Body Image Disturbance Questionnaire

Der Body Image Disturbance Questionnaire (BIDQ) ist ein validiertes, kurzes Selbstbeurteilungsinstrument zur Erfassung von Körperbildstörungen.

Body Image Disturbance Questionnaire
Fragen
7
Dauer
5 Min.
Originaltitel
Body Image Disturbance Questionnaire
Adaptation
Body Image Disturbance Questionnaire
Autoren
Cash, T. F., Phillips, K. A., Santos, M. T. & Hrabosky, J. I.
Erstellt
2004

Der Body Image Disturbance Questionnaire (BIDQ) ist ein validiertes, kurzes Selbstbeurteilungsinstrument zur Erfassung von Körperbildstörungen. Entwickelt wurde er, um über die bloße Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper hinauszugehen und gezielt die klinische Relevanz aussehensbezogener Sorgen zu bewerten. Der Fragebogen erfasst dabei nicht nur die gedankliche Vereinnahmung durch vermeintliche körperliche Makel, sondern auch den daraus resultierenden emotionalen Leidensdruck und die konkreten psychosozialen Beeinträchtigungen im Alltag.

In der klinischen Praxis bietet der BIDQ eine effiziente Möglichkeit, transdiagnostisch die Schwere einer Körperbildstörung zu beurteilen, unabhängig davon, ob diese im Rahmen einer Essstörung, einer körperdysmorphen Störung oder einer anderen psychischen Erkrankung auftritt. Dank seiner Sensitivität für Veränderungen eignet er sich hervorragend zur wiederholten Messung, um den Therapieverlauf objektiv zu dokumentieren. Indem er spezifische Verhaltensweisen wie Vermeidung systematisch abfragt, liefert er zudem wertvolle Ansatzpunkte für die Behandlungsplanung.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
2.571/ 5
Ein 7-Item-Selbstbeurteilungsfragebogen, der aus dem Body Dysmorphic Disorder Questionnaire (BDDQ) von K. Phillips abgeleitet und von T. F. Cash et al. (2004) entwickelt wurde, um auf einem Kontinuum Störungen des Körperbildes zu erfassen: aussehensbezogene Beschäftigung, emotionaler Leidensdruck und funktionelle Beeinträchtigung (sozial, schulisch/beruflich, Vermeidungsverhalten). Er wird in der klinischen Praxis und Forschung bei Jugendlichen sowie Erwachsenen eingesetzt und unterstützt die Identifikation signifikanter Körperbildstörungen, insbesondere im Kontext der Körperdysmorphen Störung (KDS).
généralegemischt · Studierende · Bachelorstudierende · Australien · n = 925 · 2018 · Collison et al. (2018)
15
2.571
M = 2 ± 0.76
généraleweiblich · Studierende · Bachelorstudierende · Australien · n = 728 · 2018 · Collison et al. (2018)
15
2.571
M = 2.07 ± 0.77
généralemännlich · Studierende · Bachelorstudierende · Australien · n = 197 · 2018 · Collison et al. (2018)
15
2.571
M = 1.73 ± 0.65
cliniquegemischt · Pathologie: Anorexia nervosa · 2009 · Hrabosky et al. (2009)
15
2.571
M = 3.39
cliniquegemischt · Pathologie: Bulimia nervosa · 2009 · Hrabosky et al. (2009)
15
2.571
M = 3.52
cliniquegemischt · Pathologie: Körperdysmorphe Störung (KDS) · 2009 · Hrabosky et al. (2009)
15
2.571
M = 4.3
Auswertung
Mittelwert der 7 Items, Gesamtwert von 1 bis 5, jedes Item wird auf einer 5-Punkte-Skala (von 1 bis 5) bewertet.

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Was der Test misst

Der BIDQ misst die verschiedenen Dimensionen einer Körperbildstörung und beleuchtet dabei, wie stark die Fixierung auf das Aussehen das Leben der betroffenen Person dominiert. Der Fokus liegt auf der Erfassung des klinischen Schweregrads durch die Integration kognitiver, emotionaler und verhaltensbezogener Komponenten.

  • Kognitive Vereinnahmung: Die ständige gedankliche Beschäftigung mit dem eigenen Aussehen und die Schwierigkeit, diesen Fokus zu unterbrechen (hilfreich, um automatische Gedanken erkennen und ersetzen zu können).
  • Emotionaler Leidensdruck: Das Ausmaß an psychischer Belastung, wie Traurigkeit, Angst oder das Bedürfnis, Scham kognitiv bearbeiten zu müssen.
  • Funktionelle Beeinträchtigung: Die negativen Auswirkungen der aussehensbezogenen Sorgen auf wichtige Lebensbereiche wie Arbeit, Studium und soziale Beziehungen.
  • Vermeidungsverhalten: Der Rückzug von Aktivitäten, Orten oder Personen aus Angst vor negativer Bewertung, was oft automatische Verhaltensweisen aufrechterhält.

Dieses Instrument richtet sich an Jugendliche und Erwachsene in der klinischen Versorgung und eignet sich besonders zur Beurteilung von Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf eine Essstörung oder eine körperdysmorphe Störung.

Wann und warum einsetzen

Klinikerinnen und Kliniker setzen den BIDQ ein, um die klinische Relevanz von Aussehens-Sorgen zu objektivieren und gezielte Interventionen abzuleiten. Da die Wahrnehmung des eigenen Körpers stark durch kognitive Verzerrungen (wie z. B. Katastrophisieren) geprägt sein kann, hilft eine standardisierte Erfassung, das genaue Ausmaß der Beeinträchtigung sichtbar zu machen.

