Der Fragebogen zu agoraphobischen Kognitionen (ACQ) ist ein etabliertes klinisches Instrument zur spezifischen Erfassung von katastrophisierenden…
Fragen
14
Dauer
5 Min.
Originaltitel
Agoraphobic Cognitions Questionnaire
Adaptation
Fragebogen zu agoraphobischen Kognitionen (ACQ)
Autoren
Chambless, D. L., Caputo, G. C., Bright, P., & Gallagher, R.
Erstellt
1984
Der Fragebogen zu agoraphobischen Kognitionen (ACQ) ist ein etabliertes klinisches Instrument zur spezifischen Erfassung von katastrophisierenden Gedankenmustern, die typischerweise bei Panikstörungen und Agoraphobie auftreten. Entwickelt, um die sogenannte Angst vor der Angst messbar zu machen, konzentriert sich der Test auf die subjektive Häufigkeit befürchteter Konsequenzen während einer Panikattacke oder in Zuständen starker Unruhe. Diese systematische Erhebung hilft Klinikern dabei, kognitive Fehlinterpretationen körperlicher oder psychischer Symptome direkt zu identifizieren und therapeutisch zugänglich zu machen, was für die Behandlungsplanung entscheidend ist.
In der psychotherapeutischen Praxis liefert der ACQ wertvolle Erkenntnisse über die zugrunde liegende Kognition des Patienten. Es geht dabei weniger um die körperliche Symptomatik an sich, sondern primär um deren subjektive Bewertung, weshalb es essenziell ist, solche belastenden automatische Gedanken zu überprüfen. Der wiederholte Einsatz des Verfahrens erlaubt es zudem, den therapeutischen Fortschritt präzise zu verfolgen, insbesondere wenn Patienten beginnen, alternative Erklärungen für ihre Symptome zu entwickeln und ihr dysfunktionales Sicherheitsverhalten abzubauen.
Die standardisierte Natur des Fragebogens gewährleistet eine verlässliche Verlaufsdiagnostik, die weit über den reinen klinischen Eindruck hinausgeht. Werden die Ergebnisse transparent mit dem Klienten besprochen, kann dies nahtlos in ein umfassenderes Angst bewältigen Psychoedukationsprogramm integriert werden, um die Wirksamkeit der gewählten kognitiven Interventionen maßgeblich zu erhöhen.
Beispielergebnis
Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.
Gesamtwert
2.857/ 5
Selbstbeurteilungsfragebogen zur Erfassung der Häufigkeit katastrophisierender Gedanken („Angst vor der Angst“), die typisch für eine Panikstörung mit Agoraphobie sind. Er misst Kognitionen bezüglich der befürchteten Folgen von Angst/Panik über zwei Dimensionen: körperliche Befürchtungen (Tod, Ohnmachtsgefühl, Herzinfarkt …) und Kontrollverlust (verrückt werden, in der Öffentlichkeit in Ohnmacht fallen, die Selbstkontrolle verlieren). Nützlich für das kognitive Screening, das Verlaufsmonitoring und die Bewertung der Wirksamkeit einer KVT bei Panikstörung und Agoraphobie.
généralegemischt · Bevölkerungsstichprobe · Frankreich
15
2.857
M = 1.46 ± 0.44
généralegemischt · Allgemeinbevölkerung · Deutschland · n = 1520 · 2025
15
2.857
M = 1.3 ± 0.24
cliniquegemischt · Pathologie: Agoraphobie · Vereinigte Staaten · n = 175
15
2.857
M = 2.32
cliniquegemischt · Pathologie: Agoraphobie · Frankreich
15
2.857
M = 2.15 ± 0.63
cliniquePathologie: Agoraphobie · Deutschland · Breuninger et al. (2017)
15
2.857
M = 1.97 ± 0.68
Auswertung
Mittelwert (Gesamtwert und nach Subskala), Gesamtwert von 1 bis 5, jedes Item wird auf einer 5-stufigen Skala (von 1 bis 5) bewertet.
