Pain Disability Index - deutsche Fassung

Der Pain Disability Index (PDI) ist ein validiertes Instrument zur Erfassung der subjektiv erlebten, schmerzbedingten Beeinträchtigung bei Patientinnen und…

Pain Disability Index - deutsche Fassung
Fragen
7
Dauer
5 Min.
Originaltitel
Pain Disability Index
Adaptation
Pain Disability Index - deutsche Fassung
Autoren
Pollard, C. A.
Erstellt
1984

Der Pain Disability Index (PDI) ist ein validiertes Instrument zur Erfassung der subjektiv erlebten, schmerzbedingten Beeinträchtigung bei Patientinnen und Patienten mit chronischen Schmerzen. Anstatt die Schmerzintensität isoliert zu messen, fokussiert sich der PDI auf die funktionellen Einschränkungen im Alltag – von beruflichen Pflichten bis hin zu Freizeit und Selbstversorgung. Dies ist entscheidend, da das Ausmaß der diagnostizierten organischen Schädigung oft nicht direkt mit der tatsächlichen Einschränkung im Leben der Betroffenen korreliert.

Für die multiaxiale Schmerzdiagnostik und die Behandlungsplanung bietet dieser Fragebogen wertvolle Einblicke. Da die Schmerzbehandlung häufig eine funktionale Verhaltensanpassung erfordert – oftmals unterstützt durch Ansätze wie die Akzeptanz- und Commitment-Therapie oder ein strukturiertes Entspannungs-Audio –, können therapeutische Interventionen direkt auf die im PDI identifizierten Problembereiche abgestimmt werden. Die standardisierte, ökonomische Durchführung macht den Fragebogen zu einem essenziellen Werkzeug in der psychologischen Schmerztherapie und Rehabilitation.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
21/ 70
Der PDI ist ein kurzer Selbstbeurteilungsfragebogen (7 Items), der die funktionellen Auswirkungen chronischer Schmerzen auf das tägliche Leben erfasst. Er untersucht sieben wesentliche Funktionsbereiche (familiäre/häusliche Verpflichtungen, Freizeit/Erholung, soziale Aktivitäten, Beruf, Sexualleben, Selbstversorgung und lebensnotwendige Aktivitäten). Er wird in Schmerzkliniken, der Gesundheitspsychologie und der Rehabilitation weitverbreitet eingesetzt, um die wahrgenommene Beeinträchtigung zu messen, die psychologische und funktionelle Beurteilung zu leiten und den Behandlungsverlauf zu überwachen. Der PDI ist kein schmerzdiagnostisches Instrument, sondern ein zusammengesetzter Indikator für funktionelle Beeinträchtigungen.
cliniquegemischt · Pathologie: Muskuloskelettale Schmerzen · Kanada / Niederlande · n = 6997 · 2015 · Soer et al. (2015)
070
21
M = 37.8 ± 14.2
cliniquegemischt · Pathologie: Chronische Schmerzen · Prä-Rehabilitation · Niederlande · n = 341 · 2018 · Beemster et al. (2018)
070
21
M = 34.7 ± 11.7
cliniquegemischt · Pathologie: Chronische Schmerzen · Post-Rehabilitation · Niederlande · n = 341 · 2018 · Beemster et al. (2018)
070
21
M = 24.2 ± 14.1
Auswertung
Summe der 7 Items, Gesamtscore von 0 bis 70, jedes Item wird auf einer 11-Punkte-Skala (von 0 bis 10) bewertet.

Lassen Sie Ihre Patient:innen diesen Test ausfüllen

Mit einem Klick zuweisen: Ihre Patient:innen antworten am Telefon, Sie erhalten den Wert und seine Auswertung.

Diesen Test zuweisen

Was der Test misst

Der PDI misst multidimensional, wie stark chronische Schmerzen die normale Lebensführung der Patientinnen und Patienten beeinträchtigen. Oft wird die testpsychologische Auswertung im klinischen Gespräch mit einer detaillierten Bestandsaufnahme aktueller Aktivitäten kombiniert.

