Agnew Relationship Measure 5

Die therapeutische Allianz gilt als einer der wichtigsten und robustesten Prädiktoren für den Behandlungserfolg in der evidenzbasierten Psychotherapie.

Agnew Relationship Measure 5
Fragen
5
Dauer
2 Min.
Originaltitel
Agnew Relationship Measure 5
Adaptation
Agnew Relationship Measure 5
Autoren
Cahill, J., Stiles, W. B., Barkham, M., Hardy, G. E., Stone, G., Agnew-Davies, R., & Unsworth, G.
Erstellt
2012

Die therapeutische Allianz gilt als einer der wichtigsten und robustesten Prädiktoren für den Behandlungserfolg in der evidenzbasierten Psychotherapie. Die Agnew Relationship Measure 5 (ARM-5) bietet klinischen Behandlern ein valides, äußerst ökonomisches Instrument, um diese zentrale Arbeitsbeziehung aus der direkten Perspektive der Klienten zu quantifizieren, noch bevor unausgesprochene Vorbehalte oder automatische Urteile im Prozess den Behandlungserfolg schleichend gefährden. Als komprimierte Kurzform des etablierten ARM-Fragebogens wurde sie spezifisch für das nahtlose, sitzungsbegleitende Monitoring konzipiert.

Durch die konsequente Erfassung nach den einzelnen Therapiegesprächen können Therapeutinnen und Therapeuten frühzeitig und präzise erkennen, wenn sich erste feine Risse im therapeutischen Bündnis abzeichnen. Da Klienten eventuelle Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit oft aus Zurückhaltung nicht von sich aus ansprechen, schlägt die ARM-5 eine wichtige, niederschwellige Brücke für ein offenes und konstruktives klinisches Feedback.

Ihre standardisierte Anwendung eignet sich hervorragend für verschiedenste psychotherapeutische Ansätze und Settings. Die systematische und regelmäßige Erhebung mit der ARM-5 fördert eine durchweg transparente, kollaborative klinische Praxis, indem sie die Beziehungsqualität sichtbar macht und gezielte Reparatur-Interventionen ermöglicht, bevor der gesamte Therapieprozess ins Stocken gerät.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
15/ 35
Der ARM-5 ist ein sehr kurzer Selbstbeurteilungsfragebogen mit 5 Items zur Erfassung der Qualität der therapeutischen Allianz aus Sicht des Klienten. Er ist eine Kurzversion des ursprünglichen ARM (28 Items) und wird häufig im Rahmen des Feedback-Informed Treatment eingesetzt, um die Entwicklung der Beziehung über die Sitzungen hinweg zu monitorisieren. Die Skala erfasst drei Kerndimensionen: Bindung, Partnerschaft und Vertrauen. Ein höherer Gesamtwert weist auf eine stärkere therapeutische Allianz hin. Hinweis: Dies ist eine professionelle Übersetzung der englischen Originalversion. Nach unserem Kenntnisstand liegt keine veröffentlichte psychometrische Validierung dieser Skala auf Französisch vor.
5–24
Deutlich beeinträchtigt
15
25–29
Beeinträchtigt
30–32
Moderat
33–35
Stark
Bei oder unterhalb einer leichten Zustimmung, was auf eine substanziellere Belastung hinweist.
cliniquegemischt · klinische Population · 18–82 Jahre · Australien · n = 2674 · 2025
535
15
M = 32.09 ± 3.45
Auswertung
Summe nach Subskala, Gesamtwert zwischen 5 und 35, jedes Item wird auf einer 7-stufigen Skala (von 1 bis 7) bewertet.
Bindung
1/ 7
Das Empfinden des Klienten hinsichtlich einer unterstützenden, herzlichen Arbeitsbeziehung mit dem Therapeuten.
Items 1
1
17
Vertrauen
9/ 14
Das Vertrauen des Klienten in den Therapeuten und in den Behandlungsansatz.
Items 4, 5
9
214
Partnerschaft
5/ 14
Das Empfinden des Klienten hinsichtlich Übereinstimmung und gemeinsamer Arbeit mit dem Therapeuten an den Aufgaben und Zielen der Therapie.
Items 2, 3
5
214

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Was der Test misst

Die ARM-5 quantifiziert die Kernaspekte der Arbeitsbeziehung, wie sie unmittelbar vom Patienten erlebt wird. Das Instrument fokussiert sich gezielt auf drei zentrale Dimensionen der therapeutischen Allianz:

  • Bindung (Bond): Das Ausmaß, in dem sich der Klient vom Behandler emotional unterstützt, authentisch verstanden und in seinen Anliegen tiefgreifend wertgeschätzt fühlt.
  • Partnerschaft (Partnership): Die Übereinstimmung hinsichtlich der Therapieziele und der gewählten Herangehensweise. Ein Mangel in diesem Bereich erfordert oft, Klärungsgespräche bei Konflikten strukturiert anzugehen, um die Kooperation im Einvernehmen neu auszurichten.
  • Vertrauen (Confidence): Das Zutrauen des Patienten in die Kompetenz des Therapeuten und den festen Glauben an die Wirksamkeit der angewandten klinischen Methoden.

