Somatic Symptom Disorder – B Criteria Scale (SSD-12)

Die Somatic Symptom Disorder – B Criteria Scale (SSD-12) ist ein reliables Screening-Instrument zur systematischen Erfassung der psychologischen Merkmale…

Somatic Symptom Disorder – B Criteria Scale (SSD-12)
Fragen
12
Dauer
3 Min.
Originaltitel
Somatic Symptom Disorder – B Criteria Scale
Adaptation
Somatic Symptom Disorder – B Criteria Scale (SSD-12)
Autoren
Toussaint, A., Murray, A. M., Voigt, K., Herzog, A., Gierk, B., Kroenke, K., Rief, W., Henningsen, P., & Löwe, B.
Erstellt
2016

Die Somatic Symptom Disorder – B Criteria Scale (SSD-12) ist ein reliables Screening-Instrument zur systematischen Erfassung der psychologischen Merkmale der somatischen Belastungsstörung. Mit der Einführung des DSM-5 trat die medizinische Unerklärbarkeit körperlicher Beschwerden als Leitkriterium in den Hintergrund. An ihre Stelle traten positive psychologische Merkmale: Exzessive Gedanken, Sorgen und Verhaltensweisen in Bezug auf die Symptome entscheiden heute primär darüber, ob eine behandlungsbedürftige somatische Belastung vorliegt.

Das Instrument quantifiziert präzise diese sogenannten B-Kriterien anhand von zwölf Items, die sich in kognitive, affektive und behaviorale Facetten unterteilen. Für den klinischen Alltag bietet dies einen deutlichen Mehrwert, da direkt sichtbar wird, wo das Zentrum des Leidensdrucks liegt. Auf diese Weise können Sie sehr frühzeitig den inneren Dialog beruhigen, falls primär dysfunktionale Gedankenmuster die Belastung aufrechterhalten.

Die Skala eignet sich hervorragend für die Eingangsdiagnostik und die regelmäßige Verlaufskontrolle in der Praxis. Die Differenzierung erlaubt es, Schwerpunkte in der Sitzung zu setzen, beispielsweise um die Emotionsregulation bei ausgeprägter Krankheitsangst gezielt zu stärken oder die zeitliche Fixierung auf Körpersignale abzubauen.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
21/ 48
Der SSD-12 ist ein 12-Item-Selbstbeurteilungsfragebogen zur Erfassung der Intensität übermäßiger Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen im Zusammenhang mit somatischen Symptomen gemäß DSM-5-Kriterium B für die somatische Belastungsstörung. Er erfasst drei psychologische Dimensionen (kognitiv, affektiv und behavioral) und unterstützt das Screening, die Schweregradbeurteilung der psychischen Komponente sowie die Verlaufsbeobachtung der Störung in klinischer Praxis und Forschung.
21
048
Zur Information
Cut-off≥ 26Wahrscheinliche somatische Belastung
Optimaler diagnostischer Schwellenwert für den SSD-12 allein zur Diagnose einer somatischen Belastungsstörung.
Toussaint et al. (2020)Zur Studie
Cut-off≥ 23Hohe psychische Belastung
Ausgewählter Schwellenwert bei Kombination des SSD-12 mit einem Maß für die somatische Symptombelastung (PHQ-15 oder SSS-8 ≥ 9).
Toussaint et al. (2020)Zur Studie
Auswertung
Gesamtsumme und Skalensummen, Gesamtscore von 0 bis 48, jedes Item wird auf einer 5-stufigen Skala (von 0 bis 4) bewertet.
Affektive Aspekte (gesundheitsbezogene Angst)
7/ 16
Starke und anhaltende Angst in Bezug auf die Gesundheit oder körperliche Symptome.
Items 2, 5, 8, 11
7
016
Kognitive Aspekte (unangemessene Gedanken)
8/ 16
Unangemessene und anhaltende Gedanken über die Ernsthaftigkeit der körperlichen Symptome.
Items 1, 4, 7, 10
8
016
Behaviorale Aspekte (den Symptomen gewidmete Zeit/Energie)
6/ 16
Übermäßiger Zeit- und Energieaufwand für körperliche Symptome und Gesundheitssorgen.
Items 3, 6, 9, 12
6
016

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Was der Test misst

Die SSD-12 misst das Ausmaß der psychischen Beeinträchtigung durch körperliche Symptome und operationalisiert damit das B-Kriterium der somatischen Belastungsstörung. Der Fragebogen bildet drei eng verzahnte Dimensionen ab, die das klinische Gesamtbild der Belastung formen.

  • Kognitive Aspekte: Erfasst unverhältnismäßige und anhaltende Gedanken über die Ernsthaftigkeit der vorliegenden Symptome, etwa die Überzeugung, an einer verborgenen, schweren Krankheit zu leiden.
  • Affektive Aspekte: Misst das Ausmaß der ständigen Krankheitsangst und die Furchtreaktion auf körpereigene Signale. Zeigen sich hier hohe Werte, ist es oft indiziert, das belastende emotionale Reaktionsmuster therapeutisch unmittelbar zu adressieren.
  • Behaviorale Aspekte: Beleuchtet den übermäßigen Zeit- und Energieaufwand, der in das ständige Beobachten der Symptome, medizinische Abklärungen oder erschöpfendes Grübeln fließt.

Das Instrument ist für Erwachsene konzipiert, die unter belastenden körperlichen Beschwerden leiden, unabhängig davon, ob eine adäquate medizinische Ursache vorliegt oder nicht.

