Fragebogen zu Akzeptanz und Handeln II (FAH-II)

Der Fragebogen zu Akzeptanz und Handeln II (FAH-II) ist die validierte deutsche Adaptation des Acceptance and Action Questionnaire-II (AAQ-II).

Fragebogen zu Akzeptanz und Handeln II (FAH-II)
Fragen
7
Dauer
3 Min.
Originaltitel
AAQ-II — Acceptance and Action Questionnaire
Adaptation
Fragebogen zu Akzeptanz und Handeln II (FAH-II)
Autoren
Bond, F.W., Hayes, S.C., Baer, R.A., Carpenter, K.M., Guenole, N., Orcutt, H.K., Waltz, T., & Zettle, R.D.
Erstellt
2011

Der Fragebogen zu Akzeptanz und Handeln II (FAH-II) ist die validierte deutsche Adaptation des Acceptance and Action Questionnaire-II (AAQ-II). Er erfasst das transdiagnostische Kernkonstrukt der psychologischen Inflexibilität und der damit einhergehenden Erlebensvermeidung. Diese Prozesse sind von zentraler klinischer Bedeutung, da der rigide Versuch, aversive Gedanken, Gefühle oder Erinnerungen systematisch zu unterdrücken, langfristig zu einer massiven Einschränkung der persönlichen Handlungsfähigkeit führt. Wenn wir mit Patienten automatische Verhaltensweisen psychoedukativ bearbeiten, liefert der FAH-II essenzielle Hinweise auf das Ausmaß solcher tiefgreifenden Vermeidungsstrategien.

In der Praxis bietet der FAH-II eine verlässliche Metrik, um den Fokus von der reinen Symptomreduktion auf die funktionale Veränderung des Umgangs mit dem eigenen inneren Erleben zu lenken. Die Wiederholungsmessung macht therapeutische Fortschritte sichtbar und verdeutlicht, wie sehr sich ein Klient wieder wertegeleiteten Zielen zuwendet. Ein validierter Summenwert objektiviert dabei den klinischen Eindruck und hilft Therapeuten, frühzeitig zu erkennen, wann ein Klient feststeckt und möglicherweise davon profitiert, wenn wir massive Angst dynamisch und strukturiert in der Sitzung bearbeiten.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
28/ 49
Der AAQ-II ist ein 7-Item-Selbstbeurteilungsfragebogen zur Erfassung von Erfahrungsvermeidung und psychologischer Inflexibilität, zentralen Konzepten der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT). Ein höherer Wert weist auf eine ausgeprägtere psychologische Inflexibilität hin (Schwierigkeiten, unangenehme Gedanken und Emotionen zu akzeptieren und im Einklang mit den eigenen Werten zu handeln). Geeignet für den klinischen Einsatz und die Forschung bei Erwachsenen.
7–24
Psychische Flexibilität im Normbereich
25–49
Psychische Belastung / mittelgradige bis schwere Angst
28
Ein Wert von 1 Standardabweichung über dem normativen Mittelwert, der auf eine psychische Belastung hinweist und Klienten bei der Erfassung von Angst als mittelgradig / schwer einstuft.
généraleGemischt · Allgemeinbevölkerung · Stichprobe aus Studierenden und erwachsenen Erwerbstätigen · n = 1016
749
28
M = 18 ± 6.4
cliniqueGemischt · Pathologie: Substanzmissbrauch
749
28
M = 28.34 ± 9.92
Auswertung
Summe, Gesamtwert von 7 bis 49, jedes Item wird auf einer 7-Punkte-Skala (von 1 bis 7) bewertet.

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Was der Test misst

Der FAH-II quantifiziert die funktionelle Beeinträchtigung durch mangelnde psychologische Flexibilität. Er evaluiert, inwieweit innere Widerstände das Verhalten eines Menschen so stark dominieren, dass ein werteorientiertes Leben dauerhaft blockiert wird.

  • Erlebensvermeidung: Die mangelnde Bereitschaft, mit unangenehmen, aversiven inneren Zuständen in Kontakt zu bleiben, was zu dysfunktionalem Fluchtverhalten führt. Besonders wenn wir Emotionen bei depressiven Patienten psychoedukativ thematisieren, zeigt sich die enorme Relevanz dieses Konstrukts.
  • Kognitive Fusion: Die starke Verstrickung in belastende Gedanken und schmerzhafte Erinnerungen, wodurch diese als absolute Wahrheiten erlebt werden. Eine solche Fusion äußert sich oft in ständiger mentaler Unruhe, weshalb das Konzept eng damit verbunden ist, wie wir Sorgen und Aufmerksamkeit im therapeutischen Dialog strukturiert bearbeiten.
  • Handlungseinschränkung: Das Maß, in dem emotionale Reaktionen und Befürchtungen den Klienten davon abhalten, persönliche Lebensziele zu verfolgen. Ein detailliertes Verständnis dieser Mechanismen hilft Klienten, die wesentlichen Grundlagen ihrer psychischen Gesundheit schrittweise aufzubauen.
  • Angst vor Emotionen: Die spezifische Furcht vor dem Kontrollverlust über das eigene affektive Erleben.

Dieses Instrument richtet sich an klinische sowie nichtklinische erwachsene Populationen und ist über verschiedene psychische Störungsbilder hinweg breit anwendbar.

