Problem Gambling Severity Index

Der Problem Gambling Severity Index (PGSI) hat sich in der klinischen Praxis als ein zentrales Instrument etabliert, um den Schweregrad von…

Problem Gambling Severity Index
Fragen
9
Dauer
2 Min.
Originaltitel
PGSI — Problem Gambling Severity Index
Adaptation
Problem Gambling Severity Index
Autoren
Ferris, J. & Wynne, H.
Erstellt
2001

Der Problem Gambling Severity Index (PGSI) hat sich in der klinischen Praxis als ein zentrales Instrument etabliert, um den Schweregrad von Glücksspielproblemen objektiv zu bewerten. Er richtet sich an Erwachsene und erfasst präzise sowohl das spezifische Spielverhalten als auch dessen psychosoziale und finanzielle Konsequenzen. Für Kliniker bietet dieser Fragebogen eine fundierte Grundlage, um zu verstehen, wie tief das Glücksspiel bereits in den Alltag der betroffenen Person eingegriffen hat und an welchen Stellen automatische Verhaltensweisen das Handeln des Patienten dominieren.

Der Einsatz des PGSI ermöglicht eine validierte, wiederholbare Einschätzung des individuellen Risikos. Da Patientinnen und Patienten oft von erheblichen inneren Konflikten berichten und es in der Therapie essenziell ist, Scham kognitiv zu bearbeiten, bietet der strukturierte Zugang des Fragebogens einen entlastenden Gesprächseinstieg. Er hilft dabei, subjektive Schilderungen mit standardisierten Schweregraden klinisch abzugleichen.

Zudem erlaubt der Index eine strukturierte Verlaufsbeobachtung über die Zeit. So können Therapeutinnen und Therapeuten nachvollziehen, ob eingesetzte Interventionen greifen, etwa wenn Patienten lernen, dysfunktionale Emotionen zu erkennen und durch gesunde zu ersetzen, anstatt das Glücksspiel zur Affektregulation zu nutzen. Der PGSI strukturiert somit die diagnostische Phase, präzisiert das Risikoprofil und orientiert die anschließende Behandlungsplanung in der Suchttherapie maßgeblich.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
12/ 27
Selbstbeurteilungs-Screening-Fragebogen zur Erfassung des Schweregrads problematischen Glücksspielverhaltens in den letzten 12 Monaten. Entwickelt für die Allgemeinbevölkerung, identifiziert er unproblematische Glücksspieler, Personen mit geringem Risiko, Personen mit mäßigem Risiko sowie Problemglücksspieler. Er entspricht den 9 gewerteten Items des CPGI, auch bekannt als Problem Gambling Severity Index (PGSI).
0–0
Kein Risiko
1–4
Geringes Risiko
5–7
Mäßiges Risiko
8–27
Problematisch
12
Glücksspielverhalten von problematischem Schweregrad.
Auswertung
Einfache Summenbildung, Gesamtwert von 0 bis 27, jedes Item wird auf einer 4-stufigen Skala (von 0 bis 3) bewertet.

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Was der Test misst

Der PGSI misst die Ausprägung des problematischen Glücksspielverhaltens anhand von neun spezifischen Indikatoren, die die letzten zwölf Monate abdecken. Dabei werden sowohl das direkte Spielverhalten als auch die daraus resultierenden negativen Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen beleuchtet.

  • Toleranzentwicklung: Das Bedürfnis, die Einsätze kontinuierlich zu steigern, um das gleiche Maß an emotionaler Erregung zu erreichen.
  • Kontrollverlust: Das Unvermögen, finanzielle Verluste zu akzeptieren, oft begleitet von dysfunktionalen Versuchen, Risikoabwägungen zu strukturieren, die jedoch am Drang zu spielen scheitern (Chasing).
  • Finanzielle Einschränkungen: Das Spielen mit Geldmitteln, die die eigenen finanziellen Möglichkeiten übersteigen, sowie die Beschaffung von Spielkapital durch Kredite oder Verkäufe.
  • Psychische Belastung: Das Auftreten von Stress, manifesten Angstzuständen oder tiefen Schuldgefühlen als direkte Folge der Spielgewohnheiten.
  • Soziale Konflikte: Reaktionen des Umfelds, wie deutliche Kritik am Spielverhalten, die Betroffene oft dazu zwingt, unhinterfragte eigene Grundüberzeugungen zu klären.

Dieser Test richtet sich an Erwachsene, bei denen der klinische Verdacht auf ein problematisches Glücksspielverhalten besteht oder die zur Risikobewertung in der ambulanten oder stationären Suchthilfe vorstellig werden.

