Fragebogen zu automatischen Gedanken (ATQ-30)

Der Automatic Thoughts Questionnaire (ATQ-30) ist ein etabliertes psychometrisches Verfahren zur systematischen Erfassung negativer automatischer Gedanken.

Fragebogen zu automatischen Gedanken (ATQ-30)
Fragen
30
Dauer
15 Min.
Originaltitel
ATQ-30 — Automatic Thoughts Questionnaire
Adaptation
Fragebogen zu automatischen Gedanken (ATQ-30)
Autoren
Hollon, S.D. & Kendall, P.C.
Erstellt
1980

Der Automatic Thoughts Questionnaire (ATQ-30) ist ein etabliertes psychometrisches Verfahren zur systematischen Erfassung negativer automatischer Gedanken. Dieses Instrument wurde speziell entwickelt, um die Häufigkeit belastender, depressionsassoziierter Kognitionen bei Erwachsenen zu messen. In der kognitiven Verhaltenstherapie bilden solche dysfunktionalen Denkmuster oft den Kern der Symptomatik und treiben den emotionalen Leidensdruck maßgeblich an. Durch den Einsatz des ATQ-30 erhalten Therapeutinnen und Therapeuten ein differenziertes Bild darüber, in welchem Ausmaß die betreffende Person unter Selbstabwertung, Hoffnungslosigkeit und negativen Erwartungshaltungen leidet.

Als reliables Maß eignet sich der Fragebogen hervorragend für den klinischen Alltag, da er nicht nur bei der Erstuntersuchung wichtige Anhaltspunkte liefert, sondern auch ideal therapiebegleitend eingesetzt werden kann. Indem die Kognitionen systematisch erfasst werden, können Behandelnde in der Therapie gezielter an der kognitiven Umstrukturierung arbeiten und mit Patienten automatische Gedanken erkennen und ersetzen. Dabei dient der Test stets der Fundierung des klinischen Eindrucks und macht kognitive Prozesse messbar, bevor Kliniker beispielsweise anleiten, den Ursprung negativer Gedanken aufzuspüren.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
90/ 150
Ein 30-Item-Selbstbeurteilungsfragebogen zur Erfassung der Häufigkeit negativer automatischer Gedanken im Zusammenhang mit Depression im Verlauf der vergangenen Woche. Er operationalisiert Becks kognitives Modell durch die Messung des negativen Inhalts des inneren Dialogs (negative Sicht auf die eigene Person, die Welt und die Zukunft). Wird in der KVT zum Screening, zur Eingangsdiagnostik und zur Verlaufsbeobachtung depressogener Kognitionen eingesetzt.
généralegemischt · Studierende · nicht-depressive Studierende (Kriteriumsgruppe) · Vereinigte Staaten · n = 21 · 1980 · Hollon et al. (1980)effectif faible
30150
90
M = 48.57 ± 10.89
cliniquegemischt · Pathologie: Depression · depressive Studierende (BDI ≥ 11 und MMPI-D ≥ 26) · Vereinigte Staaten · n = 14 · 1980 · Hollon et al. (1980)effectif faible
30150
90
M = 79.64 ± 22.29
cliniquegemischt · Pathologie: Depression · depressive Patienten (DEP) · Vereinigte Staaten · n = 21 · 1983 · Harrell et al. (1983)effectif faible
30150
90
M = 88.9 ± 21.15
cliniquegemischt · klinische Population · nicht-depressive psychiatrische Patienten (NDEP-P) · Vereinigte Staaten · n = 20 · 1983 · Harrell et al. (1983)effectif faible
30150
90
M = 42.35 ± 9.96
cliniquegemischt · klinische Population · nicht-depressive medizinische Patienten (NDEP-M) · Vereinigte Staaten · n = 20 · 1983 · Harrell et al. (1983)effectif faible
30150
90
M = 38.35 ± 8.17
Auswertung
Summe, Gesamtwert von 30 bis 150, jedes Item wird auf einer 5-Punkte-Skala (von 1 bis 5) bewertet.
Hilflosigkeit / Verzweiflung (Hilflosigkeit)
9/ 10
Hilflosigkeit
Items 29, 30
9
210
Geringes Selbstwertgefühl
5/ 10
Geringes Selbstwertgefühl
Items 17, 18
5
210
Negatives Selbstkonzept und negative Erwartungen
20/ 35
Negative Selbstkonzepte und negative Erwartungen
Items 2, 3, 9, 21, 23, 24, 28
20
735
Persönliche Fehlanpassung und Veränderungswunsch
17/ 25
Persönliche Fehlanpassung und Veränderungswunsch
Items 7, 10, 14, 20, 26
17
525

