Der Michigan Alcoholism Screening Test (MAST) ist eines der ältesten und am besten etablierten Instrumente zur Erkennung von problematischem Alkoholkonsum…
Fragen
24
Dauer
10 Min.
Originaltitel
MAST — Michigan Alcoholism Screening Test
Adaptation
Michigan Alcoholism Screening Test
Autoren
Selzer, M. L.
Erstellt
1971
Der Michigan Alcoholism Screening Test (MAST) ist eines der ältesten und am besten etablierten Instrumente zur Erkennung von problematischem Alkoholkonsum und Abhängigkeitserkrankungen. In der klinischen Praxis bietet er Therapeuten eine zuverlässige, strukturierte Methode, um die weitreichenden psychosozialen, beruflichen und physischen Folgen des Trinkverhaltens systematisch zu erheben. Im Gegensatz zu reinen Konsummengen-Fragebögen fokussiert der MAST primär auf die lebensgeschichtlichen Konsequenzen, was ihn besonders sensitiv für fortgeschrittene und chronifizierte Verlaufsmuster macht.
Wenn Patienten beginnen, ihre Konsummuster zu reflektieren, müssen oft parallel automatische Verhaltensweisen psychoedukativ bearbeitet werden, um Auslöser besser zu verstehen. Der MAST liefert hierbei wertvolle Ausgangsdaten, da er Verleugnungstendenzen durchbrechbar macht und das Ausmaß sozialer Konflikte abbildet. Als wiederholbar einsetzbares Maß ermöglicht er es Klinikern zudem, den therapeutischen Fortschritt evidenzbasiert zu dokumentieren. Eine Risikoabwägung strukturiert in die Entscheidungsfindung einzubeziehen, gelingt durch die klaren Ergebnisse des Tests meist deutlich leichter. So schaffen Sie eine solide Ausgangsbasis für die weiterführende Suchtbehandlung und die Stärkung der Grundlagen psychischer Gesundheit.
Beispielergebnis
Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.
Gesamtwert
29/ 53
Der MAST ist ein von Selzer im Jahr 1971 entwickelter Selbstbeurteilungsfragebogen zum Screening auf Alkoholismus, der aus 24 dichotomen Items (ja/nein) besteht. Er erfasst über die gesamte Lebensspanne hinweg das Trinkverhalten, die Selbstwahrnehmung als Trinkender sowie die familiären, sozialen, beruflichen, rechtlichen und medizinischen Folgen des Alkoholkonsums. Konzipiert für Erwachsene im klinischen Setting, unterstützt er die Identifikation einer wahrscheinlichen Alkoholabhängigkeit und dient der Orientierung für eine weiterführende diagnostische Abklärung.
0–4
Keine Alkoholabhängigkeit
5–6
Mögliche Alkoholabhängigkeit
7–53
Alkoholabhängigkeit
29
Schwellenwert zur Empfehlung einer umfassenden Diagnostik einer Alkoholgebrauchsstörung.
généralegemischt · Allgemeinbevölkerung · n = 8049 · 2018 · Minnich et al. (2018)
053
29
M = 2.28 ± 3.02
généraleMänner · Allgemeinbevölkerung · Männer · n = 440 · 2018 · Minnich et al. (2018)
053
29
M = 3.41 ± 3.01
généraleFrauen · Allgemeinbevölkerung · Frauen · n = 1248 · 2018 · Minnich et al. (2018)
053
29
M = 1.24 ± 3.33
Auswertung
Gewichtete Summe, Gesamtwert von 0 bis 53, die Bepunktung der Antwortoptionen variiert je nach Item (siehe jeweilige Frage).
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Der MAST erfasst die negativen Auswirkungen des Alkoholkonsums über die Lebensspanne eines Patienten, indem er verhaltensbezogene, soziale und medizinische Konsequenzen abbildet. Im Zentrum steht dabei die Identifizierung von Mustern, die auf eine schwerwiegende Abhängigkeitsproblematik hinweisen.
Krankheitseinsicht: Wie der Patient sein eigenes Trinkverhalten im Vergleich zur Norm einschätzt und ob externe Beschwerden vorliegen.
Kontrollverlust: Die Unfähigkeit, den Konsum nach dem ersten Glas zu stoppen oder abstinent zu bleiben.
Soziale Konflikte: Belastungen in familiären Beziehungen, Beschwerden des Umfelds und der Verlust von Freundschaften.
Berufliche Beeinträchtigung: Schwierigkeiten am Arbeitsplatz oder der Verlust der Anstellung aufgrund des Trinkens.
Physische Folgeschäden: Medizinische Komplikationen wie Lebererkrankungen oder das Auftreten eines Delirium tremens.
Psychische Belastung: Schuldgefühle infolge des Konsums und die Notwendigkeit, aufkommende Scham kognitiv zu bearbeiten.
