Geriatrische Depressionsskala (GDS-15)

Die Geriatrische Depressionsskala in der 15-Item-Kurzversion (GDS-15) ist ein etabliertes, validiertes Assessment-Instrument, das gezielt für die…

Geriatrische Depressionsskala (GDS-15)
Fragen
15
Dauer
5 Min.
Originaltitel
GDS-15 — Geriatric Depression Scale
Adaptation
Geriatrische Depressionsskala (GDS-15)
Autoren
Sheikh, J.I. & Yesavage, J.A.
Erstellt
1986

Die Geriatrische Depressionsskala in der 15-Item-Kurzversion (GDS-15) ist ein etabliertes, validiertes Assessment-Instrument, das gezielt für die Untersuchung depressiver Beschwerden bei älteren Menschen entwickelt wurde. Im Gegensatz zu allgemeinen Depressionsskalen verzichtet die GDS-15 bewusst auf die Erfassung somatischer Symptome – wie Schlaf- oder Appetitstörungen –, da diese in der Geriatrie häufig durch körperliche Begleiterkrankungen oder altersbedingte Medikation überlagert werden. Stattdessen fokussiert sie sich eng auf die affektiven und kognitiven Dimensionen der Altersdepression.

Für den klinischen Alltag bietet dieses Instrument den entscheidenden Vorteil eines leicht verständlichen Ja/Nein-Antwortformats, das auch bei beginnenden kognitiven Einschränkungen der Patienten reliabel durchführbar bleibt. Die regelmäßige Anwendung der GDS-15 erlaubt es Therapeuten und Ärzten, den affektiven Verlauf objektiv zu erfassen und zu beurteilen, ob spezifische psychologische Interventionen notwendig sind.

So kann es in der Therapieplanung überaus sinnvoll sein, bei zunehmendem Vermeidungsverhalten oder ausgeprägtem Antriebsmangel zeitnah gezielte therapeutische Maßnahmen zu ergreifen, um die funktionale Handlungsfähigkeit und die Lebensqualität der Betroffenen so lange wie möglich zu erhalten.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
7/ 15
Selbstbeurteilungs-Screeningfragebogen für Depressionen bei älteren Erwachsenen (≥ 65 Jahre). 15-Item-Kurzversion, abgeleitet von der GDS-30 von Yesavage et al., mit dichotomen Ja/Nein-Antworten, ohne somatische Items, angepasst für die geriatrische Praxis sowohl im ambulanten als auch im institutionellen Bereich, einschließlich bei Patienten mit leichter kognitiver Beeinträchtigung.
0–4
Keine Depression
5–9
Leichte Depression
7
10–15
Mittelschwere bis schwere Depression
Depressive Symptome vorhanden, die eine weitere klinische Abklärung erfordern.
Zur Information
Cut-off≥ 5Wahrscheinliche Depression bei Parkinson-Krankheit
Optimaler Screening-Cut-off-Wert bei Patienten mit Parkinson-Krankheit in fachspezifischer Betreuung.
Weintraub et al.Zur Studie
Cut-off≥ 9Wahrscheinliche Depression bei Vorliegen einer kognitiven Beeinträchtigung
Erhöhter Schwellenwert vorgeschlagen bei Vorliegen einer leichten bis mittelschweren kognitiven Beeinträchtigung, bei der die Ausgangswerte höher liegen.
Justo-Henriques et al. (2023)Zur Studie
Auswertung
Summe der Items (mit rekodierten Items), Gesamtpunktzahl von 0 bis 15, jedes Item wird mit 0 oder 1 bewertet.

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Was der Test misst

Die GDS-15 misst das Vorhandensein und den Schweregrad depressiver Symptomatik bei Menschen im fortgeschrittenen Alter. Dabei konzentriert sich das Instrument auf die psychologischen und lebensweltlichen Aspekte, die typischerweise mit einer Altersdepression einhergehen.

  • Lebenszufriedenheit: Die generelle Einschätzung der aktuellen Lebenssituation und das Vorhandensein von tiefgreifenden Zukunftsängsten.
  • Antrieb und Interesse: Der mögliche Verlust an früheren Hobbys oder sozialen Aktivitäten, der oftmals mit einer deutlichen depressiven Handlungsblockade einhergeht.
  • Affektive Grundstimmung: Das anhaltende Erleben von Traurigkeit, innerer Leere oder dem ständigen Gefühl der Langeweile im Alltag.
  • Selbstwert und Hoffnung: Gefühle von Hilflosigkeit, Wertlosigkeit und der Eindruck, dass die eigene Lage aussichtslos sei, was sich häufig auch in limitierenden Überzeugungen niederschlägt.
  • Kognitive Selbstwahrnehmung: Das subjektive Empfinden, dass die eigene Gedächtnisleistung im Vergleich zu Gleichaltrigen stark nachgelassen habe.

