Suicidal Ideation Attributes Scale

Die Suicidal Ideation Attributes Scale (SIDAS) ist ein validiertes Instrument zur Erfassung und Quantifizierung von Suizidgedanken.

Suicidal Ideation Attributes Scale
Fragen
5
Dauer
3 Min.
Originaltitel
Suicidal Ideation Attributes Scale
Adaptation
Suicidal Ideation Attributes Scale
Autoren
van Spijker, B.A.J., Batterham, P.J., Calear, A.L., Farrer, L., Christensen, H., Reynolds, J. & Kerkhof, A.J.F.M.
Erstellt
2014

Die Suicidal Ideation Attributes Scale (SIDAS) ist ein validiertes Instrument zur Erfassung und Quantifizierung von Suizidgedanken. In der klinischen Praxis reicht es oft nicht aus, lediglich das Vorhandensein suizidaler Kognitionen zu erfragen. Kliniker benötigen ein präzises Maß für die Schwere, die Kontrollierbarkeit und den daraus resultierenden Leidensdruck. Dieses Instrument ermöglicht eine detaillierte Einschätzung der aktuellen Gefährdung, insbesondere wenn Klienten tiefe Verzweiflung zeigen und Kliniker Hoffnungslosigkeit therapeutisch bearbeiten müssen.

Das Instrument richtet sich primär an erwachsene Populationen im klinischen oder beratenden Setting. Durch die wiederholte Anwendung der SIDAS lässt sich die Dynamik suizidaler Krisen zuverlässig abbilden. So wird deutlich, ob eine psychotherapeutische Intervention greift oder ob das akute Risiko steigt. Dies ist eine entscheidende Ergänzung zum klinischen Eindruck, vor allem wenn Patienten belastende automatische Gedanken erkennen und ersetzen lernen, um Krisen langfristig besser zu bewältigen.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
10/ 50
Kurzer Selbstbeurteilungsfragebogen mit 5 Items zur Erfassung des Schweregrads von Suizidgedanken in den vergangenen 30 Tagen anhand von fünf Merkmalen: Häufigkeit, Kontrollierbarkeit, Nähe zu einem Suizidversuch, damit verbundener Leidensdruck und Beeinträchtigung der alltäglichen Funktionsfähigkeit. Entwickelt für das Screening in der Allgemeinbevölkerung sowie in klinischen Populationen, identifiziert er Risikopersonen und dient der Verlaufsbeobachtung von Suizidgedanken über die Zeit.
0–0
Keine Suizidgedanken
1–20
Geringe Suizidgedanken
10
21–50
Starke Suizidgedanken
Suizidgedanken vorhanden, jedoch unterhalb des Hochrisiko-Schwellenwerts.
Zur Information
Cut-off≥ 1Vorhandensein von Suizidgedanken
Jeder Wert ungleich null weist auf Suizidgedanken im vergangenen Monat hin.
van Spijker et al. (2014)Zur Studie
Cut-off≥ 1Hinweis auf ein Risiko für suizidales Verhalten
Hohe Sensitivität zur Erfassung jeglicher Suizidgedanken als Risikoindikator (Werte entsprechen Suizidversuchen).
Van Spijker et al. (2014)Zur Studie
Auswertung
Summe der 5 Items (Item 2 invertiert ausgewertet), Gesamtwert von 0 bis 50, jedes Item wird auf einer 11-Punkte-Skala (von 0 bis 10) bewertet.

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Was der Test misst

Die SIDAS erfasst fünf spezifische Eigenschaften suizidaler Gedanken, die zusammengenommen die Schwere der Suizidalität im vergangenen Monat abbilden. Das Verfahren fokussiert sich dabei auf Merkmale, die prädiktiv für suizidales Verhalten sind.

  • Häufigkeit: Wie oft sich suizidale Gedanken im Alltag der betroffenen Person aufdrängen.
  • Kontrollierbarkeit: Das Ausmaß, in dem der Klient diese lebensmüden Kognitionen noch selbst regulieren kann.
  • Handlungsnähe: Wie kurz die Person davor stand, einen tatsächlichen Suizidversuch zu unternehmen.
  • Leidensdruck: Das Ausmaß der emotionalen Qual, die durch diese Gedanken entsteht, was oft relevant ist, wenn Kliniker mit dem Patienten dysfunktionale Emotionen erkennen und durch gesunde ersetzen möchten.
  • Beeinträchtigung: Die störende Auswirkung der suizidalen Krise auf alltägliche Aktivitäten und Verpflichtungen.