Die Items decken sieben zentrale Lebensbereiche ab, in denen Schmerzen zu funktionalen Einschränkungen führen können:

  • Häusliche Pflichten: Einschränkungen bei der Erledigung von Aufgaben im Haushalt und in der Familie.
  • Erholung: Beeinträchtigung bei Hobbys, Sport und anderen Freizeitaktivitäten.
  • Soziale Teilhabe: Reduzierte Beteiligung an Treffen und Unternehmungen mit dem Bekanntenkreis.
  • Berufliche Rolle: Behinderung bei der Ausübung des Berufs oder ehrenamtlicher Tätigkeiten.
  • Intimität: Auswirkungen auf das Sexualleben, was mitunter eine gezielte Reflexion in der Paartherapie erfordert.
  • Autonomie: Einschränkungen bei der Selbstversorgung und der unabhängigen Alltagsbewältigung.
  • Grundbedürfnisse: Störungen absolut lebensnotwendiger Tätigkeiten wie Schlafen oder Atmen.

Dieses Profil eignet sich hervorragend für Erwachsene mit chronischen Schmerzsyndromen, um den konkreten Interventionsbedarf lebensnah und präzise zu verorten.

Wann und warum einsetzen

In der klinischen Praxis wird der PDI eingesetzt, um die psychosoziale und funktionale Belastung durch Schmerzen zu objektivieren und therapeutische Strategien gezielt anzupassen.

  • Eingangsdiagnostik: Ermöglicht eine sofortige Baseline-Erhebung der schmerzbedingten Einschränkungen, die oft durch ein ausführliches Körperscan-Audio ergänzt wird, um die gestörte Körperwahrnehmung behutsam zu adressieren.
  • Verlaufskontrolle: Dokumentiert funktionale Verbesserungen im Behandlungsverlauf, insbesondere wenn Patienten durch progressive Muskelrelaxation lernen, körperliche Schonhaltungen abzubauen.
  • Therapieplanung: Identifiziert die Lebensbereiche mit dem höchsten Leidensdruck, um konkrete Verhaltensziele zu setzen und deren Umsetzung im Alltag beispielsweise durch eine wöchentliche Bilanz der Verhaltensaktivierung therapeutisch zu begleiten.
  • Rehabilitation und Begutachtung: Liefert standardisierte Daten zur fundierten Beurteilung der allgemeinen funktionalen Kapazität.

Ein validierter Summenwert bietet gegenüber der rein verbalen klinischen Exploration den entscheidenden Vorteil, dass funktionale Veränderungen reliabel messbar werden und klinisch bedeutsame Therapieeffekte klar ablesbar sind.

Klinische Bibliothek

750+ klinische Werkzeuge

Eine Bibliothek, die mit und für Klinikerinnen und Kliniker entwickelt wurde, bereit für den Einsatz in der Sitzung und zur Fortführung zwischen den Terminen.

Auf alle Werkzeuge zugreifen
Mehrere Arten von Ressourcen
Psychoedukative Merkblätter
Auf einen Blick verstehen
Interaktive Übungen
Zum Durchführen und Ausfüllen
Interaktive Programme
Ein strukturierter Weg
Audios
Meditation und Entspannung
Psychometrische Tests
Automatische Auswertung

