Adolescent Depression Rating Scale

Die Adolescent Depression Rating Scale (ADRS) wurde speziell entwickelt, um das subjektive Erleben einer Depression im Jugendalter präzise und altersgerecht…

Adolescent Depression Rating Scale
Fragen
10
Dauer
5 Min.
Originaltitel
Adolescent Depression Rating Scale
Adaptation
Adolescent Depression Rating Scale
Autoren
Revah-Levy A., Birmaher B., Gasquet I., Falissard B.
Erstellt
2007

Die Adolescent Depression Rating Scale (ADRS) wurde speziell entwickelt, um das subjektive Erleben einer Depression im Jugendalter präzise und altersgerecht zu erfassen. Da sich depressive Episoden in dieser Entwicklungsphase häufig durch hohe Irritabilität, sozialen Rückzug oder das Gefühl innerer Blockaden äußern, greift das Instrument die konkrete Lebenswelt der Betroffenen auf. Es bildet eine exzellente Grundlage, um Eltern in die Behandlung einzubeziehen und eine altersgerechte Psychoedukation zur Depression zu stützen.

Mit nur zehn dichotom beantworteten Items ermöglicht die Skala eine rasche Einschätzung der Symptomlast. Dabei berücksichtigt das Instrument sowohl kognitive als auch emotionale Facetten der Depression und erleichtert es, mit den Jugendlichen die eigenen dysfunktionalen Emotionen zu erkennen und therapeutisch zu bearbeiten.

Besonders wertvoll für Kliniker ist die integrierte Alarmfunktion: Die spezifische Frage nach Todeswünschen erfordert unabhängig vom Gesamtwert stets eine tiefergehende klinische Exploration, um die Patientensicherheit zu gewährleisten. Die ADRS schließt somit eine wichtige Lücke in der kinder- und jugendpsychiatrischen Diagnostik und Verlaufskontrolle.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
5/ 10
Die ADRS ist ein kurzes Instrument, das speziell zur Erfassung von Depressionen bei Jugendlichen (13–20 Jahre) entwickelt wurde. Es gibt zwei 10-Item-Versionen: eine Klinikerversion (Fremdbeurteilung) und eine Patientenversion (Selbstbeurteilungsfragebogen). Sie wird in der klinischen Praxis (Psychiatrie, Jugendmedizin, Allgemeinmedizin) für das Screening und das Monitoring von Episoden einer Major Depression bei Jugendlichen eingesetzt. Die Items erfassen Energie, Konzentration, Traurigkeit, Anhedonie, Gefühle von Wertlosigkeit, Todesgedanken, Reizbarkeit, Entmutigung, Schlaf sowie das schulische/berufliche Funktionsniveau.
0–2
Depressive Symptomatik im Normalbereich
3–5
Mittelschwere depressive Symptomatik
5
6–10
Schwere depressive Symptomatik
Gleiche Kategorisierung (pädiatrische Notaufnahmen Ile-de-France, 2010): 3 ≤ Score < 6 = moderate depressive Symptome; 19,4 % der Stichprobe.
généralegemischt · nicht-depressive Gruppe (klinisches Urteil), französischsprachige Jugendliche, rekrutiert in Frankreich/Belgien/Schweiz · Frankreich · n = 137 · Revah-Levy et al. (2007)
010
5
M = 2.3 ± 2.5
cliniquegemischt · Zustand: depressives Erleben ohne Major Depression (subschwellige Depression) · intermediäre Gruppe, französischsprachige Jugendliche, rekrutiert in Frankreich/Belgien/Schweiz · Frankreich · n = 139 · Revah-Levy et al. (2007)
010
5
M = 4.1 ± 2.7
cliniquegemischt · Zustand: Major Depression (MDD) · Depressionsgruppe, französischsprachige Jugendliche, rekrutiert in Frankreich/Belgien/Schweiz (32 Jungen, 94 Mädchen) · Frankreich · n = 126 · Revah-Levy et al. (2007)
010
5
M = 6 ± 2.7
Auswertung
Summe der „zutreffend“-Antworten, Gesamtscore von 0 bis 10, jedes Item wird mit 0 oder 1 bewertet.

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Was der Test misst

Die ADRS erfasst den Schweregrad depressiver Symptome bei Jugendlichen anhand von zehn alltagsnahen Aussagen. Das Instrument bildet dabei ab, inwiefern die Betroffenen ihren Alltag noch bewältigen können oder bereits vermeidendes Verhalten bei Depression zeigen.

