Zung-Selbstbeurteilungs-Depressionsskala

Die von William W.K.

Zung-Selbstbeurteilungs-Depressionsskala
Fragen
20
Dauer
5 Min.
Originaltitel
Zung Self Rating Depression Scale
Adaptation
Zung-Selbstbeurteilungs-Depressionsskala
Autoren
William W.K. Zung
Erstellt
1965

Die von William W.K. Zung entwickelte Selbstbeurteilungs-Depressionsskala (SDS) ist ein weltweit etabliertes Instrument zur Erfassung depressiver Symptomatik. Sie zeichnet sich durch ihre umfassende Abdeckung affektiver, kognitiver und somatischer Facetten der Depression aus. Für die therapeutische Arbeit bietet die Skala einen strukturierten Zugang, um das subjektive Belastungserleben von Patientinnen und Patienten differenziert zu erfassen und Behandlungsbedarfe frühzeitig zu identifizieren. Ein psychoedukatives Programm, um Depression zu verstehen, kann sich nahtlos an eine solche fundierte Erstdiagnostik anschließen.

Im klinischen Alltag bewährt sich der Fragebogen durch seine einfache Handhabung und die effiziente Auswertung. Durch die ausgewogene Mischung aus negativ und positiv formulierten Items wird eine automatische Antworttendenz reduziert, was zu einer präzisen Ausgangsbasis führt. Diese eignet sich ideal, um im weiteren Therapieverlauf beispielsweise gezielt depressive Grundüberzeugungen zu erkennen und zu verändern oder den Ursprung negativer Gedanken systematisch aufzuspüren.

Die regelmäßige Anwendung der Zung-Depressionsskala ermöglicht zudem ein feingranulares Verlaufsmonitoring. So lässt sich die Wirksamkeit therapeutischer Interventionen objektivieren. Ob beim Einsatz von Akzeptanz und Engagement als Therapiestütze bei Depression oder bei der fokussierten Bearbeitung von Personalisierung und übermäßiger Selbstverantwortung – die SDS liefert valide Messwerte, die den therapeutischen Prozess messbar begleiten und die klinische Urteilsbildung fundiert unterstützen.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
50/ 80
Die Zung Self-Rating Depression Scale (SDS) ist ein 20-Item-Selbstbeurteilungsfragebogen zur Erfassung des Schweregrads depressiver Symptome. Er wurde 1965 von Dr. William W.K. Zung entwickelt und beurteilt die affektiven, kognitiven, somatischen und psychomotorischen Aspekte der Depression über die vergangenen Tage.
20–40
Normal
41–47
Leicht bis mittelschwer
48–55
Mittelschwer bis schwer
50
56–80
Schwer
Von Zung vorgegebene Schweregradbezeichnung.
Zur Information
Cut-off≥ 40Klinisch signifikante Symptome (Depressionsdiagnose)
Von Zung empfohlener Cut-off-Wert, der eine hohe Sensitivität, aber eine moderate Spezifität aufweist.
Dunstan et al. (2017)Zur Studie
Cut-off≥ 44Depressionsdiagnose (optimaler revidierter Cut-off-Wert)
Von den Autoren vorgeschlagener revidierter Cut-off-Wert zur besseren Ausgewogenheit von Sensitivität und Spezifität, wodurch die Skala mit der DASS vergleichbar wird.
Dunstan et al. (2017)Zur Studie
Auswertung
Summe, Gesamtwert von 20 bis 80, jedes Item wird auf einer 4-stufigen Skala (von 1 bis 4) bewertet.

