Cannabis Use Disorders Identification Test

Der Cannabis Use Disorders Identification Test (CUDIT) ist ein standardisiertes Screening-Instrument, das speziell entwickelt wurde, um problematische…

Cannabis Use Disorders Identification Test
Fragen
10
Dauer
3 Min.
Originaltitel
Cannabis Use Disorders Identification Test
Adaptation
Cannabis Use Disorders Identification Test
Autoren
Adamson, S.J. & Sellman, J.D.
Erstellt
2003

Der Cannabis Use Disorders Identification Test (CUDIT) ist ein standardisiertes Screening-Instrument, das speziell entwickelt wurde, um problematische Muster im Cannabiskonsum frühzeitig zu erkennen. Er richtet sich primär an Erwachsene und Jugendliche und ermöglicht es Behandelnden, den Übergang von einem gelegentlichen Gebrauch zu einem riskanten Konsum, der oft automatische Verhaltensweisen nach sich zieht, objektiv einzuordnen.

In der klinischen Praxis bietet der Fragebogen einen strukturierten Ausgangspunkt, um das Ausmaß der konsumbedingten Belastung systematisch zu erfassen und in ein breiteres Verständnis für die Grundlagen psychischer Gesundheit einzuordnen. Durch die gezielte Abfrage von Konsummustern, Abhängigkeitssymptomen und konkreten Einschränkungen im Alltag liefert er wertvolle Anhaltspunkte für die weitere diagnostische Abklärung und die gemeinsame Behandlungsplanung.

Als wiederholbares Messinstrument eignet sich der Test besonders, um Veränderungen im Zeitverlauf abzubilden. Dies hilft Klinikern, die Wirksamkeit von therapeutischen Interventionen objektiv nachzuvollziehen und den Patienten effektiv dabei zu unterstützen, einen neuen Vorsatz zur Konsumreduktion erfolgreich im Alltag zu verankern.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
17/ 40
Der CUDIT wurde als kurzes Instrument (10 Items) entwickelt, um Personen mit problematischem oder schädlichem Cannabiskonsum in den letzten 6 Monaten zu identifizieren. Er entstand durch die Adaption des Alcohol Use Disorders Identification Test (AUDIT). Ein Selbstbeurteilungs-Screening-Fragebogen für erwachsene und jugendliche Cannabiskonsumenten, der für den Einsatz in der klinischen Praxis (Allgemeinmedizin, Suchtmedizin, Psychiatrie) geeignet ist, um einen Cannabismissbrauch oder eine Cannabiskonsumstörung zu erkennen und das klinische Vorgehen zu steuern.
17
040
Zur Information
Cut-off≥ 8Wahrscheinlicher problematischer Cannabiskonsum
Positiver prädiktiver Wert von 84.6% für Cannabismissbrauch oder -abhängigkeit.
Adamson et al. (2003)Zur Studie
Auswertung
Summe der Items (Gesamtwert), Gesamtwert von 0 bis 40, die Punktevergabe variiert je nach Item (siehe einzelne Fragen).

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Was der Test misst

Der CUDIT erfasst systematisch verschiedene Dimensionen des Cannabiskonsums und dessen direkte Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen. Die zehn Items des Instruments beleuchten dabei drei zentrale klinische Bereiche:

  • Konsummuster: Die Häufigkeit des Gebrauchs und die typische Dauer der Rauschwirkung.
  • Abhängigkeitssymptome: Anzeichen für einen Kontrollverlust, wie die Unfähigkeit, den Konsum zu stoppen, sowie das Bedürfnis nach morgendlichem Konsum, was oft durch ein ausgeprägtes Kontrollbedürfnis im Umgang mit Entzugssymptomen geprägt ist.
  • Psychosoziale Folgen: Vernachlässigung von Pflichten, auftretende Gedächtnisprobleme sowie Belastungen im sozialen Umfeld.
  • Emotionale Belastung: Die Erfassung von konsumbedingten Schuldgefühlen, die sich therapeutisch hervorragend nutzen lassen, um zugrundeliegende Scham kognitiv zu bearbeiten.

Der Fragebogen eignet sich für Patienten ab dem Jugendalter, die in den vergangenen sechs Monaten Cannabis konsumiert haben.

Wann und warum einsetzen

Der CUDIT lässt sich flexibel in verschiedenen Phasen des therapeutischen Prozesses einsetzen, um den Umgang mit der Substanz zu objektivieren.

  • Baseline-Erhebung beim Erstgespräch: Um das Ausmaß des Konsums strukturiert zu erfassen und frühzeitig zu erkennen, ob der Patient die Substanz nutzt, um schwierige Situationen zu vermeiden.
  • Verlaufskontrolle: Um Veränderungen der Konsumgewohnheiten über die Zeit zu dokumentieren und Behandlungserfolge sichtbar zu machen.
  • Gesprächsanbahnung: Um das oft schambehaftete Thema Substanzkonsum auf neutrale, standardisierte Weise anzusprechen und erste Widerstände abzubauen.
  • Differenzialdiagnostik: Um konsumbedingte Einschränkungen von Symptomen anderer Störungen abzugrenzen.