Die Fragen

  1. Bitte geben Sie im Folgenden an, wie stark Sie durch Ihre Schmerzen in den verschiedenen Bereichen Ihres Lebens beeinträchtigt sind. Das heißt: Wie sehr hindern die Schmerzen Sie daran, ein normales Leben zu führen? Kreuzen Sie bitte für jeden der sieben Lebensbereiche die Zahl an, die die für Sie typische Stärke der Beeinträchtigung durch Ihre Schmerzen beschreibt. Ein Wert von 0 bedeutet dabei überhaupt keine Beeinträchtigung, und ein Wert von 10 gibt an, dass Sie in diesem Bereich durch die Schmerzen völlig beeinträchtigt sind.
    1. Familien- und Haushaltsverantwortung. Diese Kategorie betrifft Aktivitäten im Zusammenhang mit Haushalt und Familie (Hausarbeiten, Einkäufe, Instandhaltungsarbeiten zu Hause, unbezahlte Hilfe für Angehörige).
    Dieses Item erfasst, inwieweit die Schmerzbelastung die Fähigkeit zur Teilhabe an familiären und häuslichen Aufgaben einschränkt.
    • 0 — Keine Beeinträchtigung
    • 1
    • 2
    • 3
    • 4
    • 5
    • 6
    • 7
    • 8
    • 9
    • 10 — Völlige Beeinträchtigung
  2. 2. Freizeit. Diese Kategorie umfasst Freizeitaktivitäten (Hobbys, Sport, entspannende Aktivitäten).
    Hier wird beleuchtet, ob der Schmerz den Zugang zu regenerativen und freizeitbezogenen Aktivitäten behindert.
    • 0 — Keine Beeinträchtigung
    • 1
    • 2
    • 3
    • 4
    • 5
    • 6
    • 7
    • 8
    • 9
    • 10 — Völlige Beeinträchtigung
  3. 3. Soziale Aktivitäten. Diese Kategorie bezieht sich auf die Teilnahme an Aktivitäten mit Freunden oder Bekannten, außerhalb von familiären oder häuslichen Aktivitäten (Partys, Ausflüge, Treffen, andere soziale Aktivitäten).
    Dieser Punkt misst den schmerzbedingten Rückzug aus dem außerfamiliären sozialen Netzwerk.
    • 0 — Keine Beeinträchtigung
    • 1
    • 2
    • 3
    • 4
    • 5
    • 6
    • 7
    • 8
    • 9
    • 10 — Völlige Beeinträchtigung
  4. 4. Berufliche Tätigkeit. Diese Kategorie betrifft Aktivitäten, die Teil deiner Arbeit sind oder direkt damit zusammenhängen, einschließlich unbezahlter Tätigkeiten (Hausarbeiten, die als Arbeit betrachtet werden, ehrenamtliche Tätigkeiten).
    Dieses Item evaluiert den funktionellen Einfluss des Schmerzes auf die Arbeitsfähigkeit und die berufliche Identität.
    • 0 — Keine Beeinträchtigung
    • 1
    • 2
    • 3
    • 4
    • 5
    • 6
    • 7
    • 8
    • 9
    • 10 — Völlige Beeinträchtigung
  5. 5. Sexuelles Verhalten. Diese Kategorie bezieht sich auf die Häufigkeit und Qualität deines Sexuallebens.
    Hier wird sensibel erfragt, in welchem Ausmaß der Schmerz die sexuelle Intimität und das Verlangen stört.
    • 0 — Keine Beeinträchtigung
    • 1
    • 2
    • 3
    • 4
    • 5
    • 6
    • 7
    • 8
    • 9
    • 10 — Völlige Beeinträchtigung
  6. 6. Selbstversorgung (Körperpflege). Diese Kategorie umfasst Aktivitäten, die eine persönliche Unabhängigkeit im Alltag beinhalten (sich waschen, sich anziehen, Auto fahren).
    Dieser Aspekt prüft, ob die grundlegende Alltagskompetenz und die körperliche Autonomie durch den Schmerz gefährdet sind.
    • 0 — Keine Beeinträchtigung
    • 1
    • 2
    • 3
    • 4
    • 5
    • 6
    • 7
    • 8
    • 9
    • 10 — Völlige Beeinträchtigung
  7. 7. Lebenswichtige Aktivitäten. Diese Kategorie bezieht sich auf grundlegende Verhaltensweisen wie Essen, Schlafen und Atmen.
    Dieses Item identifiziert fundamentale Störungen physiologischer Grundbedürfnisse und der körperlichen Selbsterhaltung.
    • 0 — Keine Beeinträchtigung
    • 1
    • 2
    • 3
    • 4
    • 5
    • 6
    • 7
    • 8
    • 9
    • 10 — Völlige Beeinträchtigung
Mobile App für Patienten

Ihre Sitzung setzt sich in der Hosentasche Ihrer Patienten fort

Mit einer Patientin nutzen

Ihre Ressourcen, überall verfügbar

Die Merkblätter, Übungen, Programme und Audios oben: Sie entscheiden, welche Sie Ihren Patienten in der eigens für sie bestimmten mobilen App zur Verfügung stellen.

Psychoedukative MerkblätterInteraktive ÜbungenInteraktive ProgrammeAudiosPsychometrische Tests

Und weit mehr als eine Bibliothek

Die App geht weit über die Ressourcen hinaus, um Ihre Patienten im Alltag zu begleiten:

Standardisierte Tests
Therapietagebuch
Spielerische Elemente
Wohlbefinden-Challenges
Selbstreflexions-Fragen
Aufgaben der Therapeutin

Verwandte Kategorien

Entdecken Sie weitere klinische Ressourcen nach Kategorie.