Fragebogen zur Angst vor körperlichen Symptomen

Der Body Sensations Questionnaire (BSQ), in der deutschen Adaptation als Fragebogen zur Angst vor körperlichen Symptomen bekannt, ist ein klinisches…

Fragebogen zur Angst vor körperlichen Symptomen
Fragen
17
Dauer
5 Min.
Originaltitel
Body Sensations Questionnaire
Adaptation
Fragebogen zur Angst vor körperlichen Symptomen
Autoren
Chambless, D. L., Caputo, G. C., Bright, P., & Gallagher, R.
Erstellt
1984

Der Body Sensations Questionnaire (BSQ), in der deutschen Adaptation als Fragebogen zur Angst vor körperlichen Symptomen bekannt, ist ein klinisches Kerninstrument zur Erfassung der spezifischen Angst vor körperlichen Reaktionen. Er beleuchtet das Konstrukt der Angstsensitivität – die Tendenz, harmlose körperliche Sensationen katastrophisierend zu missinterpretieren.

Für Kliniker bietet dieses Instrument einen hochreliablen Zugang zu den phänomenologischen Treibern der Panik, die oft tief in angsterzeugenden Grundüberzeugungen verankert sind. Die systematische Erfassung ermöglicht es, präzise jene körperlichen Symptome zu isolieren, die das größte Vermeidungsverhalten oder die stärksten Panikattacken triggern. Als fester Bestandteil der Diagnostik und Verlaufskontrolle ist der Fragebogen essenziell, um die Wirksamkeit interozeptiver Exposition und kognitiver Umstrukturierung genau abzubilden. Werden physiologische Reaktionen durch die Therapie besser toleriert, gelingt es Patienten deutlich leichter, eine physiologische Entspannungsreaktion gezielt und ohne Angst abzurufen.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
2.824/ 5
Der Body Sensations Questionnaire (BSQ) ist ein 17-Item-Selbstbeurteilungsfragebogen zur Erfassung der Angst vor körperlichen Empfindungen, die mit ängstlicher Erregung einhergehen (Herzklopfen, Schwindel, Taubheitsgefühl, Atemnot usw.). Er misst die somatische Komponente der für Panikstörung und Agoraphobie charakteristischen „Angst vor der Angst“ und dient als sensitives Veränderungsmaß während einer kognitiven Verhaltenstherapie (insbesondere bei interozeptiven Expositionen). Er richtet sich an Erwachsene mit einer Angsterkrankung, spezifisch Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie.
généralegemischt · Allgemeinbevölkerungsstichprobe · Allgemeinbevölkerungsstichprobe (freiwilliges Personal der The American University, unselektiert) · Vereinigte Staaten · n = 88 · 1988 · Bibb et al. (1988)
15
2.824
M = 1.8 ± 0.59
généralegemischt · Allgemeinbevölkerung · gesunde Kontrollpersonen aus der Originalstudie (1984) · Vereinigte Staaten · 1984 · Chambless et al. (1984)
15
2.824
M = 1.52 ± 0.58
cliniquegemischt · Pathologie: Agoraphobie · agoraphobische Patienten mit Panikattacken, Agoraphobia and Anxiety Program (Temple University) – offizielle klinische Normen von Chambless · Vereinigte Staaten · n = 254
15
2.824
M = 3.02 ± 0.85
cliniquegemischt · Pathologie: Agoraphobie · agoraphobische Personen aus der Originalstudie (1984) · Vereinigte Staaten · 1984
15
2.824
M = 3.05 ± 0.86
cliniquegemischt · Pathologie: Panik · Panikstörung vor der Behandlung (schwedische „PP-live“-Studie) · Schweden · n = 49
15
2.824
M = 3.09 ± 0.6
Auswertung
Mittelwert der 17 Items (1 bis 5), Gesamtscore von 1 bis 5, jedes Item wird auf einer 5-stufigen Skala (von 1 bis 5) bewertet.

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Was der Test misst

Der Fragebogen operationalisiert die "Angst vor der Angst" durch die fokussierte Bewertung typischer vegetativer Begleiterscheinungen, die während Panikanfällen auftreten.

  • Kardiovaskuläre Symptome: Erfasst die Angst vor Herzklopfen und Druckgefühl in der Brust.
  • Respiratorische Symptome: Misst die Furcht vor Atemnot und Erstickungsgefühlen.
  • Gastrointestinale Reaktionen: Deckt Übelkeit, ein flaues Gefühl und das Empfinden von einem Stein im Magen ab.
  • Vestibuläre Sensationen: Wertet die Bedrohung durch Schwindel und Desorientierung aus.
  • Dissoziative Erlebnisse: Berücksichtigt Derealisation und das Gefühl, vom eigenen Körper getrennt zu sein.

Der BSQ wird vorwiegend bei erwachsenen Patienten mit Verdacht auf Panikstörung, Agoraphobie oder ausgeprägten somatoformen Beschwerden eingesetzt, oft flankiert von strukturierter Psychoedukation zu Furcht und Angst.

