Die Hypomania Checklist-32 (HCL-32) ist ein validiertes Selbstbeurteilungsinstrument zur retrospektiven Erfassung hypomaner Symptome.
Fragen
32
Dauer
10 Min.
Originaltitel
Hypomania Checklist – 32 items (HCL-32)
Adaptation
Hypomania Checklist-32 (HCL-32)
Autoren
Angst J., Adolfsson R., Benazzi F., Gamma A., Hantouche E., Meyer T.D., Skeppar P., Vieta E., Scott J.
Erstellt
2005
Die Hypomania Checklist-32 (HCL-32) ist ein validiertes Selbstbeurteilungsinstrument zur retrospektiven Erfassung hypomaner Symptome. Bipolare Störungen werden im klinischen Alltag häufig fehldiagnostiziert, da Patienten oft erst in depressiven Phasen nach Hilfe suchen. Wenn sie beispielsweise ein Programm nutzen, um Depression zu verstehen und einzuordnen, bleiben frühere hypomane Episoden meist unerwähnt. Die HCL-32 schließt diese diagnostische Lücke durch gezielte, retrospektive Fragen zu vergangenen Hochphasen.
Das Instrument richtet sich primär an Patienten mit einer aktuell vorliegenden Depression. Indem es frühere Phasen erhöhter Energie und Enthemmung aufdeckt, hilft es Klinikern, das Vorliegen einer Störung des bipolaren Spektrums verlässlich abzuklären. Ein tiefes Verständnis dieser Schwankungen ist eine wichtige Säule für die Grundlagen der psychischen Gesundheit in der Behandlung.
Als strukturierte psychometrische Messung ergänzt der Fragebogen die klinische Exploration ideal. Er ermöglicht es Behandlern, die Therapieziele frühzeitig anzupassen und dysfunktionale Verhaltensweisen sowie die Emotionen bei Depression differenzierter in den Blick zu nehmen.
Beispielergebnis
Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.
Gesamtwert
16/ 32
Die HCL-32 ist ein Selbstbeurteilungs-Screeningfragebogen für lebenszeitliche hypomane Symptome, der insbesondere dazu konzipiert wurde, bipolare Komponenten bei Patienten mit einer Major Depressiven Episode zu identifizieren, speziell die Bipolar-II-Störung. Er erfasst die aktuelle Stimmungslage, das habituelle Temperament sowie Häufigkeit, Dauer und Konsequenzen von „Hochphasen“ und die Reaktionen von Bezugspersonen. Er besteht aus 32 binären (Ja/Nein-) Items zu Stimmung, Energie, Aktivität, Kognition, Verhalten und Substanzkonsum.
généralegemischt · Allgemeinbevölkerung · nicht-klinische Stichprobe (Studierende/junge Erwachsene) · Deutschland · n = 695 · 2007 · Meyer et al. (2007)
032
16
M = 16.25 ± 4.4
généraleweiblich · Allgemeinbevölkerung · nicht-klinische Stichprobe (Studierende/junge Erwachsene) · Deutschland · n = 374 · 2007 · Meyer et al. (2007)
032
16
M = 16.54 ± 4.16
généralemännlich · Allgemeinbevölkerung · nicht-klinische Stichprobe (Studierende/junge Erwachsene) · Deutschland · n = 321 · 2007 · Meyer et al. (2007)
032
16
M = 15.91 ± 4.64
généralegemischt · Allgemeinbevölkerung · nicht-klinische Stichprobe (Allgemeinbevölkerung 35–85 Jahre) · 35–85 Jahre · Schweden · n = 408 · 2007 · Meyer et al. (2007)
032
16
M = 14.63 ± 4.82
généraleweiblich · Allgemeinbevölkerung · nicht-klinische Stichprobe (Allgemeinbevölkerung 35–85 Jahre) · 35–85 Jahre · Schweden · n = 196 · 2007 · Meyer et al. (2007)
032
16
M = 14.5 ± 4.8
généralemännlich · Allgemeinbevölkerung · nicht-klinische Stichprobe (Allgemeinbevölkerung 35–85 Jahre) · 35–85 Jahre · Schweden · n = 212 · 2007 · Meyer et al. (2007)
032
16
M = 14.76 ± 4.84
cliniquegemischt · Erkrankung: Major Depressive Episode · Patienten in einer Major Depressiven Episode (5 Regionen) · International (Iberien, Mitteleuropa, Osteuropa, Nordafrika/Naher Osten, Ferner Osten) · n = 5606 · 2013 · Gamma et al. (2013)
032
16
M = 13.7 ± 8.63
cliniquegemischt · Erkrankung: Bipolare Störung · bipolare Patienten (DSM-IV-TR) in einer depressiven Episode · International (Iberien, Mitteleuropa, Osteuropa, Nordafrika/Naher Osten, Ferner Osten) · n = 903 · 2013 · Gamma et al. (2013)
032
16
M = 20.2 ± 6.37
cliniquegemischt · Erkrankung: Unipolare Depression · unipolare Depression (DSM-IV-TR) · International (Iberien, Mitteleuropa, Osteuropa, Nordafrika/Naher Osten, Ferner Osten) · n = 4732 · 2013 · Gamma et al. (2013)
032
16
M = 12.5 ± 8.45
ⓘZur Information
Cut-off≥ 14Interkultureller Schwellenwert für Bipolarität (≥ 14)
Schwellenwert von 14 validiert an 5606 Patienten in einer depressiven Episode über 5 Weltregionen hinweg: differenziert zwischen bipolaren und unipolaren Patienten (diagnostischer Spezifikator), AUC 0.86.
