DAST-10 — Drug Abuse Screening Test

Der Drug Abuse Screening Test (DAST-10) ist ein etabliertes, international anerkanntes Selbstbeurteilungsverfahren, das Klinikern eine schnelle und…

DAST-10 — Drug Abuse Screening Test
Fragen
10
Dauer
5 Min.
Originaltitel
DAST-10 — Drug Abuse Screening Test
Adaptation
DAST-10 — Drug Abuse Screening Test
Autoren
Skinner, H. A.
Erstellt
1982

Der Drug Abuse Screening Test (DAST-10) ist ein etabliertes, international anerkanntes Selbstbeurteilungsverfahren, das Klinikern eine schnelle und standardisierte Einschätzung des Drogen- und Medikamentenkonsums ermöglicht. Im Gegensatz zu allgemeinen Sucht-Screenings klammert der DAST-10 den Konsum von Alkohol und Tabak bewusst aus. Er fokussiert sich gezielt auf den Missbrauch von illegalen Substanzen sowie die Zweckentfremdung von verschreibungspflichtigen Medikamenten in den vergangenen zwölf Monaten. Die gezielte Diagnostik ist oft der erste Schritt, wenn Therapeuten mit Patienten die Grundlagen psychischer Gesundheit erarbeiten.

In der Praxis bewährt sich das Instrument besonders durch seine ökonomische Kürze von zehn dichotomen Fragen, die dennoch eine hohe Sensitivität aufweisen. Die Abfrage erfasst nicht nur das reine Konsummuster, sondern beleuchtet auch automatische Verhaltensweisen der Beschaffung und die psychosozialen Konsequenzen. Gerade weil Suchterkrankungen häufig mit Verheimlichung einhergehen, bietet der validierte Fragebogen einen neutralen und entpathologisierenden Einstieg, um beispielsweise begleitende Scham kognitiv bearbeiten zu können. Der Test unterstützt Behandler maßgeblich bei der fundierten Indikationsstellung für eine vertiefte Suchtbehandlung.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
5/ 10
Der DAST-10 ist ein kurzer (10 Items umfassender) Selbstbeurteilungsfragebogen zum Screening auf problematischen Konsum psychoaktiver Substanzen, ausgenommen Alkohol und Tabak. Abgeleitet aus dem DAST-28 von Skinner (1982), erfasst er den Schweregrad von Problemen im Zusammenhang mit Drogenkonsum und -fehlgebrauch (Fehlgebrauch verschreibungspflichtiger Medikamente und illegaler Drogen) in den vergangenen 12 Monaten. Er ist in der Primärversorgung, Psychiatrie und Suchtmedizin anwendbar, liefert einen quantitativen Index für das Ausmaß drogenbezogener Probleme und leitet die weitere klinische Diagnostik an.
0–0
Keine Probleme angegeben
1–2
Geringer Schweregrad
3–5
Mittlerer Schweregrad
5
6–8
Erheblicher Schweregrad
9–10
Schwerer Schweregrad
Diagnosekriterien wahrscheinlich erfüllt; intensive ambulante Behandlung.
cliniquegemischt · Pathologie: Störungen durch Drogenkonsum · 18–60 Jahre · Mexiko · n = 565 · 2015
010
5
M = 5.44 ± 2.91
Zur Information
Cut-off≥ 3Positives Screening
Empfohlener Cut-off-Wert zur Fallfindung für die 10-Item-Version.
Auswertung
Summe, Gesamtwert von 0 bis 10, jedes Item wird mit 0 oder 1 bewertet.

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Was der Test misst

Der DAST-10 quantifiziert das Ausmaß drogenbezogener Probleme und die psychosoziale Belastung durch den Substanzkonsum. Er liefert einen globalen Schweregrad, der sich aus verschiedenen klinischen Dimensionen zusammensetzt:

  • Konsummuster: Die Verwendung nicht-indizierter Substanzen sowie der zeitgleiche Mischkonsum mehrerer Drogen.
  • Kontrollverlust: Die subjektive Unfähigkeit, den Konsum trotz gegenteiliger Absicht zu beenden, was den Übergang in zwanghafte, automatische Verhaltensweisen markiert.
  • Psychologische Belastung: Begleitende negative Emotionen wie tiefe Schuldgefühle oder das Bedürfnis, eine drogenbedingte Selbstabwertung therapeutisch bearbeiten zu müssen.
  • Psychosoziale Konsequenzen: Konflikte mit dem familiären Umfeld, Vernachlässigung von Verpflichtungen und illegale Aktivitäten zur Beschaffung.
  • Physische Folgeschäden: Das Auftreten von Entzugssymptomen, kognitiven Ausfällen oder direkten medizinischen Komplikationen.

Das Instrument richtet sich primär an erwachsene Patienten in der psychiatrischen, psychotherapeutischen oder primärärztlichen Versorgung, bei denen der Verdacht auf einen problematischen Substanzgebrauch (exklusive Alkohol) besteht.