Ein validierter Score bietet gegenüber dem reinen klinischen Eindruck den entscheidenden Vorteil, dass er das Ausmaß der konsumbedingten Belastung systematisch quantifiziert und blinde Flecken in der Suchtanamnese verhindert.

Klinische Bibliothek

750+ klinische Werkzeuge

Eine Bibliothek, die mit und für Klinikerinnen und Kliniker entwickelt wurde, bereit für den Einsatz in der Sitzung und zur Fortführung zwischen den Terminen.

Auf alle Werkzeuge zugreifen
Mehrere Arten von Ressourcen
Psychoedukative Merkblätter
Auf einen Blick verstehen
Interaktive Übungen
Zum Durchführen und Ausfüllen
Interaktive Programme
Ein strukturierter Weg
Audios
Meditation und Entspannung
Psychometrische Tests
Automatische Auswertung

Die Fragen

  1. Haben Sie in den letzten 6 Monaten Cannabis konsumiert? Wenn JA, beantworten Sie bitte die folgenden Fragen zu Ihrem Cannabiskonsum in den letzten 6 Monaten. Bitte kreuzen Sie das Kästchen an, das Ihren Cannabiskonsum in den letzten 6 Monaten am besten beschreibt.
    1. Wie oft konsumierst du Cannabis?
    Erfasst die grundlegende Frequenz des Substanzgebrauchs als Basisindikator für das Konsummuster.
    • Nie
    • 1 Mal pro Monat oder seltener
    • 2-4 Mal pro Monat
    • 2-3 Mal pro Woche
    • 4 Mal pro Woche oder öfter
  2. 2. An den Tagen, an denen du Cannabis konsumiert hast, wie viele Stunden warst du an einem typischen Tag berauscht?
    Bewertet die zeitliche Ausdehnung der Rauschwirkung an typischen Konsumtagen.
    • 1 oder 2
    • 3 oder 4
    • 5 oder 6
    • 7 bis 9
    • 10 oder mehr
  3. 3. Wie oft warst du nach Cannabiskonsum 6 Stunden oder länger berauscht?
    Identifiziert Episoden von besonders langanhaltender Intoxikation.
    • Nie
    • Seltener als einmal im Monat
    • Einmal im Monat
    • Einmal pro Woche
    • Täglich oder fast täglich
  4. 4. Wie oft ist es dir in den letzten 6 Monaten passiert, dass du nicht mit dem Cannabiskonsum aufhören konntest, nachdem du einmal angefangen hattest?
    Prüft auf den klinischen Kernindikator des Kontrollverlusts während einer Konsumepisode.
    • Nie
    • Seltener als einmal im Monat
    • Einmal im Monat
    • Einmal pro Woche
    • Täglich oder fast täglich
  5. 5. Wie oft hast du in den letzten 6 Monaten wegen deines Cannabiskonsums nicht das getan, was von dir erwartet wurde?
    Beleuchtet die konkreten Auswirkungen des Konsums auf alltägliche Pflichten und die Rollenerfüllung.
    • Nie
    • Seltener als einmal im Monat
    • Einmal im Monat
    • Einmal pro Woche
    • Täglich oder fast täglich
  6. 6. Wie oft hast du in den letzten 6 Monaten das Bedürfnis verspürt, morgens Cannabis zu konsumieren, um nach starkem Konsum am Vorabend „in die Gänge zu kommen“?
    Fragt nach dem morgendlichen Konsum als Anzeichen für Toleranzentwicklung und Verlangen.
    • Nie
    • Seltener als einmal im Monat
    • Einmal im Monat
    • Einmal pro Woche
    • Täglich oder fast täglich
  7. 7. Wie oft hast du dich in den letzten 6 Monaten nach dem Cannabiskonsum schuldig gefühlt oder es bereut?
    Erfasst die affektive Belastung und ego-dystone Gefühle im Zusammenhang mit dem eigenen Verhalten.
    • Nie
    • Seltener als einmal im Monat
    • Einmal im Monat
    • Einmal pro Woche
    • Täglich oder fast täglich
  8. 8. Wie oft hattest du in den letzten 6 Monaten nach dem Cannabiskonsum Gedächtnisprobleme oder Konzentrationsschwierigkeiten?
    Dokumentiert konsumassoziierte kognitive Beeinträchtigungen im Alltag.
    • Nie
    • Seltener als einmal im Monat
    • Einmal im Monat
    • Einmal pro Woche
    • Täglich oder fast täglich
  9. 9. Hast du dich in den letzten 6 Monaten aufgrund deines Cannabiskonsums selbst verletzt oder jemand anderen körperlich verletzt?
    Ermittelt riskantes oder unfallträchtiges Verhalten unter dem Einfluss der Substanz.
    • Nein
    • Ja
  10. 10. Hat sich eine Person wie ein Verwandter, ein Freund, ein Arzt oder eine andere medizinische Fachkraft Sorgen über deinen Cannabiskonsum gemacht oder dir geraten, deinen Konsum zu reduzieren?
    Berücksichtigt die Außenperspektive und das soziale Feedback auf das Konsumverhalten des Patienten.
    • Nein
    • Ja
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