DTS – Distress-Toleranz-Skala

Die Distress Tolerance Scale (DTS) ist ein validiertes, 15 Items umfassendes psychometrisches Instrument zur Erfassung der individuellen Toleranz gegenüber…

DTS – Distress-Toleranz-Skala
Fragen
15
Dauer
5 Min.
Originaltitel
DTS — Distress Tolerance Scale
Adaptation
DTS – Distress-Toleranz-Skala
Autoren
Simons, J. S. & Gaher, R. M.
Erstellt
2005

Die Distress Tolerance Scale (DTS) ist ein validiertes, 15 Items umfassendes psychometrisches Instrument zur Erfassung der individuellen Toleranz gegenüber negativen emotionalen Zuständen (Distresstoleranz). In der klinischen Praxis ist die Fähigkeit, aversive Emotionen aushalten zu können, ein zentraler Faktor für psychische Resilienz und emotionale Stabilität.

Das Instrument quantifiziert nicht nur die allgemeine Belastungstoleranz, sondern differenziert diese in vier wesentliche Facetten: die subjektive Toleranz, die Absorption der Aufmerksamkeit durch die negative Emotion, die Bewertung des Zustands sowie die Versuche zur unmittelbaren Emotionsregulation. Für Behandelnde bietet die DTS einen strukturierten Zugang, um emotionale Vermeidungsstrategien messbar zu machen.

