Der Internet Addiction Test (IAT) ist ein etabliertes psychometrisches Verfahren zur Erfassung von problematischem Internetgebrauch und verhaltensbezogenen…
Fragen
20
Dauer
8 Min.
Originaltitel
IAT — Internet Addiction Test
Adaptation
Internet Addiction Test
Autoren
Young, K. S.
Erstellt
1998
Der Internet Addiction Test (IAT) ist ein etabliertes psychometrisches Verfahren zur Erfassung von problematischem Internetgebrauch und verhaltensbezogenen Suchttendenzen. Das Instrument ermöglicht es Fachpersonen, die funktionale Beeinträchtigung durch die Online-Aktivität präzise zu evaluieren.
Durch die wiederholte Anwendung eignet sich der IAT hervorragend zur Verlaufskontrolle, insbesondere wenn in der Therapie daran gearbeitet wird, automatische Verhaltensweisen zu erkennen, zu verstehen und schrittweise aufzulösen. Der Test misst nicht nur die reine Nutzungszeit, sondern vor allem den emotionalen und sozialen Stellenwert des Mediums im Leben der betroffenen Person.
Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.
Gesamtwert
46/ 100
Der IAT ist ein von Kimberly Young (1998) entwickelter Selbstbeurteilungsfragebogen mit 20 Items, der die exzessive und problematische Internetnutzung erfasst. Er bewertet die Auswirkungen der Internetnutzung auf das tägliche Leben, soziale Beziehungen, die berufliche oder schulische Leistungsfähigkeit, die Stimmung und den Schlaf. Er ist für Jugendliche und Erwachsene geeignet und liefert einen Gesamtscore von 0 bis 100, der den Nutzer auf einem Kontinuum von kontrollierter Nutzung bis hin zu schwerer Abhängigkeit einordnet. Die französische Version wurde von Khazaal et al. (2008) validiert.
0–30
Normale Nutzung
31–49
Leicht problematische Nutzung
46
50–79
Mäßig problematische Nutzung
80–100
Schwere problematische Nutzung
Gelegentlich übermäßige Online-Zeit, die Gesamtkontrolle bleibt erhalten.
Auswertung
Summe, Gesamtscore von 0 bis 100, jedes Item wird auf einer 6-Punkte-Skala (von 0 bis 5) bewertet.
Salienz / gedankliche Eingenommenheit
10/ 25
Durchdringende Präsenz des Internets im Denken und im Alltag.
Items10, 12, 13, 15, 19
10
025
Antizipation
4/ 10
Vorfreude und Ungeduld bezüglich der nächsten Online-Sitzung.
Items7, 11
4
010
Vernachlässigung von Arbeit/Ausbildung
8/ 15
Auswirkungen der Internetnutzung auf Arbeit oder Ausbildung.
Items6, 8, 9
8
015
Exzessive Nutzung
8/ 25
Online verbrachte Zeit überschreitet die ursprünglichen Absichten.
Items1, 2, 14, 18, 20
8
025
Vernachlässigung des Soziallebens
5/ 10
Vernachlässigung von Offline-Beziehungen und -Aktivitäten zugunsten des Internets.
Items3, 4
5
010
Kontrollverlust
11/ 15
Schwierigkeiten, die Internetnutzung zu reduzieren oder zu beenden.
Items5, 16, 17
11
015
Lassen Sie Ihre Patient:innen diesen Test ausfüllen
Mit einem Klick zuweisen: Ihre Patient:innen antworten am Telefon, Sie erhalten den Wert und seine Auswertung.
Der IAT operationalisiert die klinischen Kriterien der substanzungebundenen Abhängigkeit und überträgt sie auf das spezifische Internetnutzungsverhalten.
Toleranzentwicklung und Kontrollverlust: Die Unfähigkeit, die eigene Nutzungsdauer bewusst zu begrenzen oder zu steuern.
Entzugssymptome: Erleben von Gereiztheit, Nervosität oder emotionaler Instabilität bei einer unfreiwilligen Unterbrechung der Online-Zeit.
Soziale Isolation: Der aktive Rückzug aus realen zwischenmenschlichen Beziehungen zugunsten virtueller Netzwerke.
