Todesangst-Skala

Die von Donald I.

Todesangst-Skala
Fragen
15
Dauer
5 Min.
Originaltitel
Death Anxiety Scale (Templer)
Adaptation
Todesangst-Skala
Autoren
Templer, D. I.
Erstellt
1970

Die von Donald I. Templer entwickelte Death Anxiety Scale (DAS) gehört zu den weltweit am häufigsten eingesetzten klinischen Instrumenten zur Erfassung von Todesangst. In der therapeutischen Praxis erweist sich das 15-Item-Inventar als wertvolles Werkzeug, um die oft tabuisierte Furcht vor dem Sterben, vor schweren Krankheiten und der eigenen Endlichkeit greifbar zu machen. Die Skala unterstützt Kliniker dabei, intrusive Kognitionen zu erfassen, bevor sie spezifischere Interventionen zur Angstbearbeitung in der Therapie anwenden. Der Fragebogen differenziert zwischen direkten Ängsten, wie etwa vor Schmerzen oder dem Verlust der Existenz, und der grundsätzlichen Gelassenheit gegenüber dem Lebensende.

Für Fachpersonen im Bereich der psychischen Gesundheit bietet die Skala eine verlässliche Grundlage, um eine mögliche Überzufälligkeit existenzieller Ängste im Rahmen von Phobien, Hypochondrie oder Depressionen zu erkennen, bei denen oft eine zugrunde liegende Intoleranz gegenüber Ungewissheit mitspielt. Anhand der leicht verständlichen Dichotomie (Wahr/Falsch) lässt sich das Instrument mühelos in Erstgespräche oder Verlaufsdiagnostiken integrieren.

Durch wiederholte Vorgabe ermöglicht die DAS zudem ein präzises Monitoring. Sie macht klinisch sichtbar, ob Interventionen zur Krankheitsbewältigung oder kognitiven Umstrukturierung zu einer Reduktion der pathologischen Angst und einer verbesserten Todesakzeptanz geführt haben.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
7/ 15
Ein 15-Item-Selbstbeurteilungsfragebogen im Richtig/Falsch-Format zur Erfassung des Ausmaßes an bewusster Angst, die eine Person bezüglich ihres eigenen Todes und des Sterbeprozesses erlebt. Die 1970 von Donald I. Templer entwickelte DAS bleibt das am weitesten verbreitete Instrument in der klinischen Psychologie und Forschung zur Quantifizierung von Todesangst (Thanatophobie) und zur Untersuchung ihrer Auswirkungen auf das psychologische Funktionieren. Sie ist sowohl für die klinische Praxis als auch für die Forschung bei Erwachsenen bestimmt und deckt mehrere Facetten ab: Angst vor dem eigenen Tod, Angst vor dem Sterbeprozess, Sorgen im Zusammenhang mit Krankheit und Schmerz sowie intrusive Gedanken über die Kürze des Lebens.
généraleMänner · Studierende · Vereinigte Staaten · n = 104 · 1970 · Templer et al. (1971)
015
7
M = 6.07 ± 3.12
généraleFrauen · Studierende · Vereinigte Staaten · n = 109 · 1970 · Templer et al. (1971)
015
7
M = 6.66 ± 3.07
cliniquegemischt · Pathologie: psychiatrisch · Vereinigte Staaten · n = 21 · 1970 · Templer et al. (1971)effectif faible
015
7
M = 11.62 ± 1.96
Auswertung
Summe (1 Punkt pro Antwort gemäß Auswertungsschlüssel), Gesamtwert von 0 bis 15, jedes Item wird mit 0 oder 1 bewertet.

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Was der Test misst

Die Todesangst-Skala misst das subjektive Bedrohungserleben in Bezug auf den Tod und das Sterben. Die Erkenntnisse helfen, zentrale Kognitionen freizulegen und in der Therapie tieferliegende Grundüberzeugungen klären zu können. Dabei beleuchten die Items unterschiedliche Dimensionen der existenziellen Angst:

  • Todesfurcht: Die direkte, emotionale Angst vor dem eigenen Ableben und dem Prozess des Sterbens.
  • Krankheitsangst: Spezifische Sorgen vor lebensbedrohlichen medizinischen Ereignissen, bei denen Patienten häufig zum Katastrophisieren neigen.
  • Zeitbewusstsein: Das beunruhigende Empfinden über die Endlichkeit des Daseins, das nicht selten schwer zu stoppendes Grübeln auslöst.
  • Körperliche Unversehrtheit: Die Furcht vor einem schmerzvollen Sterbeprozess oder die Aversion gegenüber dem Anblick von Verstorbenen.
  • Gedankliche Präsenz: Die Häufigkeit und Intensität, mit der sich die betreffende Person kognitiv mit dem Lebensende oder einem möglichen Leben nach dem Tod auseinandersetzt.

Das Instrument eignet sich primär für die klinische Anwendung bei Erwachsenen sowie bei älteren Menschen und Patienten mit chronischen Erkrankungen.

