Smartphone Addiction Scale - Short Version (SAS-SV)

Die Smartphone Addiction Scale - Short Version (SAS-SV) ist ein etabliertes, validiertes Screening-Instrument zur systematischen Erfassung einer…

Smartphone Addiction Scale - Short Version (SAS-SV)
Fragen
10
Dauer
3 Min.
Originaltitel
SAS-SV — Smartphone Addiction Scale
Adaptation
Smartphone Addiction Scale - Short Version (SAS-SV)
Autoren
Kwon, M., Kim, D.-J., Cho, H., & Yang, S.
Erstellt
2013

Die Smartphone Addiction Scale - Short Version (SAS-SV) ist ein etabliertes, validiertes Screening-Instrument zur systematischen Erfassung einer problematischen Smartphonenutzung. Angesichts der allgegenwärtigen Verfügbarkeit digitaler Medien hilft dieser Kurzfragebogen Behandelnden, die Grenze zwischen intensiver Alltagsnutzung und einer klinisch relevanten Abhängigkeitssymptomatik fundiert zu beurteilen. Der Test beleuchtet zentrale Suchtkriterien wie Kontrollverlust, Toleranzentwicklung und funktionale Beeinträchtigungen im Alltag, die bei betroffenen Patienten häufig zu erheblichem Leidensdruck führen.

In der psychotherapeutischen und psychiatrischen Praxis bietet die SAS-SV einen zeitökonomischen Zugang, um medienbezogene Verhaltensauffälligkeiten messbar zu machen. Die strukturierte Selbstauskunft ermöglicht es Behandelnden, die Funktion der Nutzung zu explorieren und gemeinsam mit dem Patienten automatische Verhaltensweisen psychoedukativ bearbeiten zu können. So lässt sich das Ausmaß der psychischen Abhängigkeit frühzeitig und greifbar quantifizieren.

Zudem eignet sich das Instrument hervorragend als wiederholbare Messung im Therapieverlauf. Es unterstützt Kliniker dabei, das Verhalten objektiv zu reflektieren, beispielsweise wenn Klienten zu viel Zeit auf dem Handy verbringen, und darauf basierend gezielte therapeutische Interventionen zur Regulation der Bildschirmzeit und zur Förderung der kognitiven Präsenz abzuleiten.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
31/ 60
Ein 10-Item-Selbstbeurteilungsfragebogen zur Erfassung des Risikos einer problematischen Smartphone-Nutzung als Verhaltenssucht. Ursprünglich bei Jugendlichen aus der Langversion (SAS, 33 Items) entwickelt und heute weit verbreitet bei Erwachsenen eingesetzt, deckt er sechs Symptomdimensionen ab (Beeinträchtigung des Alltags, positive Antizipation, Entzug, cyberspace-orientierte Beziehungen, übermäßige Nutzung, Toleranz) und liefert einen eindimensionalen Schweregrad-Score mit geschlechtsdifferenzierten klinischen Schwellenwerten.
généralegemischt · Allgemeinbevölkerung · Südkorea · n = 540 · 2013 · Kwon et al. (2013)
1060
31
M = 25.26 ± 10.78
généralemännlich · Allgemeinbevölkerung · Jungen · Südkorea · n = 343 · 2013 · Kwon et al. (2013)
1060
31
M = 23.75
généraleweiblich · Allgemeinbevölkerung · Mädchen · Südkorea · n = 197 · 2013 · Kwon et al. (2013)
1060
31
M = 27.89
généralegemischt · Allgemeinbevölkerung · ≥ 20 Jahre · Japan · n = 99156 · 2023
1060
31
M = 24.72 ± 9.4
généralegemischt · Allgemeinbevölkerung · unterschwellig · 17–64 Jahre · Honduras · n = 427 · 2025
1060
31
M = 18.72 ± 5.62
cliniquegemischt · Pathologie: Problematische Smartphone-Nutzung · überschwellig · 17–64 Jahre · Honduras · n = 103 · 2025
1060
31
M = 39.22 ± 6.01
Zur Information
Cut-off≥ 31Problematische Smartphone-Nutzung (Männer)
Mittels ROC-Kurve ermittelter Screening-Schwellenwert bei Jungen und Männern.
Kwon et al. (2013)Zur Studie
Cut-off≥ 33Problematische Smartphone-Nutzung (Frauen)
Mittels ROC-Kurve ermittelter Screening-Schwellenwert bei Mädchen und Frauen.
Kwon et al. (2013)Zur Studie
Auswertung
Einfache Summenbildung, Gesamtscore von 10 bis 60, jedes Item wird auf einer 6-stufigen Skala bewertet (von 1 bis 6).

