Snaith-Hamilton-Pleasure-Scale, deutsche Version (SHAPS-D)

Die Snaith-Hamilton Pleasure Scale (SHAPS) in ihrer validierten deutschen Version (SHAPS-D) ist ein etabliertes psychometrisches Instrument zur spezifischen…

Snaith-Hamilton-Pleasure-Scale, deutsche Version (SHAPS-D)
Fragen
14
Dauer
3 Min.
Originaltitel
SHAPS — Snaith-Hamilton Pleasure Scale
Adaptation
Snaith-Hamilton-Pleasure-Scale, deutsche Version (SHAPS-D)
Autoren
Snaith, R.P., Hamilton, M., Morley, S., Humayan, A., Hargreaves, D., Trigwell, P.
Erstellt
1995

Die Snaith-Hamilton Pleasure Scale (SHAPS) in ihrer validierten deutschen Version (SHAPS-D) ist ein etabliertes psychometrisches Instrument zur spezifischen Erfassung von Anhedonie. Die Unfähigkeit, Freude zu empfinden, ist ein psychopathologisches Kernsymptom, das Therapeuten besonders im Blick haben, wenn sie Emotionen bei Depression strukturieren und behandeln. Während globale Depressionsskalen diesen Bereich oft nur randständig abdecken, isoliert die SHAPS-D gezielt die hedonische Kapazität.

Das Instrument wurde so konstruiert, dass es kulturell und geschlechtsspezifisch unabhängige Alltagssituationen abbildet. Dies minimiert Verzerrungen durch unterschiedliche Lebensrealitäten oder sozioökonomische Faktoren. Für den klinischen Alltag bietet der Fragebogen den großen Vorteil, dass er unabhängig davon auszufüllen ist, ob der Patient die jeweilige Aktivität in den letzten Tagen tatsächlich ausgeführt hat. Allein die emotionale Resonanz auf die bloße Vorstellung der Situation ist entscheidend.

Durch den trennscharfen Schwellenwert liefert die SHAPS-D eine verlässliche Entscheidungsgrundlage. Sie ermöglicht es Behandlern, anhedonische Symptome präzise zu quantifizieren, Behandlungsfortschritte zu monitoren und gezielte Maßnahmen zu evaluieren, die Dankbarkeit kultivieren oder die affektive Reaktivierung in der Therapie fördern.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
6/ 14
Kurzer Selbstbeurteilungsfragebogen mit 14 Items zur Erfassung von Anhedonie, definiert als die verminderte Fähigkeit, in gewöhnlichen Alltagssituationen Freude zu empfinden. Die Items untersuchen vier Bereiche: Interessen und Freizeitaktivitäten, soziale Interaktionen, sensorische Erfahrungen sowie Essen und Trinken. Eingesetzt für das Screening und das Monitoring von Anhedonie bei Patienten mit einer schweren depressiven Episode (Major Depression), bipolarer Störung, Schizophrenie oder anderen klinischen Zustandsbildern, bei denen der Verlust der Erlebnisfähigkeit von Freude zentral ist.
0–2
Normal
3–14
Abnormal
6
Definiert einen auffälligen Wert, der auf eine Anhedonie hinweist.
généralegemischt · Allgemeinbevölkerung · gesunde Probanden · 2020 · Trøstheim et al. (2020)
014
6
M = 0.6
cliniquegemischt · Pathologie: Major Depression · gegenwärtige Episode · 2020 · Trøstheim et al. (2020)
014
6
M = 5.8
cliniquegemischt · Pathologie: Schizophrenie · 2020 · Trøstheim et al. (2020)
014
6
M = 2.7
cliniquegemischt · Pathologie: Substanzgebrauchsstörung · 2020 · Trøstheim et al. (2020)
014
6
M = 1.7
cliniquegemischt · Pathologie: Parkinson-Krankheit · 2020 · Trøstheim et al. (2020)
014
6
M = 1.5
cliniquegemischt · Pathologie: Chronische Schmerzen · 2020 · Trøstheim et al. (2020)
014
6
M = 1.6
Auswertung
Summe, Gesamtscore von 0 bis 14, jedes Item wird auf einer 4-Punkte-Skala (von 0 bis 1) bewertet.
Essen und Trinken
1/ 2
Freude durch Essen und Trinken.
Items 4, 10
1
02
Interessen und Hobbys
2/ 4
Freude durch Interessen, Hobbys und Freizeitaktivitäten.
Items 1, 3, 9, 11
2
04
Sensorische Erfahrungen
2/ 4
Freude durch körperliche und ästhetische Empfindungen (Düfte, Landschaften, warmes Bad).
Items 5, 6, 8, 12
2
04
Soziale Interaktionen
1/ 4
Freude durch den Kontakt mit nahestehenden Personen und soziale Interaktionen.
Items 2, 7, 13, 14
1
04

Lassen Sie Ihre Patient:innen diesen Test ausfüllen

Mit einem Klick zuweisen: Ihre Patient:innen antworten am Telefon, Sie erhalten den Wert und seine Auswertung.