Cut-off≥ 20Britischer Schwellenwert für Bipolar-I vs. rezidivierende Depression (≥ 20)
Strengerer Schwellenwert zur Priorisierung der Spezifität, ermittelt zwischen Patienten mit Bipolar-I-Störung und rezidivierend depressiven Patienten ohne bipolare Vorgeschichte.
cliniquegemischt · Erkrankung: Major Depressive Episode · Patienten in einer Major Depressiven Episode (5 Regionen) · International (Iberien, Mitteleuropa, Osteuropa, Nordafrika/Naher Osten, Ferner Osten) · n = 5606 · 2013 · Gamma et al. (2013)
020
12
M = 10.3 ± 6.52
cliniquegemischt · Erkrankung: Bipolare Störung · bipolare Patienten (DSM-IV-TR) in einer depressiven Episode · International (Iberien, Mitteleuropa, Osteuropa, Nordafrika/Naher Osten, Ferner Osten) · n = 903 · 2013 · Gamma et al. (2013)
020
12
M = 14.6 ± 4.65
Faktor 2 — Risikoverhalten / Reizbarkeit
4/ 12
Negativer Aspekt der Hypomanie: Reizbarkeit, Impulsivität, Risikoverhalten, Substanzkonsum.
Items7, 8, 9, 21, 23, 25, 26, 27, 29, 30, 31, 32
cliniquegemischt · Erkrankung: Major Depressive Episode · Patienten in einer Major Depressiven Episode (5 Regionen) · International (Iberien, Mitteleuropa, Osteuropa, Nordafrika/Naher Osten, Ferner Osten) · n = 5606 · 2013 · Gamma et al. (2013)
012
4
M = 3.5 ± 3.07
cliniquegemischt · Erkrankung: Bipolare Störung · bipolare Patienten (DSM-IV-TR) in einer depressiven Episode · International (Iberien, Mitteleuropa, Osteuropa, Nordafrika/Naher Osten, Ferner Osten) · n = 903 · 2013 · Gamma et al. (2013)
012
4
M = 5.6 ± 2.83
cliniquegemischt · Erkrankung: Unipolare Depression · unipolare Depression (DSM-IV-TR) · International (Iberien, Mitteleuropa, Osteuropa, Nordafrika/Naher Osten, Ferner Osten) · n = 4732 · 2013 · Gamma et al. (2013)
012
4
M = 3.1 ± 2.96
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Die HCL-32 erfasst das retrospektive Vorhandensein sowie das gesamte Spektrum hypomaner Symptome während eines erinnerten affektiven Hochs.
Antrieb und Kognition: Erfasst beschleunigtes Denken, vermindertes Schlafbedürfnis und rasante Ideenfülle, die sich für den Patienten oft wie eine schwer zu greifende Gedankenflut anfühlen kann.
Risikobereitschaft: Deckt leichtsinnige Entscheidungen im Alltag ab, wie etwa übermäßige Geldausgaben oder potenziell selbstgefährdendes Fahrverhalten.
Stimmung und Irritabilität: Beleuchtet sowohl ausgeprägte Euphorie als auch Gereiztheit, was therapeutisch hochrelevant ist, wenn man Ärger funktional reflektieren lassen möchte.
Soziale Aktivierung: Erfasst erhöhte Gesprächigkeit, Distanzlosigkeit und ein intensiviertes Kontakt- sowie sexuelles Bedürfnis.