Da mangelnde Stresstoleranz häufig mit dysfunktionalen Bewältigungsstrategien wie Suchtverhalten, Selbstverletzung oder dem Bedürfnis nach exzessiver Kontrolle einhergeht, liefert die DTS essenzielle Ansatzpunkte für die Therapieplanung. Wenn es darum geht, dysfunktionale Emotionen erkennen und langfristig verändern zu können, ist eine solide Grundtoleranz unverzichtbar. Die wiederholte Anwendung ermöglicht es, den Verlauf der Behandlung und den Aufbau funktionaler emotionaler Akzeptanz präzise abzubilden.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
3.125/ 5
Die DTS ist ein 15-Item-Selbstbeurteilungsfragebogen zur Erfassung der wahrgenommenen emotionalen Distresstoleranz, definiert als die wahrgenommene Fähigkeit einer Person, negative emotionale Zustände zu erleben und auszuhalten. Er erfasst vier Dimensionen: Toleranz (wahrgenommene Fähigkeit, Distress auszuhalten), Absorption (Ausmaß, in dem die Aufmerksamkeit durch negative Emotionen gebunden wird), Bewertung (subjektive Einschätzung und Akzeptierbarkeit des Leidensdrucks) und Regulation (eingesetzte Bemühungen zur Reduktion des Leidensdrucks). Im klinischen und wissenschaftlichen Bereich angewendet, stellt er einen relevanten transdiagnostischen Marker für Angsterkrankungen, Suchtverhalten und Emotionsregulationsschwierigkeiten dar.
allgemeingemischt · Studierende · 19–63 Jahre · Spanien · n = 650 · 2017 · Sandín et al. (2017)
15
3.125
M = 3.48 ± 0.84
allgemeinMänner · Studierende · Männer · Spanien · n = 187 · 2017 · Sandín et al. (2017)
15
3.125
M = 3.65 ± 0.81
allgemeinFrauen · Studierende · Frauen · Spanien · n = 463 · 2017 · Sandín et al. (2017)
15
3.125
M = 3.41 ± 0.84
allgemeingemischt · Studierende · keine Vorgeschichte von Selbstverletzung · 17–25 Jahre · Australien · n = 316 · 2021 · Slabbert et al. (2021)
15
3.125
M = 3.22 ± 0.79
klinischgemischt · Pathologie: Nicht-suizidale Selbstverletzung · mit einer Vorgeschichte von Selbstverletzung · 17–25 Jahre · Australien · n = 215 · 2021 · Slabbert et al. (2021)
15
3.125
M = 2.52 ± 0.77
Auswertung
Mittelwert der Skalenmittelwerte (Gesamtscore); Mittelwert pro Subskala, Gesamtscore von 1 bis 5, jedes Item wird auf einer 5-stufigen Skala (von 1 bis 5) bewertet.
Bewertung
2.5/ 5
Bewertung des eigenen Leidensdrucks, wahrgenommen als akzeptabel oder beschämend.
Items 6, 7, 9, 10, 11, 12
allgemeingemischt · Studierende · 19–63 Jahre · Spanien · n = 650 · 2017 · Sandín et al. (2017)
15
2.5
M = 3.84 ± 0.88
allgemeingemischt · Studierende · keine Vorgeschichte von Selbstverletzung · 17–25 Jahre · Australien · n = 316 · 2021 · Slabbert et al. (2021)
15
2.5
M = 3.42 ± 0.84
klinischgemischt · Pathologie: Nicht-suizidale Selbstverletzung · mit einer Vorgeschichte von Selbstverletzung · 17–25 Jahre · Australien · n = 215 · 2021 · Slabbert et al. (2021)
15
2.5
M = 2.59 ± 0.87
Toleranz
3/ 5
Wahrgenommene Fähigkeit, emotionalen Distress auszuhalten.
Items 1, 3, 5
allgemeingemischt · Studierende · 19–63 Jahre · Spanien · n = 650 · 2017 · Sandín et al. (2017)
15
3
M = 3.31 ± 1.1
allgemeingemischt · Studierende · keine Vorgeschichte von Selbstverletzung · 17–25 Jahre · Australien · n = 316 · 2021 · Slabbert et al. (2021)
15
3
M = 3.22 ± 1.01
klinischgemischt · Pathologie: Nicht-suizidale Selbstverletzung · mit einer Vorgeschichte von Selbstverletzung · 17–25 Jahre · Australien · n = 215 · 2021 · Slabbert et al. (2021)
15
3
M = 2.53 ± 1.01
Absorption
3.667/ 5
Ausmaß, in dem die Aufmerksamkeit durch negative Emotionen gebunden wird.
Items 2, 4, 15
allgemeingemischt · Studierende · 19–63 Jahre · Spanien · n = 650 · 2017 · Sandín et al. (2017)
15
3.667
M = 3.33 ± 1.17
allgemeingemischt · Studierende · keine Vorgeschichte von Selbstverletzung · 17–25 Jahre · Australien · n = 316 · 2021 · Slabbert et al. (2021)
15
3.667
M = 3.18 ± 1.01
klinischgemischt · Pathologie: Nicht-suizidale Selbstverletzung · mit einer Vorgeschichte von Selbstverletzung · 17–25 Jahre · Australien · n = 215 · 2021 · Slabbert et al. (2021)
15
3.667
M = 2.25 ± 0.98
Regulation
3.333/ 5
Bemühungen zur raschen Linderung des Leidensdrucks.
Items 8, 13, 14
allgemeingemischt · Studierende · 19–63 Jahre · Spanien · n = 650 · 2017 · Sandín et al. (2017)
15
3.333
M = 3.08 ± 1.12
allgemeingemischt · Studierende · keine Vorgeschichte von Selbstverletzung · 17–25 Jahre · Australien · n = 316 · 2021 · Slabbert et al. (2021)
15
3.333
M = 3.03 ± 0.89
klinischgemischt · Pathologie: Nicht-suizidale Selbstverletzung · mit einer Vorgeschichte von Selbstverletzung · 17–25 Jahre · Australien · n = 215 · 2021 · Slabbert et al. (2021)
15
3.333
M = 2.7 ± 0.94

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Was der Test misst

Die DTS operationalisiert das Konstrukt der Distresstoleranz über vier miteinander verbundene Dimensionen, die das subjektive Erleben und den Umgang mit aversiven Affekten erfassen.

Dieser Fragebogen eignet sich für Erwachsene im klinischen und subklinischen Bereich, bei denen Schwierigkeiten in der Emotionsregulation oder Vermeidungsverhalten im Vordergrund stehen.