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Was der Test misst

Der ATQ-30 misst quantitativ, wie häufig eine Person in der vergangenen Woche von negativen automatischen Gedanken beeinflusst wurde. Dabei deckt das Instrument verschiedene inhaltliche Dimensionen dysfunktionaler Kognitionen ab, die typischerweise das Zentrum depressiver Episoden bilden.

  • Inadäquatheit: Das quälende Gefühl, den Anforderungen des Lebens nicht gewachsen zu sein und persönliche Unzulänglichkeiten aufzuweisen.
  • Selbstabwertung: Tiefe, abwertende Überzeugungen über den eigenen Wert, die oft den klassischen Schema-Satz ich bin nicht gut genug widerspiegeln.
  • Negative Erwartungen: Eine pessimistische Sicht auf die eigene Zukunft, die oft mit einem Hang zum Katastrophisieren einhergeht.
  • Hilflosigkeit: Die Wahrnehmung, der Situation machtlos ausgeliefert zu sein und keinerlei Kontrolle über positive Veränderungen zu haben.

Der Test richtet sich an erwachsene Klientinnen und Klienten, die affektive Symptome oder ausgeprägte Selbstzweifel aufweisen, und dient der Schärfung der psychotherapeutischen Falldiagnostik.

Wann und warum einsetzen

Der Einsatz des ATQ-30 empfiehlt sich in unterschiedlichen Phasen der psychotherapeutischen Arbeit, um kognitive Prozesse präzise zu erfassen und Behandlungsentscheidungen evidenzbasiert zu fundieren.

  • Klinische Basisdiagnostik: Zu Beginn der Therapie angewendet, um das Ausmaß der kognitiven Belastung bei der Anamnese systematisch zu objektivieren.
  • Interventionssteuerung: Wenn Therapeuten mit ihren Klienten negative Gedanken überprüfen möchten, liefert der Test wichtige Anhaltspunkte über die bevorzugten kognitiven Problembereiche.
  • Therapieplanung: Zur Identifikation inhaltlicher Schwerpunkte, wenn Patienten im Rahmen der Therapie die Leitfrage ist dieser Gedanke konstruktiv? verinnerlichen sollen.
  • Verlaufskontrolle: Um die Wirksamkeit kognitiver Interventionen zu messen, nachdem Patienten Methoden erlernt haben, um negative Überzeugungen ersetzen zu können.
  • Rückfallprävention: Zur frühzeitigen Erkennung von Denkmustern, die auf eine sich anbahnende depressive Episode hinweisen könnten.

Ein standardisierter und validierter Summenwert bietet hierbei einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem reinen klinischen Eindruck, da er eine objektive und verlässliche Vergleichsbasis für den Therapieverlauf schafft.