Der Fragebogen ist primär für die psychiatrisch-psychologische Diagnostik bei erwachsenen Patienten mit rezidivierenden affektiven Störungen konzipiert.
Wann und warum einsetzen
Der Fragebogen wird eingesetzt, um das Risiko einer bipolaren Erkrankung bei Patienten mit akuten depressiven Symptomen rechtzeitig abzuschätzen.
Differenzialdiagnostische Abklärung: Um bei rezidivierender Depression verborgene hypomane Phasen aufzudecken, die automatische Urteile der Patienten über sich selbst oft verschleiern oder als bloße "gute Tage" abwerten.
Therapieplanung: Vor der Verschreibung von Antidepressiva, um das Risiko eines Switch in die Manie besser einschätzen zu können.
Symptom-Monitoring: Um Patienten zu helfen, dysfunktionale affektive Muster rückwirkend zu erkennen und schädliche automatische Verhaltensweisen von gesunder Freude zu unterscheiden.
Psychoedukation: Als konkrete Basis, um mit dem Patienten die Bandbreite seiner Stimmungsschwankungen objektiv besprechen zu können.
Ein validierter Score bietet gegenüber dem reinen klinischen Eindruck den entscheidenden Vorteil, dass auch subtilere oder vom Patienten positiv erlebte hypomane Züge, die in der unstrukturierten Exploration leicht übergangen werden, systematisch erfasst werden.
Klinische Bibliothek
750+ klinische Werkzeuge
Eine Bibliothek, die mit und für Klinikerinnen und Kliniker entwickelt wurde, bereit für den Einsatz in der Sitzung und zur Fortführung zwischen den Terminen.
Jedermann erlebt Veränderungen oder Schwankungen nach oben oder unten in Energie, Unternehmungslust und Stimmung. Man kann sie auch als „Hochs“ und „Tiefs“ bezeichnen. Das Ziel dieses Fragebogens ist es, die Eigenarten der „Hochs“ zu beurteilen. Versuchen Sie sich an eine Phase zu erinnern, in der Sie in einem solchen „Hoch“ waren. Wie haben Sie sich damals gefühlt? Bitte beantworten Sie jede der folgenden Aussagen mit „Ja“ oder „Nein“, unabhängig von Ihrem heutigen Befinden.
1. Ich brauche weniger Schlaf.
Erfragt das objektiv verminderte Schlafbedürfnis, ein klassisches Kernsymptom affektiver Hochphasen.
Ja
Nein
2. Ich fühle mich energiegeladener und aktiver.
Beleuchtet das subjektive Erleben einer gesteigerten psychophysischen Leistungsfähigkeit.
Ja
Nein
3. Ich habe mehr Selbstvertrauen.
Zielt auf ein mitunter realitätsfern gesteigertes Selbstwertgefühl ab.
Ja
Nein
4. Ich habe mehr Freude an meiner Arbeit.
Bewertet die euphorische, oft überzogene Freude an beruflichen oder alltäglichen Tätigkeiten.
Ja
Nein
5. Ich bin geselliger (mehr Telefonanrufe, gehe mehr aus).
Erfasst den dranghaften Wunsch nach sozialer Interaktion und eine gesteigerte Extraversion.
Ja
Nein
6. Ich möchte reisen und/oder reise mehr.
Untersucht den Drang nach Ortswechsel als Ausdruck innerer Unruhe und getriebener Mobilität.
Ja
Nein
7. Ich neige dazu, schneller zu fahren oder Risiken am Steuer einzugehen.
Prüft die Tendenz zu impulsiven und potenziell selbstgefährdenden Handlungen im Straßenverkehr.
Ja
Nein
8. Ich gebe mehr (oder zu viel) Geld aus.
Erfasst mangelnde Impulskontrolle im finanziellen Bereich, die oft zu Verschuldung führt.
Ja
Nein
9. Ich gehe in meinem Alltag mehr Risiken ein (bei der Arbeit, bei anderen Aktivitäten).
Beleuchtet die allgemeine Neigung zu riskanten Entscheidungen ohne adäquate Folgenabschätzung.
Ja
Nein
10. Ich bin körperlich aktiver (Sport etc.).
Zielt auf den motorischen Drang und die übermäßige körperliche Verausgabung ab.
Ja
Nein
11. Ich plane mehr Projekte oder Aktivitäten.
Erfragt eine getriebene Zielorientierung, die sich in unzähligen, oft unrealistischen Vorhaben äußert.
