Fagerström-Test für Nikotinabhängigkeit

Der Fagerström-Test für Nikotinabhängigkeit (FTND) ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Instrument zur Erfassung der körperlichen Tabakabhängigkeit in…

Fagerström-Test für Nikotinabhängigkeit
Fragen
6
Dauer
3 Min.
Originaltitel
FTND — Fagerström Test for Nicotine Dependence
Adaptation
Fagerström-Test für Nikotinabhängigkeit
Autoren
Heatherton, T.F., Kozlowski, L.T., Frecker, R.C., & Fagerström, K.O.
Erstellt
1991

Der Fagerström-Test für Nikotinabhängigkeit (FTND) ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Instrument zur Erfassung der körperlichen Tabakabhängigkeit in der klinischen Praxis. Anstatt lediglich die konsumierte Tabakmenge abzufragen, erfasst der Fragebogen spezifische Verhaltensmuster, die den Grad der physischen Gewöhnung an Nikotin verlässlich abbilden. Dies erlaubt es Fachkräften, die Intensität der Sucht sehr präzise und zeitökonomisch zu quantifizieren.

Für psychologische und medizinische Behandler stellt der FTND ein fundamentales Werkzeug der Suchtdiagnostik und der systematischen Therapieplanung dar. Wenn Patienten sich dazu entschließen, den Tabakkonsum einzustellen und somit einen neuen Vorsatz umsetzen möchten, hängt die Wahl der passenden Intervention stark von der gemessenen körperlichen Abhängigkeit ab. Ein validiertes Instrument hilft dabei, Entzugssymptome realistisch zu antizipieren und die Erfolgswahrscheinlichkeit der Behandlung optimal einzuschätzen.

Die wiederholte Erhebung des Tests erleichtert das klinische Monitoring bei schrittweiser Reduktion oder nach einem Rückfall. Da der Griff zur Zigarette fest im Alltag verankert ist, müssen Therapeuten häufig zunächst automatische Verhaltensweisen psychoedukativ bearbeiten, um echte Verhaltensänderungen anzustoßen. Der FTND liefert hierfür den verlässlichen und unverzichtbaren diagnostischen Startpunkt.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
5/ 10
Ein kurzer 6-Item-Selbstbeurteilungsfragebogen zur Erfassung des Grades der körperlichen Nikotinabhängigkeit bei erwachsenen Rauchern. Er misst objektiv die Intensität der Tabakabhängigkeit, steuert die klinische Behandlung (Nikotinersatztherapien, pharmakologische Behandlungen, motivierende Beratung) und überwacht deren Verlauf während der Entwöhnung.
0–2
Keine Abhängigkeit
3–4
Geringe Abhängigkeit
5–6
Mittlere Abhängigkeit
5
7–10
Hohe oder sehr hohe Abhängigkeit
généralegemischt · Allgemeinbevölkerung · aktuelle Raucher · Vereinigte Staaten · n = 422 · 2013 · DiFranza et al. (2013)
010
5
M = 2.5 ± 2.5
généraleMänner · Allgemeinbevölkerung · Männer · Spanien (Galicien) · n = 941 · 2004 · Pérez-Ríos et al. (2009)
010
5
M = 2.9
généraleFrauen · Allgemeinbevölkerung · Frauen · Spanien (Galicien) · n = 714 · 2004 · Pérez-Ríos et al. (2009)
010
5
M = 2.3
Auswertung
Summe, Gesamtpunktzahl von 0 bis 10, die Bewertung der Antwortoptionen variiert je nach Item (siehe jeweilige Frage).

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Was der Test misst

Der FTND misst die Ausprägung der körperlichen Abhängigkeit von Nikotin durch die Erhebung von sechs konkreten Verhaltensindikatoren. Der Fragebogen verzichtet auf abstrakte psychologische Konstrukte und konzentriert sich stattdessen auf beobachtbare Konsummuster im Alltag.

  • Morgendlicher Konsum: Die Zeitspanne zwischen dem Erwachen und der ersten Zigarette als zuverlässigster Prädiktor der physischen Abhängigkeit.
  • Konsummenge: Die durchschnittliche Anzahl der täglich gerauchten Zigaretten zur Beurteilung der quantitativen Nikotinexposition.
  • Verzichtsfähigkeit: Die Schwierigkeit des Patienten, in Situationen mit offiziellem Rauchverbot abstinent zu bleiben.
  • Dringlichkeit: Die subjektiv empfundene Bedeutung spezifischer Zigaretten am Tag.
  • Krankheitsverhalten: Der anhaltende Tabakkonsum trotz starker körperlicher Einschränkung oder Bettlägerigkeit.

