Life Events Checklist für DSM-5

Die Life Events Checklist für DSM-5 (LEC-5) ist ein etabliertes, international anerkanntes Instrument zur systematischen Erfassung traumatischer Erlebnisse.

Life Events Checklist für DSM-5
Fragen
17
Dauer
5 Min.
Originaltitel
Life Events Checklist for DSM-5
Adaptation
Life Events Checklist für DSM-5
Autoren
Weathers, F.W., Blake, D.D., Schnurr, P.P., Kaloupek, D.G., Marx, B.P., & Keane, T.M.
Erstellt
2013

Die Life Events Checklist für DSM-5 (LEC-5) ist ein etabliertes, international anerkanntes Instrument zur systematischen Erfassung traumatischer Erlebnisse. In der klinischen Praxis und Forschung bildet sie eine verlässliche Grundlage, um festzustellen, ob eine Patientin oder ein Patient Ereignisse erlebt hat, die das A-Kriterium einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) nach DSM-5 erfüllen.

Das Instrument beschränkt sich nicht auf die bloße Abfrage von Ereignissen, sondern erfasst differenziert den Grad der Exposition – ob eine Situation selbst erlebt, beobachtet, im beruflichen Kontext erfahren oder über Angehörige berichtet wurde. Diese strukturierte Bestandsaufnahme hilft dabei, ein umfassendes Bild der individuellen Belastungshistorie zu zeichnen.

Für Therapeutinnen und Therapeuten ist die LEC-5 ein essenzieller Ausgangspunkt, um die oft vielschichtigen Ursprünge traumaassoziierter Symptome zu identifizieren. Sie liefert eine klare Orientierung für das klinische Interview und bereitet den Boden für eine gezielte, traumaspezifische Diagnostik, ohne dabei diagnostische Schlussfolgerungen vorwegzunehmen. Oft ist dies der erste Schritt, um im Therapieverlauf belastende, automatische Gedanken zu erkennen und zu ersetzen, die maßgeblich durch das erlebte Trauma geprägt wurden.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
11/ 17
Die Life Events Checklist für DSM-5 (LEC-5) ist ein 17-Item-Selbstbeurteilungsfragebogen, der für das Screening der Exposition gegenüber potenziell traumatischen Ereignissen im Laufe des Lebens einer Person entwickelt wurde. Er wird verwendet, um Erfahrungen zu identifizieren, die das Kriterium A für eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) gemäß DSM-5 erfüllen könnten. Das Instrument wird nicht numerisch ausgewertet, sondern als qualitative Checkliste eingesetzt, häufig vor der Durchführung einer Symptomskala wie der PCL-5.
11
017
Auswertung
Summe der Ereignisse mit Exposition (0 bis 17), Gesamtwert von 0 bis 17, jedes Item wird auf einer 6-Punkte-Skala (von 0 bis 1) bewertet.

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Was der Test misst

Die LEC-5 erfasst die lebensgeschichtliche Exposition gegenüber schwerwiegenden, potenziell traumatisierenden Lebensereignissen. Solche extremen Erfahrungen erschüttern oft die Grundlagen der psychischen Gesundheit nachhaltig. Sie bildet die Voraussetzung für die Überprüfung des PTBS-A-Kriteriums, indem sie verschiedene Gefahrensituationen und Gewaltformen systematisch abfragt.

  • Naturkatastrophen und Unfälle: Exposition gegenüber unvorhersehbaren Naturgewalten, Bränden, Explosionen sowie schweren Verkehrs- und Arbeitsunfällen.
  • Körperliche und sexuelle Gewalt: Direkte oder beobachtete Erfahrungen von physischen Übergriffen, Angriffen mit Waffen und verschiedenen Formen sexueller Gewalt.
  • Kriegs- und Gefangenschaftserfahrungen: Aufenthalt in Kampfgebieten oder Erleben von Freiheitsentzug, Geiselnahme und Inhaftierung unter widrigen Bedingungen.
  • Schwere Krankheit und Tod: Konfrontation mit lebensbedrohlichen Erkrankungen, unerwarteten oder gewaltsamen Todesfällen im sozialen Umfeld sowie extremem menschlichem Leid.
  • Berufliche Konfrontation: Traumakonfrontation, die im Rahmen spezifischer beruflicher Tätigkeiten (etwa bei Polizei, Feuerwehr oder medizinischem Personal) stattfindet.

Das Instrument richtet sich an Erwachsene, bei denen im Rahmen einer klinischen Abklärung die traumatische Vorgeschichte strukturiert und schonend erhoben werden soll.

Wann und warum einsetzen

Die Anwendung der LEC-5 empfiehlt sich in der Frühphase der psychotherapeutischen oder psychiatrischen Behandlung, wenn der Verdacht auf eine Traumafolgestörung besteht. Sie kann in der Diagnostikphase beispielsweise einer strukturierten Angst-Bestandsaufnahme vorausgehen.