Wann und warum einsetzen

Der Einsatz der DTS empfiehlt sich besonders in Therapiephasen, in denen die Exposition gegenüber negativen Emotionen oder die Veränderung dysfunktionaler Coping-Strategien im Fokus stehen.

  • Eingangsdiagnostik: Um das Ausmaß der emotionalen Intoleranz zu Beginn der Behandlung zu quantifizieren und therapeutische Prioritäten zu setzen.
  • Verlaufskontrolle: Zur regelmäßigen Überwachung der Fortschritte, wenn Therapeuten mit ihren Patienten Frustration therapeutisch bearbeiten und Toleranz aufbauen möchten.
  • Indikationsstellung für spezifische Interventionen: Zur Entscheidung, ob störungsspezifische Verfahren wie Expositionen erst durch den Aufbau basaler Stresstoleranzfertigkeiten vorbereitet werden müssen.
  • Differenzialdiagnostik des Vermeidungsverhaltens: Um zu klären, ob Verhaltensweisen wie Rückzug oder zwanghafte Kompulsionen primär der kurzfristigen Spannungsreduktion dienen.

Ein standardisierter Summenscore bietet dem Behandelnden einen objektivierbaren Anhaltspunkt, der über den reinen klinischen Eindruck hinausgeht und subtile Veränderungen im therapeutischen Prozess messbar macht.

Klinische Bibliothek

300+ klinische Werkzeuge

Eine Bibliothek, entwickelt mit Therapeuten für Therapeuten: bereit für den Einsatz in der Sitzung und für die Arbeit zwischen den Terminen.

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Ein strukturierter Weg
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Meditation und Entspannung
Psychometrische Tests
Automatisch ausgewertet