Kontrollverlust
2.571/ 5
Gedanken bezüglich Kontrollverlust, peinlichem Verhalten oder emotionalem Zusammenbruch.
Items6, 8, 9, 11, 12, 13, 14
2.571
15
Körperliche Befürchtungen
3.143/ 5
Gedanken bezüglich physiologischer oder körperlicher Katastrophen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Ersticken.
Items1, 2, 3, 4, 5, 7, 10
3.143
15
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Der ACQ erfasst spezifisch die kognitiven Verzerrungen und extremen Befürchtungen, die typischerweise im Rahmen von Panikattacken oder agoraphobischer Vermeidung auftreten. Der Fokus liegt dabei auf dem konkreten inhaltlichen Aspekt der Angstkognitionen, der oft durch die gezielte Angstbearbeitung in der Therapie veranschaulicht und modifiziert werden soll.
Die Items des Fragebogens decken mehrere zentrale klinische Dimensionen ab:
Körperliche Bedrohungen: Befürchtungen hinsichtlich lebensbedrohlicher medizinischer Notfälle wie Herzinfarkt oder Ersticken.
Psychischer Kontrollverlust: Ängste vor Wahnsinn, Kontrollverlust über das eigene Verhalten oder davor, sich in der Öffentlichkeit unweigerlich lächerlich zu machen.
Kognitive Fehlinterpretation: Das Ausmaß, in dem neutrale oder stressbedingte Körpersignale als Vorboten einer bevorstehenden Katastrophe bewertet werden.
Erwartungsangst: Die mentale Antizipation schlimmstmöglicher Ausgänge während Zuständen starker Erregung, welche oft ein rigides Kontrollbedürfnis nach sich zieht.
Das Instrument richtet sich primär an erwachsene Patientinnen und Patienten mit einer diagnostizierten oder vermuteten Panikstörung, mit oder ohne Agoraphobie, bei denen die kognitive Komponente der Angst im Vordergrund steht.
Wann und warum einsetzen
Kliniker setzen den ACQ vor allem dann ein, wenn die kognitive Komponente von Panikanfällen systematisch erfasst und therapiert werden soll. Dies ist ein entscheidender Schritt, bevor Behandler mit ihren Klienten Exposition strukturiert üben, da unentdeckte katastrophisierende Gedanken den Habituationseffekt massiv blockieren können.
Die konkreten Indikationen für den Einsatz dieses Instruments umfassen:
Basisdiagnostik bei Erstvorstellung: Zur Identifikation spezifischer katastrophisierender Überzeugungen, die als primärer Ansatzpunkt für die kognitive Umstrukturierung dienen.
Symptommonitoring im Therapieverlauf: Um zu überprüfen, ob sich die Häufigkeit panikassoziierter Gedanken durch die Behandlung reduziert, was oft eine regelmäßige Standortbestimmung in der Therapie erfordert.
Vor- und Nachbereitung von Expositionen: Zur Prüfung der Erwartungshaltung des Patienten vor einer Verhaltensübung und zur kognitiven Neubewertung direkt danach.
Fokus auf Kognition versus Somatisierung: Um gezielt herauszuarbeiten, ob eher körperliche Symptome gefürchtet werden oder ob ein Psychoedukationsprogramm zu limitierenden Überzeugungen im Hinblick auf Kontrollverlust indiziert ist.
Ein validierter Punktwert bietet gegenüber dem reinen klinischen Eindruck den entscheidenden Vorteil, dass selbst subtile Veränderungen in der Häufigkeit dysfunktionaler Kognitionen reliabel abgebildet und objektiviert werden können.
Klinische Bibliothek
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Eine Bibliothek, die mit und für Klinikerinnen und Kliniker entwickelt wurde, bereit für den Einsatz in der Sitzung und zur Fortführung zwischen den Terminen.
