Das Tinnitus-Handicap-Inventar (THI) ist eines der weltweit am häufigsten eingesetzten psychometrischen Instrumente, um die subjektive Beeinträchtigung…
Fragen
25
Dauer
10 Min.
Originaltitel
Tinnitus Handicap Inventory
Adaptation
Tinnitus-Handicap-Inventar
Autoren
Newman, C.W., Jacobson, G.P. & Spitzer, J.B.
Erstellt
1996
Das Tinnitus-Handicap-Inventar (THI) ist eines der weltweit am häufigsten eingesetzten psychometrischen Instrumente, um die subjektive Beeinträchtigung durch Tinnitus systematisch zu messen. Entwickelt von Newman et al., ermöglicht es Fachkräften in der Psychotherapie und Audiologie, den Schweregrad der Symptomatik standardisiert zu erfassen und die reduzierte Lebensqualität der betroffenen Personen objektiv abzubilden. Da Tinnitus eine stark subjektive, innerliche Erfahrung ist, liefert das THI eine entscheidende quantitative Grundlage für eine fundierte Behandlungsplanung.
Neben der Erfassung des aktuellen Leidensdrucks eignet sich das Inventar besonders für die Verlaufsdiagnostik und die Überprüfung von Therapieeffekten über die Zeit. Die 25 Fragen des Instruments unterteilen die Beschwerden präzise in funktionelle, emotionale und katastrophisierende Aspekte. Da das Syndrom oft mit starken affektiven Reaktionen und dysfunktionalen kognitiven Mustern einhergeht, kann es flankierend hilfreich sein, belastende automatische Gedanken zu benennen, um die Reaktion auf das Ohrgeräusch therapeutisch zu mildern. Der Fragebogen ist ökonomisch in der Anwendung und bietet durch seine exzellente Validität eine verlässliche Basis für den klinischen Dialog und die Evaluation von multimodalen Interventionen.
Beispielergebnis
Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.
Gesamtwert
48/ 100
Ein standardisierter 25-Item-Selbstbeurteilungsfragebogen zur Erfassung der Auswirkungen von Tinnitus auf das tägliche Leben erwachsener Patientinnen und Patienten. Er erfasst drei Dimensionen: funktional (Einschränkungen bei Aktivitäten des täglichen Lebens sowie im sozialen und kognitiven Funktionieren), emotional (Ärger, Frustration, Angst, Depressivität, Reizbarkeit) und katastrophisierend (Verzweiflung, Kontrollverlust, Unfähigkeit, dem Tinnitus zu entkommen). Er wird in der HNO-Heilkunde, Hörgeräteakustik, Sophrologie und kognitiv-behavioralen Therapie eingesetzt, um den wahrgenommenen Schweregrad des Tinnitus zu quantifizieren und Behandlungsverläufe zu überwachen.
0–16
Sehr leicht
18–36
Leicht
38–56
Mäßig
48
58–76
Schwer
78–100
Katastrophal
Der Tinnitus wird auch bei vorhandenen Umgebungsgeräuschen wahrgenommen; Alltagsaktivitäten sind jedoch nicht beeinträchtigt. Unter Konzentration wird er vermindert wahrgenommen. Beeinträchtigungen des Schlafs und von Erholungsaktivitäten treten nicht selten auf.
cliniquegemischt · Erkrankung: Tinnitus · 19–84 Jahre · n = 1115 · Gos et al. (2020)
0100
48
M = 48.18 ± 25.27
Auswertung
Summe (Gesamtwert und Subskalenwerte), Gesamtscore von 0 bis 100, jedes Item wird auf einer 3-stufigen Skala (von 0 bis 4) bewertet.
Katastrophisierende Subskala
8/ 20
Erfasst schwerste Reaktionen und katastrophisierende Kognitionen bezüglich des Tinnitus, einschließlich Kontrollverlust, dem Gefühl des Ausgeliefertseins und der Furcht vor einer schweren Erkrankung.