Hilfesuchverhalten: Frühere Bemühungen, Unterstützung zu finden, etwa bei den Anonymen Alkoholikern oder in professionellen Einrichtungen.
Der Fragebogen richtet sich an erwachsene Patienten in der allgemeinmedizinischen oder psychiatrischen Versorgung, bei denen der Verdacht auf eine substanzbezogene Störung besteht.
Wann und warum einsetzen
Der Einsatz des MAST ist besonders dann indiziert, wenn im Rahmen der Anamnese erste Hinweise auf schädlichen Gebrauch oder Abhängigkeit auftauchen und eine fundierte klinische Einordnung erforderlich ist. Die strukturierte Abfrage erleichtert es, das oft schambesetzte Thema systematisch zu öffnen.
Initiale Aufnahme und Basisdiagnostik: Der Test hilft, den Schweregrad der Suchtproblematik beim Erstgespräch objektiv zu bewerten und verdeckte Konflikte offenzulegen.
Motivationale Klärung bei Verleugnungstendenzen: Wenn Patienten die Auswirkungen ihres Konsums bagatellisieren, schärfen die konkreten Fragen das Problembewusstsein und helfen, dysfunktionale Muster biografisch greifbar zu machen.
Differenzialdiagnostische Abklärung: Das Profil zeigt, ob begleitende psychische Symptome primär durch den Substanzkonsum bedingt sind oder eigenständig auftreten.
Der validierte Punktwert des MAST ergänzt den rein klinischen Eindruck durch ein standardisiertes Profil, das subjektive Verzerrungen minimiert. Oft bietet dieses Profil auch einen natürlichen Übergang, um begleitende Frustration therapeutisch zu bearbeiten, wenn erste Abstinenzziele formuliert werden.
Klinische Bibliothek
750+ klinische Werkzeuge
Eine Bibliothek, die mit und für Klinikerinnen und Kliniker entwickelt wurde, bereit für den Einsatz in der Sitzung und zur Fortführung zwischen den Terminen.
Die folgenden Fragen beziehen sich auf Ihren Alkoholkonsum im Laufe Ihres gesamten Lebens. Bitte kreuzen Sie bei jeder Frage „Ja“ oder „Nein“ an, je nachdem, was am besten auf Sie zutrifft. Bitte antworten Sie so ehrlich wie möglich.
1. Hast du das Gefühl, ein „normaler“ Trinker zu sein? (d. h. genauso viel oder weniger zu trinken als die meisten anderen Menschen)
Diese Frage evaluiert die persönliche Krankheitseinsicht und die Neigung, das eigene Konsumverhalten im Vergleich zu anderen zu rationalisieren.
Ja
Nein
2. Ist es dir schon einmal passiert, dass du dich beim Aufwachen, nachdem du am Vorabend getrunken hattest, nicht an einen Teil des Abends erinnern konntest?
Hier wird das Vorliegen alkoholbedingter Amnesien (Blackouts) als klassisches Zeichen für toxische Intoxikationszustände erfasst.
Ja
Nein
3. Macht sich dein(e) Partner(in), ein Elternteil oder ein anderer Angehöriger Sorgen oder beschwert er/sie sich über deinen Alkoholkonsum?
Dieser Punkt beleuchtet die Außenwahrnehmung und das Konfliktpotenzial, das durch das Trinken im engsten Familienkreis entsteht.
Ja
Nein
4. Kannst du nach ein oder zwei Gläsern ohne Schwierigkeiten aufhören zu trinken?
Die Frage zielt auf den Kontrollverlust, ein zentrales diagnostisches Kriterium für Substanzabhängigkeit.
Ja
Nein
5. Fühlst du dich manchmal schuldig wegen deines Alkoholkonsums?
Hierbei wird geprüft, inwieweit das Trinkverhalten innere Konflikte und psychische Belastungen bei der betroffenen Person auslöst.
Ja
Nein
6. Betrachten dich deine Freunde oder deine Angehörigen als „normalen“ Trinker?
Dieses Item konfrontiert die Eigenwahrnehmung indirekt mit dem Feedback aus dem weiteren sozialen Umfeld.
Ja
Nein
7. Bist du in der Lage, mit dem Trinken aufzuhören, wann immer du willst?
Durch diese Formulierung wird die subjektiv wahrgenommene Steuerungskompetenz über das eigene Konsumverhalten erfasst.
Ja
Nein
8. Hast du schon einmal an einem Treffen der Anonymen Alkoholiker (AA) teilgenommen?
Die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe gilt als starker Indikator für ein bereits früher erkanntes Suchtproblem.
Ja
Nein
9. Hast du dich schon einmal geprügelt (körperliche Gewalt angewendet), während du getrunken hattest?
Diese Frage deckt alkoholbedingte Enthemmung und die Neigung zu aggressiven Impulsdurchbrüchen ab.
Ja
Nein
10. Hat Alkoholkonsum schon einmal Probleme zwischen dir und deinem/deiner Partner(in), einem Elternteil oder einem anderen Angehörigen verursacht?