  • Klinisches Erstgespräch und Anamnese: Um systematisch abzuklären, ob überhaupt potenziell traumatisierende Ereignisse vorliegen, ohne die Patienten durch völlig offene Fragen emotional zu überfluten.
  • Vorbereitung traumaspezifischer Diagnostik: Um im Vorfeld von strukturierten Interviews (wie der CAPS-5) oder Symptomskalen ein spezifisches Indexereignis zu definieren.
  • Identifikation berufsbedingter Belastungen: Um bei Ersthelfern oder medizinischem Personal wiederholte, berufsbedingte Traumaexpositionen sichtbar zu machen, was oft auch eine spätere Reflexion über übermäßige Personalisierung und Selbstvorwürfe entlastend anstößt.
  • Exploration von Mehrfachtraumatisierungen: Um die kumulative Belastung durch unterschiedliche Ereignistypen über die gesamte Lebensspanne hinweg zu dokumentieren und in der Angstbearbeitung klinisch fundiert aufzugreifen.

Der Einsatz dieser Checkliste stellt sicher, dass keine wesentlichen Belastungsfaktoren übersehen werden, und liefert eine verlässlichere Grundlage für die PTBS-Diagnostik als ein unstrukturiertes freies Gespräch.

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750+ klinische Werkzeuge

Eine Bibliothek, die mit und für Klinikerinnen und Kliniker entwickelt wurde, bereit für den Einsatz in der Sitzung und zur Fortführung zwischen den Terminen.