Items5, 8, 11, 19, 23
cliniquegemischt · Erkrankung: Tinnitus · 19–84 Jahre · n = 1115 · Gos et al. (2020)
020
8
M = 10.81 ± 5.17
Emotionale Subskala
16/ 36
Betrifft affektive Reaktionen auf den Tinnitus wie Ärger, Frustration, Depressivität und Angst.
Items3, 6, 10, 14, 16, 17, 21, 22, 25
cliniquegemischt · Erkrankung: Tinnitus · 19–84 Jahre · n = 1115 · Gos et al. (2020)
036
16
M = 16.84 ± 10.3
Funktionale Subskala
24/ 44
Erfasst Rolleneinschränkungen infolge des Tinnitus in den Bereichen der psychischen, sozialen, beruflichen und körperlichen Funktionsfähigkeit.
Items1, 2, 4, 7, 9, 12, 13, 15, 18, 20, 24
cliniquegemischt · Erkrankung: Tinnitus · 19–84 Jahre · n = 1115 · Gos et al. (2020)
044
24
M = 20.53 ± 11.71
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Das Tinnitus-Handicap-Inventar erfasst systematisch die psychosozialen und physischen Folgen eines chronischen oder akuten Tinnitus. Der Fragebogen gliedert die Gesamtbelastung in drei spezifische Dimensionen auf, die das kognitive, affektive und alltagspraktische Erleben widerspiegeln.
Funktionelle Einschränkungen: Die direkten Auswirkungen auf mentale, soziale und körperliche Aktivitäten, wie Konzentrationsprobleme, Hörschwierigkeiten und Schlafstörungen.
Emotionale Reaktionen: Affektive Begleiterscheinungen wie Wut, Frustration, Reizbarkeit oder depressive Verstimmungen infolge der andauernden akustischen Belastung.
Katastrophisierung: Die dysfunktionale kognitive Bewertung des Symptoms, einschließlich Gefühlen der völligen Verzweiflung, des Kontrollverlusts und der fälschlichen Annahme, einer schweren Krankheit ausgesetzt zu sein.
Das Instrument richtet sich an erwachsene Patientinnen und Patienten, die unter Ohrgeräuschen leiden, und dient der Strukturierung ihrer subjektiven Leidensgeschichte.
Wann und warum einsetzen
Das THI wird in der audiologischen und psychotherapeutischen Praxis vielfältig eingesetzt, um die unsichtbaren Belastungsdimensionen des Tinnitus greifbar zu machen und evidenzbasierte Behandlungsfortschritte zu dokumentieren.
Erstdiagnostik und Baseline-Erhebung: Liefert zu Beginn der Behandlung einen standardisierten Überblick über den Ausgangsschweregrad der psychosozialen Beeinträchtigung.
Verlaufs- und Erfolgsmessung: Erlaubt die objektive Überprüfung von Therapieeffekten durch wiederholte Vorgabe im Behandlungsverlauf, selbst bei kleinen Verbesserungen.
Indikationsstellung für Begleittherapien: Hilft trennscharf zu identifizieren, ob eine stärkere psychosomatische oder psychotherapeutische Intervention aufgrund hoher emotionaler Belastung notwendig ist.
Entlastung durch Objektivierung: Vermittelt den Betroffenen greifbar, dass ihre psychischen Reaktionen auf den Ton messbar sowie klinisch validiert sind, was frühzeitig therapeutisch wertvoll wirkt.
Um die oft ausgeprägte Begleitangst systematisch abzuklären, bietet sich im Erstkontakt eine strukturierte Angst-Bestandsaufnahme an. Ebenso kann der begleitende Einsatz fundierter körperbasierter Verfahren, wie der Gebrauch geführter Entspannungstrainings oder der gezielten progressiven Muskelrelaxation, den Umgang mit der starken somatischen Belastung erleichtern. Die validierten THI-Werte fügen dem klinischen Eindruck in all diesen Phasen eine verlässliche Metrik hinzu.