Der Fokus liegt auf konkreten familiären Dysfunktionen, die unmittelbar auf die Substanzwirkung zurückzuführen sind.
Ja
Nein
11. Hat dein(e) Partner(in) oder ein anderes Familienmitglied schon einmal wegen deines Alkoholkonsums jemanden um Hilfe gebeten?
Dieses Item misst den Leidensdruck der Angehörigen und deren Bedürfnis nach externer Entlastung durch Dritte.
Ja
Nein
12. Hast du schon einmal Freunde wegen deines Alkoholkonsums verloren?
Hier wird die soziale Isolation als direkte Konsequenz eines chronifizierten Suchtverlaufs thematisiert.
Ja
Nein
13. Hattest du schon einmal wegen des Trinkens Probleme bei der Arbeit oder in der Schule?
Die Frage erfasst den Verlust der beruflichen oder akademischen Leistungsfähigkeit aufgrund der Intoxikationsfolgen.
Ja
Nein
14. Hast du schon einmal wegen des Trinkens eine Arbeitsstelle verloren?
Ein beruflicher Absturz verdeutlicht die schwerwiegende psychosoziale Destabilisierung im späten Stadium der Erkrankung.
Ja
Nein
15. Hast du schon einmal deine Verpflichtungen, deine Familie oder deine Arbeit für zwei oder mehr aufeinanderfolgende Tage vernachlässigt, weil du getrunken hast?
Dieser Punkt überprüft die suchtbedingte Rollenaufgabe und massive Ausfälle in der Alltagsbewältigung.
Ja
Nein
16. Kommt es ziemlich oft vor, dass du vor dem Mittag Alkohol trinkst?
Der morgendliche Konsum dient oft der Vermeidung von Entzugssymptomen und weist auf eine starke körperliche Abhängigkeit hin.
Ja
Nein
17. Hat man dir schon einmal gesagt, dass du Leberprobleme hast (z. B. eine Zirrhose)?
Hier werden fortgeschrittene somatische Folgeerkrankungen des chronischen Alkoholabusus identifiziert.
Ja
Nein
18. Hattest du nach starkem Alkoholkonsum schon einmal ein Delirium tremens (DT): starkes Zittern, akustische Halluzinationen (Stimmen hören) oder visuelle Halluzinationen (Dinge sehen, die nicht da waren)?
Die Frage zielt auf lebensbedrohliche Entzugskomplikationen ab, die zwingend eine klinische Einordnung erfordern.
Ja
Nein
19. Hast du schon einmal jemanden wegen deines Alkoholkonsums um Hilfe gebeten?
Dies dokumentiert frühere Bemühungen der betroffenen Person, sich therapeutische oder medizinische Unterstützung zu sichern.
Ja
Nein
20. Warst du schon einmal wegen deines Alkoholkonsums im Krankenhaus?
Krankenhausaufenthalte weisen auf drastische physische Entgleisungen oder Unfälle infolge des Substanzgebrauchs hin.
Ja
Nein
21. Warst du schon einmal in einer psychiatrischen Abteilung oder in der psychiatrischen Abteilung eines Allgemeinkrankenhauses, wobei dein Alkoholkonsum Teil des Problems war, das zu dieser Krankenhauseinweisung führte?
Diese Frage evaluiert die Komorbidität mit schweren psychiatrischen Krisen, die durch den Suchtmittelgebrauch exazerbierten.
Ja
Nein
22. Hast du schon einmal eine psychologische Beratungsstelle oder ein Zentrum für psychische Gesundheit aufgesucht oder einen Arzt, einen Sozialarbeiter oder einen Geistlichen wegen eines emotionalen Problems konsultiert, bei dem das Trinken eine Rolle spielte?
Hierbei wird geprüft, inwiefern der Patient in der Vergangenheit wegen alkoholassoziierter affektiver oder neurotischer Leiden Hilfe suchte.
Ja
Nein
23. Wurdest du schon einmal wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss oder Trunkenheit am Steuer festgenommen?
Dieses Item erfasst rechtliche Konsequenzen und die Gefährdung der Allgemeinheit durch fehlende Impulskontrolle.
Ja
Nein
24. Wurdest du schon einmal wegen eines trunkenheitsbedingten Verhaltens (außerhalb des Fahrens) festgenommen oder auch nur für ein paar Stunden in Gewahrsam genommen?
Die Frage zielt auf polizeiliche Auffälligkeiten ab, die durch Intoxikation und damit einhergehende Enthemmung ausgelöst wurden.
Ja
Nein
Mobile App für Patienten
Ihre Sitzung setzt sich in der Hosentasche Ihrer Patienten fort
Die Merkblätter, Übungen, Programme und Audios oben: Sie entscheiden, welche Sie Ihren Patienten in der eigens für sie bestimmten mobilen App zur Verfügung stellen.