Positive and Negative Affect Schedule - Deutsche Version
Der PANAS (Positive and Negative Affect Schedule) gehört zu den am häufigsten eingesetzten psychometrischen Instrumenten zur Erfassung der emotionalen…
Fragen
20
Dauer
5 Min.
Originaltitel
PANAS — Positive and Negative Affect Schedule
Adaptation
Positive and Negative Affect Schedule - Deutsche Version
Autoren
Watson, D., Clark, L. A., & Tellegen, A.
Erstellt
1988
Der PANAS (Positive and Negative Affect Schedule) gehört zu den am häufigsten eingesetzten psychometrischen Instrumenten zur Erfassung der emotionalen Befindlichkeit. Das Verfahren operationalisiert Affektivität nicht als ein eindimensionales Spektrum, sondern als zwei voneinander unabhängige Dimensionen: den positiven Affekt (PA) und den negativen Affekt (NA). Diese bipolare Struktur ermöglicht es Klinikern, differenziert zu beurteilen, ob ein Patient unter einem Mangel an positiven Emotionen leidet oder durch aversive Zustände belastet ist, die zum Beispiel dazu veranlassen, dysfunktionale Emotionen erkennen und durch gesunde ersetzen zu wollen.
Der Fragebogen besteht aus 20 Adjektiven, die schnell und ökonomisch beantwortet werden können. Je nach vorgegebenem Referenzzeitraum lässt sich der PANAS flexibel einsetzen, um sowohl fluktuierende Zustände (State) als auch stabile Merkmale (Trait) abzubilden. Er bewährt sich besonders bei der Verlaufsdiagnostik affektiver Störungen, etwa um die Effekte eines strukturierten Psychoedukationsprogramms zu Emotionen bei Depression im Zeitverlauf präzise zu quantifizieren.
Beispielergebnis
Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.
Kurzer 20-Item-Selbstbeurteilungsfragebogen mit emotionalen Adjektiven zur Erfassung zweier relativ unabhängiger Stimmungsdimensionen: positiver Affekt (PA, 10 Items) und negativer Affekt (NA, 10 Items). Der Zeitrahmen wird von der klinischen Fachkraft festgelegt (im gegenwärtigen Moment, heute, in der vergangenen Woche, im vergangenen Jahr, im Allgemeinen …), was sowohl die Erfassung des aktuellen Zustands als auch der stabilen Eigenschaft ermöglicht. Nützlich zur Objektivierung des emotionalen Zustands, zur Verlaufsbeobachtung von Stimmungsschwankungen und zur Ergänzung der Erfassung von Angst-, Depressions- oder Stresssymptomen.
Publizierte Perzentile (Crawford & Henry 2004, Tabelle 5)
Tabelle 5 aus der Studie, unverändert übernommen: Jedem Rohwert ist sein publiziertes Perzentil zugeordnet (direktes Ablesen, niemals eine Interpolation) – das genaue Perzentil des Werts wird rechts angezeigt. Die dargestellten Referenzlinien entsprechen den publizierten Rängen, die den Perzentilen 1/5/10/25/50/75/90/95/99 am nächsten liegen (für PA: P24 und P77 aufgrund des Fehlens veröffentlichter P25/P75; für NA liegt der Minimalwert von 10 bereits beim 12. Perzentil – Bodeneffekt, keine P1/P5/P10). Anmerkung der Autoren: Im klinischen Kontext ist ein ungewöhnlich HOHER NA und ein ungewöhnlich NIEDRIGER PA von klinischer Bedeutung.
généraleGesamt (N = 1 003) · n = 1003 · Crawford et al. (2004)
1050
31
M = 31.31 ± 7.65
Negativer Affekt (NA) — 29
généraleGesamt (N = 1 003) · n = 1003 · Crawford et al. (2004)
1050
29
M = 16 ± 5.9
Nicht-klinische Stichprobe, repräsentativ für die britische allgemeine Erwachsenenbevölkerung (N = 1 003, 18–91 Jahre). Mittelwerte und Standardabweichungen aus Tabelle 4 – die Autoren weisen darauf hin, dass aufgrund der Schiefe der Verteilungen (insbesondere NA) die Auffälligkeit eines Werts anhand der publizierten Perzentiltabelle (unten) und nicht anhand von Mittelwert und Standardabweichung bestimmt wird.
