CAGE-Fragebogen

Der CAGE-Fragebogen ist eines der bekanntesten und am häufigsten eingesetzten Screening-Instrumente zur frühzeitigen Erkennung von problematischem…

CAGE-Fragebogen
Fragen
4
Dauer
2 Min.
Originaltitel
CAGE Questionnaire
Adaptation
CAGE-Fragebogen
Autoren
Ewing, J. A.
Erstellt
1984

Der CAGE-Fragebogen ist eines der bekanntesten und am häufigsten eingesetzten Screening-Instrumente zur frühzeitigen Erkennung von problematischem Alkoholkonsum und Alkoholabhängigkeit. Anders als viele andere Tests fokussiert er sich nicht auf die exakte Quantifizierung von Trinkmengen oder Frequenzen, sondern auf die subjektiven, verhaltensbezogenen und sozialen Konsequenzen des Alkoholkonsums. Diese Konsequenzen sind oft tief in den Alltag der Betroffenen verwoben, wenn Trinken zunehmend genutzt wird, um Belastungen auszugleichen oder grundlegende Emotionen zu regulieren – ein Muster, das aufzeigt, wie wichtig intakte Grundlagen psychischer Gesundheit für die alltägliche Bewältigung sind.

Seine außergewöhnliche Kürze von nur vier Fragen macht ihn zu einem idealen Werkzeug für die klinische Routine, sei es im somatischen Erstkontakt oder in der psychiatrisch-psychotherapeutischen Anamnese. Der CAGE deckt effektiv abwehrbehaftete und tabuisierte Aspekte des Trinkens auf. Häufig geht Suchtverhalten mit starren Routinen einher; wird ein Problem identifiziert, kann es therapeutisch sinnvoll sein, solche automatische Verhaltensweisen psychoedukativ zu bearbeiten. Der Fragebogen liefert eine valide Entscheidungsgrundlage, um im Bedarfsfall eine weiterführende suchtmedizinische Diagnostik einzuleiten.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
2/ 4
Der CAGE ist ein kurzes Screening-Instrument (4 Fragen) für problematischen Alkoholkonsum und Alkoholabhängigkeit. Er wurde 1984 von John A. Ewing entwickelt und wird in der Primärversorgung sowie im Krankenhausbereich breit eingesetzt, um Patienten, bei denen wahrscheinlich eine Alkoholkonsumstörung vorliegt, schnell zu identifizieren und sie einer weiterführenden Diagnostik zuzuführen. Das Akronym CAGE steht für die vier untersuchten Themenbereiche: Cut down (Konsum reduzieren), Annoyed (durch Kritik verärgert), Guilty (Schuldgefühle), Eye-opener (morgendlicher Alkoholkonsum).
0–1
Screening nicht positiv
2–4
Positives Screening
2
Empfohlener Screening-Cut-off in klinischen Populationen; angegebene Sensitivität für hospitalisierte Patienten.
Zur Information
Cut-off2–3Hoher Verdacht
Klassischer Screening-Cut-off für eine alkoholbezogene Störung.
O'Brien (2008)Zur Studie
Cut-off≥ 4Praktisch diagnostisch
Vier positive Antworten machen eine Alkoholabhängigkeit hochgradig wahrscheinlich.
O'Brien (2008)Zur Studie
Auswertung
Summe, Gesamtpunktzahl von 0 bis 4, jedes Item wird mit 0 oder 1 bewertet.

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Was der Test misst

Der CAGE-Fragebogen erfasst nicht die konkrete Trinkmenge in Litern oder Gramm, sondern die psychosozialen und subjektiven Auswirkungen des Alkoholkonsums anhand von vier prägnanten Kernkriterien:

  • Kontrollverlust (Cut down): Das persönliche, oft wiederkehrende Empfinden, den eigenen Konsum reduzieren zu müssen.
  • Reizbarkeit (Annoyed): Abwehr, Frustration oder offener Ärger als Reaktion auf Kritik aus dem sozialen Umfeld – eine Dynamik, bei der Patienten lernen können, Ärger funktional zu reflektieren.
  • Schuldgefühl (Guilty): Das Erleben von Reue oder Gewissensbissen in Bezug auf das eigene Trinkverhalten, welches oft erfordert, verborgene Scham kognitiv bearbeiten zu müssen, um ehrlich über das Problem sprechen zu können.
  • Körperliche Abhängigkeit (Eye-opener): Morgendlicher Konsum als Selbstmedikation zur Linderung von Entzugssymptomen oder zur vegetativen Stabilisierung.

Das Instrument richtet sich primär an erwachsene Patientinnen und Patienten im Rahmen der somatischen oder psychotherapeutischen Basisdiagnostik.

Wann und warum einsetzen

Der Einsatz des CAGE-Fragebogens empfiehlt sich in der täglichen Praxis immer dann, wenn ein niederschwelliges, aber hochsensibles Screening ohne großen Zeitaufwand erforderlich ist:

Der validierte Score bietet dem Behandelnden einen objektiven Schwellenwert (Cut-off), der über den reinen klinischen Eindruck hinausgeht und die Notwendigkeit einer gezielten suchtmedizinischen Intervention objektiv untermauert.

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Die Fragen

  1. Die folgenden Fragen beziehen sich auf Ihren Alkoholkonsum im Laufe Ihres gesamten Lebens (und nicht nur auf die aktuelle Zeit). Bitte beantworten Sie jede der vier Fragen mit „Ja“ oder „Nein“.
    1. Hast du schon einmal das Bedürfnis verspürt, deinen Alkoholkonsum zu reduzieren?
    Diese Frage zielt auf das subjektive Störgefühl und den inneren Wunsch ab, die Kontrolle über das eigene Trinkverhalten zurückzugewinnen.
    • Nein
    • Ja
  2. 2. Hat dein Umfeld schon einmal Bemerkungen über deinen Alkoholkonsum gemacht?
    Hierbei wird die Abwehrreaktion gegenüber dem sozialen Umfeld erfasst, welche häufig ein Indiz für Verleugnung und mangelnde Krankheitseinsicht ist.
    • Nein
    • Ja
  3. 3. Hattest du schon einmal das Gefühl, zu viel zu trinken, oder hast du dich wegen deines Alkoholkonsums schon einmal schuldig gefühlt?
    Dieser Aspekt beleuchtet selbstabwertende Kognitionen und Reuegefühle, die oft mit heimlichem oder exzessivem Trinken einhergehen.
    • Nein
    • Ja
  4. 4. Hast du schon einmal morgens Alkohol gebraucht, um dich fit zu fühlen („Eye-Opener“)?
    Diese Frage prüft das Vorliegen einer physischen Abhängigkeit, insbesondere die Notwendigkeit, frühmorgendliche vegetative Entzugssymptome zu kupieren.
    • Nein
    • Ja
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