Altman Self-Rating Mania Scale (ASRM)

Die Altman Self-Rating Mania Scale (ASRM) ist ein effizientes und valides Selbsteinschätzungsinstrument zur Identifikation und Verlaufskontrolle manischer…

Altman Self-Rating Mania Scale (ASRM)
Fragen
5
Dauer
5 Min.
Originaltitel
Altman Self-Rating Mania Scale
Adaptation
Altman Self-Rating Mania Scale (ASRM)
Autoren
Altman E.G., Hedeker D., Peterson J.L., Davis J.M.
Erstellt
1997

Die Altman Self-Rating Mania Scale (ASRM) ist ein effizientes und valides Selbsteinschätzungsinstrument zur Identifikation und Verlaufskontrolle manischer und hypomaner Symptome. Das Instrument wurde speziell dafür entwickelt, die diagnostische Lücke zwischen ausführlichen Fremdbeurteilungsverfahren und dem klinischen Alltag zu schließen. Mit nur fünf Items bildet die ASRM die Kernsymptomatik manischer Phasen präzise ab und liefert wichtige Erkenntnisse, um die Grundlagen psychischer Gesundheit bei bipolaren Erkrankungen systematisch zu stabilisieren.

In der klinischen Praxis bewährt sich die Skala insbesondere durch ihre zeitökonomische Anwendung und ihre hohe Übereinstimmung mit etablierten Fremdratings wie der Young Mania Rating Scale. Sie unterstützt Fachpersonen dabei, pathologische Stimmungsveränderungen frühzeitig zu objektivieren. Ob beim Erstgespräch zur dimensionalen Einordnung oder bei der regelmäßigen Reevaluation während der Erhaltungstherapie, die ASRM liefert verlässliche quantitative Werte, ohne den Patienten im Rahmen der Datenerhebung zeitlich zu überlasten.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
10/ 20
Die ASRM ist ein kurzer Selbstbeurteilungsfragebogen (5 Items), der entwickelt wurde, um das Vorhandensein und den Schweregrad manischer und hypomanischer Symptome in den vergangenen 7 Tagen zu erfassen. Er wird primär bei Patienten mit bestehender oder vermuteter bipolarer Störung zum Screening, zur Verlaufsbeobachtung der Symptomatik und zur Beurteilung des Ansprechens auf eine stimmungsstabilisierende Behandlung eingesetzt. Die 5 Items erfassen positive/gehobene Stimmung, Selbstvertrauen, Schlafbedürfnis, Sprechgeschwindigkeit und Aktivitätsniveau.
0–5
Keine oder geringe Symptomatik
6–20
Wahrscheinliche Manie oder Hypomanie
10
Ein Wert von 6 oder höher weist auf eine überzufällige Wahrscheinlichkeit für eine Manie oder Hypomanie hin. Eine weiterführende Diagnostik bezüglich Manie und Hypomanie sowie eine entsprechende Behandlung sollten in Betracht gezogen werden.
Auswertung
Summe, Gesamtwert von 0 bis 20, jedes Item wird auf einer 5-Punkte-Skala (von 0 bis 4) bewertet.

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Was der Test misst

Die ASRM quantifiziert die Ausprägung klassischer manischer Kernsymptome über den Zeitraum der vergangenen Woche. Dabei fokussiert sich die Skala auf die subjektiv wahrnehmbaren Veränderungen gegenüber dem normalen Erleben der Patienten.

  • Gestimmtheit: Erfasst wird eine unnatürlich gehobene, euphorische Stimmungslage, die nicht durch den situativen Kontext erklärbar ist.
  • Selbstwert: Abbildung von gesteigertem Selbstvertrauen bis hin zu potenziell grandiosen und realitätsfernen Überzeugungen.
  • Schlafbedürfnis: Beurteilung des reduzierten Erholungsbedarfs, einem der sensitivsten und frühesten Indikatoren beginnender manischer Phasen.
  • Logorrhö: Quantifizierung des Rededrangs und der fehlenden Unterbrechbarkeit im verbalen Ausdruck, was oft wertvolle Hinweise liefert, bevor Interventionen nötig werden, um eine kognitive Gedankenflut unterbrechen zu können.
  • Psychomotorik: Erfassung von Überaktivität, körperlicher Rastlosigkeit und gesteigertem zielgerichtetem Verhalten.

Das Instrument eignet sich primär für erwachsene Patienten aus dem bipolaren Spektrum oder zur Differenzialdiagnostik bei unklaren affektiven Episoden, bei denen es essenziell ist, eine bipolare Dynamik auszuschließen oder eine unipolare Depression verstehen und einordnen zu können.

Wann und warum einsetzen

Der Einsatz der ASRM empfiehlt sich in verschiedenen Phasen des klinischen Prozesses, um die symptombezogene Selbsteinschätzung strukturiert und objektivierbar in den Behandlungsverlauf zu integrieren.