Diesen Test zuweisen

Was der Test misst

Die SHAPS-D misst die aktuelle hedonische Kapazität, also die Genussfähigkeit einer Person. Sie evaluiert das Ausmaß, in dem ein Patient in der Lage ist, positive emotionale Reaktionen auf alltägliche Reize zu erleben. Dies ist oft ein aufschlussreicher Diagnostikschritt, bevor Behandler ein Aktuelles Aktivitäteninventar erstellen. Der Fragebogen erfasst vier Erlebnisdimensionen:

  • Interessen und Freizeitaktivitäten: Freude an Unterhaltung, Hobbys und Lesen.
  • Soziale Interaktionen: Positive Empfindungen im Zusammensein mit Familie, Freunden oder beim Helfen anderer.
  • Sensorische Erfahrungen: Genuss von Natur, Düften, Körperpflege und ästhetischen Eindrücken.
  • Essen und Trinken: Vorfreude und Genuss beim Verzehr von Lieblingsspeisen oder Getränken.

Das Instrument ist gezielt für die Anwendung bei Patienten konzipiert, die emotionale Resonanzverluste aufweisen, und hilft dabei, klinische Zustände einzuordnen, bei denen Klienten klagen: Ich bin traurig oder innerlich völlig abgestumpft.

Wann und warum einsetzen

Kliniker setzen die SHAPS-D in allen Behandlungsphasen ein, in denen die Genussfähigkeit und affektive Resonanz diagnostisch oder prognostisch relevant sind:

  • Basisdiagnostik bei affektiven Störungen: Um das Kernsymptom Anhedonie präzise zu quantifizieren und von einer rein motorischen Antriebsminderung abzugrenzen.
  • Planung der Verhaltensaktivierung: Wenn Patienten ausgeprägtes Vermeidungsverhalten bei Depression zeigen, hilft das Instrument, potenziell positive und verstärkende Reize für die Therapieplanung zu identifizieren.
  • Verlaufsbeobachtung und Therapiemonitoring: Um die emotionale Erholung engmaschig zu verfolgen, insbesondere wenn eine regelmäßige Wochenbilanz durchgeführt wird, um therapeutische Fortschritte zu überprüfen.
  • Objektivierung von Blockaden: Um affektive Hürden sichtbar zu machen, wenn ein Patient den tiefen Frust äußert: Ich komme nicht voran.

Der validierte Summenwert bietet gegenüber dem unstrukturierten klinischen Eindruck den entscheidenden Vorteil, feine Veränderungen in der Erlebnisfähigkeit reliabel und über die Zeit hinweg vergleichbar abzubilden.

Klinische Bibliothek

750+ klinische Werkzeuge

Eine Bibliothek, die mit und für Klinikerinnen und Kliniker entwickelt wurde, bereit für den Einsatz in der Sitzung und zur Fortführung zwischen den Terminen.

Auf alle Werkzeuge zugreifen
Mehrere Arten von Ressourcen
Psychoedukative Merkblätter
Auf einen Blick verstehen
Interaktive Übungen
Zum Durchführen und Ausfüllen
Interaktive Programme
Ein strukturierter Weg
Audios
Meditation und Entspannung
Psychometrische Tests
Automatische Auswertung