Wann und warum einsetzen

Der Einsatz des BSQ empfiehlt sich in verschiedenen Phasen der Behandlung, um die regelmäßige Standortbestimmung in der Therapie methodisch zu fundieren.

  • Intake und Diagnostik: Identifiziert spezifische somatische Trigger und gibt Aufschluss darüber, wie stark Patienten durch ihre Angst in automatischen Verhaltensweisen der Vermeidung feststecken.
  • Therapieplanung: Dient als direkte Vorlage zur Entwicklung einer individuellen Angsthierarchie, wenn Therapeuten Exposition strukturiert üben.
  • Verlaufskontrolle: Dokumentiert nach der Konfrontation die Desensibilisierung, ideal ergänzt durch einen Expositionsbericht zur Fortschrittserfassung.
  • Differentialdiagnostik: Erleichtert die Unterscheidung zwischen allgemeiner Ängstlichkeit und einer spezifischen, auf körperliche Reize fokussierten Panikdisposition.

Der standardisierte Score verobjektiviert den Schweregrad der Angstsensitivität und macht therapeutische Veränderungen reliabel messbar, was weit über die reine klinische Impression hinausgeht.

Klinische Bibliothek

750+ klinische Werkzeuge

Eine Bibliothek, die mit und für Klinikerinnen und Kliniker entwickelt wurde, bereit für den Einsatz in der Sitzung und zur Fortführung zwischen den Terminen.

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Auf einen Blick verstehen
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Zum Durchführen und Ausfüllen
Interaktive Programme
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Psychometrische Tests
Automatische Auswertung

