Der MDQ ist ein weltweit etabliertes Selbstbeurteilungsinstrument, das Kliniker bei der Früherkennung bipolarer Störungen unterstützt. Viele Patientinnen und Patienten mit einer bipolaren Störung stellen sich primär in einer depressiven Phase vor und wollen ihre Depression verstehen und einordnen, wodurch frühere manische oder hypomane Episoden oft unerkannt bleiben. Hier schließt der Fragebogen eine wichtige diagnostische Lücke, indem er lebenszeitliche Symptomcluster strukturiert abfragt.
Das Instrument erfasst nicht nur das Vorhandensein spezifischer Symptome wie vermindertes Schlafbedürfnis, gesteigerter Antrieb oder Reizbarkeit, sondern prüft auch deren zeitliches Zusammenfallen und die daraus resultierende funktionelle Beeinträchtigung. Diese mehrdimensionale Betrachtung macht den MDQ zu einem wertvollen Baustein in der Diagnostik, bevor man Interventionen plant, um Emotionen bei Depression gezielt zu bearbeiten.
Durch den systematischen Aufbau lässt sich der MDQ effizient in den klinischen Alltag integrieren. Er liefert verlässliche Hinweise, um die Anamnese zielgerichtet zu vertiefen, und unterstützt so eine fundierte Behandlungsplanung sowie die frühzeitige Einleitung passender therapeutischer Schritte.
Beispielergebnis
Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.
Der MDQ ist ein Selbstbeurteilungs-Screeningfragebogen für bipolare Spektrum-Störungen (Typ I, II und NOS) bei Erwachsenen. Er erfasst das lebenslange Vorhandensein von Symptomen, die auf eine manische oder hypomanische Episode hinweisen (gehobene/reizbare Stimmung, gesteigerte Energie und Aktivität, Enthemmung, vermindertes Schlafbedürfnis, Gedankendrängen, impulsive Verhaltensweisen), deren zeitgleiches Auftreten im selben Zeitraum sowie funktionelle Beeinträchtigungen. Er stellt keine Diagnose, veranlasst jedoch eine umfassende klinische Abklärung.
Screening auf bipolare Störungen→ Negatives Screening
—
Mindestens 7 von 13 Symptomen
53% der Items mit „Ja“ beantwortet (Fragen 1–13)
6/13 items · requis ≥ 7
✓
Symptome traten im selben Zeitraum auf
„Ja“ bei Frage 14
item 14 : 1 · requis ≥ 1
✓
Moderate oder schwere Beeinträchtigung
Frage 15 mit „Moderat“ oder „Schwer“ bewertet (≥ 2 auf 0–3)
item 15 : 2 · requis ≥ 2
Das Screening ist nur dann positiv, wenn ALLE DREI Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind: Die Symptomanzahl allein ist nicht ausreichend. Ein positives Screening stellt keine Diagnose dar.
Hirschfeld et al. (2000)
Manische/hypomanische Symptome (13 Items)
6/ 13
Die MDQ-Items erfassen ein breites Spektrum an Inhalten, welche die vielfältigen Symptomkriterien für Hypomanie und Manie widerspiegeln, darunter gehobene Stimmung, gesteigerte Energie und Aktivität, Grandiosität, vermindertes Schlafbedürfnis, Gedankendrängen, Ablenkbarkeit, gesteigerte zielgerichtete Aktivität sowie impulsives oder riskantes Verhalten.
Items1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13
6
013
Zeitliches Zusammentreffen der Symptome
1/ 1
Item, das erfasst, ob die Symptome im selben Zeitraum gemeinsam aufgetreten sind.
Items14
1
01
Psychosoziale Beeinträchtigung
2/ 3
Item, das erfasst, ob die Symptome Probleme verursacht haben, und psychosoziale Beeinträchtigungen beurteilt.
Items15
2
03
Lassen Sie Ihre Patient:innen diesen Test ausfüllen
Mit einem Klick zuweisen: Ihre Patient:innen antworten am Telefon, Sie erhalten den Wert und seine Auswertung.
Der MDQ erfasst systematisch das lebenszeitliche Auftreten manischer und hypomaner Symptome basierend auf den Kernkriterien des DSM. Er bewertet dabei drei zentrale klinische Dimensionen:
Zeitliche Co-Okkurrenz: Überprüfung, ob mehrere der bejahten Symptome in der gleichen Lebensphase auftraten (Symptom-Cluster).
Funktionelle Beeinträchtigung: Einschätzung des Schweregrads der durch die affektiven Symptome verursachten psychosozialen Probleme in Alltag, Beruf oder im sozialen Umfeld.
Der Fragebogen ist primär für die Anwendung bei erwachsenen psychiatrischen und psychotherapeutischen Patientinnen und Patienten konzipiert.
Wann und warum einsetzen
Der MDQ wird typischerweise eingesetzt, wenn der Verdacht auf eine affektive Störung des bipolaren Spektrums besteht oder um eine bekannte Symptomatik differenzialdiagnostisch schärfer einordnen zu können.
Differenzialdiagnostik bei Depression: Um bei rezidivierenden depressiven Episoden eine zugrunde liegende, bislang unerkannte Bipolarität abzuklären.