Wann und warum einsetzen

Der Einsatz der DAS ist besonders dann indiziert, wenn existenzielle Ängste den therapeutischen Prozess oder die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten beeinträchtigen. So lässt sich das Instrument auch als eine wiederholbare Angst-Bestandsaufnahme nutzen, die Kliniker in verschiedenen Behandlungsschritten unterstützt:

  • Eingangsdiagnostik bei Gesundheitsängsten: Um schnell zu erfassen, ob hinter einer Panikstörung oder chronischem Wahrsagen als kognitive Verzerrung eine tiefgreifende Angst vor dem Sterben steht.
  • Begleitung chronisch Erkrankter: Um im psychoonkologischen oder palliativen Kontext das Ausmaß der psychischen Belastung in Bezug auf das Lebensende zu strukturieren.
  • Verlaufsmonitoring in der Therapie: Um die Wirksamkeit von therapeutischen Interventionen zur Angstreduktion objektiv und standardisiert abzubilden.
  • Differentialdiagnostische Einordnung: Um zu bewerten, inwieweit intrusive Sorgen auf existenzielle Themen fokussiert sind, und so den Ursprung negativer Gedanken aufspüren zu können.

Ein validierter Skalenwert liefert dabei eine quantifizierbare Messgröße, die über den rein subjektiven klinischen Eindruck hinausgeht und subtile Veränderungen im Behandlungsverlauf präzise dokumentiert.

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Die Fragen

  1. Wenn die Aussage auf Ihr Empfinden zutrifft (immer oder meistens), kreuzen Sie „Wahr“ an. Andernfalls kreuzen Sie „Falsch“ an. Beantworten Sie jede Frage so spontan wie möglich; es gibt keine richtigen oder falschen Antworten.
    1. Ich habe große Angst vor dem Sterben.
    Erfasst die grundsätzliche, ungefilterte Furcht vor dem eigenen Lebensende.
    • Richtig
    • Falsch
  2. 2. Der Gedanke an den Tod kommt mir selten in den Sinn.
    Prüft das Ausmaß der kognitiven Vermeidung oder tatsächlichen Unbekümmertheit bezüglich des Todes.
    • Richtig
    • Falsch
  3. 3. Es macht mich nicht nervös, wenn Leute über den Tod sprechen.
    Beleuchtet die emotionale Reaktivität bei der Konfrontation mit dem Thema durch andere Personen.
    • Richtig
    • Falsch
  4. 4. Ich fürchte mich vor dem Gedanken, operiert werden zu müssen.
    Untersucht die Angst vor medizinischen Eingriffen als potenziell lebensbedrohliche Situationen.
    • Richtig
    • Falsch
  5. 5. Ich habe überhaupt keine Angst vor dem Sterben.
    Misst die ausdrückliche Verleugnung oder das völlige Fehlen von Sterbeangst.
    • Richtig
    • Falsch
  6. 6. Ich habe keine besondere Angst davor, an Krebs zu erkranken.
    Zielt auf die spezifische Sorge ab, an einer oft letal verlaufenden Krankheit zu leiden.
    • Richtig
    • Falsch
  7. 7. Der Gedanke an den Tod beschäftigt mich nie.
    Fragt nach der vollständigen gedanklichen Abwesenheit existenzieller Sorgen im Alltag.
    • Richtig
    • Falsch
  8. 8. Es beunruhigt mich oft, wie schnell die Zeit vergeht.
    Bewertet das beunruhigende Zeitbewusstsein und die Wahrnehmung der eigenen Vergänglichkeit.
    • Richtig
    • Falsch
  9. 9. Ich habe Angst, unter Schmerzen zu sterben.
    Fokussiert sich auf die Furcht vor einem qualvollen Sterbeprozess, unabhängig vom Tod selbst.
    • Richtig
    • Falsch
  10. 10. Das Thema Leben nach dem Tod beschäftigt mich sehr.
    Erfasst das gedankliche Kreisen um metaphysische Fragen oder das Ungewisse nach dem Ableben.
    • Richtig
    • Falsch
  11. 11. Ich habe wirklich Angst davor, einen Herzinfarkt zu bekommen.
    Überprüft das Vorhandensein akuter Gesundheitsängste am Beispiel kardialer Notfälle.
    • Richtig
    • Falsch
  12. 12. Ich denke oft darüber nach, wie kurz das Leben ist.
    Beleuchtet die melancholische oder beängstigende Reflexion über die Kürze der Lebensspanne.
    • Richtig
    • Falsch
  13. 13. Ich erschauere, wenn ich von einem Dritten Weltkrieg höre.
    Zielt auf das Bedrohungserleben durch globale, katastrophale Ereignisse ab.
    • Richtig
    • Falsch
  14. 14. Der Anblick einer Leiche ist für mich entsetzlich.
    Fragt nach der phobischen oder starken aversiven Reaktion auf den physischen Tod.
    • Richtig
    • Falsch
  15. 15. Ich habe das Gefühl, dass ich von der Zukunft nichts zu befürchten habe.
    Erfasst ein allgemeines Gefühl der Sicherheit und Zukunftsfreude ohne existenzielle Vorbehalte.
    • Richtig
    • Falsch
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