Chalder-Müdigkeitsskala

Die Chalder Fatigue Scale (CFS), im deutschen Sprachraum in der Validierung von Martin et al.

Chalder-Müdigkeitsskala
Fragen
11
Dauer
5 Min.
Originaltitel
Chalder Fatigue Scale
Adaptation
Chalder-Müdigkeitsskala
Autoren
Chalder, T., Berelowitz, G., Pawlikowska, T., Watts, L., Wessely, S., Wright, D., & Wallace, E. P.
Erstellt
1993

Die Chalder Fatigue Scale (CFS), im deutschen Sprachraum in der Validierung von Martin et al. als Fatigue-Skala (FS) bekannt, ist eines der am häufigsten eingesetzten Instrumente zur multidimensionalen Messung von Erschöpfung. Sie wurde entwickelt, um das Ausmaß physischer und mentaler Erschöpfung reliabel zu quantifizieren, ohne die Symptomatik a priori einer spezifischen somatischen oder psychiatrischen Diagnose zuzuordnen. Für Behandler bietet die Skala eine standardisierte Möglichkeit, Fatigue bei Patientinnen und Patienten objektivierbar zu machen und im Rahmen der Grundlagen psychischer Gesundheit: Psychoedukationsprogramm fundiert zu besprechen.

Im klinischen Alltag erweist sich die CFS als besonders wertvoll, da sie ein transdiagnostisches Symptom adressiert. Chronische Erschöpfung tritt häufig begleitend bei affektiven Störungen, Post-COVID-Erkrankungen oder somatoformen Beschwerdebildern auf. Die Unterteilung in eine körperliche und eine kognitive Dimension hilft Fachpersonen, den Schwerpunkt der Belastung präzise zu identifizieren. Um Ressourcen im Alltag richtig einzuteilen, kann begleitend ein Aktuelles Aktivitäteninventar: Zeitnutzung in der Therapie eingesetzt werden. Wenn Betroffene lernen müssen, mit ihrer eingeschränkten Energie besser umzugehen, unterstützt das Wissen um die genaue Ausprägung der Fatigue dabei, Resilienz aufbauen: psychoedukatives Programm für die Praxis gezielt als Coping-Strategie zu nutzen.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
15/ 33
Die Chalder Fatigue Scale (CFQ-11) ist ein Selbstbeurteilungsfragebogen mit 11 Items zur Erfassung des Schweregrads körperlicher und mentaler Fatigue. Ursprünglich zur Erfassung des Chronischen Fatigue-Syndroms (CFS) entwickelt, wird sie heute breit in verschiedenen klinischen Populationen (Krebserkrankungen, Autoimmunerkrankungen, neurologische Erkrankungen, Long Covid) sowie in der Allgemeinbevölkerung eingesetzt. Dieses Instrument quantifiziert die Intensität der Fatigue und unterscheidet körperliche Erschöpfung von kognitiver Fatigue.
allgemeingemischt · Allgemeinbevölkerung · 16–96 Jahre · Deutschland · n = 2519 · 2025 · Petersen et al. (2025)
033
15
M = 10.59 ± 4.81
allgemeingemischt · Allgemeinbevölkerung · 20–40 Jahre · Türkei · n = 476 · 2022 · Adın et al. (2022)
033
15
M = 10.7 ± 4.9
allgemeinweiblich · Allgemeinbevölkerung · weiblich · 20–40 Jahre · Türkei · n = 212 · 2022 · Adın et al. (2022)
033
15
M = 12.2 ± 4.8
allgemeinmännlich · Allgemeinbevölkerung · männlich · 20–40 Jahre · Türkei · n = 264 · 2022 · Adın et al. (2022)
033
15
M = 9.4 ± 4.6
allgemeingemischt · Bevölkerungsstichprobe · Vereinigtes Königreich · n = 1615 · Cella et al. (2010)
033
15
M = 14.2 ± 4.6
klinischgemischt · Erkrankung: Depression · mit klinisch relevanter Depression · 16–96 Jahre · Deutschland · 2025 · Petersen et al. (2025)
033
15
M = 17.27 ± 6.47
klinischgemischt · Erkrankung: CFS · Vereinigtes Königreich · n = 361 · Cella et al. (2010)
033
15
M = 24.4 ± 5.8
Zur Information
Cut-off≥ 12Signifikante Fatigue
Optimaler Cut-off-Wert in der ROC-Analyse gegenüber einem externen Fatigue-Kriterium.
Adın et al. (2022)Zur Studie ↗
Cut-off≥ 29CFS-Diskrimination
Ein Score von 29 diskriminiert in 96 % der Fälle zwischen CFS-Betroffenen und der Bevölkerungsstichprobe.
Cella et al. (2010)Zur Studie ↗
Cut-off≥ 30CFS-Diskrimination (100 %)
Ein Score im 30er-Bereich diskriminierte in 100 % der Fälle.
Cella et al. (2010)Zur Studie ↗
Auswertung
Gesamtsumme und Subskalensummen, Gesamtscore im Bereich von 0 bis 33, jedes Item wird auf einer 4-stufigen Skala (von 0 bis 3) bewertet.
Mentale Fatigue
6/ 12
Kognitive Fatigue: Konzentrations-, Gedächtnis- und Wortfindungsschwierigkeiten.
Items 8, 9, 10, 11
allgemeingemischt · Allgemeinbevölkerung · 16–96 Jahre · Deutschland · n = 2519 · 2025 · Petersen et al. (2025)
012
6
M = 3.67 ± 1.66
allgemeinweiblich · Allgemeinbevölkerung · weiblich · 20–40 Jahre · Türkei · n = 212 · 2022 · Adın et al. (2022)
012
6
M = 3.7 ± 1.8
allgemeinmännlich · Allgemeinbevölkerung · männlich · 20–40 Jahre · Türkei · n = 264 · 2022 · Adın et al. (2022)
012
6
M = 3.1 ± 1.8
Körperliche Fatigue
9/ 21
Körperliche Fatigue: verminderte Energie, Schwäche und physische Erschöpfung.
Items 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7
allgemeingemischt · Allgemeinbevölkerung · 16–96 Jahre · Deutschland · n = 2519 · 2025 · Petersen et al. (2025)
021
9
M = 6.93 ± 3.52
allgemeinweiblich · Allgemeinbevölkerung · weiblich · 20–40 Jahre · Türkei · n = 212 · 2022 · Adın et al. (2022)
021
9
M = 8.6 ± 3.8
allgemeinmännlich · Allgemeinbevölkerung · männlich · 20–40 Jahre · Türkei · n = 264 · 2022 · Adın et al. (2022)
021
9
M = 6.3 ± 3.4