Die Fragen

  1. Nachfolgend finden Sie eine Liste spezifischer körperlicher Empfindungen, die auftreten können, wenn Sie nervös sind oder sich in einer gefürchteten Situation befinden. Bitte geben Sie für jede Empfindung an, wie viel Angst Sie davor haben, indem Sie die folgende Skala verwenden: 1 = Überhaupt keine Angst vor dieser Empfindung 2 = Ein wenig Angst 3 = Mäßige Angst 4 = Große Angst 5 = Extreme Angst vor dieser Empfindung
    1. Herzrasen
    Erfragt die Angst vor kardiovaskulärer Aktivierung, dem häufigsten Trigger für kardiophobische Ängste.
    • 1 – Überhaupt nicht beängstigt von dieser Empfindung
    • 2 – Ein wenig beängstigt
    • 3 – Mäßig beängstigt
    • 4 – Sehr beängstigt
    • 5 – Extrem beängstigt von dieser Empfindung
  2. 2. Druck oder Schweregefühl in der Brust
    Beleuchtet die Sorge vor Thoraxbeschwerden, die oft als Vorbote eines Herzinfarkts fehlinterpretiert werden.
    • 1 – Überhaupt nicht beängstigt von dieser Empfindung
    • 2 – Ein wenig beängstigt
    • 3 – Mäßig beängstigt
    • 4 – Sehr beängstigt
    • 5 – Extrem beängstigt von dieser Empfindung
  3. 3. Taubheitsgefühl in den Armen oder Beinen
    Fokussiert auf peripher-neurologische Sensationen, die typischerweise bei Hyperventilation auftreten.
    • 1 – Überhaupt nicht beängstigt von dieser Empfindung
    • 2 – Ein wenig beängstigt
    • 3 – Mäßig beängstigt
    • 4 – Sehr beängstigt
    • 5 – Extrem beängstigt von dieser Empfindung
  4. 4. Kribbeln oder Prickeln in den Fingerspitzen
    Zielt auf feine sensorische Missempfindungen ab, die zu starker Selbstbeobachtung führen.
    • 1 – Überhaupt nicht beängstigt von dieser Empfindung
    • 2 – Ein wenig beängstigt
    • 3 – Mäßig beängstigt
    • 4 – Sehr beängstigt
    • 5 – Extrem beängstigt von dieser Empfindung
  5. 5. Taubheitsgefühl in einem anderen Körperteil
    Erfasst die generalisierte Angst vor Taubheitsgefühlen in beliebigen Körperregionen.
    • 1 – Überhaupt nicht beängstigt von dieser Empfindung
    • 2 – Ein wenig beängstigt
    • 3 – Mäßig beängstigt
    • 4 – Sehr beängstigt
    • 5 – Extrem beängstigt von dieser Empfindung
  6. 6. Gefühl der Kurzatmigkeit (Atembeschwerden)
    Untersucht die Angst vor respiratorischer Insuffizienz, ein zentrales Element von Erstickungsängsten.
    • 1 – Überhaupt nicht beängstigt von dieser Empfindung
    • 2 – Ein wenig beängstigt
    • 3 – Mäßig beängstigt
    • 4 – Sehr beängstigt
    • 5 – Extrem beängstigt von dieser Empfindung
  7. 7. Benommenheit oder Schwindel
    Fragt nach vestibulärer Irritation, die bei Patienten häufig ein Gefühl drohender Ohnmacht auslöst.
    • 1 – Überhaupt nicht beängstigt von dieser Empfindung
    • 2 – Ein wenig beängstigt
    • 3 – Mäßig beängstigt
    • 4 – Sehr beängstigt
    • 5 – Extrem beängstigt von dieser Empfindung
  8. 8. Verschwommenes oder verzerrtes Sehen
    Beleuchtet visuelle Veränderungen, die bei akuter vegetativer Erregung verunsichern können.
    • 1 – Überhaupt nicht beängstigt von dieser Empfindung
    • 2 – Ein wenig beängstigt
    • 3 – Mäßig beängstigt
    • 4 – Sehr beängstigt
    • 5 – Extrem beängstigt von dieser Empfindung
  9. 9. Übelkeit
    Zielt auf die gastrointestinale Reaktion ab, die besonders bei sozialen Phobien oder Agoraphobie gefürchtet wird.
    • 1 – Überhaupt nicht beängstigt von dieser Empfindung
    • 2 – Ein wenig beängstigt
    • 3 – Mäßig beängstigt
    • 4 – Sehr beängstigt
    • 5 – Extrem beängstigt von dieser Empfindung
  10. 10. Gefühl von „Schmetterlingen“ im Bauch
    Erfragt leichtere Magenbeschwerden, die typischerweise mit antizipatorischer Angst einhergehen.
    • 1 – Überhaupt nicht beängstigt von dieser Empfindung
    • 2 – Ein wenig beängstigt
    • 3 – Mäßig beängstigt
    • 4 – Sehr beängstigt
    • 5 – Extrem beängstigt von dieser Empfindung
  11. 11. Gefühl eines Knotens im Magen
    Erfasst tiefere viszerale Spannungszustände, die das körperliche Unwohlsein stark prägen.
    • 1 – Überhaupt nicht beängstigt von dieser Empfindung
    • 2 – Ein wenig beängstigt
    • 3 – Mäßig beängstigt
    • 4 – Sehr beängstigt
    • 5 – Extrem beängstigt von dieser Empfindung
  12. 12. Gefühl eines Kloßes im Hals
    Untersucht das Globusgefühl, ein klassisches somatoformes Symptom in extrem angespannten Zuständen.
    • 1 – Überhaupt nicht beängstigt von dieser Empfindung
    • 2 – Ein wenig beängstigt
    • 3 – Mäßig beängstigt
    • 4 – Sehr beängstigt
    • 5 – Extrem beängstigt von dieser Empfindung
  13. 13. Wackelige oder weiche Beine
    Beleuchtet muskuläre Schwächegefühle, die eng mit dem Erleben eines drohenden Kontrollverlusts korrespondieren.
    • 1 – Überhaupt nicht beängstigt von dieser Empfindung
    • 2 – Ein wenig beängstigt
    • 3 – Mäßig beängstigt
    • 4 – Sehr beängstigt
    • 5 – Extrem beängstigt von dieser Empfindung
  14. 14. Schwitzen
    Erfragt die vegetative Reaktion der Schweißbildung, die oft mit Scham assoziiert ist.
    • 1 – Überhaupt nicht beängstigt von dieser Empfindung
    • 2 – Ein wenig beängstigt
    • 3 – Mäßig beängstigt
    • 4 – Sehr beängstigt
    • 5 – Extrem beängstigt von dieser Empfindung
  15. 15. Trockener Mund oder Hals
    Zielt auf die reduzierte Speichelproduktion ab, eine typische Sympathikusreaktion bei akutem Stress.
    • 1 – Überhaupt nicht beängstigt von dieser Empfindung
    • 2 – Ein wenig beängstigt
    • 3 – Mäßig beängstigt
    • 4 – Sehr beängstigt
    • 5 – Extrem beängstigt von dieser Empfindung
  16. 16. Gefühl, desorientiert und verwirrt zu sein
    Fokussiert auf kognitive Beeinträchtigungen, die den Verlust der geistigen Kontrolle suggerieren.
    • 1 – Überhaupt nicht beängstigt von dieser Empfindung
    • 2 – Ein wenig beängstigt
    • 3 – Mäßig beängstigt
    • 4 – Sehr beängstigt
    • 5 – Extrem beängstigt von dieser Empfindung
  17. 17. Gefühl, vom eigenen Körper losgelöst oder nur teilweise anwesend zu sein
    Erfasst dissoziative Symptome der Depersonalisation, die oft als massiv bedrohlich erlebt werden.
    • 1 – Überhaupt nicht beängstigt von dieser Empfindung
    • 2 – Ein wenig beängstigt
    • 3 – Mäßig beängstigt
    • 4 – Sehr beängstigt
    • 5 – Extrem beängstigt von dieser Empfindung
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