Vier strukturierte Lektionen führen Patienten von den Basics der psychischen Gesundheit über Emotionen und Vermeidung bis zur Achtsamkeit im Alltag.
Klinische Fallbeispiele
Psychoedukation bei erschöpfter Berufstätiger
Klinisches Bild. Frau K., Mitte dreißig, stellt sich mit anhaltender Erschöpfung und diffusem Grübeln vor; eine depressive Episode subsyndromalen Ausprägung wird diagnostiziert. Der Behandler empfiehlt ergänzend zur wöchentlichen Gesprächsstunde das strukturierte Psychoedukationsprogramm Les bases, das die Patientin selbstständig zwischen den Terminen durcharbeitet. In der ersten Lektion setzt sie sich erstmals gezielt mit dem Zusammenhang zwischen Schlafhygiene und psychischem Wohlbefinden auseinander und benennt in den integrierten Reflexionsaufgaben konkrete Schlafrituale, die sie erproben möchte. Beim nächsten Termin berichtet sie, drei Abende ohne Bildschirm verbracht zu haben; die subjektiv wahrgenommene Erholsamkeit des Schlafs habe leicht zugenommen. Der Behandler nutzt diesen Einstieg, um die Wechselwirkung zwischen körperlicher Hygiene und Stimmungsregulation vertieft zu besprechen.
Motivationsambivalenz und Basiswissen Gesundheit
Klinisches Bild. Herr M., Ende vierzig, kommt mit generalisierter Anspannung und geringer Behandlungsmotivation; er zweifelt grundsätzlich daran, an seiner psychischen Gesundheit aktiv etwas verändern zu können. Der Behandler schlägt vor, zunächst nur die erste Lektion des Programms Les bases zu bearbeiten, die den Vergleich zwischen körperlicher und psychischer Gesundheit als pflegbare Ressource einführt. Herr M. zeigt sich von der Analogie zur körperlichen Fitness überrascht und beantwortet die eingebetteten Multiple-Choice-Fragen zu Ernährung und Bewegung ohne Widerwillen. In der Folgesitzung formuliert er zum ersten Mal einen kleinen, selbst gewählten Verhaltensschritt, nämlich täglich zehn Minuten Spaziergang einzuplanen. Die Ambivalenz bleibt vorhanden, wirkt jedoch weniger blockierend als zuvor.
Programmübersicht · Programmübersicht: Les bases
Nutzen Sie diese Ressource mit Ihren Patienten
Merkblatt, Übungen und Materialien einsatzbereit, direkt in SessionFuel.
Psychische Gesundheit ist für viele Patienten ein abstrakter Begriff. Sie kommen in die Therapie mit einem konkreten Symptom, einem Leidensdruck, einem Ereignis. Den Gedanken, dass mentales Wohlbefinden aktiv kultiviert werden kann, genauso wie körperliche Fitness, stoßen viele zunächst ab oder verstehen ihn allenfalls intellektuell. Dasselbe gilt für Emotionen: Zu benennen, was man fühlt, zu verstehen, wozu Gefühle da sind, und einen anderen Umgang mit ihnen zu finden, ist mündlich schwer zu verankern. Noch schwieriger wird es beim Thema Vermeidungsverhalten und dem Erkennen des eigenen Teufelskreises, oder beim Einstieg in Achtsamkeit, wo ein rein verbales Erklären oft an seine Grenzen stößt. Dieses Programm antwortet auf genau diesen klinischen Bedarf: Es übersetzt die zentralen Grundlagen in einen strukturierten, erlebbaren Selbstlernpfad.
Vorschau, ein Auszug aus einem Schritt des Programms
Was das Programm enthält
Das Programm gliedert sich in vier aufeinander aufbauende Lektionen, die der Patient eigenständig durcharbeitet. Die Vorschaubilder weiter unten zeigen eine Übersichtskarte sowie einige Beispielkarten; diese Aperçus stellen nur eine kleine Auswahl dar, das vollständige Programm ist deutlich umfangreicher und enthält weit mehr Lektionen, Texte, geführte Prompts und Mehrfachauswahlaufgaben als hier zu sehen.
