
Fünf strukturierte Lektionen helfen Patienten, Furcht zu erkennen, körperlich zu verorten, Verlust anzunehmen und Mut gezielt aufzubauen.


Nutzen Sie diese Ressource mit Ihren Patienten
Merkblatt, Übungen und Materialien einsatzbereit, direkt in SessionFuel.
Furcht ist allgegenwärtig und doch klinisch schwer zu fassen. Patienten wissen oft, dass sie Angst haben, aber sie können selten benennen, wozu diese Furcht überhaupt dient, wie sie sich körperlich äußert oder warum sie manchmal schützt und manchmal lähmt. Rein verbale Erklärungen stoßen hier schnell an Grenzen: Der Unterschied zwischen Furcht als Schutzfunktion, als Motivator und als selbstlimitierender Kraft ist konzeptuell nicht trivial. Gleiches gilt für die Verbindung zwischen Furcht und dem tief verwurzelten Bedürfnis nach Kontrolle, das besonders beim Thema Verlust auftaucht. Wer mit dem Programm Unsicherheitstoleranz aufbauen vertraut ist, kennt dieses Muster. Ein strukturiertes Curriculum, das der Patient eigenständig durcharbeitet, schafft hier Raum für echte Selbstbeobachtung, die im Gespräch allein kaum entsteht.

Eine Bibliothek, die mit und für Klinikerinnen und Kliniker entwickelt wurde, bereit für den Einsatz in der Sitzung und zur Fortführung zwischen den Terminen.
Auf alle Werkzeuge zugreifenDas Programm umfasst fünf aufeinander aufbauende Lektionen, die den Patienten schrittweise von der Grundlagenpsychoedukation bis zur aktiven Mutentwicklung führen.
Lektion 1 legt die Basis: Was ist Furcht neurobiologisch? Welche Schutzreaktionen (Kampf, Flucht, Erstarrung, Unterwerfung) kennt der Patient bei sich selbst? Strukturierte Fragen helfen, zwischen realistischer und irrationaler Furcht zu unterscheiden und deren Doppelfunktion als Schutz und Motivator wie auch als Bremse zu erkennen. Lektion 2 dreht das Szenario um: Der Patient übt, eine konkrete Furcht vorwegzunehmen, sich vorzustellen, wie er sich schützen, motivieren und befreien könnte, bevor die Situation eintritt. Das ist konzeptuell verwandt mit dem, was das Programm zu Angst und limitierenden Überzeugungen auf der kognitiven Ebene leistet.
Lektion 3 widmet sich der Physiologie der Furcht: Adrenalin, Cortisol, körperliche Symptome, Gewohnheiten zur Cortisolregulation. Der Patient benennt, wo er Furcht im Körper spürt, und erarbeitet konkrete Beruhigungsstrategien. Ergänzend lässt sich das Programm zur Emotionsregulation einsetzen. Lektion 4 behandelt Verlust als Kern vieler Ängste: Veränderung, Kontrollillusion, Toleranz der Ungewissheit, Wachstum durch Loslassen. Das ist inhaltlich anschlussfähig an das Programm zum Aufbau von Resilienz. Lektion 5 schließlich fokussiert den Aufbau von Mut: realistische Einschätzung des eigenen Mutniveaus, schrittweise Erweiterung der Komfortzone, Charakterstärken als Ressource.
Die eingebetteten Vorschaubilder, die weiter unten im Artikel zu sehen sind, zeigen lediglich einen kleinen Ausschnitt: die Übersichtskarte des Programms und ein paar Beispielkarten. Diese Aperçus zeigen nur eine Fraktion des Programms; das vollständige Curriculum enthält deutlich mehr Lektionen, Schritte, Reflexionsfragen und geführte Prompts, als hier abgebildet werden kann.
> À retenir: Furcht ist keine rein kognitive Überzeugung, die man korrigiert, sondern ein körperlich verankertes, evolutionär sinnvolles Signal, das erst durch strukturierte Selbstbeobachtung nutzbar gemacht werden kann, nicht durch Erklärung allein.
> Das Programm steht Ihren Patientinnen und Patienten über die Patientenapplikation von SessionFuel zur Verfügung: Sie weisen es in SessionFuel zu, und Ihre Patienten bearbeiten die Lektionen direkt auf ihrem Smartphone, selbstständig und in ihrem eigenen Tempo.

Nutzen Sie es mit Ihren Patienten
Teilen Sie dieses Tool in der mobilen App und begleiten Sie die Arbeit zwischen den Sitzungen.
Dieses Programm eignet sich für ein breites klinisches Spektrum: Patienten mit Angststörungen, Vermeidungsverhalten, Kontrollbedürfnis, sozialer Angst oder allgemeiner Lebenseinschränkung durch Furcht. Auch als Begleitung zur Expositionstherapie bei Phobien oder zum Programm zur sozialen Angst ist es gut einzubetten. Sie weisen es zwischen zwei Konsultationen zu, als konkretes Arbeitspensum, das der Patient eigenständig erledigt.
Bei der Einführung reicht ein kurzer Rahmen: "Zwischen unseren Sitzungen werden Sie Lektion für Lektion selbst durcharbeiten. Es geht nicht darum, die Furcht loszuwerden, sondern zu verstehen, was sie Ihnen sagen will." Das senkt den Widerstand erheblich. Für Patienten, die bereits das Programm zu Angst und Mut abgeschlossen haben, kann dieses Programm gezielt die Körperwahrnehmung und den Umgang mit Verlust vertiefen.
Was der Patient zurückbringt, ist klinisch direkt verwertbar: seine Furchtreaktionen, die Körperstellen, an denen er Angst spürt, die Verluste, die er am stärksten fürchtet, und erste Ideen zu mutigem Handeln. Sie können diese Inhalte strukturiert in die Folgesitzung aufnehmen, ohne bei null anfangen zu müssen. Ergänzend eignen sich die Übungen Körpersymptome bei Angst, Angstbearbeitung in der Therapie oder Zukunftsangst gezielt bearbeiten als gezielte Zwischenschritte.

Die Merkblätter, Übungen, Programme und Audios oben: Sie entscheiden, welche Sie Ihren Patienten in der eigens für sie bestimmten mobilen App zur Verfügung stellen.
Die App geht weit über die Ressourcen hinaus, um Ihre Patienten im Alltag zu begleiten:
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