Die Fragen

  1. Denken Sie an Situationen, in denen Sie sich stark belastet oder aufgewühlt gefühlt haben (zum Beispiel ängstlich, deprimiert, wütend oder frustriert). Bitte geben Sie an, inwieweit die folgenden Aussagen auf Ihr übliches Empfinden zutreffen.
    1. Es ist für mich unerträglich, mich aufgewühlt oder verärgert zu fühlen.
    Dieses Item erfasst die grundlegende empfundene Unerträglichkeit aversiver Zustände.
    • Stimme voll und ganz zu
    • Stimme eher zu
    • Weder/noch
    • Stimme eher nicht zu
    • Stimme überhaupt nicht zu
  2. 2. Wenn ich mich aufgewühlt oder verärgert fühle, ist das Einzige, woran ich denken kann, die Intensität meiner Bedrängnis.
    Hier wird die Fixierung der Aufmerksamkeit auf die empfundene Not adressiert.
    • Stimme voll und ganz zu
    • Stimme eher zu
    • Weder/noch
    • Stimme eher nicht zu
    • Stimme überhaupt nicht zu
  3. 3. Ich kann es nicht ertragen, mich aufgewühlt oder verärgert zu fühlen.
    Dieses Item beleuchtet die subjektive Grenze der emotionalen Belastbarkeit.
    • Stimme voll und ganz zu
    • Stimme eher zu
    • Weder/noch
    • Stimme eher nicht zu
    • Stimme überhaupt nicht zu
  4. 4. Mein Gefühl der Bedrängnis ist so intensiv, dass es mich völlig überwältigt.
    Die Frage misst das Gefühl der emotionalen Überwältigung durch den empfundenen Distress.
    • Stimme voll und ganz zu
    • Stimme eher zu
    • Weder/noch
    • Stimme eher nicht zu
    • Stimme überhaupt nicht zu
  5. 5. Es gibt nichts Schlimmeres, als sich aufgewühlt oder verärgert zu fühlen.
    Hier wird geprüft, ob emotionale Belastung als das ultimativ schlimmste Erleben bewertet wird.
    • Stimme voll und ganz zu
    • Stimme eher zu
    • Weder/noch
    • Stimme eher nicht zu
    • Stimme überhaupt nicht zu
  6. 6. Ich kann es genauso gut wie die meisten Menschen tolerieren, aufgewühlt oder verärgert zu sein.
    Dieses Item erfasst die relative Einschätzung der eigenen Belastungstoleranz im Vergleich zu anderen.
    • Stimme voll und ganz zu
    • Stimme eher zu
    • Weder/noch
    • Stimme eher nicht zu
    • Stimme überhaupt nicht zu
  7. 7. Meine Gefühle von Bedrängnis oder Verärgerung sind nicht akzeptabel.
    Hier steht die mangelnde Akzeptanz der eigenen negativen Gefühle im Mittelpunkt.
    • Stimme voll und ganz zu
    • Stimme eher zu
    • Weder/noch
    • Stimme eher nicht zu
    • Stimme überhaupt nicht zu
  8. 8. Ich würde alles tun, um es zu vermeiden, mich aufgewühlt oder verärgert zu fühlen.
    Die Frage misst die Bereitschaft zur bedingungslosen Vermeidung negativer Gefühle.
    • Stimme voll und ganz zu
    • Stimme eher zu
    • Weder/noch
    • Stimme eher nicht zu
    • Stimme überhaupt nicht zu
  9. 9. Andere scheinen besser als ich in der Lage zu sein, Gefühle von Bedrängnis oder Verärgerung zu tolerieren.
    Dieses Item fokussiert sich auf das Gefühl der eigenen Unterlegenheit im Umgang mit Belastungen.
    • Stimme voll und ganz zu
    • Stimme eher zu
    • Weder/noch
    • Stimme eher nicht zu
    • Stimme überhaupt nicht zu
  10. 10. Aufgewühlt oder verärgert zu sein, ist für mich immer eine große Belastung.
    Hier wird bewertet, ob aversive Emotionen systematisch als unverhältnismäßige Katastrophe eingestuft werden.
    • Stimme voll und ganz zu
    • Stimme eher zu
    • Weder/noch
    • Stimme eher nicht zu
    • Stimme überhaupt nicht zu
  11. 11. Ich schäme mich für mich selbst, wenn ich mich aufgewühlt oder verärgert fühle.
    Dieses Item erfasst sekundäre Schamgefühle in Bezug auf das eigene Leiden.
    • Stimme voll und ganz zu
    • Stimme eher zu
    • Weder/noch
    • Stimme eher nicht zu
    • Stimme überhaupt nicht zu
  12. 12. Ich habe Angst vor meinem Gefühl der Bedrängnis oder Verärgerung.
    Die Frage adressiert die Furcht vor der Emotion selbst, im Sinne einer ausgeprägten Erwartungsangst.
    • Stimme voll und ganz zu
    • Stimme eher zu
    • Weder/noch
    • Stimme eher nicht zu
    • Stimme überhaupt nicht zu
  13. 13. Ich würde alles tun, um aufzuhören, mich aufgewühlt oder verärgert zu fühlen.
    Hier wird der verzweifelte Drang gemessen, die unangenehme Emotion sofort zu beenden.
    • Stimme voll und ganz zu
    • Stimme eher zu
    • Weder/noch
    • Stimme eher nicht zu
    • Stimme überhaupt nicht zu
  14. 14. Wenn ich mich aufgewühlt oder verärgert fühle, muss ich sofort etwas dagegen tun.
    Dieses Item beleuchtet die Impulsivität und den Handlungsdruck bei subjektiver Belastung.
    • Stimme voll und ganz zu
    • Stimme eher zu
    • Weder/noch
    • Stimme eher nicht zu
    • Stimme überhaupt nicht zu
  15. 15. Wenn ich mich aufgewühlt oder verärgert fühle, kann ich nicht anders, als mich auf die Intensität meiner Bedrängnis zu konzentrieren.
    Die Frage erfasst die Unfähigkeit, die Aufmerksamkeit flexibel von der empfundenen Not abzuwenden.
    • Stimme voll und ganz zu
    • Stimme eher zu
    • Weder/noch
    • Stimme eher nicht zu
    • Stimme überhaupt nicht zu
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