Wann und warum einsetzen

In der psychotherapeutischen Praxis sowie im psychosomatischen Konsiliardienst wird die SSD-12 genutzt, um die psychologische Fixierung auf körperliche Symptome messbar zu machen.

  • Eingangsdiagnostik und Screening: Eine schnelle Ersteinschätzung, ob exzessive psychologische und behaviorale Reaktionen auf Körpersignale vorliegen und die Kriterien einer somatischen Belastungsstörung erfüllt sein könnten.
  • Fokusfindung in der Behandlungsplanung: Die klare Trennung der Subskalen zeigt, ob Patientinnen und Patienten eher unter kognitiven Fehlschlüssen oder ausgedehntem Krankheitsverhalten leiden. Bei hohem behavioralen Fokus ist es oft notwendig, einschränkende automatische Verhaltensweisen systematisch abzubauen.
  • Verlaufskontrolle und Monitoring: Um die Wirksamkeit der Therapieentscheidungen zur Reduktion von Krankheitsangst über Wochen hinweg zu überprüfen. Wenn die Affektbelastung stagniert, kann eine strukturierte Angst-Bestandsaufnahme helfen, mögliche Barrieren in der Behandlung zu identifizieren.

Der validierte Summenwert bietet gegenüber dem rein klinischen Eindruck den entscheidenden Vorteil einer standardisierten, reproduzierbaren Metrik, die Veränderungen der symptombezogenen psychischen Belastung objektiv dokumentiert.

Klinische Bibliothek

750+ klinische Werkzeuge

Eine Bibliothek, die mit und für Klinikerinnen und Kliniker entwickelt wurde, bereit für den Einsatz in der Sitzung und zur Fortführung zwischen den Terminen.

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Mehrere Arten von Ressourcen
Psychoedukative Merkblätter
Auf einen Blick verstehen
Interaktive Übungen
Zum Durchführen und Ausfüllen
Interaktive Programme
Ein strukturierter Weg
Audios
Meditation und Entspannung
Psychometrische Tests
Automatische Auswertung

Die Fragen

  1. Die folgenden Fragen beziehen sich auf Ihre Gedanken und Gefühle, die mit Ihren körperlichen Symptomen einhergehen, sowie auf den Umgang damit im Alltag. Bitte lesen Sie alle Aussagen aufmerksam durch und kreuzen Sie für jede die Antwort an, die am besten auf Sie zutrifft.
    1. Ich denke, dass meine körperlichen Symptome Anzeichen einer schweren Krankheit sind.
    Erfasst die kognitive Fehlbewertung körperlicher Empfindungen als direkten Indikator für eine schwere Pathologie.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Oft
    • Sehr oft
  2. 2. Ich mache mir große Sorgen um meine Gesundheit.
    Fokussiert sich auf das affektive Kernsymptom der ausgeprägten und wiederkehrenden Krankheitsangst.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Oft
    • Sehr oft
  3. 3. Meine Gesundheitsprobleme beeinträchtigen mich im Alltag.
    Bewertet die subjektiv erlebte behaviorale und funktionelle Einschränkung im gewohnten Tagesablauf.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Oft
    • Sehr oft
  4. 4. Ich bin davon überzeugt, dass meine Symptome schwerwiegend sind.
    Prüft das kognitive Ausmaß der Überzeugung bezüglich der unbedingten Schwere der eigenen Symptomatik.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Oft
    • Sehr oft
  5. 5. Meine Symptome machen mir Angst.
    Misst die unmittelbare affektive Furchtreaktion, die durch eigene Körpersignale ausgelöst wird.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Oft
    • Sehr oft
  6. 6. Meine körperlichen Probleme beschäftigen mich fast den ganzen Tag.
    Beleuchtet den behavioralen Aspekt der zeitlichen Vereinnahmung und gedanklichen Fixierung auf die Beschwerden.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Oft
    • Sehr oft
  7. 7. Andere Leute sagen mir, dass meine körperlichen Probleme nicht schwerwiegend sind.
    Erfasst die Diskrepanz zwischen Fremdwahrnehmung und kognitiver Eigenbewertung, die häufig zu Spannungen führt.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Oft
    • Sehr oft
  8. 8. Ich befürchte, dass meine körperlichen Probleme niemals aufhören werden.
    Zielt auf das affektive Gefühl der Hoffnungslosigkeit und die damit verbundene Chronifizierungserwartung ab.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Oft
    • Sehr oft
  9. 9. Meine Sorgen um meine Gesundheit rauben mir meine ganze Energie.
    Quantifiziert den massiven energetischen Verlust, der durch die fortlaufende symptombezogene Auseinandersetzung entsteht.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Oft
    • Sehr oft
  10. 10. Ich glaube, dass die Ärzte meine körperlichen Probleme nicht ernst nehmen.
    Erfasst das für dieses Störungsbild typische kognitive Misstrauen gegenüber dem ärztlichen Versorgungssystem.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Oft
    • Sehr oft
  11. 11. Ich befürchte, dass meine körperlichen Symptome auch in Zukunft anhalten werden.
    Misst die antizipatorische affektive Belastung hinsichtlich eines negativ befürchteten zukünftigen Krankheitsverlaufs.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Oft
    • Sehr oft
  12. 12. Aufgrund meiner körperlichen Probleme kann ich mich kaum auf andere Dinge konzentrieren.
    Bewertet den behavioralen Konzentrationsabzug zugunsten der andauernden internen Symptombeobachtung.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Oft
    • Sehr oft
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