Lektion 1 führt in den Begriff der psychischen Gesundheit ein und stellt den Zusammenhang mit körperlicher Hygiene her: Schlaf, Ernährung und Bewegung werden als konkrete Voraussetzungen bearbeitet. Der Patient wählt in Mehrfachauswahlaufgaben erste eigene Handlungsschritte, was die Verbindlichkeit erhöht.
Lektion 2 widmet sich den Emotionen: Ihre Funktion als biologische Signale, der Unterschied zwischen Erkennen und Analysieren, das Konzept der emotionalen Intelligenz und die Akzeptanz negativer Zustände. Ein geführter Prompt lässt den Patienten eine eigene Verletzungserfahrung reflektieren.
Lektion 3 arbeitet das Thema Vermeidungsverhalten und Komfortzone aus. Über Mehrfachauswahl und offene Prompts benennt der Patient konkrete Auslöser, die er meidet, analysiert den jeweiligen Teufelskreis und formuliert, wie er stattdessen handeln möchte. Werte werden als Orientierungsgröße eingeführt.
Lektion 4 schließt den Bogen mit Achtsamkeit und Gegenwartsorientierung. Alltagsübungen wie das Zähneputzen dienen als Einstieg, eine Zeitachsen-Aufgabe macht sichtbar, dass die meisten aktuellen Sorgen nicht im Hier und Jetzt liegen. Konkrete Sinneswahrnehmungen beim Essen oder unterwegs werden als niedrigschwellige Praxis verankert.
> Das Programm steht Patienten über die Patientenanwendung von SessionFuel zur Verfügung: Sie weisen es Ihrem Patienten direkt zu, und dieser arbeitet die Lektionen Schritt für Schritt selbstständig auf dem Smartphone durch, in seinem eigenen Tempo.
Vorschau, ein Auszug aus einem Schritt des Programms
Klinische Bibliothek
600+ klinische Werkzeuge
Eine Bibliothek, die mit und für Klinikerinnen und Kliniker entwickelt wurde, bereit für den Einsatz in der Sitzung und zur Fortführung zwischen den Terminen.
Geeignete Patienten sind solche, die neu in die Therapie kommen und noch wenig Zugang zu psychologischen Grundkonzepten haben, aber auch Patienten mit Vermeidungsmustern, Emotionsregulationsschwierigkeiten oder solche, die Achtsamkeit als zu abstrakt erleben. Das Programm eignet sich ebenso als strukturierter Einstieg vor spezifischeren Modulen, etwa dem Angst und Mut: Psychoedukationsprogramm für die Praxis oder dem ACT bei Depression: Psychoedukationsprogramm für die Praxis.
Einführung zwischen zwei Sitzungen: Sie können das Programm am Ende einer Sitzung zuweisen, mit einer kurzen Erklärung: Der Patient liest, beantwortet Fragen und schreibt seine Antworten, bevor er Sie beim nächsten Termin wiedersieht. Kein Vorwissen erforderlich.
Was der Patient zwischen den Sitzungen produziert, ist klinisch wertvoll: Die Mehrfachauswahlaufgaben zu Schlaf, Ernährung und Bewegung geben Ihnen ein schnelles Bild der Lebensstilfaktoren. Die offenen Prompts zu Vermeidungsverhalten und zu einem konkreten Verletzungserlebnis liefern Ausgangsmaterial für die nächste Sitzung. Die Zeitachsen-Reflexion aus Lektion 4 kann direkt in die Arbeit mit Grübeln verstehen: ein psychoedukatives Programm für die Praxis oder mit der Übung Gedankenflut unterbrechen: Sinnesverankerung in der Therapie münden.
> À retenir : Dieses Programm gibt Patienten einen erfahrungsbasierten Rahmen für die Sprache der Therapie; was sie zwischen den Sitzungen erarbeiten, verkürzt die Zeit, die Sie in der Sitzung für grundlegende Psychoedukation aufwenden müssen.
Vorschau, ein Auszug aus einem Schritt des Programms
Nutzen Sie es mit Ihren Patienten
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Die Merkblätter, Übungen, Programme und Audios oben: Sie entscheiden, welche Sie Ihren Patienten in der eigens für sie bestimmten mobilen App zur Verfügung stellen.