Clinical Impairment Assessment (CIA)

Das Clinical Impairment Assessment (CIA) ist ein validiertes Instrument zur Erfassung der sekundären psychosozialen Beeinträchtigungen, die aus den…

Clinical Impairment Assessment (CIA)
Fragen
16
Dauer
3 Min.
Originaltitel
Clinical Impairment Assessment Questionnaire
Adaptation
Clinical Impairment Assessment (CIA)
Autoren
Bohn, K. & Fairburn, C.G.
Erstellt
2008

Das Clinical Impairment Assessment (CIA) ist ein validiertes Instrument zur Erfassung der sekundären psychosozialen Beeinträchtigungen, die aus den kognitiven und verhaltensbezogenen Symptomen einer Essstörung resultieren. Entwickelt von Bohn und Fairburn (2008), schließt dieser Fragebogen eine wichtige Lücke in der Diagnostik: Während Standardinstrumente wie das EDE-Q primär die Art und Häufigkeit der Symptomatik abbilden, misst das CIA gezielt, wie stark diese Symptome das alltägliche Leben der Patientinnen und Patienten beeinträchtigen. Während in der therapeutischen Arbeit oft der Fokus darauf liegt, belastende automatische Gedanken zu benennen, quantifiziert das CIA die realen Folgen dieser Kognitionen für die Lebensqualität.

Der Fragebogen richtet sich an Jugendliche und Erwachsene und eignet sich für das gesamte Spektrum der Essstörungen. Da psychosoziale funktionelle Einbußen oft mit dem Leidensdruck korrelieren, liefert das Instrument wertvolle Hinweise, um Patientinnen und Patienten Schritt für Schritt in psychologische Flexibilität zu führen.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
24/ 48
Der CIA ist ein 16-Item-Selbstbeurteilungsfragebogen zur Erfassung des Schweregrads psychosozialer Beeinträchtigungen infolge von Essstörungsmerkmalen in den vergangenen 28 Tagen. Die 16 Items decken Lebensbereiche ab, die typischerweise von der Essstörungspsychopathologie betroffen sind: Stimmung und Selbstwahrnehmung, kognitive Funktionsfähigkeit, zwischenmenschliche Funktionsfähigkeit und Arbeitsleistung. Er ist so konzipiert, dass er unmittelbar nach einem Fragebogen zur Erfassung der Essstörungspsychopathologie (z. B. EDE-Q) ausgefüllt wird, damit diese Schwierigkeiten der Patientin oder dem Patienten noch präsent sind.
0–15
Beeinträchtigungsschwelle nicht erreicht
16–48
klinisch signifikante Beeinträchtigung
24
Cut-off-Wert zur Definition einer klinisch signifikanten psychosozialen Beeinträchtigung infolge von Essstörungsmerkmalen.
généralegemischt · Allgemeinbevölkerung · 18–50 Jahre · Italien · n = 102 · 2018 · Calugi et al. (2018)
048
24
M = 2.6 ± 4.2
généraleweiblich · Allgemeinbevölkerung · 18–30 Jahre · Schweden · n = 760 · 2011 · Welch et al. (2011)
048
24
M = 8.25 ± 9.35
cliniquegemischt · Pathologie: Essstörung · 18–65 Jahre · Vereinigtes Königreich · n = 123 · Bohn et al. (2008)
048
24
M = 20.1 ± 13.4
cliniquegemischt · Pathologie: Essstörung · 16–60 Jahre · Italien · n = 259 · 2018 · Calugi et al. (2018)
048
24
M = 32.4 ± 11.5
cliniqueweiblich · Pathologie: Essstörung · 18–66 Jahre · Schweden · n = 2325 · 2011 · Welch et al. (2011)
048
24
M = 30.22 ± 10.21
Auswertung
Summe, Gesamtwert von 0 bis 48, jedes Item wird auf einer 4-Punkte-Skala bewertet (von 0 bis 3).

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Was der Test misst

Das CIA misst den Grad der psychosozialen Beeinträchtigung, die unmittelbar auf die Kernmerkmale einer Essstörung zurückzuführen ist. Der Fragebogen deckt dabei drei wesentliche funktionelle Dimensionen des Alltags ab:

  • Kognitive Beeinträchtigung: Schwierigkeiten bei der Konzentration, Vergesslichkeit, Ablenkbarkeit und anhaltende Gedankenschleifen, die es oft erforderlich machen, ruminative Denkspiralen gezielt zu unterbrechen.
  • Emotionale Beeinträchtigung: Gefühle von Scham, Versagen, Sorgen und das ständige Ringen, übermäßige Selbstverantwortung zu prüfen sowie Selbstkritik zu mildern.
  • Soziale Beeinträchtigung: Vermeidung gemeinsamer Mahlzeiten, Rückzug aus sozialen Interaktionen, Schwierigkeiten in Beziehungen und Leistungseinbußen in Beruf oder Schule.

Das Instrument richtet sich an Jugendliche und Erwachsene mit einer diagnostizierten oder vermuteten Essstörung.

Wann und warum einsetzen

Klinikerinnen und Kliniker setzen das CIA gezielt ein, um die funktionellen Auswirkungen einer Essstörung zu bewerten und den Behandlungsverlauf zu steuern.