Emotionsregulation: Die Nutzung des Internets zur Flucht vor negativen Affekten, was nicht selten als dysfunktionales depressives Vermeidungsverhalten in Erscheinung tritt.
Der Fragebogen richtet sich an Jugendliche und Erwachsene, deren klinische Präsentation Hinweise auf ein exzessives oder abhängiges Online-Verhalten liefert.
Wann und warum einsetzen
Der Einsatz des IAT empfiehlt sich in der klinischen Praxis immer dann, wenn Patienten über mangelnde Impulskontrolle bezüglich digitaler Medien berichten oder manifeste soziale und berufliche Konflikte durch die Internetnutzung entstehen.
Eingangsdiagnostik: Zur objektiven Erfassung des Schweregrads und der qualitativen Ausprägung einer möglichen Verhaltenssucht.
Verlaufskontrolle: Um therapeutische Fortschritte quantifizierbar zu machen und drohende Rückfälle in alte Nutzungsmuster frühzeitig zu erkennen.
Ein validierter Summenwert schützt den Kliniker effektiv davor, das Ausmaß der Beeinträchtigung zu unterschätzen, und bietet eine reliablere Entscheidungsgrundlage als der rein subjektive klinische Eindruck.
Klinische Bibliothek
750+ klinische Werkzeuge
Eine Bibliothek, die mit und für Klinikerinnen und Kliniker entwickelt wurde, bereit für den Einsatz in der Sitzung und zur Fortführung zwischen den Terminen.
Um Ihr Ausmaß an Internetabhängigkeit zu beurteilen, beantworten Sie bitte die folgenden 20 Fragen anhand der vorgegebenen Skala. Wählen Sie die Antwort, die Ihre Situation am besten beschreibt. Dieser Test ersetzt keine umfassende Diagnostik durch eine psychologische oder medizinische Fachperson.
1. Bleibst du manchmal länger im Internet, als du es ursprünglich vorhattest?
Erfasst den Kontrollverlust über die geplante Dauer der Internetnutzung.
Trifft nicht zu
Selten
Gelegentlich
Häufig
Oft
Immer
2. Vernachlässigst du manchmal Hausarbeiten, um mehr Zeit im Internet zu verbringen?
Beleuchtet die alltagsbezogenen Konsequenzen und die Vernachlässigung häuslicher Pflichten.
Trifft nicht zu
Selten
Gelegentlich
Häufig
Oft
Immer
3. Bevorzugst du manchmal die Aufregung/den Spaß im Internet gegenüber der Intimität mit deinem Partner/deiner Partnerin?
Überprüft, inwieweit digitale Reize realer partnerschaftlicher Intimität vorgezogen werden.
Trifft nicht zu
Selten
Gelegentlich
Häufig
Oft
Immer
4. Knüpfst du manchmal neue Beziehungen mit anderen Internetnutzern?
Zielt auf die Verlagerung des sozialen Bindungsverhaltens in den virtuellen Raum ab.
Trifft nicht zu
Selten
Gelegentlich
Häufig
Oft
Immer
5. Werfen dir deine Nahestehenden vor, zu viel Zeit im Internet zu verbringen?
Erfasst die Außenwahrnehmung und daraus resultierende soziale Konflikte aufgrund der Nutzungszeit.
Trifft nicht zu
Selten
Gelegentlich
Häufig
Oft
Immer
6. Leiden deine Schulnoten oder Hausaufgaben unter der Zeit, die du im Internet verbringst?
Untersucht leistungsbezogene Beeinträchtigungen im akademischen oder schulischen Kontext.
Trifft nicht zu
Selten
Gelegentlich
Häufig
Oft
Immer
7. Schaust du manchmal zuerst in deine E-Mails/Nachrichten, bevor du etwas Notwendiges und Dringendes erledigst?
Misst die kognitive Präokkupation und das Aufschieben von Prioritäten zugunsten digitaler Impulse.
Trifft nicht zu
Selten
Gelegentlich
Häufig
Oft
Immer
8. Leiden deine Arbeitsleistung oder deine Produktivität manchmal unter dem Internet?
Fokussiert auf die konkreten negativen Auswirkungen auf Produktivität und berufliche Leistung.
