Meine Angst: strukturierte Ersterfassung in der Therapie
Fünf geführte Fragen helfen Patienten, Symptome, Auslöser und Schutzmechanismen ihrer Angst konkret zu benennen und in die Sitzung zu bringen.
Was in der Sitzung oft hängen bleibt
Angst ist für Patienten ein vertrautes Wort, selten aber ein klar umrissenes Erleben. Viele beschreiben diffuse Anspannung, ohne Symptome, Gedanken, Auslöser und Schutzverhalten getrennt benennen zu können. Der Kliniker muss dann in der Sitzung gleichzeitig explorieren, strukturieren und psychoedukativ einordnen. Was dabei fehlt, ist ein Ausgangspunkt: ein gemeinsam erarbeitetes Bild davon, wie die Angst bei diesem Patienten konkret aussieht. Genau diese Lücke schließt die Übung Meine Angst. Sie gibt dem Patienten einen strukturierten Reflexionsrahmen, bevor oder während die therapeutische Arbeit beginnt, und entlastet die Sitzung von rein deskriptiven Erkundungsschleifen. Wer mit einem [Angst-Bestandsaufnahme-Tool]((/de/tools/angst-bestandsaufnahme-reflexionsuebung) den Verlauf verfolgen möchte, braucht zunächst genau diesen Ausgangspunkt.
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Merkblatt, Übungen und Materialien einsatzbereit, direkt in SessionFuel.
Die Übung besteht aus fünf aufeinander aufbauenden Fragen. Sie beginnt mit einer offenen Bestandsaufnahme: Welche Symptome erlebt der Patient, und welche Gedanken begleiten die Angst? Die zweite Frage vertieft die funktionale Beeinträchtigung konkret: Schlaf, Konzentration, Arbeit, soziale und romantische Beziehungen. Damit werden allgemeine Leidensaussagen in beobachtbare Alltagsauswirkungen übersetzt. Die dritte Frage richtet den Blick auf Auslöser und Vermeidungsverhalten: Kennt der Patient die Situationen, die seine Angst triggern, und hat er bereits Strategien entwickelt, ihnen auszuweichen? Diese Antworten liefern direkt Material für die spätere Arbeit mit [Vermeidungsverhalten]((/de/tools/vermeidungsverhalten-depression-klinische-uebung) und für den Aufbau einer [Expositionshierarchie]((/de/tools/expositionsliste-angst-hierarchie-uebung). Die vierte Frage greift die aktuellen Schutzmechanismen auf: Was tut der Patient bereits, um die Angst zu regulieren oder zu verhindern? Hier lassen sich Muster wie [Rückversicherungssuche]((/de/tools/rueckversicherung-angst-reflexionsuebung) oder [Kontrollverhalten]((/de/tools/kontrollbeduerfnis-reflexionsuebung-angst) sichtbar machen. Die fünfte und letzte Frage lädt zur ersten kognitiven Reflexion ein: Helfen diese Gedanken tatsächlich dabei, das Befürchtete zu vermeiden? Das ist der Einstieg in die Arbeit mit [automatischen Gedanken]((/de/tools/automatische-gedanken-erkennen-ersetzen-uebung) und [katastrophisierenden Denkmustern]((/de/tools/katastrophisieren-kognitive-umstrukturierung-uebung).
Das Bild unten listet die fünf Fragen in ihrer Reihenfolge mit einer kurzen einleitenden Instruktion. Es handelt sich dabei um eine statische Vorschau der Übungsstruktur. Die vollständige geführte Version mit Antwortfeldern, patientenseitiger Instruktion und der Möglichkeit zur Nutzung in der Sitzung oder zwischen den Terminen ist ausschließlich in der App zugänglich, nicht in diesem Bild.
> Diese Übung steht Patienten über die Patienten-App von SessionFuel zur Verfügung, die dedizierte mobile Benutzeroberfläche für Patientinnen und Patienten, deren Therapeuten SessionFuel nutzen: Der Kliniker weist die Übung zu, der Patient bearbeitet sie direkt auf seinem Smartphone, in der Sitzung oder zwischen den Terminen.
> À retenir: Eine frühe, strukturierte Angsterfassung spart Sitzungszeit und schafft eine gemeinsame klinische Sprache für Symptome, Auslöser und Schutzmechanismen, auf die beide Seiten in der weiteren Therapie zurückgreifen können.
Klinische Bibliothek
600+ klinische Werkzeuge
Eine Bibliothek, die mit und für Klinikerinnen und Kliniker entwickelt wurde, bereit für den Einsatz in der Sitzung und zur Fortführung zwischen den Terminen.
Die Übung eignet sich besonders zu Beginn einer Angstbehandlung, wenn der Kliniker einen ersten strukturierten Überblick über das Angstbild des Patienten gewinnen möchte. Sie kann aber auch sinnvoll sein, wenn eine Therapie stockt und unklar bleibt, welche Mechanismen die Angst aufrechterhalten. Die Übung lässt sich direkt in der ersten oder zweiten Sitzung einsetzen oder als Hausaufgabe zwischen zwei Terminen vergeben. Zum Einstieg genügt ein einfacher Satz: "Bevor wir die Muster hinter Ihrer Angst genauer anschauen, möchte ich, dass Sie zunächst für sich selbst beschreiben, wie Ihre Angst aussieht." Die Antworten dienen dann als Grundlage für das Debrief in der Folgesitzung.
Die Ergebnisse lassen sich gut mit dem Programm [Angst verstehen und Mut aufbauen]((/de/tools/angst-psychoedukation-fuenf-sitzungen) oder dem Psychoedukationsprogramm [Angst und limitierende Überzeugungen]((/de/tools/angst-limitierende-uberzeugungen-programm) verbinden. Wer gleichzeitig [Grübelgedanken]((/de/tools/gruebelgedanken-erkennen-und-unterbrechen) oder [Intoleranz gegenüber Ungewissheit]((/de/tools/ungewissheit-akzeptieren-kontrollstreben-uebung) als Thema identifiziert, findet dort unmittelbar anschlussfähige Werkzeuge. Für den weiteren Verlauf bietet die Übung [Angstbewältigung reflektieren]((/de/tools/mein-kampf-gegen-angst-reflexionsuebung) eine passende Standortbestimmung.
Mobile App für Patienten
Ihre Sitzung setzt sich in der Hosentasche Ihrer Patienten fort
Die Merkblätter, Übungen, Programme und Audios oben: Sie entscheiden, welche Sie Ihren Patienten in der eigens für sie bestimmten mobilen App zur Verfügung stellen.