  • Diagnostisches Screening: Bei Hinweisen auf eine bipolare Störung hilft der Schwellenwert, die Wahrscheinlichkeit manischer Symptome abzuschätzen, um bei den Betroffenen den Prozess anzustoßen, dysfunktionale Emotionen erkennen und durch gesunde ersetzen zu können.
  • Verlaufskontrolle: Wiederholte Messungen ermöglichen ein präzises Monitoring der affektiven Fluktuation und helfen abzuschätzen, ob ergänzende Methoden wie Das Emotionsventil zur Affektregulation benötigt werden.
  • Früherkennung: Patienten können bei ersten beginnenden Prodromalsymptomen den Fragebogen ausfüllen, um eine drohende affektive Dekompensation frühzeitig für den Behandler sichtbar zu machen.
  • Differenzialdiagnostische Abklärung: Bei agitierten Zustandsbildern unterstützt die Skala die präzise Abgrenzung zu gemischten affektiven Episoden.

Der standardisierte Summenscore der ASRM ergänzt den klinischen Eindruck um eine messbare Größe, die therapeutische und medikamentöse Entscheidungen reliabel fundiert.

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Die Fragen

  1. Dieser Fragebogen besteht aus 5 Gruppen von Aussagen. Lesen Sie jede Gruppe sorgfältig durch und wählen Sie in jeder Gruppe die Aussage aus, die am besten beschreibt, wie Sie sich in den letzten 7 Tagen gefühlt haben. Zur Erläuterung: „gelegentlich“ bedeutet ein- oder zweimal; „oft“ bedeutet mehrmals; „häufig“ bedeutet die meiste Zeit.
    1. Positive Stimmung / Euphorie – wähle die Aussage, die in den letzten 7 Tagen am besten auf dich zutraf:
    Dieses Item erfasst das Vorhandensein und die Intensität einer inadäquat gehobenen oder euphorischen Stimmungslage.
    • 0 — Ich fühle mich nicht glücklicher oder fröhlicher als sonst.
    • 1 — Ich fühle mich gelegentlich glücklicher oder fröhlicher als sonst.
    • 2 — Ich fühle mich oft glücklicher oder fröhlicher als sonst.
    • 3 — Ich fühle mich die meiste Zeit glücklicher oder fröhlicher als sonst.
    • 4 — Ich fühle mich ständig glücklicher oder fröhlicher als sonst.
  2. 2. Selbstvertrauen – wähle die Aussage, die in den letzten 7 Tagen am besten auf dich zutraf:
    Hier wird evaluiert, inwieweit das Selbstbewusstsein des Patienten über das habituelle Maß hinaus gesteigert ist.
    • 0 — Ich fühle mich nicht selbstsicherer als sonst.
    • 1 — Ich fühle mich gelegentlich selbstsicherer als sonst.
    • 2 — Ich fühle mich oft selbstsicherer als sonst.
    • 3 — Ich fühle mich häufig selbstsicherer als sonst.
    • 4 — Ich fühle mich ständig extrem selbstsicher.
  3. 3. Schlafbedürfnis – wähle die Aussage, die in den letzten 7 Tagen am besten auf dich zutraf:
    Dieses Item zielt auf ein klassisches Prodromalsymptom ab, die Reduktion des subjektiven Schlafbedürfnisses ohne resultierende Erschöpfung.
    • 0 — Ich brauche nicht weniger Schlaf als sonst.
    • 1 — Ich brauche gelegentlich weniger Schlaf als sonst.
    • 2 — Ich brauche oft weniger Schlaf als sonst.
    • 3 — Ich brauche häufig weniger Schlaf als sonst.
    • 4 — Ich kann den ganzen Tag und die ganze Nacht ohne Schlaf auskommen und fühle mich nicht müde.
  4. 4. Redefluss (Sprechen) – wähle die Aussage, die in den letzten 7 Tagen am besten auf dich zutraf:
    Die Frage quantifiziert den Ausprägungsgrad des Rededrangs und die Tendenz zur fehlenden Unterbrechbarkeit.
    • 0 — Ich spreche nicht mehr als sonst.
    • 1 — Ich spreche gelegentlich mehr als sonst.
    • 2 — Ich spreche oft mehr als sonst.
    • 3 — Ich spreche häufig mehr als sonst.
    • 4 — Ich spreche ununterbrochen und man kann mich nicht unterbrechen.
  5. 5. Aktivitätsniveau – wähle die Aussage, die in den letzten 7 Tagen am besten auf dich zutraf:
    Hier wird das Ausmaß psychomotorischer Beschleunigung sowie gesteigerter sozialer, sexueller oder beruflicher Aktivität beurteilt.
    • 0 — Ich war nicht aktiver (sozial, sexuell, bei der Arbeit, zu Hause oder in der Schule) als sonst.
    • 1 — Ich war gelegentlich aktiver als sonst.
    • 2 — Ich war oft aktiver als sonst.
    • 3 — Ich war häufig aktiver als sonst.
    • 4 — Ich bin pausenlos aktiv.
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