Trifft nicht zu
Selten
Gelegentlich
Häufig
Oft
Immer
9. Bist du manchmal defensiv oder weigerst dich zu antworten, wenn dich jemand fragt, was du im Internet machst?
Zeigt Abwehrmechanismen und Verheimlichungstendenzen gegenüber dem sozialen Umfeld auf.
Trifft nicht zu
Selten
Gelegentlich
Häufig
Oft
Immer
10. Vertreibst du manchmal die Sorgen deines Alltags mit dem beruhigenden Gedanken, ins Internet zu gehen?
Erfragt die Funktion des Internets als dysfunktionale Strategie zur Flucht vor Alltagsbelastungen.
Trifft nicht zu
Selten
Gelegentlich
Häufig
Oft
Immer
11. Freust du dich manchmal auf den Moment, wenn du wieder ins Internet gehst?
Erfasst die gedankliche Vorfreude und das Craving nach dem nächsten Online-Kontakt.
Trifft nicht zu
Selten
Gelegentlich
Häufig
Oft
Immer
12. Denkst du manchmal, dass das Leben ohne Internet langweilig, leer und freudlos wäre?
Untersucht die emotionale Abhängigkeit und das Gefühl der Leere ohne digitale Stimulation.
Trifft nicht zu
Selten
Gelegentlich
Häufig
Oft
Immer
13. Antwortest du manchmal barsch, schreist oder bist genervt, wenn dich jemand stört, während du im Internet bist?
Beleuchtet reaktive Reizbarkeit und Aggression bei Störungen des Online-Verhaltens.
Trifft nicht zu
Selten
Gelegentlich
Häufig
Oft
Immer
14. Leidest du manchmal unter Schlafmangel, weil du zu lange im Internet warst?
Erfasst die physischen Konsequenzen der Sucht, insbesondere den beeinträchtigten Schlafrhythmus.
Trifft nicht zu
Selten
Gelegentlich
Häufig
Oft
Immer
15. Denkst du manchmal aktiv daran oder träumst davon, im Internet zu sein, wenn du nicht online bist?
Zielt auf das Craving und die anhaltende kognitive Beschäftigung mit dem Medium in Offline-Phasen ab.
Trifft nicht zu
Selten
Gelegentlich
Häufig
Oft
Immer
16. Sagst du dir manchmal „nur noch ein paar Minuten“, wenn du im Internet bist?
Untersucht typische kognitive Verzerrungen und Selbsttäuschungen zur Verlängerung der Nutzungsdauer.
Trifft nicht zu
Selten
Gelegentlich
Häufig
Oft
Immer
17. Versuchst du manchmal, die Zeit, die du im Internet verbringst, zu reduzieren, schaffst es aber nicht?
Erfragt bisherige, erfolglose Versuche der Selbstregulation und Verhaltensänderung.
Trifft nicht zu
Selten
Gelegentlich
Häufig
Oft
Immer
18. Verheimlichst du manchmal vor anderen, wie viel Zeit du im Internet verbracht hast?
Zeigt Tendenzen zur Dissimulation und dem bewussten Verbergen des tatsächlichen Nutzungsaufwands auf.
Trifft nicht zu
Selten
Gelegentlich
Häufig
Oft
Immer
19. Entscheidest du dich manchmal dafür, mehr Zeit im Internet zu verbringen, anstatt mit nahestehenden Personen auszugehen?
Bewertet den sozialen Rückzug und die aktive Entscheidung gegen Offline-Aktivitäten.
Trifft nicht zu
Selten
Gelegentlich
Häufig
Oft
Immer
20. Fühlst du dich manchmal deprimiert, schlecht gelaunt oder genervt, wenn du nicht im Internet bist, und fühlst dich dann besser, wenn du wieder online bist?
Erfasst klassische Entzugssymptome wie Dysphorie und deren sofortige Linderung durch erneuten Konsum.
Trifft nicht zu
Selten
Gelegentlich
Häufig
Oft
Immer
Mobile App für Patienten
Ihre Sitzung setzt sich in der Hosentasche Ihrer Patienten fort
Die Merkblätter, Übungen, Programme und Audios oben: Sie entscheiden, welche Sie Ihren Patienten in der eigens für sie bestimmten mobilen App zur Verfügung stellen.