Negativer Affekt (NA) spiegelt eine Dimension allgemeinen Leidensdrucks wider, die eine Vielzahl negativer Zustände wie Wut, Schuldgefühle oder Angst zusammenfasst.
Items2, 4, 6, 7, 8, 11, 13, 15, 18, 20
29
1050
ⓘZur Information
Cut-off≥ 29Ungewöhnlich hoher NA (ab dem publizierten 95. Perzentil – Autorenbeispiel)
„…ungewöhnlich hoher NA (z. B. 95. Perzentil)…“; Tabelle 5: Rohwert 29 → 95. Perzentil (NA).
Der PANAS erfasst die emotionale Befindlichkeit auf zwei orthogonalen Hauptdimensionen der Affektivität.
Positiver Affekt (PA): Spiegelt das Ausmaß wider, in dem sich eine Person enthusiastisch, aktiv und wachsam fühlt. Ein hoher Wert steht für Energie und angenehmes Engagement, während ein niedriger PA durch Traurigkeit und Lethargie gekennzeichnet ist.
Negativer Affekt (NA): Bildet die allgemeine Dimension subjektiven Leidens ab. Er umfasst aversive Zustände wie Wut, Schuldgefühle, Furcht und Nervosität, welche oft den therapeutischen Ansatzpunkt bilden, um die Ursprünge der Angst strukturiert zu bearbeiten.
Das Instrument eignet sich für erwachsene Patienten im gesamten Spektrum der klinisch-psychologischen Praxis.
Wann und warum einsetzen
Der Einsatz des PANAS empfiehlt sich in verschiedenen Phasen des diagnostischen und therapeutischen Prozesses:
Eingangsdiagnostik und Baseline-Erhebung: Zur initialen Erfassung der Affektstruktur, um Defizite im positiven Erleben oder Exzesse im negativen Affekt messbar zu machen.
Monitoring des Therapieverlaufs: Die Sensitivität der State-Version erlaubt es, kurzfristige affektive Schwankungen präzise nachzuverfolgen.
Evaluation der Affektregulation: Zur Überprüfung, ob Interventionen – wie etwa solche, um Resilienz aufbauen zu können – nicht nur das Leiden reduzieren, sondern auch den positiven Affekt stärken.
Differenzierte Therapieplanung: Hilft bei der Entscheidung, ob der Fokus eher auf der Entlastung von negativen Emotionen oder auf der wöchentlichen Verankerung der Verhaltensaktivierung zum Aufbau positiver Emotionen liegen sollte.
Die Verwendung zweier separater Scores bietet gegenüber dem bloßen klinischen Eindruck den entscheidenden Vorteil, dass Therapieeffekte auf den Aufbau positiver Emotionen unabhängig von der Linderung negativer Symptome ablesbar werden.
Klinische Bibliothek
750+ klinische Werkzeuge
Eine Bibliothek, die mit und für Klinikerinnen und Kliniker entwickelt wurde, bereit für den Einsatz in der Sitzung und zur Fortführung zwischen den Terminen.
Dieser Fragebogen enthält eine Reihe von Wörtern, die unterschiedliche Gefühle und Empfindungen beschreiben. Lesen Sie jedes Wort und geben Sie an, inwieweit Sie sich im von Ihrem Behandler genannten Zeitraum (z. B. momentan, heute, in den letzten Tagen, in der letzten Woche, im Allgemeinen) so gefühlt haben.
1. Interessiert
Erfasst die nach außen gerichtete Aufmerksamkeit und die kognitive Offenheit für neue Reize.
Sehr wenig oder gar nicht
Ein wenig
Mäßig
Ziemlich stark
Sehr stark
2. Bekümmert
Spiegelt ein grundlegendes Gefühl der inneren Belastung und emotionalen Schwere wider.
Sehr wenig oder gar nicht
Ein wenig
Mäßig
Ziemlich stark
Sehr stark
3. Aufgeregt
Misst das Vorhandensein von antizipatorischer Freude und positiver emotionaler Aktivierung.
