Generalized Anxiety Disorder 7 (GAD-7) - Deutsche Version

Die Generalized Anxiety Disorder Scale-7 (GAD-7) ist ein bewährtes, ökonomisches Messinstrument zur Erfassung und Quantifizierung von generalisierten Ängsten.

Generalized Anxiety Disorder 7 (GAD-7) - Deutsche Version
Fragen
7
Dauer
3 Min.
Originaltitel
GAD-7 — Generalized Anxiety Disorder
Adaptation
Generalized Anxiety Disorder 7 (GAD-7) - Deutsche Version
Autoren
Spitzer, R.L., Kroenke, K., Williams, J.B.W., & Löwe, B.
Erstellt
2006

Die Generalized Anxiety Disorder Scale-7 (GAD-7) ist ein bewährtes, ökonomisches Messinstrument zur Erfassung und Quantifizierung von generalisierten Ängsten. Entwickelt, um die Kernkriterien der Generalisierten Angststörung effizient abzubilden, bietet der Fragebogen Klinikern und Therapeuten eine belastbare Grundlage für fundierte klinische Entscheidungen. Er ermöglicht nicht nur ein schnelles Screening in der Eingangsdiagnostik, sondern auch eine präzise, quantifizierbare Angst-Bestandsaufnahme über den gesamten Behandlungsverlauf hinweg.

Als standardisiertes Verfahren schlägt der GAD-7 eine wichtige Brücke zwischen der subjektiven Patientenwahrnehmung und objektiven Kriterien. Seine regelmäßige Anwendung macht feine Veränderungen in der Symptombelastung sichtbar und erleichtert die Kommunikation mit den Patientinnen und Patienten über ihre Behandlungsfortschritte. Wenn Therapeuten umfassende Maßnahmen wie ein strukturiertes Psychoedukationsprogramm zur Angstbewältigung einleiten, dient der GAD-7 als zuverlässiger Anker, um die Wirksamkeit der psychoedukativen Interventionen empirisch zu untermauern. Durch seine exzellenten psychometrischen Eigenschaften, die hohe Änderungssensitivität und die normative Validierung im deutschsprachigen Raum gehört der Fragebogen zum unverzichtbaren Standardrepertoire der modernen psychotherapeutischen und psychiatrischen Diagnostik.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
9/ 21
Kurzer 7-Item-Selbstbeurteilungsfragebogen zum Screening auf eine generalisierte Angststörung (GAD) und zur Erfassung des Schweregrads von Angstsymptomen bei Erwachsenen über die vergangenen zwei Wochen. Entwickelt von Spitzer et al. (2006), wird er in der Primärversorgung sowie im Bereich der psychischen Gesundheit breit eingesetzt und weist zudem gute psychometrische Eigenschaften beim Screening auf Panikstörung, soziale Angststörung und posttraumatische Belastungsstörung auf.
0–9
Screening-Schwellenwert nicht erreicht
9
10–21
Generalisierte Angststörung
Der im Screening mit einer klinisch bedeutsamen Angstsymptomatik verbundene Schwellenwert von 10 ist nicht erreicht. Die herangezogene Quelle beschreibt diesen Bereich der Skala nicht näher.
généraleFrauen · Allgemeinbevölkerung · Löwe et al. (2008)
021
9
M = 3.2 ± 3.5
généraleMänner · Allgemeinbevölkerung · Löwe et al. (2008)
021
9
M = 2.7 ± 3.2
généralegemischt · Allgemeinbevölkerung · 18–29 Jahre · Australien · Stocker et al. (2021)
021
9
M = 7.8 ± 5.9
généralegemischt · Allgemeinbevölkerung · 30–49 Jahre · Australien · Stocker et al. (2021)
021
9
M = 6.6 ± 5.4
généralegemischt · Allgemeinbevölkerung · 50–69 Jahre · Australien · Stocker et al. (2021)
021
9
M = 4.6 ± 4.9
généralegemischt · Allgemeinbevölkerung · ≥ 70 Jahre · Australien · Stocker et al. (2021)
021
9
M = 2.6 ± 3.6
Auswertung
Summe, Gesamtwert von 0 bis 21, jedes Item wird auf einer 4-Punkte-Skala bewertet (von 0 bis 3).

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Was der Test misst

Der GAD-7 operationalisiert die Hauptsymptome der Generalisierten Angststörung und erfasst kognitive, emotionale sowie somatische Facetten der Angstbelastung innerhalb der letzten zwei Wochen. Das Instrument deckt systematisch jene psychopathologischen Bereiche ab, die die Handlungsfähigkeit und Lebensqualität der Betroffenen am stärksten einschränken.

  • Nervosität und Anspannung: Erfasst die grundlegende psychomotorische Unruhe, die häufig im Fokus steht, wenn Behandler die körperliche Entspannungsreaktion gezielt mit ihren Patienten einüben.
  • Sorgenkontrolle: Misst die subjektive Unfähigkeit, chronisches Grübeln zu stoppen – ein zentraler Ansatzpunkt für kognitive Interventionen, bei denen Patienten ihre Sorgen und Aufmerksamkeit strukturiert bearbeiten.
  • Allgegenwärtige Befürchtungen: Quantifiziert die Neigung zu übermäßigen, inhaltlich wechselnden Sorgen bezüglich diverser alltäglicher Angelegenheiten.
  • Körperliche Rastlosigkeit: Bewertet die somatische Manifestation der generalisierten Angst, wie etwa die Schwierigkeit, stillzusitzen oder bewusst zur Ruhe zu kommen.
  • Reizbarkeit: Beobachtet die verringerte Frustrationstoleranz, die oft als sekundäres Symptom chronischer innerer Alarmbereitschaft auftritt.
  • Katastrophisieren: Erfasst das latente, schwer fassbare Gefühl einer drohenden Gefahr oder eines unausweichlichen Schicksalsschlags.