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Die Fragen

  1. Im Folgenden finden Sie eine Liste mit 30 Gedanken, die Menschen durch den Kopf gehen können. Bitte lesen Sie jeden Gedanken aufmerksam durch und geben Sie an, wie oft Sie diesen Gedanken – falls überhaupt – in der letzten Woche hatten.
    1. Es fällt mir extrem schwer, mit der Welt zurechtzukommen.
    Evaluiert das Gefühl, den Anforderungen der Umwelt ohnmächtig gegenüberzustehen.
    • Überhaupt nicht
    • Manchmal
    • Ziemlich oft
    • Oft
    • Immer
  2. 2. Ich bin nicht gut.
    Prüft das Vorhandensein grundlegender Selbstzweifel und Gefühle der Unzulänglichkeit.
    • Überhaupt nicht
    • Manchmal
    • Ziemlich oft
    • Oft
    • Immer
  3. 3. Warum habe ich nie Erfolg?
    Erfasst Kognitionen, die eigenes Bemühen stets mit Misserfolg verknüpfen.
    • Überhaupt nicht
    • Manchmal
    • Ziemlich oft
    • Oft
    • Immer
  4. 4. Niemand versteht mich.
    Bewertet das Ausmaß erlebter sozialer Isolation und mangelnder Empathie durch das Umfeld.
    • Überhaupt nicht
    • Manchmal
    • Ziemlich oft
    • Oft
    • Immer
  5. 5. Ich habe andere im Stich gelassen.
    Fokussiert auf Schuldgefühle gegenüber anderen Personen.
    • Überhaupt nicht
    • Manchmal
    • Ziemlich oft
    • Oft
    • Immer
  6. 6. Ich glaube nicht, dass ich weitermachen kann.
    Untersucht Tendenzen zur Resignation angesichts aktueller Belastungen.
    • Überhaupt nicht
    • Manchmal
    • Ziemlich oft
    • Oft
    • Immer
  7. 7. Ich wünschte, ich wäre ein besserer Mensch.
    Beleuchtet die Unzufriedenheit mit der eigenen Persönlichkeit und den Wunsch nach Optimierung.
    • Überhaupt nicht
    • Manchmal
    • Ziemlich oft
    • Oft
    • Immer
  8. 8. Ich bin so schwach.
    Misst das subjektive Erleben emotionaler oder physischer Kraftlosigkeit.
    • Überhaupt nicht
    • Manchmal
    • Ziemlich oft
    • Oft
    • Immer
  9. 9. Mein Leben verläuft nicht so, wie ich es mir wünsche.
    Reflektiert die Frustration über den allgemeinen Lebensverlauf.
    • Überhaupt nicht
    • Manchmal
    • Ziemlich oft
    • Oft
    • Immer
  10. 10. Ich enttäusche mich selbst.
    Erfasst die Diskrepanz zwischen eigenen Ansprüchen und der wahrgenommenen Realität.
    • Überhaupt nicht
    • Manchmal
    • Ziemlich oft
    • Oft
    • Immer
  11. 11. Nichts ist mehr so gut wie früher.
    Prüft nostalgisch-verklärte Denkmuster, die die Gegenwart abwerten.
    • Überhaupt nicht
    • Manchmal
    • Ziemlich oft
    • Oft
    • Immer
  12. 12. Ich kann das nicht länger ertragen.
    Evaluiert die akute Belastungsgrenze und das Gefühl, nicht mehr durchzuhalten.
    • Überhaupt nicht
    • Manchmal
    • Ziemlich oft
    • Oft
    • Immer
  13. 13. Ich schaffe es nicht, Dinge anzufangen.
    Bewertet den Grad der Antriebslosigkeit und Initiativschwäche.
    • Überhaupt nicht
    • Manchmal
    • Ziemlich oft
    • Oft
    • Immer
  14. 14. Was ist nur falsch mit mir?
    Untersucht die tief sitzende Überzeugung einer inneren Fehlerhaftigkeit.
    • Überhaupt nicht
    • Manchmal
    • Ziemlich oft
    • Oft
    • Immer
  15. 15. Ich wünschte, ich wäre jemand anderes.