  • Eingangsdiagnostik und Baseline-Erhebung: Um das Ausmaß der psychosozialen Einschränkungen zu Beginn der Therapie zu quantifizieren.
  • Verlaufskontrolle: Um systematisch zu überprüfen, ob sich eine Reduktion der Symptome auch in einer verbesserten Alltagskompetenz niederschlägt und Patienten wieder ihre aktuellen Tätigkeiten zu ordnen vermögen.
  • Identifikation von Therapiezielen: Um aufzudecken, ob Patientinnen und Patienten zunächst lernen müssen, automatische Bewertungen zu erkennen, bevor soziale Einschränkungen effektiv angegangen werden können.
  • Prädiktion des klinischen Status: Um anhand des etablierten Cut-offs abzuschätzen, ob die Beeinträchtigung ein klinisch relevantes Ausmaß erreicht.

Ein validierter Score bietet gegenüber dem rein klinischen Eindruck eine verlässliche Metrik, um funktionelle Beeinträchtigungen über die Zeit vergleichbar zu machen und Therapieentscheidungen evidenzbasiert zu fundieren.

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Die Fragen

  1. Bitte wählen Sie die Antwort aus, die am besten beschreibt, wie Ihre Essgewohnheiten, Ihre sportliche Betätigung oder Ihre Gefühle bezüglich Ihrer Ernährung, Ihrer Figur oder Ihres Gewichts Ihr Leben in den letzten vier Wochen (28 Tagen) beeinflusst haben. Vielen Dank. - In welchem Ausmaß haben in den letzten 28 Tagen Ihre… Essgewohnheiten… Ihre sportliche Betätigung… oder Ihre Gefühle bezüglich Ihrer Ernährung, Ihrer Figur oder Ihres Gewichts…
    1. ...haben es dir schwer gemacht, dich zu konzentrieren?
    Dieser Item erfasst kognitive Einbußen bei der Aufmerksamkeitsfokussierung, die durch essstörungsbezogene Gedanken ausgelöst werden.
    • Überhaupt nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Sehr
  2. 2. ...haben dich dazu gebracht, selbstkritisch zu sein?
    Evaluiert die Neigung zu verstärkter Selbstabwertung und negativer Selbstbewertung aufgrund des Körperbilds.
    • Überhaupt nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Sehr
  3. 3. ...haben dich daran gehindert, mit anderen Menschen auszugehen?
    Beleuchtet den sozialen Rückzug und die Vermeidung von Freizeitaktivitäten im sozialen Kontext.
    • Überhaupt nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Sehr
  4. 4. ...haben deine Arbeitsleistung beeinträchtigt (falls zutreffend)?
    Misst die direkten Auswirkungen der Symptomatik auf die berufliche oder schulische Leistungsfähigkeit.
    • Überhaupt nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Sehr
  5. 5. ...haben bei dir Vergesslichkeit verursacht?
    Überprüft gedächtnisbezogene Defizite im Alltag, die häufig aus Mangelernährung oder ständiger kognitiver Auslastung resultieren.
    • Überhaupt nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Sehr
  6. 6. ...haben deine Fähigkeit beeinträchtigt, alltägliche Entscheidungen zu treffen?
    Beurteilt Beeinträchtigungen in der exekutiven Funktion und Entschlusskraft bei alltäglichen Aufgaben.
    • Überhaupt nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Sehr
  7. 7. ...haben die Mahlzeiten mit der Familie oder mit Freunden gestört?
    Zielt auf die Unfähigkeit ab, an gemeinschaftlichen Essenssituationen teilzunehmen.
    • Überhaupt nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Sehr
  8. 8. ...haben dich verärgert oder aufgewühlt?
    Erfasst das Ausmaß der allgemeinen emotionalen Verzweiflung und inneren Unruhe.
    • Überhaupt nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Sehr
  9. 9. ...haben dich dazu gebracht, dich zu schämen?
    Misst spezifische Schamgefühle, die im Kern vieler Essstörungen stehen und den Leidensdruck erhöhen.
    • Überhaupt nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Sehr
  10. 10. ...haben es erschwert, mit anderen außer Haus zu essen?
    Untersucht die Angst und Vermeidung vor dem Essen in der Öffentlichkeit oder Gastronomie.
    • Überhaupt nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Sehr
  11. 11. ...haben bei dir Schuldgefühle ausgelöst?
    Evaluiert Schuldgefühle in Bezug auf das eigene Essverhalten oder den Körper.
    • Überhaupt nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Sehr
  12. 12. ...haben deine Fähigkeit beeinträchtigt, Dinge zu tun, die dir früher Freude bereitet haben?
    Beleuchtet den Verlust von Interessen und die Einschränkung früherer positiver Aktivitäten.
    • Überhaupt nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Sehr
  13. 13. ...haben dich abgelenkt?
    Erfasst allgemeine Ablenkbarkeit und den Mangel an mentaler Präsenz im Hier und Jetzt.
    • Überhaupt nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Sehr
  14. 14. ...haben dir das Gefühl gegeben zu versagen?
    Bewertet tiefgreifende Gefühle der Insuffizienz und des persönlichen Versagens.
    • Überhaupt nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Sehr
  15. 15. ...haben deine Beziehungen zu anderen gestört?
    Misst die allgemeine Belastung und Konflikthaftigkeit in zwischenmenschlichen Beziehungen.
    • Überhaupt nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Sehr
  16. 16. ...haben dir Sorgen bereitet?
    Zielt auf das Ausmaß der sorgen- und angstbesetzten Gedanken rund um das eigene Befinden ab.
    • Überhaupt nicht
    • Ein wenig
    • Ziemlich
    • Sehr
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