Klinische Bibliothek
750+ klinische Werkzeuge
Eine Bibliothek, die mit und für Klinikerinnen und Kliniker entwickelt wurde, bereit für den Einsatz in der Sitzung und zur Fortführung zwischen den Terminen.
Die folgenden Fragen beziehen sich auf die Auswirkungen Ihrer Ohrgeräusche (Tinnitus) auf Ihren Alltag. Bitte wählen Sie für jede Frage die Antwort, die Ihr Befinden am besten beschreibt: „Ja“, „Manchmal“ oder „Nein“. Bitte beantworten Sie alle Fragen.
1. Fällt es dir wegen deines Tinnitus schwer, dich zu konzentrieren?
Dieses Item erfasst die kognitive Beeinträchtigung und die Schwierigkeit, den mentalen Fokus bei störenden Ohrgeräuschen aufrechtzuerhalten.
Nein
Manchmal
Ja
2. Fällt es dir aufgrund der Lautstärke deines Tinnitus schwer, die Menschen um dich herum zu hören?
Hierbei wird evaluiert, inwieweit der Tinnitus die sprachliche Kommunikation und das allgemeine Hörvermögen im Kontakt überlagert.
Nein
Manchmal
Ja
3. Macht dich dein Tinnitus wütend?
Die Frage zielt auf die direkte affektive Reaktion und das Potenzial des Tinnitus, starke Verärgerung oder Zorn auszulösen.
Nein
Manchmal
Ja
4. Fühlst du dich wegen deines Tinnitus verwirrt?
Dieses Item beleuchtet das quälende Gefühl der Verwirrung oder Ratlosigkeit, das durch das anhaltende Geräusch entstehen kann.
Nein
Manchmal
Ja
5. Fühlst du dich wegen deines Tinnitus verzweifelt?
Hier wird ein zentraler katastrophisierender Aspekt geprüft, der auf eine tiefe psychische Resignation hindeutet.
Nein
Manchmal
Ja
6. Klagst du oft über deinen Tinnitus?
Die Frage erfasst die kommunikative Bewältigung und inwieweit das Symptom unwillkürlich zum ständigen Gesprächsthema im Umfeld wird.
Nein
Manchmal
Ja
7. Hast du wegen deines Tinnitus nachts Schwierigkeiten einzuschlafen?
Dieses Item bewertet die Auswirkungen des Tinnitus auf die Schlafarchitektur, speziell auf die abendliche Entspannungsfähigkeit.
Nein
Manchmal
Ja
8. Hast du das Gefühl, deinem Tinnitus nicht entkommen zu können?
Hier steht das beklemmende Gefühl des Ausgeliefertseins und der mangelnden Fluchtmöglichkeit vor dem eigenen Höreindruck im Fokus.
Nein
Manchmal
Ja
9. Beeinträchtigt dein Tinnitus deine Freude an sozialen Aktivitäten (z. B. Restaurant- oder Kinobesuche)?
Die Frage untersucht, inwieweit konkrete soziale Rückzugstendenzen und Vermeidungsverhalten durch das Ohrgeräusch bedingt sind.
Nein
Manchmal
Ja
10. Fühlst du dich wegen deines Tinnitus frustriert?
Dieses Item misst die emotionale Erschöpfung und die reduzierte Toleranz durch das chronisch andauernde Symptomerleben.
Nein
Manchmal
Ja
11. Hast du wegen deines Tinnitus das Gefühl, an einer schweren Krankheit zu leiden?
Hierbei wird die Neigung zur hypochondrischen oder extrem katastrophisierenden Interpretation des akustischen Symptoms beleuchtet.
Nein
Manchmal
Ja
12. Fällt es dir wegen deines Tinnitus schwer, das Leben in vollen Zügen zu genießen?
Die Frage erfasst den globalen Verlust an Lebensqualität und die verminderte Fähigkeit zur positiven Teilhabe am Alltag.
