Die Bipolare Spektrum Diagnostik-Skala (BSDS) ist ein valides und zeitökonomisches Screening-Instrument, das speziell entwickelt wurde, um die subtilen…
Fragen
20
Dauer
5 Min.
Originaltitel
Bipolar Spectrum Diagnostic Scale
Adaptation
Bipolare Spektrum Diagnostik-Skala (BSDS)
Autoren
Pies, R. W. ; Ghaemi, S. N., Miller, C. J., Berv, D. A., Klugman, J., Rosenquist, K. J.
Erstellt
2005
Die Bipolare Spektrum Diagnostik-Skala (BSDS) ist ein valides und zeitökonomisches Screening-Instrument, das speziell entwickelt wurde, um die subtilen Ausprägungen des bipolaren Spektrums bei Erwachsenen zu identifizieren. Viele Patienten stellen sich primär in der depressiven Phase vor, was eine korrekte differentialdiagnostische Einordnung erschwert. Die BSDS hilft Klinikern, unerkannte hypomane Episoden oder gemischte Zustände zuverlässiger zu erfassen. Bevor Behandler Methoden wie Automatische Gedanken erkennen und ersetzen: klinische Übung anwenden, ist es essenziell, die affektive Grunddynamik präzise zu klären.
Anders als traditionelle Fragebögen verwendet die BSDS einen narrativen Ansatz: Der Patient liest eine zusammenhängende Beschreibung von Stimmungsschwankungen und bewertet anschließend, inwieweit die Geschichte auf ihn zutrifft. Dieser Ansatz senkt die Schwelle, sich in den oft ich-syntonen hypomanen Symptomen wiederzuerkennen, anstatt diese als Normalzustand zu rationalisieren. Ein solides Screening verhindert, dass Therapeuten vorschnell ansetzen, etwa wenn sie Grübeln verstehen und bewältigen: Psychoedukationsprogramm anbieten, ohne die antriebssteigernden Phasen zu berücksichtigen.
In der klinischen Praxis bietet die BSDS eine belastbare Entscheidungshilfe an der Schnittstelle zwischen unipolarer Depression und bipolarer Störung. Wenn bei Patienten im Rahmen einer Wochenbilanz: Verhaltensaktivierung wöchentlich verankern starke Einbrüche sichtbar werden, liefert die Skala objektive Anhaltspunkte für eine angepasste psychopharmakologische und psychotherapeutische Strategie.
Beispielergebnis
Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.
Gesamtwert
15/ 25
Die BSDS ist ein Selbstbeurteilungs-Screening-Fragebogen für Erkrankungen des bipolaren Spektrums, der ursprünglich von Ronald Pies entwickelt und anschließend von S. Nassir Ghaemi et al. überarbeitet wurde. Im Gegensatz zu den meisten Skalen für Bipolarität liegt er in Form eines beschreibenden Narrativs in der dritten Person vor, das depressive und hypomane/manische Phasen darstellt. Die Patienten kreuzen jeden Satz an, der ihren Erfahrungen entspricht, und geben anschließend eine Gesamtbewertung darüber ab, wie genau die Geschichte mit ihren eigenen übereinstimmt. Er ist besonders sensitiv für abgeschwächte oder atypische Formen des bipolaren Spektrums (Bipolar-II, n.n.b., kurze Hypomanie), die von anderen Instrumenten häufig übersehen werden.
0–6
Sehr geringe Wahrscheinlichkeit
7–12
Geringe Wahrscheinlichkeit
13–19
Mittlere Wahrscheinlichkeit
15
20–25
Hohe Wahrscheinlichkeit
cliniquegemischt · Erkrankung: Bipolare Störung · in Remission · 18–65 Jahre · Türkei · n = 145 · 2019 · İnce et al. (2019)
025
15
M = 15.77 ± 4.62
cliniquegemischt · Erkrankung: Major Depression · klinische Kontrollgruppe · 18–65 Jahre · Türkei · n = 38 · 2019 · İnce et al. (2019)
025
15
M = 8.42 ± 3.09
Auswertung
Summe der angekreuzten Items + Punkte der globalen Frage, Gesamtwert von 0 bis 25, Item-Bewertung variiert je nach Antwortformat (siehe jeweilige Frage).
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Die BSDS erfasst das affektive und verhaltensbezogene Profil, das für Erkrankungen des bipolaren Spektrums charakteristisch ist. Im Gegensatz zur reinen Symptomabfrage zielt das Instrument auf das typische zyklische Erleben und die Wechselhaftigkeit der Stimmung ab.
Affektive Instabilität: Der Wechsel zwischen gedrückter und stark gehobener Stimmung.
Enthemmung und Impulsivität: Riskantes Konsumverhalten, Hypersexualität und soziale Grenzüberschreitungen.