Die Fragen

  1. In diesem Fragebogen soll eingeschätzt werden, inwieweit Ihnen etwas Freude bereiten kann. Sie werden gebeten, sich bestimmte Situationen oder Dinge vorzustellen. Geben Sie bitte an, ob Sie sich in der jeweiligen Situation freuen könnten. Die Aussagen beziehen sich auf heute und die letzten Tage. Es kommt nicht darauf an, dass Sie die jeweilige Situation tatsächlich erlebt haben. Bitte wählen Sie jeweils die Antwort aus, die am besten beschreibt, wie sehr Sie der Aussage zustimmen.
    1. Ich würde meine Lieblingssendung im Fernsehen oder Radio genießen.
    Untersucht die Fähigkeit, durch passive und niedrigschwellige mediale Unterhaltung eine positive Stimmung zu erleben.
    • Stimme voll und ganz zu
    • Stimme zu
    • Stimme nicht zu
    • Stimme überhaupt nicht zu
  2. 2. Ich hätte Freude daran, mit meiner Familie oder engen Freunden zusammen zu sein.
    Erfasst die emotionale Resonanz und empfundene Verbundenheit im engsten sozialen Umfeld.
    • Stimme voll und ganz zu
    • Stimme zu
    • Stimme nicht zu
    • Stimme überhaupt nicht zu
  3. 3. Ich würde Freude an meinen Hobbys und Freizeitaktivitäten finden.
    Beleuchtet die intrinsische Motivation und die Freude an vertrauten, selbst gewählten Freizeitaktivitäten.
    • Stimme voll und ganz zu
    • Stimme zu
    • Stimme nicht zu
    • Stimme überhaupt nicht zu
  4. 4. Ich wäre in der Lage, mein Lieblingsessen zu genießen.
    Evaluiert das Genusserleben bei primären, gustatorischen Belohnungsreizen.
    • Stimme voll und ganz zu
    • Stimme zu
    • Stimme nicht zu
    • Stimme überhaupt nicht zu
  5. 5. Ich würde ein heißes Bad oder eine erfrischende Dusche genießen.
    Überprüft die Empfänglichkeit für körperliches Wohlbefinden und taktile Entspannung.
    • Stimme voll und ganz zu
    • Stimme zu
    • Stimme nicht zu
    • Stimme überhaupt nicht zu
  6. 6. Ich würde Freude am Duft von Blumen, am Geruch einer Meeresbrise oder von frischem Brot finden.
    Zielt auf die olfaktorische Wahrnehmung und die Wertschätzung subtiler Umgebungsreize ab.
    • Stimme voll und ganz zu
    • Stimme zu
    • Stimme nicht zu
    • Stimme überhaupt nicht zu
  7. 7. Ich hätte Freude daran, das Lächeln auf den Gesichtern anderer zu sehen.
    Misst die affektive Reaktivität auf positive soziale Signale von Mitmenschen.
    • Stimme voll und ganz zu
    • Stimme zu
    • Stimme nicht zu
    • Stimme überhaupt nicht zu
  8. 8. Ich hätte Freude daran, mich elegant zu fühlen, wenn ich mir bei meinem Aussehen Mühe gegeben habe.
    Untersucht das selbstwertbezogene Wohlbefinden und die Freude an der eigenen Körperpflege.
    • Stimme voll und ganz zu
    • Stimme zu
    • Stimme nicht zu
    • Stimme überhaupt nicht zu
  9. 9. Ich hätte Freude daran, ein Buch, eine Zeitschrift oder eine Zeitung zu lesen.
    Erfasst das Vergnügen an geistiger Beschäftigung und kognitiver Stimulation.
    • Stimme voll und ganz zu
    • Stimme zu
    • Stimme nicht zu
    • Stimme überhaupt nicht zu
  10. 10. Ich würde eine Tasse Tee, Kaffee oder mein Lieblingsgetränk genießen.
    Beleuchtet die Fähigkeit, kleine und alltägliche Konsummomente positiv zu erleben.
    • Stimme voll und ganz zu
    • Stimme zu
    • Stimme nicht zu
    • Stimme überhaupt nicht zu
  11. 11. Ich würde Freude an kleinen Dingen finden, zum Beispiel an einem schönen sonnigen Tag oder einem Anruf von einem Freund/einer Freundin.
    Bewertet die emotionale Resonanz auf geringfügige, aber positive Alltagsereignisse.
    • Stimme voll und ganz zu
    • Stimme zu
    • Stimme nicht zu
    • Stimme überhaupt nicht zu
  12. 12. Ich wäre in der Lage, eine schöne Landschaft oder ein schönes Panorama zu genießen.
    Prüft die ästhetische Genussfähigkeit und die emotionale Reaktion auf visuelle Naturreize.
    • Stimme voll und ganz zu
    • Stimme zu
    • Stimme nicht zu
    • Stimme überhaupt nicht zu
  13. 13. Ich hätte Freude daran, anderen zu helfen.
    Erfasst die prosoziale Freude und die altruistische emotionale Verstärkung.
    • Stimme voll und ganz zu
    • Stimme zu
    • Stimme nicht zu
    • Stimme überhaupt nicht zu
  14. 14. Ich würde mich freuen, wenn man mir Komplimente macht.
    Untersucht die Empfänglichkeit für soziale Anerkennung und positive externe Validierung.
    • Stimme voll und ganz zu
    • Stimme zu
    • Stimme nicht zu
    • Stimme überhaupt nicht zu
Mobile App für Patienten

Ihre Sitzung setzt sich in der Hosentasche Ihrer Patienten fort

Mit einer Patientin nutzen

Ihre Ressourcen, überall verfügbar

Die Merkblätter, Übungen, Programme und Audios oben: Sie entscheiden, welche Sie Ihren Patienten in der eigens für sie bestimmten mobilen App zur Verfügung stellen.

Psychoedukative MerkblätterInteraktive ÜbungenInteraktive ProgrammeAudiosPsychometrische Tests

Und weit mehr als eine Bibliothek

Die App geht weit über die Ressourcen hinaus, um Ihre Patienten im Alltag zu begleiten:

Standardisierte Tests
Therapietagebuch
Spielerische Elemente
Wohlbefinden-Challenges
Selbstreflexions-Fragen
Aufgaben der Therapeutin

Verwandte Kategorien

Entdecken Sie weitere klinische Ressourcen nach Kategorie.