  • Diagnostische Abklärung: Zur Einschätzung, ob die Unzufriedenheit mit dem Körper ein klinisch relevantes Niveau erreicht, bei dem Patientinnen und Patienten lernen müssen, globale Urteile nuancieren zu können.
  • Verlaufskontrolle: Als wiederholte Messung zur Beurteilung der symptombezogenen Veränderung während der Behandlung.
  • Therapieplanung: Zur Identifikation konkreter Problembereiche wie sozialer Rückzug, was direkt mit einer Angstbearbeitung in der Therapie verknüpft werden kann.
  • Differenzialdiagnostische Unterstützung: Zur Unterscheidung zwischen nicht-pathologischer Normunzufriedenheit und einer ausgeprägten Körperbildstörung.

Der validierte Fragebogenwert liefert dabei eine quantifizierbare Ergänzung zum klinischen Eindruck und ermöglicht eine strukturierte und nachvollziehbare Beobachtung der Symptomlast über die Zeit.

Klinische Bibliothek

750+ klinische Werkzeuge

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Die Fragen

  1. Die folgenden Fragen beziehen sich auf Ihre Gefühle gegenüber Ihrem körperlichen Aussehen. Wählen Sie für jede Frage die Antwort aus, die Ihr Erleben im Laufe des letzten Monats am besten beschreibt. Bitte antworten Sie so ehrlich wie möglich; es gibt keine richtigen oder falschen Antworten.
    1. Machst du dir Sorgen über das Aussehen eines oder mehrerer Teile deines Körpers, die du als besonders unattraktiv empfindest? (Wenn ja, gib bitte an, welche.)
    Dieser Punkt untersucht die grundlegende Fokussierung auf vermeintliche physische Makel und die damit verbundene Körperunzufriedenheit.
    • 1 – Überhaupt nicht besorgt
    • 2 – Ein wenig besorgt
    • 3 – Mäßig besorgt
    • 4 – Sehr besorgt
    • 5 – Extrem besorgt
  2. 2. Beschäftigen dich diese Sorgen über dein Aussehen zwanghaft? Mit anderen Worten: Denkst du sehr viel darüber nach und fällt es dir schwer, nicht mehr daran zu denken?
    Hierbei wird der Grad der kognitiven Vereinnahmung erfasst, um zwanghafte und unkontrollierbare Denkmuster bezüglich des Aussehens aufzudecken.
    • 1 – Gar nicht darauf fixiert
    • 2 – Ein wenig darauf fixiert
    • 3 – Mäßig darauf fixiert
    • 4 – Stark darauf fixiert
    • 5 – Extrem darauf fixiert
  3. 3. Hat dir dein körperlicher „Makel“ oft großes Leid, Qualen oder Kummer bereitet?
    Dieser Aspekt beleuchtet das emotionale Gewicht der Körperunzufriedenheit und die daraus resultierende psychische Belastung.
    • 1 – Kein Leidensdruck
    • 2 – Geringer Leidensdruck
    • 3 – Mäßiger Leidensdruck
    • 4 – Hoher Leidensdruck
    • 5 – Extremer und beeinträchtigender Leidensdruck
  4. 4. Hat dir dein körperlicher „Makel“ Schwierigkeiten in deinem sozialen oder beruflichen Leben oder in anderen wichtigen Funktionsbereichen bereitet?
    Die Frage zielt auf die allgemeine funktionelle Beeinträchtigung in zentralen Lebensbereichen ab, die durch die aussehensbezogenen Gefühle verursacht wird.
    • 1 – Keinerlei Schwierigkeiten
    • 2 – Leichte Schwierigkeiten
    • 3 – Mäßige Schwierigkeiten
    • 4 – Erhebliche Schwierigkeiten
    • 5 – Extreme und beeinträchtigende Schwierigkeiten
  5. 5. Haben deine Gefühle bezüglich deines Aussehens dein Sozialleben erheblich beeinträchtigt? (Wenn ja, gib bitte an, inwiefern.)
    Hier wird spezifisch die Belastung sozialer Beziehungen und möglicher interpersoneller Rückzug untersucht.
    • 1 – Nie
    • 2 – Gelegentlich
    • 3 – Mäßig oft
    • 4 – Oft
    • 5 – Sehr oft
  6. 6. Haben deine Gefühle bezüglich deines Aussehens dein Studium, deine Arbeit oder deine Fähigkeit, deine Aufgaben zu erfüllen, erheblich beeinträchtigt? (Wenn ja, gib bitte an, inwiefern.)
    Der Fokus liegt auf der beruflichen oder akademischen Einschränkung, die aus den körperbezogenen Sorgen resultiert.
    • 1 – Nie
    • 2 – Gelegentlich
    • 3 – Mäßig oft
    • 4 – Oft
    • 5 – Sehr oft
  7. 7. Vermeidest du wegen deiner Gefühle bezüglich deines Aussehens bestimmte Dinge (z. B. Aktivitäten, soziale Situationen, Personen, Orte)? (Wenn ja, gib bitte an, welche.)
    Dieser Punkt erfasst aktives Vermeidungsverhalten, das als dysfunktionaler Bewältigungsmechanismus dient.
    • 1 – Nie
    • 2 – Gelegentlich
    • 3 – Mäßig oft
    • 4 – Oft
    • 5 – Sehr oft
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