Die Skala richtet sich an erwachsene Patienten in ambulanter oder stationärer Behandlung. Wenn Kliniker den Patienten einleiten, Depression verstehen und einordnen: ein psychoedukatives Programm zu durchlaufen, hilft das vorherige Screening, das spezifische Risikoprofil einzuordnen.
Wann und warum einsetzen
Der Einsatz der BSDS empfiehlt sich besonders in der diagnostischen Frühphase sowie bei scheinbar therapieresistenten Verläufen unipolarer Störungen. Sie unterstützt Behandler dabei, eine verborgene Bipolarität nicht zu übersehen.
Initiale Diagnostik: Um bei Patienten mit primär depressiver Symptomatik frühzeitig hypomane Phasen in der Vorgeschichte aufzudecken.
Beurteilung von atypischer Depression: Weil Merkmale wie extreme Anergie und hypersomnische Phasen oft erste Hinweise auf das bipolare Spektrum liefern.
Überprüfung bei Therapieresistenz: Wenn klassische Antidepressiva nicht anschlagen oder sogar eine affektive Destabilisierung provozieren.
Stimmungsschwankungen objektivieren: Wenn Patienten von starken, oft unberechenbaren Energiewechseln berichten und diese strukturiert eingeordnet werden müssen.
Ein validierter Schwellenwert ergänzt den klinischen Eindruck um eine evidenzbasierte Einschätzung, was das Risiko einer Fehldiagnose und daraus resultierender Fehlbehandlung deutlich minimiert.
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Bitte lesen Sie zunächst den folgenden Text vollständig durch, bevor Sie etwas ausfüllen. Gehen Sie danach den Text noch einmal durch und kreuzen Sie jeden Satz an, der Ihre persönliche Erfahrung zutreffend beschreibt. Wählen Sie am Ende aus den vier Möglichkeiten diejenige aus, die angibt, wie gut diese Beschreibung insgesamt auf Sie zutrifft.
1. Manche Menschen bemerken, dass sich ihre Stimmung und/oder ihr Energieniveau von einer Zeit zur anderen deutlich verändert.
Dieses Item erfasst das grundsätzliche Erleben von deutlichen Fluktuationen der Grundstimmung und des Energieniveaus.
Nein – dieser Satz beschreibt mich nicht
Ja – dieser Satz beschreibt mich genau
2. Diese Menschen bemerken, dass ihre Stimmung und/oder Energie manchmal sehr niedrig und zu anderen Zeiten sehr hoch ist.
Hier wird geprüft, ob die wahrgenommenen Schwankungen beide Extreme der affektiven Polarität berühren.
Nein – dieser Satz beschreibt mich nicht
Ja – dieser Satz beschreibt mich genau
3. Während ihrer „tiefen“ Phasen verspüren diese Menschen oft einen Energiemangel, das Bedürfnis, im Bett zu bleiben oder mehr zu schlafen, und wenig oder gar keine Motivation, das zu tun, was sie tun sollten.
Dieses Item beleuchtet die depressive Anergien und den damit verbundenen Motivationsverlust in den Tiefphasen.
Nein – dieser Satz beschreibt mich nicht
Ja – dieser Satz beschreibt mich genau
4. Sie nehmen in diesen Phasen oft an Gewicht zu.
Das Item adressiert die atypische depressive Symptomatik der Gewichtszunahme während der hypothermen Phasen.
Nein – dieser Satz beschreibt mich nicht
Ja – dieser Satz beschreibt mich genau
5. Während ihrer tiefen Phasen fühlen sich diese Menschen oft „schlapp“, sind ständig traurig oder deprimiert.
Hier wird das subjektive Erleben von anhaltender Leere und trauriger Grundstimmung in den depressiven Zyklen erfasst.
Nein – dieser Satz beschreibt mich nicht
Ja – dieser Satz beschreibt mich genau
6. Manchmal, während dieser tiefen Phasen, fühlen sie sich verzweifelt oder haben sogar Suizidgedanken.
Dieses Item screenet auf die Schwere der depressiven Episode durch das Abfragen von Hoffnungslosigkeit und Suizidgedanken.
Nein – dieser Satz beschreibt mich nicht
Ja – dieser Satz beschreibt mich genau
7. Ihre Funktionsfähigkeit bei der Arbeit oder im sozialen Bereich ist in diesen Phasen beeinträchtigt.
Es wird die psychosoziale und berufliche Funktionseinschränkung während der depressiven Phasen beurteilt.
Nein – dieser Satz beschreibt mich nicht
Ja – dieser Satz beschreibt mich genau
8. Normalerweise dauern diese tiefen Phasen einige Wochen, manchmal aber auch nur wenige Tage.
Dieses Item hilft bei der zeitlichen Einordnung der depressiven Phasen, die im bipolaren Spektrum oft kürzer und variabler sein können.
