Skala für positive Kindheitserfahrungen (PCES)

Die Skala für positive Kindheitserfahrungen (Positive Childhood Experiences Scale, PCES) wurde entwickelt, um protektive Faktoren und zwischenmenschliche…

Skala für positive Kindheitserfahrungen (PCES)
Fragen
7
Dauer
2 Min.
Originaltitel
Positive Childhood Experiences Scale
Adaptation
Skala für positive Kindheitserfahrungen (PCES)
Autoren
Bethell, C., Jones, J., Gombojav, N., Linkenbach, J., & Sege, R.
Erstellt
2019

Die Skala für positive Kindheitserfahrungen (Positive Childhood Experiences Scale, PCES) wurde entwickelt, um protektive Faktoren und zwischenmenschliche Ressourcen in der Biografie eines Menschen strukturiert zu erfassen. Während klinische Anamnesen oft stark auf belastende oder traumatische Erlebnisse fokussieren, macht die PCES entscheidende Grundlagen psychischer Gesundheit messbar, die nachweislich das Risiko für psychische Erkrankungen im Erwachsenenalter modulieren.

In der klinischen Praxis bietet das Instrument eine wertvolle Ergänzung zur defizitorientierten Diagnostik. Durch das Erfassen von emotionalem Rückhalt, sozialer Zugehörigkeit und familiärer Sicherheit ermöglicht die PCES einen ressourcenorientierten Blick auf die Entwicklungsgeschichte der Patientinnen und Patienten. Dies ist besonders relevant, um tief verwurzelte Denkmuster zu verstehen und die Herkunft meiner Überzeugungen im therapeutischen Gespräch greifbar zu machen. Als leicht durchführbares Selbstbeurteilungsinstrument eignet sich die Skala hervorragend für das initiale Assessment sowie zur biografiebasierten Fallkonzeption.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
2/ 7
Die PCE-7-Skala ist ein 7-Item-Selbstbeurteilungsfragebogen, der das Vorhandensein positiver Erfahrungen und Schutzfaktoren in der Kindheit und Jugend (von der Geburt bis zum Alter von 18 Jahren) retrospektiv erfasst. Sie wird häufig zusammen mit der Adverse Childhood Experiences (ACE)-Skala eingesetzt, um ein ausgewogenes Bild von entwicklungsbezogenen Risiko- und Resilienzfaktoren zu vermitteln.
0–2
Geringe Anzahl an PCEs
2
3–5
Moderate Anzahl an PCEs
6–7
Hohe Anzahl an PCEs
Dieser Bereich weist auf eine geringe Anzahl positiver Kindheitserfahrungen hin, was mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für psychische Gesundheitsprobleme im Erwachsenenalter assoziiert ist.
Zur Information
VergleichErwachsene, die ein hohes Maß an PCEs angeben (6-7) vs. Erwachsene, die ein niedriges Maß angeben (0-2)
Die adjustierte Chance für Depressionen und/oder eine schlechte psychische Gesundheit (D/PMH) war bei Erwachsenen, die ein hohes Maß an PCEs angaben, um 72% geringer.
Bethell et al. (2019)
Auswertung
Dichotomisierte Summe, Gesamtwert von 0 bis 7, jedes Item wird auf einer 5-Punkte-Skala bewertet (von 0 bis 1).

Lassen Sie Ihre Patient:innen diesen Test ausfüllen

Mit einem Klick zuweisen: Ihre Patient:innen antworten am Telefon, Sie erhalten den Wert und seine Auswertung.

Diesen Test zuweisen

Was der Test misst

Die PCES misst das Vorhandensein und die Häufigkeit von prägenden, positiven Erfahrungen in den ersten 18 Lebensjahren. Dabei konzentriert sich das Instrument auf zwischenmenschliche Beziehungsqualitäten und das Erleben von sozialer Einbettung, welche entscheidend sind, um als Erwachsener Resilienz aufbauen zu können.

  • Familiärer Rückhalt: Die Fähigkeit, in der Herkunftsfamilie über eigene Gefühle zu sprechen, sowie das Erleben von Verlässlichkeit in Krisenzeiten.
  • Außerfamiliäre Bezugspersonen: Das Vorhandensein von mindestens zwei Erwachsenen außerhalb der Kernfamilie, die ein aufrichtiges Interesse an der Entwicklung des Kindes zeigten.
  • Soziale Zugehörigkeit: Das Erleben von Gemeinschaft und Verbundenheit im Kontext von Schule, Freunden und lokalen Traditionen.
  • Emotionale Sicherheit: Das grundlegende Gefühl, im häuslichen Umfeld geschützt und geborgen zu sein.

Die Skala richtet sich an Erwachsene, um rückwirkend die protektiven Rahmenbedingungen ihrer Kindheit zu evaluieren und dadurch Entwicklungsachsen klären zu können, die den weiteren Therapieverlauf strukturieren.

Wann und warum einsetzen

Der Einsatz der PCES empfiehlt sich, wenn Behandelnde die biografischen Ressourcen einer Person strukturiert erheben möchten, um therapeutische Ansatzpunkte zur Stabilisierung abzuleiten.