Der Test ist für den Einsatz bei jugendlichen sowie erwachsenen Patientinnen und Patienten konzipiert, bei denen das Ausmaß der Nikotinabhängigkeit klinisch festgestellt werden muss.

Wann und warum einsetzen

Kliniker nutzen den FTND primär, um Tabakentwöhnungsprogramme evidenzbasiert zu strukturieren und das individuelle Risiko für Rückfälle vorausschauend zu identifizieren. Eine genaue Erfassung der zu erwartenden Entzugsdynamik ist wichtig, da Behandelnde bei starken Rauchern oft zuerst Entscheidungsblockaden lösen müssen, bevor ein Abstinenzversuch gestartet werden kann.

  • Eingangsdiagnostik: Zur Feststellung der Ausgangslage der Nikotinabhängigkeit bei Beginn einer Suchttherapie.
  • Indikationsstellung: Zur klinischen Entscheidung, ob eine Verhaltenstherapie ausreicht oder eine medikamentöse Unterstützung zwingend geboten ist.
  • Rückfallprävention: Zur Erkennung hochgradig abhängiger Personen, die im Prozess des Entzugs einer besonders engmaschigen klinischen Führung bedürfen.
  • Emotionsregulation: Wenn der Tabakkonsum primär der Bewältigung dient, müssen Behandler dysfunktionale Emotionen erkennen und durch gesunde ersetzen, was bei schwerer Abhängigkeit zwingend parallel zu einer medikamentösen Substitution erfolgt.

Ein etablierter Score quantifiziert das Abhängigkeitspotenzial anhand valider Vergleichskriterien und bietet so eine fundierte Entscheidungsgrundlage über den rein subjektiven klinischen Eindruck hinaus. Er fördert die Grundlagen psychischer Gesundheit, da er das Suchtverhalten messbar und somit gezielt behandelbar macht.

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Die Fragen

  1. Bitte beantworten Sie jede der folgenden Fragen zu Ihrem Tabakkonsum so ehrlich wie möglich.
    1. Wie lange nach dem Aufwachen rauchst du morgens deine erste Zigarette?
    Diese Frage erfasst den Drang nach Nikotin nach der nächtlichen Abstinenz und gilt als stärkster Indikator der Abhängigkeit.
    • Innerhalb von 5 Minuten
    • 6–30 Minuten
    • 31–60 Minuten
    • Mehr als 60 Minuten
  2. 2. Findest du es schwierig, an Orten, an denen das Rauchen verboten ist, nicht zu rauchen? (z. B. Kinos, Bibliotheken)
    Hier wird die Kontrollfähigkeit über das eigene Konsumverhalten in restriktiven Umgebungen überprüft.
    • Ja
    • Nein
  3. 3. Auf welche Zigarette würdest du am schwersten verzichten?
    Dieses Item bewertet die subjektive Bedeutsamkeit und den empfundenen Belohnungswert spezifischer Konsumzeitpunkte.
    • Auf die erste des Tages
    • Auf eine andere
  4. 4. Wie viele Zigaretten rauchst du durchschnittlich pro Tag?
    Die tägliche Konsummenge dient als quantitatives Maß für die generelle Nikotinexposition des Körpers.
    • 10 oder weniger
    • 11 bis 20
    • 21 bis 30
    • 31 oder mehr
  5. 5. Rauchst du in den ersten Stunden des Morgens in kürzeren Abständen als während des restlichen Tages?
    Diese Frage beleuchtet das morgendliche Kompensationsverhalten zur raschen Überwindung des nächtlichen Nikotinentzugs.
    • Ja
    • Nein
  6. 6. Rauchst du, wenn du so krank bist, dass du fast den ganzen Tag im Bett bleiben musst?
    Hiermit wird gemessen, inwieweit das Suchtverhalten selbst starken körperlichen Einschränkungen oder gesundheitlichen Warnsignalen trotzt.
    • Ja
    • Nein
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