Sehr wenig oder gar nicht
Ein wenig
Mäßig
Ziemlich stark
Sehr stark
4. Verärgert
Bildet das Ausmaß an aktueller Frustration oder Unmut ab.
Sehr wenig oder gar nicht
Ein wenig
Mäßig
Ziemlich stark
Sehr stark
5. Stark
Evaluiert das subjektive Empfinden von psychischer Widerstandskraft und Selbstwirksamkeit.
Sehr wenig oder gar nicht
Ein wenig
Mäßig
Ziemlich stark
Sehr stark
6. Schuldig
Beurteilt das Ausmaß selbstabwertender Gedanken und das Gefühl persönlicher Fehlbarkeit.
Sehr wenig oder gar nicht
Ein wenig
Mäßig
Ziemlich stark
Sehr stark
7. Verängstigt
Erfasst akute Reaktionen der Furcht oder plötzlichen emotionalen Verunsicherung.
Sehr wenig oder gar nicht
Ein wenig
Mäßig
Ziemlich stark
Sehr stark
8. Feindselig
Spiegelt antagonistische oder ablehnende Gefühle gegenüber der Umwelt wider.
Sehr wenig oder gar nicht
Ein wenig
Mäßig
Ziemlich stark
Sehr stark
9. Begeistert
Misst den Grad der positiven Involvierung und der emotionalen Hingabe an Aktivitäten.
Sehr wenig oder gar nicht
Ein wenig
Mäßig
Ziemlich stark
Sehr stark
10. Stolz
Erfasst das Gefühl der Selbstaufwertung und der Zufriedenheit mit den eigenen Leistungen.
Sehr wenig oder gar nicht
Ein wenig
Mäßig
Ziemlich stark
Sehr stark
11. Gereizt
Bildet eine verminderte emotionale Toleranzgrenze und erhöhte Irritabilität ab.
Sehr wenig oder gar nicht
Ein wenig
Mäßig
Ziemlich stark
Sehr stark
12. Hellwach
Evaluiert das Gefühl der kognitiven Präsenz und geistigen Klarheit.
Sehr wenig oder gar nicht
Ein wenig
Mäßig
Ziemlich stark
Sehr stark
13. Beschämt
Beurteilt das Vorliegen von negativen, auf die eigene Person bezogenen Selbstbewertungen.
Sehr wenig oder gar nicht
Ein wenig
Mäßig
Ziemlich stark
Sehr stark
14. Inspiriert
Spiegelt den kreativen Antrieb und die gedankliche Inspiration wider.
Sehr wenig oder gar nicht
Ein wenig
Mäßig
Ziemlich stark
Sehr stark
15. Nervös
Misst die innere Unruhe und die ungerichtete ängstliche Anspannung.
Sehr wenig oder gar nicht
Ein wenig
Mäßig
Ziemlich stark
Sehr stark
16. Entschlossen
Erfasst die Zielgerichtetheit und den volitionalen Antrieb.
Sehr wenig oder gar nicht
Ein wenig
Mäßig
Ziemlich stark
Sehr stark
17. Aufmerksam
Evaluiert die Fähigkeit zur fokussierten und andauernden Konzentration.
Sehr wenig oder gar nicht
Ein wenig
Mäßig
Ziemlich stark
Sehr stark
18. Unruhig
Bildet den Zustand affektiver oder kognitiver Desorganisation ab.
Sehr wenig oder gar nicht
Ein wenig
Mäßig
Ziemlich stark
Sehr stark
19. Aktiv
Spiegelt die empfundene Verhaltensenergie und die allgemeine Antriebsstärke wider.
Sehr wenig oder gar nicht
Ein wenig
Mäßig
Ziemlich stark
Sehr stark
20. Ängstlich
Beurteilt die Ausprägung konkreter Furcht- oder Bedrohungsgefühle.
Sehr wenig oder gar nicht
Ein wenig
Mäßig
Ziemlich stark
Sehr stark
Mobile App für Patienten
Ihre Sitzung setzt sich in der Hosentasche Ihrer Patienten fort
Die Merkblätter, Übungen, Programme und Audios oben: Sie entscheiden, welche Sie Ihren Patienten in der eigens für sie bestimmten mobilen App zur Verfügung stellen.