Wann und warum einsetzen

Der DAST-10 lässt sich flexibel und zeitsparend in den klinischen Alltag integrieren. Der Einsatz empfiehlt sich besonders an entscheidenden diagnostischen Schnittstellen:

  • Aufnahmediagnostik und Triage: Zur systematischen Früherkennung von Substanzgebrauchsstörungen beim Erstkontakt, bevor man tiefergehende Grundüberzeugungen klären kann.
  • Differenzialdiagnostik: Zur Abgrenzung, ob affektive Symptome primär substanzinduziert sind oder ob Patienten versuchen, durch den Konsum gezielt Gefühle zu betäuben, anstatt dysfunktionale Emotionen erkennen und durch gesunde ersetzen zu lernen.
  • Indikationsstellung: Um den Schweregrad der Problematik zu objektivieren und die Notwendigkeit einer spezialisierten suchtmedizinischen Behandlung zu rechtfertigen.
  • Verlaufskontrolle: Zur Überprüfung der Abstinenz oder Konsumreduktion im weiteren Behandlungsverlauf, ähnlich einer strukturierten Wochenbilanz bei anderen Störungsbildern.

Ein validierter Punktwert schützt Fachpersonen vor der häufigen diagnostischen Unterschätzung versteckter Substanzprobleme und liefert einen klaren, schweregradgestuften Handlungsalgorithmus, der die reine klinische Intuition sicher untermauert.

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Die Fragen

  1. Die folgenden Fragen beziehen sich auf Ihren Konsum von Medikamenten, die nicht für medizinische Zwecke bestimmt sind, sowie von Drogen in den vergangenen 12 Monaten. Unter „Drogenkonsum“ wird verstanden: (1) die Verwendung von verschreibungspflichtigen oder rezeptfreien Medikamenten in höheren Dosen als verschrieben oder aus anderen als den vorgesehenen Gründen; und (2) jeglicher nicht-medizinische Konsum von Drogen (z. B. Cannabis, Kokain, Stimulanzien, Halluzinogene, Opiate, Beruhigungsmittel). Die verschiedenen Drogenkategorien können umfassen: Cannabis (Marihuana, Haschisch), Lösungsmittel, Beruhigungsmittel (z. B. Valium), Barbiturate, Kokain, Stimulanzien (z. B. Amphetamine), Halluzinogene (z. B. LSD) oder Narkotika (z. B. Heroin). Bitte antworten Sie auf jede Frage mit „Ja“ oder „Nein“. Alkohol und Tabak sind nicht inbegriffen.
    1. Hast du andere Drogen als die aus medizinischen Gründen erforderlichen konsumiert?
    Diese Frage erfasst den grundsätzlichen Gebrauch von illegalen Substanzen oder missbräuchlich verwendeten Medikamenten.
    • Nein
    • Ja
  2. 2. Konsumierst du mehrere Drogen gleichzeitig?
    Hiermit wird das Vorliegen eines riskanten Mischkonsums (Polytoxikomanie) identifiziert.
    • Nein
    • Ja
  3. 3. Schaffst du es immer, mit dem Drogenkonsum aufzuhören, wenn du es willst?
    Dieses Item prüft den subjektiven Kontrollverlust, ein zentrales diagnostisches Kriterium der Substanzabhängigkeit.
    • Nein
    • Ja
  4. 4. Hattest du infolge deines Drogenkonsums schon einmal „Blackouts“ oder „Flashbacks“?
    Hierbei stehen neurologische und kognitive Ausfallerscheinungen im Fokus, die auf toxische Effekte hindeuten.
    • Nein
    • Ja
  5. 5. Fühlst du dich wegen deines Drogenkonsums manchmal schlecht oder schuldig?
    Diese Frage zielt auf die emotionale Belastung und das Störungsbewusstsein des Patienten ab.
    • Nein
    • Ja
  6. 6. Beschwert sich dein(e) Partner(in) (oder deine Eltern) manchmal über deinen Drogenkonsum?
    Die Fremdwahrnehmung durch nahe Angehörige dient als Indikator für externe psychosoziale Konflikte.
    • Nein
    • Ja
  7. 7. Hast du deine Familie wegen deines Drogenkonsums vernachlässigt?
    Hier wird erfasst, inwiefern der Suchtdruck familiäre und soziale Verantwortlichkeiten verdrängt.
    • Nein
    • Ja
  8. 8. Bist du illegalen Aktivitäten nachgegangen, um dir Drogen zu beschaffen?
    Diese Frage detektiert Beschaffungskriminalität und schwerwiegende gesellschaftliche Entgleisungen.
    • Nein
    • Ja
  9. 9. Hattest du schon einmal Entzugserscheinungen (hast du dich krank gefühlt), als du mit dem Drogenkonsum aufgehört hast?
    Das Item überprüft das Vorliegen einer physischen Abhängigkeit durch erlebbare Entzugserscheinungen.
    • Nein
    • Ja
  10. 10. Hattest du infolge deines Drogenkonsums medizinische Probleme (z. B. Gedächtnisverlust, Hepatitis, Krampfanfälle, Blutungen etc.)?
    Den Abschluss bildet die Erfassung manifester somatischer und neurologischer Folgeschäden des Konsums.
    • Nein
    • Ja
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