Nachfolgend finden Sie eine Liste von Gedanken oder Vorstellungen, die Ihnen durch den Kopf gehen können, wenn Sie nervös oder verängstigt sind. Bitte geben Sie an, wie oft jeder dieser Gedanken auftritt, wenn Sie nervös sind. Verwenden Sie dazu die folgende Skala von 1 bis 5:
1. Ich werde mich übergeben.
Dieses Item prüft die Befürchtung eines akuten gastrointestinalen Kontrollverlusts während der Angst.
1 – Der Gedanke kommt nie auf
2 – Der Gedanke kommt selten auf
3 – Der Gedanke kommt die halbe Zeit auf, wenn ich nervös bin
4 – Der Gedanke kommt die meiste Zeit auf, wenn ich nervös bin
5 – Der Gedanke kommt immer auf, wenn ich nervös bin
2. Ich werde in Ohnmacht fallen.
Hier wird die katastrophisierende Angst vor einem plötzlichen Kreislaufzusammenbruch und Bewusstseinsverlust erfasst.
1 – Der Gedanke kommt nie auf
2 – Der Gedanke kommt selten auf
3 – Der Gedanke kommt die halbe Zeit auf, wenn ich nervös bin
4 – Der Gedanke kommt die meiste Zeit auf, wenn ich nervös bin
5 – Der Gedanke kommt immer auf, wenn ich nervös bin
3. Ich muss einen Gehirntumor haben.
Dieser Gedanke spiegelt die hypochondrische Fehlinterpretation von Symptomen als Zeichen einer tödlichen Krankheit wider.
1 – Der Gedanke kommt nie auf
2 – Der Gedanke kommt selten auf
3 – Der Gedanke kommt die halbe Zeit auf, wenn ich nervös bin
4 – Der Gedanke kommt die meiste Zeit auf, wenn ich nervös bin
5 – Der Gedanke kommt immer auf, wenn ich nervös bin
4. Ich werde einen Herzinfarkt bekommen.
Dieses Item misst die klassische kardiophobe Kognition, bei der Herzrasen als akutes und tödliches Herzversagen gedeutet wird.
1 – Der Gedanke kommt nie auf
2 – Der Gedanke kommt selten auf
3 – Der Gedanke kommt die halbe Zeit auf, wenn ich nervös bin
4 – Der Gedanke kommt die meiste Zeit auf, wenn ich nervös bin
5 – Der Gedanke kommt immer auf, wenn ich nervös bin
5. Ich werde ersticken.
Der Fokus liegt hier auf der panischen Interpretation von Atemnot oder einem extremen Engegefühl im Hals.
1 – Der Gedanke kommt nie auf
2 – Der Gedanke kommt selten auf
3 – Der Gedanke kommt die halbe Zeit auf, wenn ich nervös bin
4 – Der Gedanke kommt die meiste Zeit auf, wenn ich nervös bin
5 – Der Gedanke kommt immer auf, wenn ich nervös bin
6. Ich werde mich dumm (lächerlich) verhalten.
Dieses Item erfasst die sozialphobisch gefärbte Befürchtung, durch das eigene Angstverhalten negativ in der Öffentlichkeit aufzufallen.
1 – Der Gedanke kommt nie auf
2 – Der Gedanke kommt selten auf
3 – Der Gedanke kommt die halbe Zeit auf, wenn ich nervös bin
4 – Der Gedanke kommt die meiste Zeit auf, wenn ich nervös bin
5 – Der Gedanke kommt immer auf, wenn ich nervös bin
7. Ich werde erblinden.
Es wird die Angst vor extremen, irreversiblen neurologischen Ausfallerscheinungen im Rahmen der Erregung bewertet.
