Vier aufeinander aufbauende Lektionen helfen Patienten, Angst zu verstehen, ihre Ursprünge zu erfassen und einen tragfähigen Genesungsweg zu gestalten.
Klinische Fallbeispiele
Psychoedukation bei generalisierter Angststörung
Klinischer Kontext. Frau K., Mitte vierzig, stellt sich mit einer seit Jahren bestehenden Angststörung vor; sie berichtet von Palpitationen, Hyperventilation und zunehmendem Rückzug aus sozialen Situationen. Der Behandler empfiehlt ergänzend zur wöchentlichen Sitzung das strukturierte Selbstlernprogramm Combattre l'anxiété und führt Frau K. in die erste Lektion ein, die den Zusammenhang zwischen Furchtreaktion und körperlichen Symptomen erläutert. Frau K. bearbeitet die enthaltenen Reflexionsfragen eigenständig und benennt in der Folgesitzung erstmals konkret, welche Situationen sie seit Monaten meidet. Dieser Schritt erleichtert die gemeinsame Fallkonzeptualisierung und ermöglicht eine gezieltere Behandlungsplanung.
Vermeidungsverhalten schrittweise benennen
Klinischer Kontext. Herr A., Anfang dreißig, leidet unter ausgeprägtem Vermeidungsverhalten: Er lehnt Einladungen ab, verweigert öffentliche Verkehrsmittel und hat seinen Freundeskreis weitgehend verloren. Im Gespräch fällt es ihm schwer, den Zusammenhang zwischen Angst und Rückzug zu artikulieren. Nach Bearbeitung der ersten Lektion des Programms, in der Vermeidung als zentrale Folge von Angststörungen beschrieben wird, kehrt er mit einem ausgefüllten Symptomraster zurück und kann sein Muster erstmals in eigenen Worten beschreiben. Die Lektion hat dabei nicht therapeutische Arbeit ersetzt, sondern eine gemeinsame Sprache für die weiteren Sitzungen geschaffen.
Programmübersicht · Programmübersicht
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Merkblatt, Übungen und Materialien einsatzbereit, direkt in SessionFuel.
Angststörungen sind selten auf einen einzigen Faktor zurückzuführen. Die Vermischung aus biologischer Vulnerabilität, prägenden Kindheitserfahrungen, dysfunktionalen Denkmustern und Vermeidungsverhalten macht es schwer, Patienten in wenigen Sätzen ein kohärentes Bild zu zeichnen. Verbale Erklärungen in der Konsultation reichen oft nicht aus: Was im Gespräch einleuchtet, verblasst zwischen den Terminen. Patienten, die stark unter [körperlichen Angstsymptomen]((/de/tools/angst-koerperliche-symptome-reflexionsuebung) leiden oder deren Alltag durch [Vermeidung]((/de/tools/ich-vermeide-diese-situation-uebung) zunehmend eingeschränkt wird, brauchen einen strukturierten Rahmen, der ihnen erlaubt, das Gelernte schrittweise zu verinnerlichen. Genau diese Lücke füllt dieses Programm.
Vorschau, ein Auszug aus einem Schritt des Programms
Klinische Bibliothek
600+ klinische Werkzeuge
Eine Bibliothek, die mit und für Klinikerinnen und Kliniker entwickelt wurde, bereit für den Einsatz in der Sitzung und zur Fortführung zwischen den Terminen.
Das Programm gliedert sich in vier aufeinander aufbauende Lektionen, die der Patient selbstständig durcharbeitet. Die Abbildungen in diesem Beitrag geben einen ersten Einblick in den Programmaufbau und einige Beispielkarten. Hinweis: Diese Vorschaubilder zeigen nur eine kleine Auswahl; das vollständige Programm enthält weit mehr Lektionen, Schritte, Übungen und Reflexionsfragen, als hier zu sehen ist.