Nein
Manchmal
Ja
13. Beeinträchtigt dein Tinnitus deine Verantwortlichkeiten bei der Arbeit oder zu Hause?
Dieses Item prüft die konkreten funktionellen Auswirkungen des Tinnitus auf berufliche und alltägliche Leistungsanforderungen.
Nein
Manchmal
Ja
14. Findest du, dass du wegen deines Tinnitus oft gereizt bist?
Hier steht die reaktive Dysphorie und eine verringerte Belastungsgrenze im sozialen Umgang im Vordergrund.
Nein
Manchmal
Ja
15. Fällt es dir wegen deines Tinnitus schwer zu lesen?
Die Frage fokussiert sich auf die Beeinträchtigung stiller, konzentrationsintensiver Aktivitäten, die kognitive Ressourcen erfordern.
Nein
Manchmal
Ja
16. Bist du wegen deines Tinnitus verärgert oder aufgewühlt?
Dieses Item misst das generelle Ausmaß an affektiver Störung und anhaltendem Verdruss durch das unwillkürliche Hören.
Nein
Manchmal
Ja
17. Glaubst du, dass dein Tinnitus-Problem zu Stress in den Beziehungen zu deiner Familie und deinen Freunden geführt hat?
Hierbei wird subtil untersucht, ob das Symptom bereits manifeste zwischenmenschliche Spannungen und Beziehungskonflikte begünstigt.
Nein
Manchmal
Ja
18. Fällt es dir schwer, dich auf etwas anderes als deinen Tinnitus zu konzentrieren?
Die Frage erfasst die starke Aufmerksamkeitsbindung an das Symptom und die Schwierigkeit, den psychischen Fokus bewusst umzulenken.
Nein
Manchmal
Ja
19. Glaubst du, keine Kontrolle über deinen Tinnitus zu haben?
Dieses Item zielt auf das empfundene Maß an Hilflosigkeit und den völligen Verlust der internalen Selbstwirksamkeit ab.
Nein
Manchmal
Ja
20. Fühlst du dich wegen deines Tinnitus oft müde?
Hier wird die sekundäre Erschöpfung durch die kontinuierliche auditive Belastung und die fehlenden Erholungsphasen geprüft.
Nein
Manchmal
Ja
21. Fühlst du dich wegen deines Tinnitus deprimiert?
Die Frage erfasst eindeutig komorbide depressive Symptome, die subjektiv unmittelbar dem Ohrgeräusch zugeschrieben werden.
Nein
Manchmal
Ja
22. Macht dich dein Tinnitus ängstlich?
Dieses Item misst tinnitusspezifische Angstreaktionen, vegetative Anspannung und Besorgnis.
Nein
Manchmal
Ja
23. Glaubst du, dass du mit deinem Tinnitus nicht mehr zurechtkommst?
Hierbei wird das massive Gefühl der psychischen Überforderung und das völlige Fehlen von funktionierenden Bewältigungsstrategien evaluiert.
Nein
Manchmal
Ja
24. Wird dein Tinnitus schlimmer, wenn du gestresst bist?
Die Frage beleuchtet die psychosomatische Achse und die wechselseitige Verstärkung von allgemeinem Stresserleben und der Tinnitusintensität.
Nein
Manchmal
Ja
25. Gibt dir dein Tinnitus ein Gefühl der Unsicherheit?
Dieses Item untersucht die subtilen Auswirkungen auf das Selbstbild und das Selbstvertrauen in sozialen oder leistungsbezogenen Kontexten.
Nein
Manchmal
Ja
Mobile App für Patienten
Ihre Sitzung setzt sich in der Hosentasche Ihrer Patienten fort
Die Merkblätter, Übungen, Programme und Audios oben: Sie entscheiden, welche Sie Ihren Patienten in der eigens für sie bestimmten mobilen App zur Verfügung stellen.