  • Biografische Anamnese: Um bei Behandlungsbeginn neben den Risikofaktoren auch gezielt die frühen Schutzfaktoren zu erfassen und so den Ursprung negativer Gedanken aufspüren zu können.
  • Ressourcenaktivierung: Als Ausgangspunkt in der Therapie, um an bestehende Erfahrungen von Sicherheit und Unterstützung anzuknüpfen.
  • Prävention und Erziehung: Um in der Arbeit mit Müttern und Vätern elterliche Grundüberzeugungen zu reflektieren und die Weitergabe schützender Faktoren an die nächste Generation zu fördern.
  • Bindungs- und Beziehungsarbeit: Um gemeinsam zu reflektieren, welche frühen positiven Bindungserfahrungen als Modelle dienen, wenn Patientinnen und Patienten die Partnerschaftspflege in der Therapie strukturiert bearbeiten.

Ein validierter PCES-Score bietet dem Kliniker einen objektiven Richtwert über das Ausmaß an Schutzfaktoren, der über den reinen klinischen Eindruck einer "unauffälligen" oder "schweren" Kindheit hinausgeht.

Klinische Bibliothek

750+ klinische Werkzeuge

Eine Bibliothek, die mit und für Klinikerinnen und Kliniker entwickelt wurde, bereit für den Einsatz in der Sitzung und zur Fortführung zwischen den Terminen.

Auf alle Werkzeuge zugreifen
Mehrere Arten von Ressourcen
Psychoedukative Merkblätter
Auf einen Blick verstehen
Interaktive Übungen
Zum Durchführen und Ausfüllen
Interaktive Programme
Ein strukturierter Weg
Audios
Meditation und Entspannung
Psychometrische Tests
Automatische Auswertung

Die Fragen

  1. Die folgenden Fragen beziehen sich auf die Zeit vor Ihrem 18. Lebensjahr. Denken Sie an Ihre Kindheit und Jugend zurück und geben Sie an, wie häufig die folgenden Situationen auf Sie zutrafen.
    1. Hattest du das Gefühl, mit deiner Familie über deine Gefühle sprechen zu können?
    Dieser Punkt erfasst die emotionale Offenheit und die Kommunikationskultur innerhalb der Herkunftsfamilie.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Häufig
    • Sehr häufig / Immer
  2. 2. Hattest du das Gefühl, dass deine Familie dich in schwierigen Zeiten unterstützt hat?
    Hierbei wird die erlebte Verlässlichkeit und der emotionale Rückhalt der Familie in Krisensituationen bewertet.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Häufig
    • Sehr häufig / Immer
  3. 3. Hast du gerne an den Traditionen deiner Gemeinschaft teilgenommen (Nachbarschaftsfeste, kulturelle oder religiöse Veranstaltungen usw.)?
    Dieses Item beleuchtet die soziale Integration und die Teilhabe am kulturellen oder gesellschaftlichen Leben des direkten Umfelds.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Häufig
    • Sehr häufig / Immer
  4. 4. Hattest du in der Oberstufe (oder weiterführenden Schule) das Gefühl, dazuzugehören?
    Der Fokus liegt hier auf dem schulischen Umfeld und dem Erleben von Akzeptanz und Einbettung in eine Peergroup.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Häufig
    • Sehr häufig / Immer
  5. 5. Fühltest du dich von deinen Freunden unterstützt?
    Es wird die wahrgenommene Unterstützung und der Halt durch den eigenen Freundeskreis in der Jugendzeit erfasst.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Häufig
    • Sehr häufig / Immer
  6. 6. Gab es außer deinen Eltern mindestens zwei Erwachsene, die sich aufrichtig für dich interessiert haben?
    Dieser Punkt misst das Vorhandensein stärkender, außerfamiliärer Mentoren oder Bezugspersonen während der Entwicklung.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Häufig
    • Sehr häufig / Immer
  7. 7. Fühltest du dich zu Hause bei einem Erwachsenen sicher und beschützt?
    Das Item evaluiert das fundamentale Erleben von physischer und emotionaler Geborgenheit im eigenen Zuhause.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Häufig
    • Sehr häufig / Immer
Mobile App für Patienten

Ihre Sitzung setzt sich in der Hosentasche Ihrer Patienten fort

Mit einer Patientin nutzen

Ihre Ressourcen, überall verfügbar

Die Merkblätter, Übungen, Programme und Audios oben: Sie entscheiden, welche Sie Ihren Patienten in der eigens für sie bestimmten mobilen App zur Verfügung stellen.

Psychoedukative MerkblätterInteraktive ÜbungenInteraktive ProgrammeAudiosPsychometrische Tests

Und weit mehr als eine Bibliothek

Die App geht weit über die Ressourcen hinaus, um Ihre Patienten im Alltag zu begleiten:

Standardisierte Tests
Therapietagebuch
Spielerische Elemente
Wohlbefinden-Challenges
Selbstreflexions-Fragen
Aufgaben der Therapeutin

Verwandte Kategorien

Entdecken Sie weitere klinische Ressourcen nach Kategorie.