Die Skala eignet sich hervorragend für erwachsene Klienten in verschiedensten klinischen Settings, um das Beziehungsfundament fortlaufend evidenzbasiert und ressourcenschonend zu überprüfen.

Wann und warum einsetzen

Der gezielte Einsatz der ARM-5 hilft Behandlern, die Beziehungsdynamik objektiv zu evaluieren und blinde Flecken in der gemeinsamen Interaktion rechtzeitig zu reduzieren. Der Fragebogen ist besonders in folgenden klinischen Situationen indiziert:

  • Routinemäßiges Monitoring: Um den Aufbau der Arbeitsbeziehung systematisch zu überwachen, während Patienten tiefgreifende Themen bearbeiten oder Muster der Abwertung anderer in der Therapie aktiv überwinden sollen.
  • Erkennen von Beziehungsbrüchen (Ruptures): Wenn die klinische Intuition auf subtilen Widerstand hindeutet, macht die Skala unausgesprochene Vorbehalte sichtbar; dies ist entscheidend, um Blockaden aufzulösen oder ausufernde Rückversicherungssuche strukturiert bearbeiten zu können, ohne die Beziehungsebene unbedacht zu gefährden.
  • Vorbereitung kritischer Interventionen: Bevor konfrontative therapeutische Methoden angewandt werden (beispielsweise wenn Klienten lernen, ihre Fremdzustimmung kritisch zu hinterfragen), stellt ein hoher Punktwert sicher, dass die emotionale Basis dafür auch wirklich belastbar ist.
  • Klärung bei therapeutischer Stagnation: Wenn der Fortschritt plötzlich ausbleibt und der Verdacht besteht, dass unerkannte interpersonelle Hindernisse – wie sie auch in Übungen zu Starrheit und Konfliktdynamiken adressiert werden – den gemeinsamen Weg blockieren.

Ein validierter Gesamtscore bietet hierbei einen verlässlichen, datengestützten Anker, der weit über den reinen klinischen Eindruck hinausgeht und eine evidenzbasierte, proaktive Beziehungsgestaltung ermöglicht.

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Die Fragen

  1. Denken Sie an die heutige Sitzung und geben Sie bitte an, inwieweit Sie den folgenden Aussagen zustimmen oder nicht zustimmen.
    1. Mein Therapeut / Meine Therapeutin unterstützt mich.
    Dieses Item erfasst das grundlegende Gefühl des Klienten, im therapeutischen Kontakt emotional getragen und verstanden zu werden.
    • Stimme überhaupt nicht zu
    • Stimme nicht zu
    • Stimme eher nicht zu
    • Neutral
    • Stimme eher zu
    • Stimme zu
    • Stimme voll und ganz zu
  2. 2. Mein Therapeut / Meine Therapeutin und ich sind uns einig, wie wir zusammenarbeiten.
    Hier wird die wahrgenommene Konsensbildung und Übereinstimmung bezüglich der konkreten therapeutischen Vorgehensweise überprüft.
    • Stimme überhaupt nicht zu
    • Stimme nicht zu
    • Stimme eher nicht zu
    • Neutral
    • Stimme eher zu
    • Stimme zu
    • Stimme voll und ganz zu
  3. 3. Mein Therapeut / Meine Therapeutin und ich haben Schwierigkeiten, partnerschaftlich zusammenzuarbeiten.
    Ein invers gepolter Indikator, der spezifisch auf interpersonelle Reibungsverluste und direkte Kooperationsprobleme abzielt.
    • Stimme überhaupt nicht zu
    • Stimme nicht zu
    • Stimme eher nicht zu
    • Neutral
    • Stimme eher zu
    • Stimme zu
    • Stimme voll und ganz zu
  4. 4. Ich vertraue meinem Therapeuten / meiner Therapeutin und seinen/ihren Techniken.
    Dieser Punkt misst den fachlichen Glauben des Klienten an die Kompetenz des Behandlers und die Sinnhaftigkeit der eingesetzten Interventionen.
    • Stimme überhaupt nicht zu
    • Stimme nicht zu
    • Stimme eher nicht zu
    • Neutral
    • Stimme eher zu
    • Stimme zu
    • Stimme voll und ganz zu
  5. 5. Mein Therapeut / Meine Therapeutin vertraut sich selbst und seinen/ihren Techniken.
    Die letzte Frage beleuchtet die Außenwirkung des Behandlers und erfasst, ob dieser auf den Klienten souverän und methodisch sicher wirkt.
    • Stimme überhaupt nicht zu
    • Stimme nicht zu
    • Stimme eher nicht zu
    • Neutral
    • Stimme eher zu
    • Stimme zu
    • Stimme voll und ganz zu
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