf gezielte Interventionen abgeleitet und Veränderungen sichtbar gemacht werden, wenn Patienten beispielsweise systematisch Grundüberzeugungen klären oder durch therapeutische Arbeit ihre sozialen Vermeidungsstrategien abbauen.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
50/ 80
Ein Selbstbeurteilungsfragebogen mit 20 Items zur Erfassung des subjektiven Gefühls von Einsamkeit und wahrgenommener sozialer Isolation. Geeignet für Jugendliche und Erwachsene zum Screening und zum Monitoring von Einsamkeit, insbesondere im Kontext von Depression, sozialer Angst, Lebensübergängen oder dem Altern. Jedes Item erfasst die Häufigkeit von Erfahrungen bezüglich sozialer Verbundenheit; neun Items sind positiv formuliert und werden invers kodiert.
20–34
Niedrige Einsamkeit
35–49
Mäßige Einsamkeit
50–64
Mäßig hohe Einsamkeit
50
65–80
Hohe Einsamkeit
Zur Information
Cut-off> 43Einsamkeit
In der Literatur am häufigsten verwendeter Schwellenwert zur Dichotomisierung.
Gosling et al. (2024)Zur Studie
Auswertung
Summenwert (mit 9 invers kodierten Items), Gesamtscore von 20 bis 80, jedes Item wird auf einer 4-stufigen Skala (von 1 bis 4) bewertet.

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Was der Test misst

Die UCLA-LS misst das übergeordnete Konstrukt der Einsamkeit als subjektives emotionales Defizit. Dabei decken die Items verschiedene Aspekte der sozialen Unzufriedenheit ab, ohne das Wort "einsam" inflationär zu verwenden.

  • Emotionale Isolation: Das schmerzhafte Gefühl, niemanden zu haben, der einen wirklich versteht oder dem man sich nah fühlt.
  • Soziale Isolation: Das Erleben, nicht Teil einer Gruppe zu sein, ausgeschlossen zu werden oder gemeinsame Interessen im Umfeld zu vermissen.
  • Mangel an Gesellschaft: Die Frustration darüber, dass bei Bedarf keine verlässlichen Kontakte verfügbar sind, was oft dazu führt, dass sich Betroffene zutiefst hoffnungslos fühlen.
  • Fehlende Zugehörigkeit: Das tiefe Empfinden einer inneren Distanz, selbst wenn man physisch von anderen Menschen umgeben ist.

Das Instrument eignet sich hervorragend für Jugendliche und Erwachsene, sowohl in der Allgemeinbevölkerung als auch in spezifischen klinischen Settings.

Wann und warum einsetzen

Der Einsatz der UCLA-LS empfiehlt sich immer dann, wenn soziale Rückzugstendenzen oder zwischenmenschliche Schwierigkeiten das klinische Bild prägen. Sie lässt sich nahtlos in die Eingangsdiagnostik und das kontinuierliche Monitoring integrieren.

  • Baseline-Erhebung beim Erstgespräch: Um die Ausgangsbelastung durch Einsamkeit systematisch zu erfassen, besonders wenn Patienten unter affektiven Störungen leiden und Sie diese strukturiert psychoedukativ begleiten möchten.
  • Monitoring im Therapieverlauf: Um zu prüfen, ob therapeutische Fortschritte, wie das Setzen neuer Ziele für den Alltag, das subjektive Einsamkeitsgefühl tatsächlich lindern.
  • Differenzialdiagnostik: Um zu unterscheiden, ob ein Patient freiwillig allein ist oder ob ein schmerzhaftes Defizit vorliegt, das negative Gedankenspiralen befeuert.
  • Screening von Risikogruppen: Um bei Lebensübergängen oder Verlusten eine potenziell pathologische Isolation frühzeitig zu erkennen.

Ein validierter Summenwert liefert ein objektives Maß für ein zutiefst subjektives Erleben, was weit über den reinen klinischen Eindruck hinausgeht und die Therapieplanung deutlich präzisiert.

Klinische Bibliothek

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Eine Bibliothek, die mit und für Klinikerinnen und Kliniker entwickelt wurde, bereit für den Einsatz in der Sitzung und zur Fortführung zwischen den Terminen.

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Zum Durchführen und Ausfüllen
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Die Fragen