Ja
Nein
12. Ich habe mehr Ideen, ich bin kreativer.
Untersucht die kognitive Ideenflucht und das Erleben sprunghafter Kreativität.
Ja
Nein
13. Ich bin weniger schüchtern und weniger gehemmt.
Beleuchtet den Verlust von Hemmungen und die Abnahme üblicher sozialer Zurückhaltung.
Ja
Nein
14. Ich trage farbenfrohere und extravagantere Kleidung / ich schminke mich mehr.
Erfasst Veränderungen im äußeren Erscheinungsbild, die eine affektive Enthemmung widerspiegeln.
Ja
Nein
15. Ich möchte mehr Menschen kennenlernen oder lerne tatsächlich mehr kennen.
Prüft das distanzlos wirkende Bedürfnis, fortlaufend neue Bekanntschaften zu knüpfen.
Ja
Nein
16. Ich interessiere mich mehr für Sexualität und/oder mein sexuelles Verlangen ist gesteigert.
Bewertet die rein gedankliche Steigerung der Libido und des sexuellen Interesses.
Ja
Nein
17. Ich flirte mehr und/oder meine sexuelle Aktivität ist gesteigert.
Zielt auf die praktische Umsetzung dieses Interesses in Form von distanzlosem Verhalten ab.
Ja
Nein
18. Ich rede mehr.
Untersucht den drängenden Gesprächsbedarf und eine mögliche Logorrhoe.
Ja
Nein
19. Ich denke schneller.
Erfasst das subjektive Erleben von beschleunigten Denkprozessen und rascherer Auffassungsgabe.
Ja
Nein
20. Ich mache mehr Witze oder Späße, wenn ich rede.
Beleuchtet eine unangemessen heitere Stimmungslage, die sich in andauernden Scherzen zeigt.
Ja
Nein
21. Ich bin leichter ablenkbar.
Prüft die Unfähigkeit, die Aufmerksamkeit zu fokussieren, was in hoher Ablenkbarkeit mündet.
Ja
Nein
22. Ich beginne viele neue Dinge.
Bewertet den impulsiven Start zahlreicher Projekte, die häufig unvollendet bleiben.
Ja
Nein
23. Meine Gedanken springen von einem Thema zum anderen.
Untersucht die ausgeprägte Ideenflucht und fehlende Kohärenz im formalen Gedankengang.
Ja
Nein
24. Ich erledige Dinge schneller und/oder leichter.
Erfragt das oft überschätzte Gefühl von Leichtigkeit bei der Bewältigung komplexer Aufgaben.
Ja
Nein
25. Ich bin ungeduldiger und/oder leichter reizbar.
Beleuchtet die verringerte Frustrationstoleranz und die schnelle affektive Erregbarkeit.
Ja
Nein
26. Ich kann für andere anstrengend oder irritierend sein.
Zielt auf die Fremdwahrnehmung des Verhaltens ab, das auf das Umfeld grenzüberschreitend wirkt.
Ja
Nein
27. Ich streite mehr als sonst.
Erfasst die gesteigerte Konfliktbereitschaft und das feindselige Potenzial während der Phase.
Ja
Nein
28. Meine Stimmung ist gehoben, optimistischer.
Bewertet die anhaltend euphorische, oftmals unbegründet zuversichtliche Grundstimmung.
Ja
Nein
29. Ich trinke mehr Kaffee.
Untersucht den erhöhten Koffeinkonsum, oft um das hohe Energieniveau weiter zu befeuern.
Ja
Nein
30. Ich rauche mehr Zigaretten.
Prüft den gestiegenen Nikotinkonsum als Form der Selbstmedikation oder Ausdruck von Getriebenheit.
Ja
Nein
31. Ich trinke mehr Alkohol.
Beleuchtet den vermehrten Rückgriff auf Alkohol, meist zur inneren Anspannungsreduktion.
Ja
Nein
32. Ich nehme mehr Medikamente (Beruhigungsmittel, angstlösende Mittel, Stimulanzien …).
Erfasst den dysfunktionalen Gebrauch von Substanzen zur vermeintlichen affektiven Steuerung.
Ja
Nein
Mobile App für Patienten
Ihre Sitzung setzt sich in der Hosentasche Ihrer Patienten fort
Die Merkblätter, Übungen, Programme und Audios oben: Sie entscheiden, welche Sie Ihren Patienten in der eigens für sie bestimmten mobilen App zur Verfügung stellen.