Fragebogen zur Erfassung der schmerzspezifischen Selbstwirksamkeit (FESS)

Der Fragebogen zur Erfassung der schmerzspezifischen Selbstwirksamkeit (FESS), die offizielle deutsche Adaptation des Pain Self-Efficacy Questionnaire…

Fragebogen zur Erfassung der schmerzspezifischen Selbstwirksamkeit (FESS)
Fragen
10
Dauer
5 Min.
Originaltitel
Pain Self-Efficacy Questionnaire
Adaptation
Fragebogen zur Erfassung der schmerzspezifischen Selbstwirksamkeit (FESS)
Autoren
Nicholas, M.K.
Erstellt
2007

Der Fragebogen zur Erfassung der schmerzspezifischen Selbstwirksamkeit (FESS), die offizielle deutsche Adaptation des Pain Self-Efficacy Questionnaire (PSEQ), ist ein essenzielles Instrument in der Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzen. Er erfasst nicht die Schmerzintensität selbst, sondern die Überzeugung des Patienten, trotz der Schmerzen handlungsfähig zu bleiben und alltägliche sowie berufliche Aufgaben bewältigen zu können.

Für Kliniker bietet dieses validierte Tool einen direkten Zugang zur subjektiven Belastbarkeit und Krankheitsverarbeitung. Eine niedrige Selbstwirksamkeit geht häufig mit ausgeprägtem Vermeidungsverhalten einher, weshalb Behandler oft ansetzen müssen, um Vermeidung und Kontrollverhalten Schritt für Schritt aufzulösen. Durch wiederholte Messungen lässt sich der Therapiefortschritt präzise abbilden. Insbesondere in der interdisziplinären multimodalen Schmerztherapie (IMST) dient der Fragebogen als zentraler Indikator für den Erfolg von kognitiv-verhaltenstherapeutischen und aktivierenden Interventionen.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
24/ 60
Der PSEQ ist ein 10-Item-Selbstbeurteilungsfragebogen, der das Vertrauen einer Person in ihre Fähigkeit erfasst, trotz bestehender chronischer Schmerzen verschiedene Aktivitäten des täglichen Lebens auszuführen. Ein hoher Wert weist auf eine ausgeprägte Selbstwirksamkeitserwartung hin.
0–4
Sehr geringe Selbstwirksamkeit
5–17
Geringe Selbstwirksamkeit
18–29
Moderate Selbstwirksamkeit
24
30–39
Hohe Selbstwirksamkeit
40–60
Sehr hohe Selbstwirksamkeit / Rückkehr an den Arbeitsplatz
repräsentieren eine moderate Selbstwirksamkeit
cliniquegemischt · Pathologie: chronischer Schmerz · n = 13343 · Nicholas et al. (2019)
060
24
M = 20.7 ± 13.3
cliniquegemischt · Pathologie: chronischer Schmerz · chronischer Schmerz bei AUFNAHME in ein 4-wöchiges Intensivprogramm (einschließlich 69 Veteranen, DeGroote Clinic) · Kanada · n = 189 · 2023 · Bishay et al. (2023)
060
24
M = 21.61 ± 10.39
cliniquegemischt · Pathologie: chronischer Schmerz · dieselbe Stichprobe bei ENTLASSUNG aus dem Programm (mittlerer Zugewinn ≈ 12 Punkte) · Kanada · n = 189 · 2023 · Bishay et al. (2023)
060
24
M = 33.41 ± 10.71
Auswertung
Summe, Gesamtwert von 0 bis 60, jedes Item wird auf einer 7-stufigen Skala (von 0 bis 6) bewertet.

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Was der Test misst

Der FESS erfasst die subjektive Kompetenzerwartung von Patienten im Umgang mit chronischen Schmerzbelastungen. Dabei stehen nicht die tatsächlichen Einschränkungen im Vordergrund, sondern das Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit über verschiedene Lebensbereiche hinweg.

  • Alltagsbewältigung: Die Zuversicht, Haushaltstätigkeiten und Routinen selbstständig auszuführen.
  • Soziale Teilhabe: Das Vertrauen, soziale Kontakte, Freundschaften und familiäre Verpflichtungen aufrechtzuerhalten.
  • Arbeitsfähigkeit: Die subjektive Fähigkeit, bezahlter oder unbezahlter Arbeit nachzugehen.
  • Zukunftsperspektive: Der Glaube daran, persönliche Ziele zu erreichen, was besonders relevant wird, wenn Behandler ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit dekonstruieren.
  • Schmerzbewältigung: Die Kompetenzerwartung, ohne oder mit weniger Medikamenten mit dem Schmerz umzugehen.

Das Instrument ist speziell für Erwachsene mit chronischen Schmerzsyndromen konzipiert und eignet sich für das gesamte Spektrum muskuloskelettaler, neuropathischer oder unspezifischer Schmerzen.

Wann und warum einsetzen

Der FESS wird in der klinischen Praxis und Rehabilitation eingesetzt, um psychologische Barrieren der Schmerzbewältigung zu identifizieren und den Behandlungsverlauf zu steuern.