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Was der Test misst

Die Chalder Fatigue Scale misst den aktuellen Schweregrad der Erschöpfungssymptomatik über einen retrospektiven Zeitraum des letzten Monats. Das Instrument differenziert dabei zwischen zwei klinisch bedeutsamen Hauptdimensionen:

  • Physische Fatigue: Erfasst körperliche Aspekte wie allgemeine Müdigkeit, ein erhöhtes Ruhebedürfnis, Schwächegefühl in der Muskulatur und mangelnde Energie für den Beginn von Aktivitäten.
  • Mentale Fatigue: Bewertet kognitive Einbußen, darunter Konzentrationsschwierigkeiten, Probleme beim klaren Denken, Wortfindungsstörungen (Versprecher) und subjektiv erlebte Gedächtnislücken.

Das Instrument richtet sich primär an erwachsene Patientinnen und Patienten, bei denen unklare oder chronische Erschöpfungszustände abgeklärt werden sollen. In der Therapie kann dieses Profil helfen, Interventionen wie eine Wochenbilanz: Verhaltensaktivierung wöchentlich verankern exakt an das aktuelle Leistungsvermögen anzupassen.

Wann und warum einsetzen

Der Einsatz der Chalder Fatigue Scale empfiehlt sich, wenn Erschöpfung als Leitsymptom oder als hartnäckige Begleiterscheinung im therapeutischen Prozess auftritt.

  • Eingangsdiagnostik: Um die Basisbelastung durch Fatigue zu quantifizieren und physische von mentalen Erschöpfungskomponenten zu unterscheiden, oft ergänzt durch einen Kurzer Körperscan als Audio-Tool für die klinische Praxis, um die Körperwahrnehmung zu schulen.
  • Verlaufsmonitoring: Um im Rahmen von Pacing-Strategien die Effekte therapeutischer Interventionen auf das Energieniveau sichtbar zu machen.
  • Screening und Fallidentifikation: Um mittels bimodaler Auswertung festzustellen, ob ein relevanter Fall von schwerer Fatigue vorliegt und die Erschöpfung über normale Alltagsbelastungen hinausgeht.
  • Behandlungsplanung: Um zu entscheiden, ob der Fokus auf kognitive Entlastung oder auf den schrittweisen Aufbau körperlicher Ausdauer gelegt werden muss.