Das Instrument ist normiert und richtet sich an Jugendliche ab dem jungen Erwachsenenalter sowie an Erwachsene in sämtlichen Settings der ambulanten, teilstationären und stationären Versorgung.

Wann und warum einsetzen

Der GAD-7 wird primär eingesetzt, um Verdachtsdiagnosen strukturiert zu erhärten, den initialen Schweregrad der Angstsymptomatik festzustellen und den Behandlungsverlauf engmaschig und reliabel zu überwachen. Seine extreme Kürze macht ihn besonders wertvoll für die nahtlose Integration in jede Phase der Therapie, ohne den zeitlichen Rahmen der Sitzung zu sprengen.

  • Eingangsdiagnostik: Dient als objektives und hochsensitives Screening bei Erstgesprächen, um das Vorliegen einer behandlungsbedürftigen generalisierten Angststörung frühzeitig zu erkennen.
  • Indikationsstellung: Zeigt hohe Symptomwerte auf, die den direkten Einsatz spezifischer Interventionen, wie etwa einer tiefgehenden strukturierten Reflexionsübung zur Angstbearbeitung, klinisch rechtfertigen.
  • Verhaltensanalyse: Hilft dabei, die Ausprägung der muskulären und gedanklichen Anspannung greifbar zu machen, besonders wenn Patienten das getriebene Bedürfnis zeigen, in ihrem Alltag alles kontrollieren zu wollen.
  • Interventionsplanung: Bietet dem Behandler einen validen Richtwert, um gezielte somatische oder entspannungsfördernde Verfahren, wie beispielsweise eine abgekürzte progressive Muskelrelaxation, rechtzeitig in den Therapieplan aufzunehmen.
  • Verlaufsmonitoring: Erlaubt die regelmäßige, teils sitzungsweise Messung der Symptomschwere, um die Wirksamkeit der therapeutischen Arbeit laufend und objektiv zu evaluieren.

Ein standardisierter GAD-7-Summenwert schützt den Behandler effektiv vor einer rein intuitiven und möglicherweise verzerrten Einschätzung der Symptomdynamik, da er das klinische Bild durch harte, vergleichbare Datenpunkte untermauert.

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Die Fragen

  1. Wie oft fühlten Sie sich im Verlauf der letzten 2 Wochen durch die folgenden Beschwerden beeinträchtigt?
    1. Nervosität, Ängstlichkeit oder Anspannung
    Fragt das generelle, unterschwellige Gefühl der Anspannung und die primäre Angstaffektivität ab.
    • Überhaupt nicht
    • An einigen Tagen
    • An mehr als der Hälfte der Tage
    • Beinahe jeden Tag
  2. 2. Nicht in der Lage sein, deine Sorgen zu stoppen oder zu kontrollieren
    Adressiert den subjektiv erlebten Kontrollverlust über dysfunktionale, sich aufdrängende Sorgenketten.
    • Überhaupt nicht
    • An einigen Tagen
    • An mehr als der Hälfte der Tage
    • Beinahe jeden Tag
  3. 3. Sich über alles Mögliche zu viele Sorgen machen
    Erfasst die inhaltliche Ausweitung, die Unverhältnismäßigkeit und die Omnipräsenz der Befürchtungen im Alltag.
    • Überhaupt nicht
    • An einigen Tagen
    • An mehr als der Hälfte der Tage
    • Beinahe jeden Tag
  4. 4. Schwierigkeiten, sich zu entspannen
    Beleuchtet die sympathikotone Übererregung und die Unfähigkeit des Nervensystems, aus dem chronischen Alarmzustand herunterzufahren.
    • Überhaupt nicht
    • An einigen Tagen
    • An mehr als der Hälfte der Tage
    • Beinahe jeden Tag
  5. 5. So unruhig sein, dass es schwerfällt, stillzusitzen
    Zielt auf die physische, motorische Getriebenheit ab, die stark mit unerträglicher innerer Unruhe korreliert.
    • Überhaupt nicht
    • An einigen Tagen
    • An mehr als der Hälfte der Tage
    • Beinahe jeden Tag
  6. 6. Leicht verärgert oder gereizt werden
    Misst die dysregulierte Reizbarkeit und reduzierte Toleranzschwelle als direkte Folge der chronischen Stressbelastung.
    • Überhaupt nicht
    • An einigen Tagen
    • An mehr als der Hälfte der Tage
    • Beinahe jeden Tag
  7. 7. Sich fürchten, als könnte etwas Schreckliches passieren
    Evaluiert das Vorhandensein von irrationalen, katastrophisierenden Erwartungsängsten ohne konkreten Auslöser.
    • Überhaupt nicht
    • An einigen Tagen
    • An mehr als der Hälfte der Tage
    • Beinahe jeden Tag
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