1 – Der Gedanke kommt nie auf
2 – Der Gedanke kommt selten auf
3 – Der Gedanke kommt die halbe Zeit auf, wenn ich nervös bin
4 – Der Gedanke kommt die meiste Zeit auf, wenn ich nervös bin
5 – Der Gedanke kommt immer auf, wenn ich nervös bin
8. Ich werde nicht in der Lage sein, mich zu kontrollieren.
Die Frage zielt auf die zentrale Befürchtung eines globalen, mentalen und physischen Kontrollverlusts ab.
1 – Der Gedanke kommt nie auf
2 – Der Gedanke kommt selten auf
3 – Der Gedanke kommt die halbe Zeit auf, wenn ich nervös bin
4 – Der Gedanke kommt die meiste Zeit auf, wenn ich nervös bin
5 – Der Gedanke kommt immer auf, wenn ich nervös bin
9. Ich werde jemandem wehtun.
Hierbei handelt es sich um die Angst vor aggressiven Impulsdurchbrüchen infolge der extremen inneren Anspannung.
1 – Der Gedanke kommt nie auf
2 – Der Gedanke kommt selten auf
3 – Der Gedanke kommt die halbe Zeit auf, wenn ich nervös bin
4 – Der Gedanke kommt die meiste Zeit auf, wenn ich nervös bin
5 – Der Gedanke kommt immer auf, wenn ich nervös bin
10. Ich werde einen Schlaganfall bekommen.
Diese Aussage misst die Fehlinterpretation von Schwindel oder neurologischen Missempfindungen als zerebrovaskuläres Ereignis.
1 – Der Gedanke kommt nie auf
2 – Der Gedanke kommt selten auf
3 – Der Gedanke kommt die halbe Zeit auf, wenn ich nervös bin
4 – Der Gedanke kommt die meiste Zeit auf, wenn ich nervös bin
5 – Der Gedanke kommt immer auf, wenn ich nervös bin
11. Ich werde verrückt werden.
Dieses Item erfasst die tiefgreifende Angst vor dem Verlust der psychischen Integrität oder einer drohenden Psychose.
1 – Der Gedanke kommt nie auf
2 – Der Gedanke kommt selten auf
3 – Der Gedanke kommt die halbe Zeit auf, wenn ich nervös bin
4 – Der Gedanke kommt die meiste Zeit auf, wenn ich nervös bin
5 – Der Gedanke kommt immer auf, wenn ich nervös bin
12. Ich werde anfangen zu schreien.
Der Fokus liegt hier auf der Befürchtung, einem plötzlichen, unkontrollierbaren stimmlichen Impuls nachzugeben.
1 – Der Gedanke kommt nie auf
2 – Der Gedanke kommt selten auf
3 – Der Gedanke kommt die halbe Zeit auf, wenn ich nervös bin
4 – Der Gedanke kommt die meiste Zeit auf, wenn ich nervös bin
5 – Der Gedanke kommt immer auf, wenn ich nervös bin
13. Ich werde stottern oder komisch reden.
Hier wird die Angst vor einem kognitiven und motorischen Kontrollverlust der eigenen Sprachfähigkeit geprüft.
1 – Der Gedanke kommt nie auf
2 – Der Gedanke kommt selten auf
3 – Der Gedanke kommt die halbe Zeit auf, wenn ich nervös bin
4 – Der Gedanke kommt die meiste Zeit auf, wenn ich nervös bin
5 – Der Gedanke kommt immer auf, wenn ich nervös bin
14. Ich werde vor Angst gelähmt sein.
Diese Frage untersucht die Befürchtung einer absoluten motorischen Erstarrung im Angstanfall.
1 – Der Gedanke kommt nie auf
2 – Der Gedanke kommt selten auf
3 – Der Gedanke kommt die halbe Zeit auf, wenn ich nervös bin
4 – Der Gedanke kommt die meiste Zeit auf, wenn ich nervös bin
5 – Der Gedanke kommt immer auf, wenn ich nervös bin
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Die Merkblätter, Übungen, Programme und Audios oben: Sie entscheiden, welche Sie Ihren Patienten in der eigens für sie bestimmten mobilen App zur Verfügung stellen.