  • Vitalverlust und Antriebsmangel: Erfasst fehlende Energie für schulische und berufliche Anforderungen sowie allgemeine depressive Handlungsblockaden.
  • Kognitive Beeinträchtigungen: Misst Konzentrationsschwierigkeiten und das Erleben von Sinnlosigkeit bezüglich der eigenen Handlungen.
  • Emotionale Überwältigung: Fokussiert auf tiefe Niedergeschlagenheit, Entmutigung und die Unfähigkeit, Traurigkeit zu tolerieren.
  • Anhedonie: Prüft den Verlust von Interesse und Freude an früher angenehmen Aktivitäten.
  • Irritabilität: Erfasst die verminderte emotionale Frustrationstoleranz, die für juvenile Depressionen typisch ist.
  • Suizidalität: Identifiziert konkrete Todeswünsche und Lebensmüdigkeit als zentrales Warnsignal.
  • Somatische Symptome: Berücksichtigt schwerwiegende Schlafstörungen als physiologisches Korrelat.

Die Skala richtet sich an Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren im Rahmen klinischer Abklärungen oder ambulanter Behandlungen.

Wann und warum einsetzen

Die ADRS wird eingesetzt, um das Vorliegen und den Verlauf einer Depression bei Jugendlichen strukturiert zu erfassen. Sie hilft Therapeuten, die Depression gemeinsam mit dem Patienten zu verstehen und therapeutische Schritte präzise abzuleiten.

  • Diagnostisches Screening beim Erstgespräch: Um schnell zu klären, ob die Beschwerden des Jugendlichen das klinische Niveau einer depressiven Episode erreichen.
  • Erkennung von Suizidrisiken: Da Item 6 gezielt nach Todeswünschen fragt, liefert die Skala einen direkten Anlass zur sofortigen Krisenintervention.
  • Verlaufskontrolle während der Therapie: Um regelmäßig zu überprüfen, ob sich die emotionale Regulation bei der Depression verbessert und Kernsymptome abklingen.
  • Differenzialdiagnostische Unterstützung: Um alterstypische Stimmungsschwankungen von einer ernstzunehmenden, anhaltenden depressiven Symptomatik abzugrenzen.

Ein validierter Gesamtwert objektiviert den klinischen Eindruck, schützt vor der Bagatellisierung jugendlicher Krisen und ermöglicht einen verlässlichen Vergleich der Symptombelastung im Zeitverlauf.

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Die Fragen

  1. Ich kreuze "Wahr" an, wenn die Aussage meinem Erleben entspricht, oder "Falsch", wenn sie nicht zutrifft. Der beschriebene Zustand muss seit mindestens 14 Tagen durchgehend bestehen, um mit "Wahr" bewertet zu werden. Wenn die Antwort "Es kommt darauf an" lautet, wird die Frage nicht als "Wahr" gewertet.
    1. Ich habe keine Energie für die Schule, für die Arbeit.
    Erfasst den Verlust an Vitalität und Antrieb für alltägliche Verpflichtungen.
    • Wahr
    • Falsch
  2. 2. Ich habe Schwierigkeiten, nachzudenken.
    Fokussiert auf kognitive Symptome wie Denkhemmung und Konzentrationsstörungen.
    • Wahr
    • Falsch
  3. 3. Ich habe im Moment das Gefühl, von Traurigkeit und Niedergeschlagenheit überwältigt zu werden.
    Beleuchtet das Ausmaß der emotionalen Belastung und das Gefühl des Ausgeliefertseins.
    • Wahr
    • Falsch
  4. 4. Nichts interessiert mich, nichts macht mir mehr Spaß.
    Prüft das Vorliegen einer Anhedonie als klinisches Kernsymptom.
    • Wahr
    • Falsch
  5. 5. Was ich tue, bringt nichts.
    Erfasst Gefühle von Wertlosigkeit und einen Verlust an Selbstwirksamkeit.
    • Wahr
    • Falsch
  6. 6. Im Grunde möchte ich sterben, wenn es so ist.
    Dient als entscheidendes Warnsignal für lebensmüde Gedanken und Suizidalität.
    • Wahr
    • Falsch
  7. 7. Ich halte nicht viel aus.
    Spiegelt die verringerte emotionale Belastbarkeit und Irritabilität wider.
    • Wahr
    • Falsch
  8. 8. Ich fühle mich entmutigt.
    Erfragt das Ausmaß an Hoffnungslosigkeit hinsichtlich der eigenen Situation.
    • Wahr
    • Falsch
  9. 9. Ich schlafe sehr schlecht.
    Untersucht somatische Begleitsymptome in Form von Insomnie.
    • Wahr
    • Falsch
  10. 10. In der Schule, bei der Arbeit, schaffe ich es einfach nicht.
    Bewertet den funktionellen Einbruch im schulischen oder beruflichen Kontext.
    • Wahr
    • Falsch
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