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Was der Test misst

Die SAS-SV erfasst verschiedene Facetten der problematischen Smartphonenutzung, die sich eng an den etablierten Kriterien stoffungebundener Süchte orientieren. Der Fokus liegt dabei auf den konkreten Auswirkungen des Nutzungsverhaltens auf die Lebensführung und das emotionale Wohlbefinden.

  • Alltagsbeeinträchtigung: Vernachlässigung geplanter Aufgaben und Konzentrationsschwierigkeiten in Schule, Studium oder Beruf.
  • Entzugserscheinungen: Innere Unruhe, Gereiztheit und affektive Instabilität, wenn das Gerät nicht unmittelbar zur Verfügung steht.
  • Toleranzentwicklung: Die anhaltende Tendenz, das Smartphone länger zu nutzen als ursprünglich beabsichtigt, was oft den Einsatz klinischer Hilfsmittel wie ein aktuelles Aktivitäteninventar erfordert, um die tatsächliche Zeitnutzung sichtbar zu machen.
  • Gedankliche Vereinnahmung (Craving): Das ständige Denken an das Gerät und das intensive Bedürfnis, stets erreichbar zu sein, was mitunter an den Drang erinnert, aus Unsicherheit alles kontrollieren zu wollen.
  • Physische Symptome: Direkte körperliche Beschwerden wie Schmerzen im Nacken oder in den Handgelenken durch die repetitive und unnatürliche Haltung bei exzessiver Nutzung.

Das Instrument richtet sich vorwiegend an Jugendliche und junge Erwachsene, liefert jedoch über alle Altersgruppen hinweg wertvolle Hinweise, um ein potenziell abhängiges Nutzungsverhalten verlässlich zu beurteilen.

Wann und warum einsetzen

Kliniker setzen die SAS-SV ein, um das Ausmaß einer vermuteten Medienabhängigkeit systematisch zu evaluieren und die Behandlungsplanung sowie weiterführende Diagnostik gezielt darauf abzustimmen.

  • Eingangsdiagnostik: Zur Erhebung der Basislinie und Einschätzung des Schweregrads bei Patienten, die im Vorfeld Auffälligkeiten in ihrer digitalen Mediennutzung schildern.
  • Verlaufskontrolle: Um Veränderungen im Nutzungsverhalten über die Zeit objektiv abzubilden und den Therapieerfolg bei der Etablierung neuer Gewohnheiten zu messen.
  • Differenzialdiagnostische Unterstützung: Zur Abgrenzung, ob Konzentrationsprobleme, chronische Erschöpfung oder eine ständige Gedankenflut primär durch eine exzessive Smartphonenutzung bedingt sind oder andere Ursachen haben.
  • Screening und Früherkennung: Um Risikopatienten mit beginnendem Kontrollverlust zügig zu identifizieren und rechtzeitig präventive therapeutische Maßnahmen einzuleiten.

Ein validierter Summenwert liefert hierbei eine deutlich verlässlichere Einschätzung als der reine klinische Eindruck und ermöglicht den direkten Abgleich mit geschlechtsspezifischen Risikoschwellen.

Klinische Bibliothek

750+ klinische Werkzeuge

Eine Bibliothek, die mit und für Klinikerinnen und Kliniker entwickelt wurde, bereit für den Einsatz in der Sitzung und zur Fortführung zwischen den Terminen.

Auf alle Werkzeuge zugreifen
Mehrere Arten von Ressourcen
Psychoedukative Merkblätter
Auf einen Blick verstehen
Interaktive Übungen
Zum Durchführen und Ausfüllen
Interaktive Programme
Ein strukturierter Weg
Audios
Meditation und Entspannung
Psychometrische Tests
Automatische Auswertung