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Was der Test misst

Die Zung-Selbstbeurteilungs-Depressionsskala misst die subjektive Ausprägung und Häufigkeit depressiver Symptome über die vergangenen Tage. Dabei erfasst das Instrument ein breites Spektrum an Beschwerden, die typischerweise mit einer depressiven Episode einhergehen:

  • Affektive Symptome: Niedergeschlagenheit, Traurigkeit und häufiges Weinen als Kernmerkmale der depressiven Verstimmung.
  • Physiologische Begleiterscheinungen: Schlafstörungen, Appetit- und Gewichtsverlust sowie Erschöpfung und unbegründete Müdigkeit.
  • Kognitive Einschränkungen: Konzentrationsschwierigkeiten, Entscheidungsprobleme und das Gefühl der eigenen Wertlosigkeit oder Sinnlosigkeit.
  • Psychomotorische Veränderungen: Innere Unruhe, Agitiertheit oder eine allgemeine Verlangsamung im Alltagsgeschehen.

Das Instrument richtet sich an erwachsene Patientinnen und Patienten im ambulanten oder stationären Setting und dient der Schweregradbestimmung einer vermuteten oder bereits diagnostizierten Depression.

Wann und warum einsetzen

Der Einsatz der Zung-Depressionsskala empfiehlt sich in verschiedenen Phasen des klinischen Prozesses, um subjektives Leiden messbar zu machen. Die strukturierte Erhebung unterstützt Behandelnde dabei, den Therapieplan evidenzbasiert auszurichten.

  • Initiale Diagnostik: Bei unklarem Beschwerdebild hilft der Fragebogen, somatische und affektive Symptome einer Depression frühzeitig zu identifizieren und zu systematisieren.
  • Verlaufsdiagnostik: Die wiederholte Anwendung macht Veränderungen sichtbar und zeigt, ob Interventionen – wie etwa die gezielte Unterbrechung von Grübelspiralen – die erwünschte Wirkung entfalten.
  • Schweregradbestimmung: Die Skala liefert einen klaren Anhaltspunkt zur Einschätzung, ob eine leichte, mittelschwere oder schwere depressive Symptomatik vorliegt.
  • Therapieplanung: Die detaillierte Auswertung lenkt den Fokus auf spezifische Problembereiche, beispielsweise wenn automatische Gedanken erkannt und ersetzt werden müssen.

Ein validierter Testwert ergänzt den klinischen Eindruck um ein objektives Maß, das sowohl die Schwere der Erkrankung greifbar macht als auch die Kommunikation mit den Betroffenen über ihren Zustand erleichtert.

Klinische Bibliothek

750+ klinische Werkzeuge

Eine Bibliothek, die mit und für Klinikerinnen und Kliniker entwickelt wurde, bereit für den Einsatz in der Sitzung und zur Fortführung zwischen den Terminen.

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Auf einen Blick verstehen
Interaktive Übungen
Zum Durchführen und Ausfüllen
Interaktive Programme
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Meditation und Entspannung
Psychometrische Tests
Automatische Auswertung