Nein – dieser Satz beschreibt mich nicht
Ja – dieser Satz beschreibt mich genau
9. Menschen mit diesem Profil können zwischen zwei Schwankungen Phasen „normaler“ Stimmung erleben, in denen Stimmung und Energie ausgeglichen sind und ihre Funktionsfähigkeit nicht beeinträchtigt ist.
Hier wird das Vorhandensein symptomfreier, euthymer Intervalle zwischen den affektiven Episoden überprüft.
Nein – dieser Satz beschreibt mich nicht
Ja – dieser Satz beschreibt mich genau
10. Sie können dann eine deutliche Veränderung, einen „Umschwung“, in ihrer Gefühlswelt bemerken.
Das Item erfasst das typische abrupte Umschlagen (Switch-Phänomen) von einer euthymen oder depressiven in eine gehobene Stimmungslage.
Nein – dieser Satz beschreibt mich nicht
Ja – dieser Satz beschreibt mich genau
11. Ihr Energieniveau steigt über ihr gewohntes Maß an und es gelingt ihnen oft, viele Dinge zu erledigen, die sie normalerweise nicht schaffen würden.
Dieses Item beschreibt die Zunahme an Tatendrang und Produktivität als Kernsymptom der Hypomanie.
Nein – dieser Satz beschreibt mich nicht
Ja – dieser Satz beschreibt mich genau
12. Manchmal, während dieser „hohen“ Phasen, haben diese Menschen das Gefühl, zu viel Energie zu haben, oder fühlen sich „überdreht“.
Hier wird das subjektive Empfinden eines Energieüberschusses und einer inneren Überdrehtheit in den Hochphasen fokussiert.
Nein – dieser Satz beschreibt mich nicht
Ja – dieser Satz beschreibt mich genau
13. Manche Menschen können sich während dieser hohen Phasen gereizt, „dünnhäutig“ oder aggressiv fühlen.
Dieses Item beleuchtet die dysphorisch-reizbare Komponente, die in (hypo-)manischen Phasen oder gemischten Zuständen häufig auftritt.
Nein – dieser Satz beschreibt mich nicht
Ja – dieser Satz beschreibt mich genau
14. Manche Menschen stürzen sich während dieser hohen Phasen in zu viele Aktivitäten gleichzeitig.
Es wird die für hypomane Phasen typische Neigung zur Verzettelung durch zu viele parallele Projekte erfasst.
Nein – dieser Satz beschreibt mich nicht
Ja – dieser Satz beschreibt mich genau
15. Während dieser hohen Phasen geben manche Menschen Geld auf eine Weise aus, die ihnen Probleme bereitet.
Dieses Item fragt impulsives und potenziell selbstschädigendes Konsumverhalten in den gehobenen Phasen ab.
Nein – dieser Satz beschreibt mich nicht
Ja – dieser Satz beschreibt mich genau
16. Sie können in diesen Phasen gesprächiger, extrovertierter oder sexuell aktiver sein.
Hier werden gesteigerte Kommunikativität, Enthemmung und erhöhter Libidodruck in den Hochphasen zusammengefasst.
Nein – dieser Satz beschreibt mich nicht
Ja – dieser Satz beschreibt mich genau
17. Manchmal erscheint ihr Verhalten während dieser hohen Phasen anderen seltsam oder ärgerlich.
Das Item erfasst den Verlust der sozialen Passung, wenn das (hypo-)manische Verhalten von Außenstehenden als irritierend empfunden wird.
Nein – dieser Satz beschreibt mich nicht
Ja – dieser Satz beschreibt mich genau
18. Manchmal bekommen diese Menschen während dieser hohen Phasen Probleme mit Kollegen oder mit der Polizei.
Hierbei geht es um schwerwiegende soziale Konsequenzen und Regelverstöße infolge manischer Enthemmung.
Nein – dieser Satz beschreibt mich nicht
Ja – dieser Satz beschreibt mich genau
19. Manchmal steigern sie während dieser hohen Phasen ihren Konsum von Alkohol oder nicht verschriebenen Substanzen.
Dieses Item screenet auf die häufig komorbide Zunahme von Alkohol- oder Drogenkonsum als Versuch der Selbstmedikation oder Enthemmung in Hochphasen.
Nein – dieser Satz beschreibt mich nicht
Ja – dieser Satz beschreibt mich genau
20. Nachdem du nun den gesamten Abschnitt gelesen hast, gib bitte an, welche der vier folgenden Aussagen am besten auf deine Gesamterfahrung zutrifft:
Diese abschließende Einschätzung misst die ganzheitliche Identifikation des Patienten mit dem beschriebenen klinischen Profil des bipolaren Spektrums.
Diese Erzählung trifft sehr gut oder fast perfekt auf mich zu.
Diese Erzählung trifft ziemlich gut auf mich zu.
Diese Erzählung trifft teilweise auf mich zu, aber in den meisten Aspekten nicht.
Diese Erzählung trifft überhaupt nicht auf mich zu.
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