Die Skala eignet sich hervorragend für erwachsene Patienten in der psychotherapeutischen und psychiatrischen Versorgung, bei denen ein potenzielles Suizidrisiko fundiert abgeklärt werden muss.

Wann und warum einsetzen

Kliniker setzen die SIDAS ein, um eine strukturierte, risikoassoziierte Einschätzung zu erhalten, die über den rein subjektiven ärztlichen Eindruck hinausgeht.

  • Erstgespräch und Triage: Um unmittelbar das Ausmaß der suizidalen Gefährdung einzuschätzen und gegebenenfalls stationäre oder intensivierte Schutzmaßnahmen einzuleiten.
  • Verlaufskontrolle: Um das Fluktuieren des Risikos während der Behandlung abzubilden, beispielsweise wenn Therapeuten das Katastrophisieren gezielt bearbeiten.
  • Risiko-Screening: Um Patienten zielsicher zu identifizieren, die einen kritischen klinischen Schwellenwert überschreiten.
  • Krisenintervention: Als fundierter Ankerpunkt im Gespräch, um mit dem Patienten negative Gedanken zu überprüfen und emotionale Distanz aufzubauen.

Ein validierter Score bietet gegenüber der unstrukturierten Anamnese den entscheidenden Vorteil, dass er das Risiko an einem etablierten Cut-off kalibriert und Fortschritte objektivierbar macht, wenn man therapeutisch beginnt, schrittweise Resilienz aufzubauen.

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Die Fragen

  1. Die folgenden Fragen beziehen sich auf Suizidgedanken, die Sie im vergangenen Monat möglicherweise hatten. Bitte wählen Sie für jede Frage die Zahl, die am besten auf Ihre Situation zutrifft. Wenn Sie bei der ersten Frage mit „0 - Nie“ antworten, können Sie die restlichen Fragen überspringen.
    1. Wie oft hattest du im letzten Monat Suizidgedanken?
    Dieser Punkt erfasst die grundlegende Präsenz und Frequenz lebensmüder Gedanken innerhalb der letzten dreißig Tage.
    • 0 – Nie
    • 1
    • 2
    • 3
    • 4
    • 5
    • 6
    • 7
    • 8
    • 9
    • 10 – Immer
  2. 2. Inwieweit hattest du im letzten Monat die Kontrolle über diese Gedanken?
    Hierbei wird bewertet, inwieweit der Klient kognitive Distanz wahren und suizidale Impulse noch selbstwirksam regulieren kann.
    • 0 – Keine Kontrolle
    • 1
    • 2
    • 3
    • 4
    • 5
    • 6
    • 7
    • 8
    • 9
    • 10 – Vollständige Kontrolle
  3. 3. Wie kurz davor warst du im letzten Monat, einen Suizidversuch zu unternehmen?
    Diese Frage zielt auf die akute Handlungsnähe und das Vorhandensein konkreter suizidaler Vorbereitungen oder Versuche ab.
    • 0 – Überhaupt nicht kurz davor
    • 1
    • 2
    • 3
    • 4
    • 5
    • 6
    • 7
    • 8
    • 9
    • 10 – Ich habe einen Versuch unternommen
  4. 4. Wie viel Belastung oder Leid haben die Suizidgedanken bei dir im letzten Monat verursacht?
    Dieser Aspekt beleuchtet das subjektive Leiden, welches durch die aufdringlichen Gedanken an den Tod ausgelöst wird.
    • 0 – Überhaupt nicht
    • 1
    • 2
    • 3
    • 4
    • 5
    • 6
    • 7
    • 8
    • 9
    • 10 – Extrem stark
  5. 5. Inwieweit haben dich die Suizidgedanken im letzten Monat bei deinen alltäglichen Aktivitäten beeinträchtigt, z. B. bei der Arbeit, im Haushalt oder bei sozialen Aktivitäten?
    Der letzte Punkt misst den funktionalen Einbruch und die Einschränkung der Alltagsbewältigung durch die suizidale Krise.
    • 0 – Überhaupt nicht
    • 1
    • 2
    • 3
    • 4
    • 5
    • 6
    • 7
    • 8
    • 9
    • 10 – Extrem stark
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