Die Fragen

  1. Bitte lesen Sie jede Aussage sorgfältig durch. Kreuzen Sie für jede Aussage das Kästchen an, das am besten beschreibt, wie oft Sie dies in den letzten Tagen empfunden haben.
    1. Ich fühle mich entmutigt und melancholisch.
    Dieses Item erfasst die grundlegende affektive Stimmungslage und das Vorhandensein von Melancholie.
    • Selten oder nie
    • Manchmal
    • Oft
    • Meistens
  2. 2. Morgens fühle ich mich am besten.
    Hier wird eine mögliche Tagesschwankung der Stimmung mit dem typischen Morgentief beleuchtet.
    • Selten oder nie
    • Manchmal
    • Oft
    • Meistens
  3. 3. Ich weine oder habe das Gefühl, weinen zu müssen.
    Die Frage zielt auf die affektive Instabilität und die Neigung zu weinen ab.
    • Selten oder nie
    • Manchmal
    • Oft
    • Meistens
  4. 4. Ich habe nachts Schwierigkeiten zu schlafen.
    Dieses Item beurteilt das Vorliegen von Schlafstörungen als zentrales somatisches Symptom der Depression.
    • Selten oder nie
    • Manchmal
    • Oft
    • Meistens
  5. 5. Ich esse so viel wie gewöhnlich.
    Hier wird das Essverhalten überprüft, um einen potenziellen Appetitverlust zu identifizieren.
    • Selten oder nie
    • Manchmal
    • Oft
    • Meistens
  6. 6. Ich genieße Sex immer noch.
    Die Aussage erfasst die Libido und das generelle sexuelle Interesse als Indikator für Anhedonie.
    • Selten oder nie
    • Manchmal
    • Oft
    • Meistens
  7. 7. Ich bemerke, dass ich Gewicht verliere.
    Diese Frage dient der Feststellung eines depressiv bedingten Gewichtsverlustes.
    • Selten oder nie
    • Manchmal
    • Oft
    • Meistens
  8. 8. Ich leide an Verstopfung.
    Hier wird nach vegetativen Begleitsymptomen wie einer verlangsamten Verdauung gefragt.
    • Selten oder nie
    • Manchmal
    • Oft
    • Meistens
  9. 9. Mein Herz schlägt schneller als gewöhnlich.
    Das Item untersucht kardiovaskuläre Beschwerden wie Tachykardie im Rahmen der affektiven Belastung.
    • Selten oder nie
    • Manchmal
    • Oft
    • Meistens
  10. 10. Ich werde ohne Grund müde.
    Diese Aussage beleuchtet das Vorhandensein von Energielosigkeit und schneller Erschöpfbarkeit.
    • Selten oder nie
    • Manchmal
    • Oft
    • Meistens
  11. 11. Mein Verstand ist so klar wie gewöhnlich.
    Hier steht die kognitive Leistungsfähigkeit und geistige Klarheit im Fokus.
    • Selten oder nie
    • Manchmal
    • Oft
    • Meistens
  12. 12. Es fällt mir leicht, die Dinge zu tun, die ich früher getan habe.
    Die Frage zielt auf den Erhalt der Alltagsfunktionalität und die Leichtigkeit früherer Tätigkeiten ab.
    • Selten oder nie
    • Manchmal
    • Oft
    • Meistens
  13. 13. Ich bin unruhig und kann nicht still sitzen.
    Dieses Item erfasst psychomotorische Unruhe und Agitiertheit.
    • Selten oder nie
    • Manchmal
    • Oft
    • Meistens
  14. 14. Ich blicke optimistisch in die Zukunft.
    Hier wird das Ausmaß an Hoffnungslosigkeit respektive Zuversicht bezüglich der eigenen Zukunft bewertet.
    • Selten oder nie
    • Manchmal
    • Oft
    • Meistens
  15. 15. Ich bin reizbarer als gewöhnlich.
    Die Aussage prüft das Vorliegen einer erhöhten Reizbarkeit oder Irritabilität.
    • Selten oder nie
    • Manchmal
    • Oft
    • Meistens
  16. 16. Es fällt mir leicht, Entscheidungen zu treffen.
    Diese Frage beleuchtet mögliche Schwierigkeiten bei der Entscheidungsfindung als kognitives Symptom.
    • Selten oder nie
    • Manchmal
    • Oft
    • Meistens
  17. 17. Ich fühle mich nützlich und gebraucht.
    Hier wird das Selbstwertgefühl und das subjektive Erleben von Nützlichkeit erfragt.
    • Selten oder nie
    • Manchmal
    • Oft
    • Meistens
  18. 18. Mein Leben ist ziemlich erfüllt.
    Das Item erfasst das Empfinden von Sinnhaftigkeit und Ausfüllung im täglichen Leben.
    • Selten oder nie
    • Manchmal
    • Oft
    • Meistens
  19. 19. Ich denke, dass es anderen besser ginge, wenn ich tot wäre.
    Diese Aussage dient dem Screening nach passiven Todeswünschen und dem Gefühl, für andere eine Last zu sein.
    • Selten oder nie
    • Manchmal
    • Oft
    • Meistens
  20. 20. Ich genieße immer noch die Dinge, die ich früher gerne getan habe.
    Zum Abschluss wird die Fähigkeit, Freude zu empfinden (Anhedonie), nochmals gezielt überprüft.
    • Selten oder nie
    • Manchmal
    • Oft
    • Meistens
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