Therapieresistenz: Wenn Patientinnen und Patienten auf Standardbehandlungen unzureichend reagieren und depressives Vermeidungsverhalten oder Antriebslosigkeit trotz adäquater Therapie persistieren.
Biografische Auffälligkeiten: Zur strukturierten Exploration, wenn in der Anamnese unerklärliche Brüche, exzessive Phasen oder starke Reizbarkeit, bei der Betroffene ihren Ärger funktional reflektieren mussten, berichtet werden.
Diagnostisches Screening: Als zeitökonomisches Basis-Assessment vor einer ausführlichen klinischen Diagnostik.
Ein standardisiert erhobener Screening-Wert erweitert den klinischen Eindruck um eine systematische Wahrscheinlichkeitseinschätzung und lenkt die Aufmerksamkeit auf oft verschwiegene oder bagatellisierte hypomane Phasen.
Klinische Bibliothek
750+ klinische Werkzeuge
Eine Bibliothek, die mit und für Klinikerinnen und Kliniker entwickelt wurde, bereit für den Einsatz in der Sitzung und zur Fortführung zwischen den Terminen.
Beantworten Sie bitte jede Frage so gut, wie es Ihnen möglich ist.
1. Gab es jemals eine Zeit, in der du nicht ganz du selbst warst und … du dich so gut oder aufgedreht gefühlt hast, dass andere dachten, du wärst nicht in deinem normalen Zustand, oder dass dir dieses Aufgedrehtsein Ärger eingebracht hat?
Bewertet Phasen exzessiver Stimmung und auffälliger Hyperaktivität.
Nein
Ja
2. …du dich so gereizt gefühlt hast, dass du Leute beschimpft oder Streit oder Schlägereien angefangen hast?
Untersucht Episoden ungewöhnlich starker Reizbarkeit und sozialer Konflikte.
Nein
Ja
3. …du dich viel selbstsicherer als sonst gefühlt hast?
Erfasst phasenhaft übersteigertes Selbstbewusstsein oder Grandiosität.
Nein
Ja
4. …du viel weniger geschlafen hast als sonst und das Gefühl hattest, den Schlaf nicht wirklich zu brauchen?
Prüft ein vermindertes Schlafbedürfnis ohne begleitende Erschöpfung.
Nein
Ja
5. …du viel gesprächiger warst oder schneller geredet hast als sonst?
Kontrolliert auf auffälligen Rededrang oder ein stark beschleunigtes Sprechtempo.
Nein
Ja
6. …die Gedanken durch deinen Kopf rasten oder du deinen Gedankengang nicht verlangsamen konntest?
Fokussiert sich auf gedankliche Getriebenheit und Ideenflucht.
Nein
Ja
7. …du so leicht von allem um dich herum abgelenkt warst, dass es dir schwerfiel, dich zu konzentrieren oder bei der Sache zu bleiben?
Misst eine ungewöhnlich hohe Ablenkbarkeit und Konzentrationsschwäche.
Nein
Ja
8. …du viel mehr Energie als sonst hattest?
Erfragt Phasen eines unnatürlich hohen Energieniveaus.
Nein
Ja
9. …du viel aktiver warst oder viel mehr getan hast als sonst?
Beobachtet episodisch gesteigerte Handlungsbereitschaft und Überaktivität.
Nein
Ja
10. …du viel geselliger oder kontaktfreudiger als sonst warst, zum Beispiel mitten in der Nacht Freunde angerufen hast?
Bewertet distanzloses oder exzessiv geselliges Verhalten.
Nein
Ja
11. …du viel mehr als sonst an Sex interessiert warst?
Identifiziert einen temporär stark gesteigerten Sexualtrieb.
Nein
Ja
12. …du Dinge getan hast, die für dich ungewöhnlich waren oder die andere Leute als übertrieben, dumm oder riskant hätten ansehen können?
Untersucht impulsives, untypisches oder riskantes Verhalten.
Nein
Ja
13. …deine Ausgaben dir oder deiner Familie Probleme bereitet haben?
Erfasst finanzielle Leichtfertigkeit als Symptom einer manischen Phase.
Nein
Ja
14. Wenn du bei mehr als einer der obigen Fragen „Ja“ angekreuzt hast, sind mehrere dieser Dinge im selben Zeitraum aufgetreten?
Stellt fest, ob die genannten Symptome zeitlich überlappend als zusammenhängendes Cluster auftraten.
Nein
Ja
15. Inwieweit hat dir das Probleme bereitet – zum Beispiel, dass du nicht arbeitsfähig warst, familiäre, finanzielle oder rechtliche Probleme hattest oder in Streit oder Schlägereien verwickelt warst?
Beurteilt den Grad der psychosozialen Funktionseinschränkung durch das Erlebte.
Keine Probleme
Geringfügige Probleme
Mäßige Probleme
Schwerwiegende Probleme
Mobile App für Patienten
Ihre Sitzung setzt sich in der Hosentasche Ihrer Patienten fort
Die Merkblätter, Übungen, Programme und Audios oben: Sie entscheiden, welche Sie Ihren Patienten in der eigens für sie bestimmten mobilen App zur Verfügung stellen.