Lektion 1 führt in die Natur der Angst ein: von der Kampf-oder-Flucht-Reaktion über typische körperliche Symptome bis hin zu den sozialen Folgen des Rückzugs. Multiple-Choice-Fragen (etwa zu persönlichen Symptomen und Vermeidungssituationen) helfen dem Patienten, seinen eigenen Angstkreis zu konkretisieren. Lektion 2 beleuchtet die Ursprünge: genetische Prädisposition, eine kritisierende oder überängstliche Erziehung, Unterdrückung von Emotionen in der Kindheit, und aktuelle Auslöser wie Verluste oder Lebensveränderungen. Geführte Reflexionsprompts regen zur biografischen Arbeit an, etwa zum Zusammenhang zwischen Kindheitserfahrungen und der heutigen Angst. Lektion 3 stellt den ganzheitlichen Heilungsansatz vor: Schlafhygiene, Bewegung und Ernährung als Basisebene, gefolgt von der Arbeit an dysfunktionalen Überzeugungen und dem gezielten Abbau von Vermeidung durch schrittweise Exposition. Das ergänzt sich gut mit dem [Programm zur Expositionstherapie bei Phobien]((/de/tools/expositionstherapie-programm-angst-phobien) und dem [Programm zum Aufbau von Unsicherheitstoleranz]((/de/tools/unsicherheit-annehmen-psychoedukation-programm). Lektion 4 widmet sich der therapeutischen Haltung: Verantwortung übernehmen, soziale Unterstützung mobilisieren, kleine Ziele setzen und trotz Rückschlägen dranbleiben.
> À retenir: Der klinische Kern des Programms liegt in der Verknüpfung von Psychoedukation und Selbstreflexion: Jeder Inhaltsblock wird unmittelbar durch eine Frage oder einen Prompt vertieft, sodass abstrakte Konzepte personalisiert und therapeutisch verwertbar werden.
Vorschau, ein Auszug aus einem Schritt des Programms
Nutzen Sie es mit Ihren Patienten
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Das Programm ist als Hausaufgabe zwischen den Konsultationen konzipiert: Sie weisen es dem Patienten am Ende einer Sitzung zu, er arbeitet die Lektionen in seinem eigenen Tempo durch und bringt das Erarbeitete zum nächsten Termin mit.
> Das Programm steht Ihren Patienten über die Patientenanwendung von SessionFuel zur Verfügung: Sie weisen es in SessionFuel zu, und der Patient bearbeitet die einzelnen Lektionen direkt auf seinem Smartphone, selbstständig und in seinem eigenen Rhythmus.
Es eignet sich besonders für Patienten mit einer generalisierten Angststörung, Agoraphobie, sozialer Angst oder einer noch nicht spezifizierten Angstsymptomatik am Beginn eines Therapieprozesses. Gut geeignet ist es auch für Patienten, die wenig Krankheitseinsicht mitbringen und zuerst ein gemeinsames Verständnis des Störungsbilds aufbauen müssen. Ergänzend können Sie die [Angst-Bestandsaufnahme-Übung]((/de/tools/angst-bestandsaufnahme-reflexionsuebung) oder die Übung [Meine Angst]((/de/tools/meine-angst-bestandsaufnahme-uebung) einsetzen, um den Einstieg zu erleichtern.
Beim Einführen empfiehlt sich eine kurze Rahmung: "Sie werden diese Lektionen zu Hause durcharbeiten. Es gibt keine richtige Antwort. Bringen Sie einfach mit, was Sie überrascht oder beschäftigt hat." Die Antworten auf die Reflexionsprompts, etwa zur Frage nach erlebten Lebensveränderungen der letzten zehn Jahre oder zu angstaufrechterhaltenden Überzeugungen, liefern konkretes Gesprächsmaterial für die nächste Konsultation. Das Thema der angstgenerierenden Denkverzerrungen lässt sich dann mit dem [Programm zu Angst und limitierenden Überzeugungen]((/de/tools/angst-limitierende-uberzeugungen-programm) oder der Übung [Katastrophisieren therapeutisch bearbeiten]((/de/tools/katastrophisieren-kognitive-umstrukturierung-uebung) vertiefen. Die Lektion zur Exposition bereitet den Boden für die Arbeit mit der [Expositionsliste]((/de/tools/expositionsliste-angst-hierarchie-uebung) und dem [Expositionsbericht]((/de/tools/expositionsbericht-angst-reflexionsuebung). Für Patienten, bei denen Grübeln im Vordergrund steht, bietet das [Programm zum Erkennen und Verändern von Grübelschleifen]((/de/tools/gruebeln-erkennen-und-veraendern) eine sinnvolle Ergänzung. Entspannungsressourcen wie [Progressive Muskelrelaxation]((/de/tools/progressive-muskelrelaxation-audio-klinische-praxis) oder das [Autogene Training]((/de/tools/autogenes-training-audio-klinische-praxis) können parallel eingesetzt werden, um die körperliche Regulationsfähigkeit zu stärken.
Mobile App für Patienten
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Die Merkblätter, Übungen, Programme und Audios oben: Sie entscheiden, welche Sie Ihren Patienten in der eigens für sie bestimmten mobilen App zur Verfügung stellen.