Die Zielgruppe sind ältere Erwachsene (in der Regel ab 65 Jahren), bei denen eine unkomplizierte, altersgerechte Ersteinschätzung der affektiven Situation im Rahmen des geriatrischen Assessments erfolgen soll.

Wann und warum einsetzen

Die GDS-15 wird primär im geriatrischen, hausärztlichen und psychotherapeutischen Kontext eingesetzt, um affektive Veränderungen bei Senioren zeitnah und standardisiert zu erfassen.

  • Initiales Screening: Zur fundierten Basisdiagnostik beim Erstkontakt, um eine drohende Depression im Alter besser einordnen zu können.
  • Verlaufskontrolle: Zum regelmäßigen psychometrischen Monitoring während einer therapeutischen oder medikamentösen Behandlung, um den Erfolg der gesetzten Maßnahmen zu quantifizieren.
  • Differenzialdiagnostische Unterstützung: Zur ersten Abgrenzung depressiver Verstimmungen von beginnenden demenziellen Entwicklungen, auch wenn zur genauen Diagnoseklärung stets weitere neuropsychologische Testungen erforderlich sind.
  • Interventionsplanung: Um bei hohen Werten im Bereich von Hoffnungslosigkeit oder sozialem Rückzug evidenzbasierte Ansätze, wie etwa ACT bei Depression, gezielt zu indizieren.

Ein validierter Punktwert bietet gegenüber dem reinen klinischen Eindruck den enormen Vorteil, dass er affektive Veränderungen präzise quantifiziert und altersbedingte Klagen systematisch von echter pathologischer Gedanken-Rumination trennt.

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Die Fragen

  1. Wählen Sie die Antwort (Ja oder Nein), die am besten beschreibt, wie Sie sich im Laufe der vergangenen Woche gefühlt haben.
    1. Bist du mit deinem Leben zufrieden?
    Dieses Item erfasst die globale Bewertung der aktuellen Lebensqualität.
    • Ja
    • Nein
  2. 2. Hast du viele deiner Aktivitäten und Interessen aufgegeben?
    Hierbei wird ein möglicher Interessensverlust oder ein Rückzug aus dem aktiven Alltag beurteilt.
    • Ja
    • Nein
  3. 3. Hast du das Gefühl, dass dein Leben leer ist?
    Diese Frage zielt auf das subjektive Empfinden innerer Leere und Sinnlosigkeit ab.
    • Ja
    • Nein
  4. 4. Langweilst du dich oft?
    Untersucht wird das Fehlen von anregenden Reizen und einer sinnvollen Tagesstruktur.
    • Ja
    • Nein
  5. 5. Bist du die meiste Zeit gut gelaunt?
    Dieses Item misst die vorherrschende affektive Grundstimmung in positiver Hinsicht.
    • Ja
    • Nein
  6. 6. Hast du Angst, dass dir etwas Schlimmes zustößt?
    Erfasst wird das Vorhandensein von antizipatorischen Ängsten und Sorgen.
    • Ja
    • Nein
  7. 7. Bist du die meiste Zeit glücklich?
    Zielt auf das grundsätzliche Erleben von Freude und Wohlbefinden ab.
    • Ja
    • Nein
  8. 8. Fühlst du dich oft hilflos?
    Dieses Item prüft das Gefühl mangelnder Selbstwirksamkeit und Ohnmacht gegenüber den Umständen.
    • Ja
    • Nein
  9. 9. Bleibst du lieber allein in deinem Zimmer, als auszugehen?
    Evaluiert die Neigung zu sozialem Rückzug und passivem Vermeidungsverhalten.
    • Ja
    • Nein
  10. 10. Hast du den Eindruck, mehr Gedächtnisprobleme zu haben als die meisten Menschen?
    Erfragt die subjektive kognitive Verschlechterung, die häufig als Begleitsymptom einer Depression auftritt.
    • Ja
    • Nein
  11. 11. Findest du es wunderbar, in der heutigen Zeit zu leben?
    Misst die gegenwärtige Lebensbejahung als Gegenpol zur depressiven Hoffnungslosigkeit.
    • Ja
    • Nein
  12. 12. Fühlst du dich in deinem jetzigen Zustand eher nutzlos?
    Hierbei geht es um negative Kognitionen und einen beeinträchtigten Selbstwert.
    • Ja
    • Nein
  13. 13. Fühlst du dich voller Energie?
    Diese Frage beleuchtet die vitale Energie und das Fehlen von Antriebsstörungen.
    • Ja
    • Nein
  14. 14. Glaubst du, dass deine Situation hoffnungslos ist?
    Ein zentrales Item, das tiefgreifende Perspektivlosigkeit als Kernsymptom der Depression erfasst.
    • Ja
    • Nein
  15. 15. Glaubst du, dass die Situation anderer besser ist als deine?
    Untersucht wird der negative soziale Vergleich, der oftmals Unzufriedenheit und Resignation verstärkt.
    • Ja
    • Nein
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