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Die Fragen

  1. Hier ist eine Liste von schwierigen oder belastenden Ereignissen, die Menschen zustoßen können. Bitte kreuzen Sie für jedes Ereignis das Kästchen oder die Kästchen an, die Ihre Erfahrung am besten beschreiben. Bitte berücksichtigen Sie Ihr gesamtes Leben (Kindheit und Erwachsenenalter), wenn Sie die Liste durchgehen.
    1. Naturkatastrophe (z. B. Überschwemmung, Hurrikan, Tornado, Erdbeben)
    Erfragt die Konfrontation mit unkontrollierbaren Naturkräften, die eine massive Bedrohung für Leben und körperliche Unversehrtheit darstellen.
    • Mir passiert
    • Zeuge gewesen
    • Davon erfahren
    • Im Rahmen der Arbeit
    • Nicht sicher
    • Trifft nicht zu
  2. 2. Feuer oder Explosion
    Untersucht das Erleben von Bränden oder explosiven Zerstörungen, die oft mit akuter Lebensgefahr und plötzlichem Kontrollverlust einhergehen.
    • Mir passiert
    • Zeuge gewesen
    • Davon erfahren
    • Im Rahmen der Arbeit
    • Nicht sicher
    • Trifft nicht zu
  3. 3. Verkehrsunfall (z. B. Auto- oder Bootsunfall, Zugentgleisung, Flugzeugabsturz)
    Zielt auf potenziell lebensbedrohliche Unfälle im Transportwesen ab, die eine häufige Ursache für Traumafolgestörungen sind.
    • Mir passiert
    • Zeuge gewesen
    • Davon erfahren
    • Im Rahmen der Arbeit
    • Nicht sicher
    • Trifft nicht zu
  4. 4. Schwerer Unfall bei der Arbeit, zu Hause oder bei Freizeitaktivitäten
    Erfasst gravierende Unfallereignisse im alltäglichen oder beruflichen Umfeld, die nicht durch den Verkehr bedingt sind.
    • Mir passiert
    • Zeuge gewesen
    • Davon erfahren
    • Im Rahmen der Arbeit
    • Nicht sicher
    • Trifft nicht zu
  5. 5. Kontakt mit einer giftigen Substanz (z. B. gefährliche Chemikalien, Strahlung)
    Klärt die Exposition gegenüber toxischen oder strahlenden Substanzen ab, die eine unmittelbare oder verzögerte vitale Bedrohung auslösen können.
    • Mir passiert
    • Zeuge gewesen
    • Davon erfahren
    • Im Rahmen der Arbeit
    • Nicht sicher
    • Trifft nicht zu
  6. 6. Körperlicher Übergriff (z. B. angegriffen, geschlagen, mit einem Messer gestochen, verprügelt oder getreten worden sein)
    Überprüft die Erfahrung interpersoneller physischer Gewalt ohne Waffeneinsatz, die das körperliche und psychische Sicherheitsgefühl massiv erschüttert.
    • Mir passiert
    • Zeuge gewesen
    • Davon erfahren
    • Im Rahmen der Arbeit
    • Nicht sicher
    • Trifft nicht zu
  7. 7. Bewaffneter Überfall (z. B. mit einer Schusswaffe, einem Messer, einer Bombe o. Ä. bedroht oder verletzt worden sein)
    Erfragt lebensbedrohliche interpersonelle Gewalt unter Einsatz von Waffen, welche die wahrgenommene Todesbedrohung drastisch erhöht.
    • Mir passiert
    • Zeuge gewesen
    • Davon erfahren
    • Im Rahmen der Arbeit
    • Nicht sicher
    • Trifft nicht zu
  8. 8. Sexueller Übergriff (z. B. Vergewaltigung, versuchte Vergewaltigung, Erzwingung einer sexuellen Handlung durch Gewalt oder Drohung)
    Fokussiert auf schwere sexuelle Gewalt, die aufgrund der massiven Grenzverletzung ein besonders hohes Risiko für die Entwicklung einer PTBS birgt.
    • Mir passiert
    • Zeuge gewesen
    • Davon erfahren
    • Im Rahmen der Arbeit
    • Nicht sicher
    • Trifft nicht zu
  9. 9. Andere unerwünschte und unangenehme sexuelle Erfahrung (z. B. sexueller Missbrauch in der Kindheit)
    Erfasst sexuelle Grenzverletzungen unterhalb der Schwelle eines direkten gewaltsamen Übergriffs, die dennoch stark traumatisierend wirken können.
    • Mir passiert
    • Zeuge gewesen
    • Davon erfahren
    • Im Rahmen der Arbeit
    • Nicht sicher
    • Trifft nicht zu
  10. 10. Teilnahme an einem bewaffneten Konflikt oder Aufenthalt in einem Kriegsgebiet (als Soldat/-in oder Zivilperson)
    Untersucht die Konfrontation mit den extremen Gefahren und der allgegenwärtigen Zerstörung in Kriegs- oder bewaffneten Konfliktsituationen.
    • Mir passiert
    • Zeuge gewesen
    • Davon erfahren
    • Im Rahmen der Arbeit
    • Nicht sicher
    • Trifft nicht zu
  11. 11. Gefangenschaft (z. B. Entführung, Geiselnahme, Kriegsgefangenschaft)
    Zielt auf Situationen des extremen Freiheitsentzugs und der völligen Ausgeliefertheit an Täter ab.
    • Mir passiert
    • Zeuge gewesen
    • Davon erfahren
    • Im Rahmen der Arbeit
    • Nicht sicher
    • Trifft nicht zu
  12. 12. Lebensbedrohliche Krankheit oder Verletzung
    Erfragt schwerwiegende medizinische Krisen, bei denen die unmittelbare Angst vor dem Tod oder schweren körperlichen Schäden im Vordergrund stand.
    • Mir passiert
    • Zeuge gewesen
    • Davon erfahren
    • Im Rahmen der Arbeit
    • Nicht sicher
    • Trifft nicht zu
  13. 13. Schweres menschliches Leid
    Erfasst die emotionale und psychologische Belastung durch die passive oder aktive Konfrontation mit extremen Leidenszuständen anderer Menschen.
    • Mir passiert
    • Zeuge gewesen
    • Davon erfahren
    • Im Rahmen der Arbeit
    • Nicht sicher
    • Trifft nicht zu
  14. 14. Gewaltsamer Tod (z. B. Tötungsdelikt, Suizid)
    Überprüft die Konfrontation mit dem unnatürlichen und gewaltsamen Versterben anderer Personen.
    • Mir passiert
    • Zeuge gewesen
    • Davon erfahren
    • Im Rahmen der Arbeit
    • Nicht sicher
    • Trifft nicht zu
  15. 15. Plötzlicher Unfalltod
    Bezieht sich auf den schockierenden Verlust von Menschen durch unerwartete Ereignisse, abseits von vorhersehbarer Krankheit.
    • Mir passiert
    • Zeuge gewesen
    • Davon erfahren
    • Im Rahmen der Arbeit
    • Nicht sicher
    • Trifft nicht zu
  16. 16. Schwere Verletzung, Schädigung oder Tod einer anderen Person, von dir verursacht
    Untersucht die oft mit starken Schuldgefühlen verbundene Erfahrung, selbst aktiv den Tod oder die schwere Verletzung eines anderen verursacht zu haben.
    • Mir passiert
    • Zeuge gewesen
    • Davon erfahren
    • Im Rahmen der Arbeit
    • Nicht sicher
    • Trifft nicht zu
  17. 17. Jede andere sehr belastende Erfahrung (z. B. schwere Vernachlässigung in der Kindheit)
    Bietet eine offene Kategorie für alle weiteren traumatischen Erfahrungen, die nicht durch die vorangegangenen spezifischen Items abgedeckt wurden.
    • Mir passiert
    • Zeuge gewesen
    • Davon erfahren
    • Im Rahmen der Arbeit
    • Nicht sicher
    • Trifft nicht zu
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