Wann und warum einsetzen

Der PGSI wird typischerweise in der psychotherapeutischen und psychiatrischen Erstdiagnostik sowie im weiteren Behandlungsverlauf eingesetzt. Er hilft Behandelnden rasch zu entscheiden, ob eine weiterführende suchtmedizinische Abklärung oder eine spezialisierte therapeutische Intervention notwendig ist.

  • Intake-Screening: Um bei der Erstaufnahme schnell und zuverlässig das Vorliegen sowie den Schweregrad einer Glücksspielproblematik zu bestimmen.
  • Therapieplanung: Um Behandlungsziele zu definieren, etwa wenn es darum geht, Patienten dabei zu unterstützen, einen neuen Vorsatz umzusetzen und spielfreie Räume dauerhaft zu etablieren.
  • Verlaufsmonitoring: Um Veränderungen des Spielverhaltens über die Zeit präzise zu messen und den therapeutischen Erfolg objektiv abzubilden.
  • Differentialdiagnostische Einordnung: Um zu prüfen, ob begleitende Symptome wie Ängste vorrangig auf das Glücksspiel zurückzuführen sind oder ob die Betroffenen spezifisch lernen müssen, Kontrollverhalten situativ zu erkennen.

Ein validierter Score bietet gegenüber dem reinen klinischen Eindruck den entscheidenden Vorteil, dass er das persönliche Risiko anhand empirisch gesicherter Schwellenwerte klassifiziert und so eine objektive Entscheidungsgrundlage für den Behandlungsrahmen schafft.

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Die Fragen

  1. Wie oft trafen in den letzten 12 Monaten die folgenden Situationen auf Sie zu?
    1. Hast du mehr Geld verspielt, als du dir leisten konntest zu verlieren?
    Dieses Item erfasst das Ausmaß der finanziellen Risikobereitschaft und das Überschreiten der eigenen finanziellen Grenzen.
    • Niemals
    • Manchmal
    • Meistens
    • Fast immer
  2. 2. Musstest du immer mehr Geld einsetzen, um den gleichen Nervenkitzel zu verspüren?
    Hier wird geprüft, ob sich im Laufe der Zeit eine psychologische Toleranz gegenüber den bisherigen Einsätzen entwickelt hat.
    • Niemals
    • Manchmal
    • Meistens
    • Fast immer
  3. 3. Hast du an einem anderen Tag erneut gespielt, um das Geld zurückzugewinnen, das du beim Spielen verloren hattest?
    Dieser Punkt beleuchtet das sogenannte Chasing, bei dem die Person versucht, erlittene Verluste unmittelbar durch erneutes Spielen auszugleichen.
    • Niemals
    • Manchmal
    • Meistens
    • Fast immer
  4. 4. Hast du dir Geld geliehen oder etwas verkauft, um Geld zum Spielen zu haben?
    Hier wird nach dysfunktionalen Wegen der Geldbeschaffung zur zwingenden Aufrechterhaltung des Spielverhaltens gefragt.
    • Niemals
    • Manchmal
    • Meistens
    • Fast immer
  5. 5. Hattest du jemals das Gefühl, dass du möglicherweise ein Problem mit dem Glücksspiel hast?
    Dieses Item misst die Krankheitseinsicht und das subjektive Bewusstsein des Patienten für ein mögliches Suchtproblem.
    • Niemals
    • Manchmal
    • Meistens
    • Fast immer
  6. 6. Hat das Glücksspiel bei dir gesundheitliche Probleme verursacht, einschließlich Stress oder Angstzuständen?
    Hier werden die psychosomatischen und psychischen Folgekosten des Glücksspiels, wie Stress und Ängste, direkt adressiert.
    • Niemals
    • Manchmal
    • Meistens
    • Fast immer
  7. 7. Haben andere dein Spielverhalten kritisiert oder gesagt, dass du ein Problem mit dem Glücksspiel hast, unabhängig davon, ob du diese Kommentare für gerechtfertigt hieltest oder nicht?
    Dieser Punkt erfasst die sozialen Konsequenzen und die Wahrnehmung des eigenen Spielverhaltens durch das persönliche Umfeld.
    • Niemals
    • Manchmal
    • Meistens
    • Fast immer
  8. 8. Hat dein Spielverhalten finanzielle Schwierigkeiten für dich oder dein Umfeld verursacht?
    Hier wird die finanzielle Gesamtbelastung bewertet, die nicht nur die eigene Person, sondern auch nahe Angehörige betrifft.
    • Niemals
    • Manchmal
    • Meistens
    • Fast immer
  9. 9. Hast du dich wegen deiner Spielweise oder wegen dem, was beim Spielen passiert, schuldig gefühlt?
    Dieses Item beleuchtet die intrapsychische Konflikthaftigkeit, das Ausmaß an Reue und das Vorhandensein von belastenden Schuldgefühlen.
    • Niemals
    • Manchmal
    • Meistens
    • Fast immer
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