Wann und warum einsetzen

Der FAH-II wird eingesetzt, um den Umgang eines Klienten mit seinem inneren Erleben strukturiert zu erfassen und die Therapieziele gezielt darauf auszurichten. Er unterstützt primär die Indikationsstellung für akzeptanzbasierte Interventionen.

  • Initiale Fallkonzeption: Um festzustellen, ob Erlebensvermeidung der entscheidende Aufrechterhaltungsfaktor der Symptomatik ist. Dies hilft zu evaluieren, ob ein Klient von Modulen profitieren könnte, die die Intoleranz gegenüber Ungewissheit gezielt adressieren.
  • Fokusverschiebung in der Therapie: Wenn herkömmliche störungsspezifische Ansätze stagnieren und der Behandlungsfokus von der reinen Symptomkontrolle auf die Verhaltensausweitung verlagert werden muss.
  • Verlaufskontrolle: Zur kontinuierlichen Überprüfung, ob psychologische Flexibilität über den Therapieverlauf hinweg signifikant zunimmt. Dies ist besonders relevant, wenn wir parallel ruminative Prozesse und exzessives Grübeln bewältigen möchten.
  • Transdiagnostisches Screening: Um rigide Bewältigungsmuster aufzudecken, die über verschiedene Affektstörungen hinweg auftreten. Oft geht dies mit einer extremen Angst vor der Angst einher, bei der Klienten zunächst die Funktion von Furcht grundlegend verstehen müssen.

Ein validierter FAH-II-Wert ergänzt die klinische Beobachtung, indem er oft unsichtbare, verinnerlichte Vermeidungsstrategien quantifizierbar macht und Kliniker vor vorschnellen Annahmen über die anscheinende Anpassungsfähigkeit des Klienten schützt.

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Die Fragen

  1. Nachfolgend finden Sie eine Liste von Aussagen. Bitte bewerten Sie jede einzelne, indem Sie das Kästchen ankreuzen, das am besten dem entspricht, was Sie über die jeweilige Aussage denken. Verwenden Sie die unten stehende Skala, um Ihre Auswahl zu treffen.
    1. Meine schmerzhaften Erfahrungen und Erinnerungen halten mich davon ab, mein Leben so zu gestalten, wie es mir wichtig wäre.
    Dieses Item erfasst die wahrgenommene Blockade einer wertebasierten Lebensführung durch biographische Belastungen.
    • Trifft nie zu
    • Trifft sehr selten zu
    • Trifft selten zu
    • Trifft manchmal zu
    • Trifft oft zu
    • Trifft fast immer zu
    • Trifft immer zu
  2. 2. Ich habe Angst vor meinen Gefühlen.
    Hier wird die Metakognition der Angstbewertung und die Furcht vor dem eigenen emotionalen Erleben beleuchtet.
    • Trifft nie zu
    • Trifft sehr selten zu
    • Trifft selten zu
    • Trifft manchmal zu
    • Trifft oft zu
    • Trifft fast immer zu
    • Trifft immer zu
  3. 3. Ich habe Angst davor, meine Sorgen und Gefühle nicht kontrollieren zu können.
    Die Aussage prüft das ausgeprägte Bedürfnis nach emotionaler Kontrolle sowie die Angst vor deren Verlust.
    • Trifft nie zu
    • Trifft sehr selten zu
    • Trifft selten zu
    • Trifft manchmal zu
    • Trifft oft zu
    • Trifft fast immer zu
    • Trifft immer zu
  4. 4. Meine schmerzhaften Erinnerungen hindern mich daran, ein erfülltes Leben zu führen.
    Dieses Item misst das Ausmaß, in dem kognitive Fusion mit vergangenen Ereignissen das gegenwärtige Engagement behindert.
    • Trifft nie zu
    • Trifft sehr selten zu
    • Trifft selten zu
    • Trifft manchmal zu
    • Trifft oft zu
    • Trifft fast immer zu
    • Trifft immer zu
  5. 5. Gefühle sind eine Quelle von Problemen in meinem Leben.
    Hierbei geht es um die pauschale Abwertung affektiver Reaktionen als generelle Störfaktoren der eigenen Lebensgestaltung.
    • Trifft nie zu
    • Trifft sehr selten zu
    • Trifft selten zu
    • Trifft manchmal zu
    • Trifft oft zu
    • Trifft fast immer zu
    • Trifft immer zu
  6. 6. Ich habe den Eindruck, dass die meisten Menschen ihr Leben besser meistern als ich.
    Die Aussage zielt auf selbstabwertende Vergleiche ab, die aus einem als unzulänglich empfundenen Umgang mit dem eigenen inneren Erleben resultieren.
    • Trifft nie zu
    • Trifft sehr selten zu
    • Trifft selten zu
    • Trifft manchmal zu
    • Trifft oft zu
    • Trifft fast immer zu
    • Trifft immer zu
  7. 7. Meine Sorgen hindern mich daran, erfolgreich zu sein.
    Das abschließende Item fokussiert auf die konkrete Einschränkung der persönlichen Selbstwirksamkeit durch persistierende Sorgenprozesse.
    • Trifft nie zu
    • Trifft sehr selten zu
    • Trifft selten zu
    • Trifft manchmal zu
    • Trifft oft zu
    • Trifft fast immer zu
    • Trifft immer zu
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