Die Fragen

  1. Die folgenden Aussagen betreffen Ihre Smartphonenutzung in letzter Zeit. Bitte geben Sie für jede Aussage an, inwieweit Sie dieser zustimmen oder nicht zustimmen.
    1. Es kommt vor, dass ich eine geplante Arbeit wegen meiner Smartphone-Nutzung versäume.
    Dieses Item prüft, inwieweit die Nutzung des Geräts die Erledigung alltäglicher Pflichten behindert.
    • Stimme überhaupt nicht zu
    • Stimme nicht zu
    • Stimme eher nicht zu
    • Stimme eher zu
    • Stimme zu
    • Stimme voll und ganz zu
  2. 2. Wegen meiner Smartphone-Nutzung fällt es mir schwer, mich im Unterricht, bei den Hausaufgaben oder bei der Arbeit zu konzentrieren.
    Hier wird erfasst, ob die kognitive Leistungsfähigkeit in lern- oder leistungsbezogenen Kontexten beeinträchtigt wird.
    • Stimme überhaupt nicht zu
    • Stimme nicht zu
    • Stimme eher nicht zu
    • Stimme eher zu
    • Stimme zu
    • Stimme voll und ganz zu
  3. 3. Ich habe Schmerzen in den Handgelenken oder im Nacken, wenn ich mein Smartphone benutze.
    Die Frage zielt auf die direkten körperlichen Beschwerden und Überlastungssymptome durch die dauerhafte Haltung des Geräts ab.
    • Stimme überhaupt nicht zu
    • Stimme nicht zu
    • Stimme eher nicht zu
    • Stimme eher zu
    • Stimme zu
    • Stimme voll und ganz zu
  4. 4. Ich könnte es nicht ertragen, mein Smartphone nicht zu haben.
    Dieses Item beleuchtet die emotionale Abhängigkeit und die wahrgenommene Unfähigkeit, ohne das Smartphone zu leben.
    • Stimme überhaupt nicht zu
    • Stimme nicht zu
    • Stimme eher nicht zu
    • Stimme eher zu
    • Stimme zu
    • Stimme voll und ganz zu
  5. 5. Ich fühle mich ungeduldig und gereizt, wenn ich mein Smartphone nicht in der Hand habe.
    Hier werden affektive Entzugssymptome und Dysregulationen bei fehlendem Zugriff auf das Gerät untersucht.
    • Stimme überhaupt nicht zu
    • Stimme nicht zu
    • Stimme eher nicht zu
    • Stimme eher zu
    • Stimme zu
    • Stimme voll und ganz zu
  6. 6. Ich denke an mein Smartphone, auch wenn ich es gerade nicht benutze.
    Die Frage misst das Ausmaß des Cravings und die ständige gedankliche Beschäftigung mit dem Smartphone.
    • Stimme überhaupt nicht zu
    • Stimme nicht zu
    • Stimme eher nicht zu
    • Stimme eher zu
    • Stimme zu
    • Stimme voll und ganz zu
  7. 7. Ich schaffe es nicht, mit der Nutzung meines Smartphones aufzuhören, selbst wenn mein Alltag bereits stark beeinträchtigt ist.
    Dieses Item erfasst den anhaltenden Kontrollverlust trotz bereits erlebter negativer Konsequenzen im Alltag.
    • Stimme überhaupt nicht zu
    • Stimme nicht zu
    • Stimme eher nicht zu
    • Stimme eher zu
    • Stimme zu
    • Stimme voll und ganz zu
  8. 8. Ich schaue ständig auf mein Smartphone, um keine Unterhaltungen mit anderen in den sozialen Netzwerken (Twitter, Facebook usw.) zu verpassen.
    Hier wird die Angst, sozial etwas zu verpassen, als treibender Faktor der ständigen Überprüfung evaluiert.
    • Stimme überhaupt nicht zu
    • Stimme nicht zu
    • Stimme eher nicht zu
    • Stimme eher zu
    • Stimme zu
    • Stimme voll und ganz zu
  9. 9. Ich benutze mein Smartphone länger als ursprünglich geplant.
    Die Frage fokussiert auf die Toleranzentwicklung und das Versagen der eigenen Impulskontrolle bezüglich der Nutzungsdauer.
    • Stimme überhaupt nicht zu
    • Stimme nicht zu
    • Stimme eher nicht zu
    • Stimme eher zu
    • Stimme zu
    • Stimme voll und ganz zu
  10. 10. Die Menschen in meinem Umfeld sagen mir, dass ich mein Smartphone zu viel benutze.
    Dieses Item thematisiert das externe Feedback und die geäußerte Besorgnis des sozialen Umfelds über das Ausmaß der Nutzung.
    • Stimme überhaupt nicht zu
    • Stimme nicht zu
    • Stimme eher nicht zu
    • Stimme eher zu
    • Stimme zu
    • Stimme voll und ganz zu
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