  • Therapieplanung und Baseline-Erhebung: Ermöglicht die Identifikation von Patienten, die aufgrund geringer Selbstwirksamkeit eine intensive psychologische Unterstützung benötigen.
  • Verlaufskontrolle: Dient dem Monitoring der Kompetenzerwartung über die Zeit, um den Erfolg von Interventionen sichtbar zu machen.
  • Steuerung der Rehabilitation: Hilft bei der Entscheidung, wann Patienten ein neues Ziel konkretisieren und im Alltag verankern können.
  • Differenzielle Unterstützung: Erleichtert die Abgrenzung, ob Blockaden primär auf dem Schmerz oder auf komorbiden Denkmustern beruhen, um depressive Grundüberzeugungen gezielt zu verändern.
  • Rückkehr an den Arbeitsplatz: Bietet wertvolle Hinweise auf die berufliche Reintegration, da hohe Selbstwirksamkeitswerte eng mit einer erfolgreichen Rückkehr zur Arbeit assoziiert sind.

Durch den standardisierten Score gewinnt der Behandler ein objektives Maß für die Krankheitsverarbeitung, das weit über die reine klinische Einschätzung des Schmerzerlebens hinausgeht.

Klinische Bibliothek

750+ klinische Werkzeuge

Eine Bibliothek, die mit und für Klinikerinnen und Kliniker entwickelt wurde, bereit für den Einsatz in der Sitzung und zur Fortführung zwischen den Terminen.

Auf alle Werkzeuge zugreifen
Mehrere Arten von Ressourcen
Psychoedukative Merkblätter
Auf einen Blick verstehen
Interaktive Übungen
Zum Durchführen und Ausfüllen
Interaktive Programme
Ein strukturierter Weg
Audios
Meditation und Entspannung
Psychometrische Tests
Automatische Auswertung

Die Fragen

  1. Bitte geben Sie an, wie sicher Sie sich AKTUELL fühlen, die folgenden Aktivitäten trotz der Schmerzen auszuführen. Kreuzen Sie für jede Frage die Zahl an, die Ihrer Zuversicht am besten entspricht. WICHTIG: Es geht nicht darum, ob Sie diese Aktivitäten tatsächlich ausführen, sondern ob Sie sich zutrauen, sie trotz der Schmerzen auszuführen.
    1. Ich kann Dinge trotz der Schmerzen genießen.
    Bewertet die Fähigkeit des Patienten, trotz physischer Beschwerden positive Emotionen und Lebensfreude aufrechtzuerhalten.
    • Gar nicht sicher
    • 1
    • 2
    • 3
    • 4
    • 5
    • Völlig sicher
  2. 2. Ich kann die meisten Haushaltsaufgaben (z. B. Aufräumen, Abwaschen usw.) trotz der Schmerzen erledigen.
    Untersucht die wahrgenommene Kompetenz bei der Bewältigung grundlegender Alltags- und Routineaufgaben.
    • Gar nicht sicher
    • 1
    • 2
    • 3
    • 4
    • 5
    • Völlig sicher
  3. 3. Ich kann meine Freunde oder Familienmitglieder trotz der Schmerzen genauso oft treffen wie früher.
    Fokussiert auf die Aufrechterhaltung sozialer Netzwerke und die Verhinderung schmerzbedingter Isolation.
    • Gar nicht sicher
    • 1
    • 2
    • 3
    • 4
    • 5
    • Völlig sicher
  4. 4. Ich kann in den meisten Situationen mit meinen Schmerzen umgehen.
    Erfasst das allgemeine Gefühl der Kontrolle und des Copings in Bezug auf auftretende Schmerzepisoden.
    • Gar nicht sicher
    • 1
    • 2
    • 3
    • 4
    • 5
    • Völlig sicher
  5. 5. Ich kann trotz der Schmerzen noch arbeiten (Arbeit umfasst Hausarbeit, bezahlte oder ehrenamtliche Tätigkeiten).
    Misst das Zutrauen in die eigene produktive Leistungsfähigkeit unabhängig vom formalen Beschäftigungsstatus.
    • Gar nicht sicher
    • 1
    • 2
    • 3
    • 4
    • 5
    • Völlig sicher
  6. 6. Ich kann trotz der Schmerzen immer noch die meisten Aktivitäten ausüben, die mir Spaß machen, wie zum Beispiel meine Hobbys oder Freizeitbeschäftigungen.
    Beleuchtet die Bereitschaft, schmerzunabhängige Erholungs- und Freizeitaktivitäten beizubehalten.
    • Gar nicht sicher
    • 1
    • 2
    • 3
    • 4
    • 5
    • Völlig sicher
  7. 7. Ich kann meine Schmerzen ohne medikamentöse Behandlung bewältigen.
    Prüft das Vertrauen in nicht-pharmakologische Bewältigungsstrategien und die Eigenregulation.
    • Gar nicht sicher
    • 1
    • 2
    • 3
    • 4
    • 5
    • Völlig sicher
  8. 8. Ich kann trotz der Schmerzen immer noch die meisten meiner Lebensziele erreichen.
    Bewertet die langfristige Perspektive und die Motivation, sich durch die chronische Erkrankung nicht entmutigen zu lassen.
    • Gar nicht sicher
    • 1
    • 2
    • 3
    • 4
    • 5
    • Völlig sicher
  9. 9. Ich kann trotz der Schmerzen ein normales Leben führen.
    Erfasst die globale Einschätzung des Patienten über den Grad der Normalität seines aktuellen Alltags.
    • Gar nicht sicher
    • 1
    • 2
    • 3
    • 4
    • 5
    • Völlig sicher
  10. 10. Ich kann trotz der Schmerzen nach und nach aktiver werden.
    Spiegelt die Zuversicht in die eigene Rehabilitationsfähigkeit und die Bereitschaft zur körperlichen Reaktivierung wider.
    • Gar nicht sicher
    • 1
    • 2
    • 3
    • 4
    • 5
    • Völlig sicher
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