Ein validierter Summenwert liefert ein präzises Maß für den Schweregrad, das über den rein subjektiven Eindruck hinausgeht und eine verlässliche Verlaufsdokumentation ermöglicht. Zeigt der Wert eine starke akute Erschöpfung an, kann eine Schnelle Entspannung: Geführtes Audio für die Therapie als niedrigschwellige Maßnahme direkt in der Sitzung integriert werden.

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Die Fragen

  1. Wir möchten wissen, ob Sie im vergangenen Monat unter Müdigkeit, Schwäche oder Energiemangel gelitten haben. Bitte beantworten Sie ALLE Fragen, indem Sie die Antwort auswählen, die am besten auf Sie zutrifft. Wenn Sie sich schon lange müde fühlen, vergleichen Sie Ihren aktuellen Zustand bitte mit der Zeit, in der Sie sich zuletzt gesund und wohl gefühlt haben.
    1. Fühlst du dich müde?
    Erfasst das grundlegende Vorhandensein von allgemeiner Müdigkeit als klinischen Belastungsfaktor.
    • Weniger als üblich
    • Nicht mehr als üblich
    • Mehr als üblich
    • Viel mehr als üblich
  2. 2. Musst du dich öfter ausruhen?
    Überprüft das gesteigerte Erholungsbedürfnis im Vergleich zum prämorbiden oder gesunden Zustand.
    • Weniger als üblich
    • Nicht mehr als üblich
    • Mehr als üblich
    • Viel mehr als üblich
  3. 3. Fühlst du dich schläfrig oder benommen?
    Fokussiert auf das akute, körperliche Erleben von Schläfrigkeit und Mattigkeit im Alltag.
    • Weniger als üblich
    • Nicht mehr als üblich
    • Mehr als üblich
    • Viel mehr als üblich
  4. 4. Hast du Schwierigkeiten, mit Aktivitäten zu beginnen?
    Bewertet die Einschränkung der Antriebskraft und die Hürde beim Starten von neuen Aktivitäten.
    • Weniger als üblich
    • Nicht mehr als üblich
    • Mehr als üblich
    • Viel mehr als üblich
  5. 5. Fehlt es dir an Energie?
    Zielt auf das generelle Energiedefizit ab, das die Handlungsfähigkeit der Betroffenen erschwert.
    • Weniger als üblich
    • Nicht mehr als üblich
    • Mehr als üblich
    • Viel mehr als üblich
  6. 6. Hast du weniger Kraft in deinen Muskeln?
    Erfragt spezifisch das subjektive Erleben von muskulärer Schwäche oder physischer Erschöpfung.
    • Weniger als üblich
    • Nicht mehr als üblich
    • Mehr als üblich
    • Viel mehr als üblich
  7. 7. Fühlst du dich schwach?
    Erfasst das ganzheitliche, körperliche Schwächegefühl unabhängig von konkreten körperlichen Tätigkeiten.
    • Weniger als üblich
    • Nicht mehr als üblich
    • Mehr als üblich
    • Viel mehr als üblich
  8. 8. Hast du Konzentrationsschwierigkeiten?
    Untersucht kognitive Erschöpfung anhand der Fähigkeit, die Aufmerksamkeit über längere Zeit aufrechtzuerhalten.
    • Weniger als üblich
    • Nicht mehr als üblich
    • Mehr als üblich
    • Viel mehr als üblich
  9. 9. Hast du Probleme, klar zu denken?
    Beleuchtet den Verlust kognitiver Klarheit, oft von Betroffenen als nebliges Gefühl beschrieben.
    • Weniger als üblich
    • Nicht mehr als üblich
    • Mehr als üblich
    • Viel mehr als üblich
  10. 10. Versprichst du dich beim Sprechen?
    Erfasst sprachliche Fehlleistungen als Indikator für eine beginnende mentale Überlastung.
    • Weniger als üblich
    • Nicht mehr als üblich
    • Mehr als üblich
    • Viel mehr als üblich
  11. 11. Hast du Gedächtnisprobleme?
    Zielt auf subjektiv wahrgenommene Defizite in der Gedächtnisleistung und im kurzfristigen Abruf von Informationen ab.
    • Weniger als üblich
    • Nicht mehr als üblich
    • Mehr als üblich
    • Viel mehr als üblich
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