  1. Die folgenden Aussagen beschreiben, wie man sich manchmal fühlen kann. Bitte geben Sie für jede Aussage an, wie oft Sie sich so fühlen. Antworten Sie danach, wie Sie sich im Allgemeinen fühlen, und nicht nur danach, wie es Ihnen in diesem Moment geht. Es gibt keine richtigen oder falschen Antworten.
    1. Wie oft fühlst du dich im Einklang mit den Menschen um dich herum?
    Dieser Item beleuchtet das Gefühl der Verbundenheit und Resonanz mit dem direkten sozialen Umfeld.
    • Nie
    • Selten
    • Manchmal
    • Immer
  2. 2. Wie oft hast du das Gefühl, dass dir Gesellschaft fehlt?
    Hier wird erfasst, inwiefern die befragte Person das Fehlen von Begleitung im Alltag schmerzhaft wahrnimmt.
    • Nie
    • Selten
    • Manchmal
    • Immer
  3. 3. Wie oft hast du das Gefühl, dass es niemanden gibt, an den du dich wenden kannst?
    Diese Frage zielt auf das subjektive Erleben ab, keine verlässlichen Ansprechpartner für persönliche Anliegen zu haben.
    • Nie
    • Selten
    • Manchmal
    • Immer
  4. 4. Wie oft fühlst du dich einsam?
    Dieser Item misst direkt das bewusste Empfinden des Alleinseins und der Verlassenheit.
    • Nie
    • Selten
    • Manchmal
    • Immer
  5. 5. Wie oft hast du das Gefühl, Teil einer Freundesgruppe zu sein?
    Hier geht es um das Gefühl der Zugehörigkeit zu einem festen sozialen Netz oder Freundeskreis.
    • Nie
    • Selten
    • Manchmal
    • Immer
  6. 6. Wie oft hast du das Gefühl, viel mit den Menschen um dich herum gemeinsam zu haben?
    Diese Aussage überprüft, ob die Person das Gefühl hat, Werte und Interessen mit ihren Mitmenschen zu teilen.
    • Nie
    • Selten
    • Manchmal
    • Immer
  7. 7. Wie oft hast du das Gefühl, niemandem mehr nahe zu sein?
    Dieser Item erfasst den emotionalen Abstand und das Fehlen enger Bindungen zu anderen.
    • Nie
    • Selten
    • Manchmal
    • Immer
  8. 8. Wie oft hast du das Gefühl, dass deine Interessen und Ideen von den Menschen um dich herum nicht geteilt werden?
    Hier wird das Ausmaß der wahrgenommenen Dissonanz zwischen den eigenen Ideen und denen des Umfelds ermittelt.
    • Nie
    • Selten
    • Manchmal
    • Immer
  9. 9. Wie oft fühlst du dich offen für andere und gesellig?
    Diese Frage adressiert die eigene wahrgenommene Fähigkeit, auf andere zuzugehen und kontaktfreudig zu sein.
    • Nie
    • Selten
    • Manchmal
    • Immer
  10. 10. Wie oft fühlst du dich anderen nahe?
    Hier wird das grundlegende Gefühl der Nähe und Verbundenheit zu Mitmenschen bewertet.
    • Nie
    • Selten
    • Manchmal
    • Immer
  11. 11. Wie oft fühlst du dich ausgeschlossen oder ausgegrenzt?
    Dieser Item zielt auf das schmerzhafte Erleben von Ausgrenzung und Marginalisierung ab.
    • Nie
    • Selten
    • Manchmal
    • Immer
  12. 12. Wie oft hast du das Gefühl, dass deine Beziehungen zu anderen nicht sinnvoll sind?
    Diese Aussage beleuchtet die empfundene Leere oder Oberflächlichkeit in bestehenden zwischenmenschlichen Beziehungen.
    • Nie
    • Selten
    • Manchmal
    • Immer
  13. 13. Wie oft hast du das Gefühl, dass dich niemand wirklich gut kennt?
    Hier geht es um das Gefühl, von anderen nicht in seiner wahren Tiefe gesehen oder verstanden zu werden, was oft hinderliche [Gedankenmuster auslöst](/blog/de/automatische-gedanken-erkennen-ersetzen-uebung).
    • Nie
    • Selten
    • Manchmal
    • Immer
  14. 14. Wie oft fühlst du dich von anderen isoliert?
    Dieser Item misst die direkte Selbstwahrnehmung sozialer und emotionaler Isolation.
    • Nie
    • Selten
    • Manchmal
    • Immer
  15. 15. Wie oft hast du das Gefühl, Gesellschaft finden zu können, wenn du es möchtest?
    Hier wird erhoben, ob die Person Vertrauen in die eigene Fähigkeit hat, bei Bedarf soziale Kontakte zu mobilisieren.
    • Nie
    • Selten
    • Manchmal
    • Immer
  16. 16. Wie oft hast du das Gefühl, dass es Menschen gibt, die dich wirklich verstehen?
    Diese Frage erfasst die empfundene Validierung und das tiefe Verständnis durch das soziale Umfeld.
    • Nie
    • Selten
    • Manchmal
    • Immer
  17. 17. Wie oft fühlst du dich schüchtern?
    Dieser Item überprüft, inwiefern soziale Ängstlichkeit die Interaktion mit anderen erschwert, was manchmal eine verhaltenstherapeutische [Exposition erfordert](/blog/de/exposition-ueben-phobie-psychoedukation-programm).
    • Nie
    • Selten
    • Manchmal
    • Immer
  18. 18. Wie oft hast du das Gefühl, dass Menschen um dich herum sind, aber nicht wirklich bei dir sind?
    Hier wird die paradoxe Erfahrung der Isolation in der Menge adressiert.
    • Nie
    • Selten
    • Manchmal
    • Immer
  19. 19. Wie oft hast du das Gefühl, dass es Menschen gibt, mit denen du sprechen kannst?
    Diese Aussage beleuchtet das Vorhandensein von Personen, mit denen ein alltäglicher oder tiefergehender verbaler Austausch möglich ist.
    • Nie
    • Selten
    • Manchmal
    • Immer
  20. 20. Wie oft hast du das Gefühl, dass es Menschen gibt, an die du dich wenden kannst?
    Diese Frage misst abschließend das Vertrauen in ein soziales Auffangnetz für Zeiten der Not oder Krise.
    • Nie
    • Selten
    • Manchmal
    • Immer
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