    Misst den eskapistischen Drang, der aktuellen Realität zu entfliehen.
    • Überhaupt nicht
    • Manchmal
    • Ziemlich oft
    • Oft
    • Immer
  16. 16. Ich schaffe es nicht, die Dinge zum Laufen zu bringen.
    Erfasst Kognitionen der eigenen Ineffizienz und Inkompetenz bei der Alltagsbewältigung.
    • Überhaupt nicht
    • Manchmal
    • Ziemlich oft
    • Oft
    • Immer
  17. 17. Ich hasse mich.
    Prüft das Vorhandensein von extremer Selbstablehnung und Selbsthass.
    • Überhaupt nicht
    • Manchmal
    • Ziemlich oft
    • Oft
    • Immer
  18. 18. Ich bin wertlos.
    Beleuchtet fundamentale Kognitionen der eigenen Wertlosigkeit.
    • Überhaupt nicht
    • Manchmal
    • Ziemlich oft
    • Oft
    • Immer
  19. 19. Ich wünschte, ich würde verschwinden.
    Untersucht passive Wünsche nach Nicht-Existenz oder Flucht.
    • Überhaupt nicht
    • Manchmal
    • Ziemlich oft
    • Oft
    • Immer
  20. 20. Was stimmt nicht mit mir?
    Fokussiert auf wiederkehrende Selbstzweifel bezüglich der eigenen Normalität.
    • Überhaupt nicht
    • Manchmal
    • Ziemlich oft
    • Oft
    • Immer
  21. 21. Ich bin ein Verlierer.
    Evaluiert die Wahrnehmung, andauernd in allen Lebensbereichen zu scheitern.
    • Überhaupt nicht
    • Manchmal
    • Ziemlich oft
    • Oft
    • Immer
  22. 22. Mein Leben ist ein Scherbenhaufen.
    Erfasst die holistische Abwertung der eigenen Biografie.
    • Überhaupt nicht
    • Manchmal
    • Ziemlich oft
    • Oft
    • Immer
  23. 23. Ich bin ein Versager.
    Prüft die tief verwurzelte Identifikation mit dem Konzept des Versagens.
    • Überhaupt nicht
    • Manchmal
    • Ziemlich oft
    • Oft
    • Immer
  24. 24. Ich werde es nicht schaffen.
    Misst negative Zukunftsannahmen im Hinblick auf bevorstehende Herausforderungen.
    • Überhaupt nicht
    • Manchmal
    • Ziemlich oft
    • Oft
    • Immer
  25. 25. Ich bin so hoffnungslos.
    Bewertet das subjektive Erleben von Machtlosigkeit und mangelnder Selbstwirksamkeit.
    • Überhaupt nicht
    • Manchmal
    • Ziemlich oft
    • Oft
    • Immer
  26. 26. Etwas muss sich ändern.
    Untersucht den wahrgenommenen Leidensdruck und die Dringlichkeit einer Veränderung.
    • Überhaupt nicht
    • Manchmal
    • Ziemlich oft
    • Oft
    • Immer
  27. 27. Irgendetwas muss mit mir nicht stimmen.
    Beleuchtet die Suche nach fundamentalen Defiziten in der eigenen Person.
    • Überhaupt nicht
    • Manchmal
    • Ziemlich oft
    • Oft
    • Immer
  28. 28. Meine Zukunft ist düster.
    Erfasst den Grad der Hoffnungslosigkeit bezüglich der zukünftigen Lebensgestaltung.
    • Überhaupt nicht
    • Manchmal
    • Ziemlich oft
    • Oft
    • Immer
  29. 29. Es ist die Mühe nicht wert.
    Prüft resignative Gedanken bezüglich der Sinnhaftigkeit eigener Anstrengungen.
    • Überhaupt nicht
    • Manchmal
    • Ziemlich oft
    • Oft
    • Immer
  30. 30. Ich schaffe es nicht, Dinge zu Ende zu bringen.
    Evaluiert die kognitive Wahrnehmung von Handlungsabbrüchen und mangelnder Ausdauer.
    • Überhaupt nicht
    • Manchmal
    • Ziemlich oft
    • Oft
    • Immer
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