Extreme Demand Avoidance 8 (EDA-8)

Das Profil der extremen Anforderungsvermeidung (Pathological Demand Avoidance, PDA) stellt Behandelnde in der klinischen Praxis oft vor besondere…

Extreme Demand Avoidance 8 (EDA-8)
Fragen
8
Dauer
3 Min.
Originaltitel
Extreme Demand Avoidance 8
Adaptation
Extreme Demand Avoidance 8 (EDA-8)
Autoren
O'Nions, E., et al.
Erstellt
2021

Das Profil der extremen Anforderungsvermeidung (Pathological Demand Avoidance, PDA) stellt Behandelnde in der klinischen Praxis oft vor besondere diagnostische Herausforderungen. Der Extreme Demand Avoidance 8 (EDA-8) ist ein validiertes Screening-Instrument, das spezifisch entwickelt wurde, um die Kernmerkmale dieses Verhaltensmusters bei Kindern und Jugendlichen systematisch zu erfassen. Als ökonomischer Fremdbeurteilungsfragebogen für Eltern oder primäre Bezugspersonen ermöglicht der Test eine strukturierte Einschätzung der symptombezogenen Ausprägung, um festgefahrene automatische Verhaltensweisen besser zu verstehen.

Die klinische Bedeutung des EDA-8 liegt in seiner Fokussierung auf die konsistentesten Merkmale der Anforderungsvermeidung, wie das zwanghafte Umgehen von Bitten und extreme Stimmungsschwankungen. Der Fragebogen erlaubt es Fachpersonen, die Intensität der Symptomatik objektivierbar abzubilden und Veränderungen im Behandlungsverlauf präzise zu verfolgen. Oft zeigen betroffene Kinder ein starkes Kontrollbedürfnis, das die Familiendynamik erheblich belastet. Durch die regelmäßige Anwendung gewinnen Kliniker wertvolle Daten, die sowohl die Fallkonzeption als auch die Anpassung therapeutischer Interventionen nachhaltig unterstützen.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
12/ 24
Die EDA-8 ist eine kurze, von Eltern oder Bezugspersonen auszufüllende 8-Item-Skala zur Erfassung von Merkmalen, die mit pathologischer Forderungsvermeidung (Pathological Demand Avoidance, PDA) bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 bis 17 Jahren assoziiert sind. Dieses Instrument dient dem Screening und der Beurteilung des Schweregrads von PDA-Merkmalen, ist jedoch kein diagnostisches Instrument.
cliniquegemischt · Pathologie: Autismus · 5–17 Jahre · Vereinigtes Königreich · n = 334 · O’Nions et al. (2021)
024
12
M = 17.31 ± 6.41
Zur Information
Cut-off> 19Bedarf an einer umfassenderen Erfassung extremer Forderungsvermeidung
Weist auf den Bedarf an einer umfassenderen Erfassung extremer Forderungsvermeidung hin; es handelt sich jedoch nicht um einen validierten Schwellenwert zur Identifizierung eines PDA-Profils.
O’Nions et al. (2021)
Auswertung
Summe, Gesamtwert von 0 bis 24, jedes Item wird auf einer 4-stufigen Skala (von 0 bis 3) bewertet.

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Was der Test misst

Der EDA-8 quantifiziert die Ausprägung des extremen Anforderungsvermeidungsverhaltens anhand von acht zentralen Dimensionen. Er fokussiert sich auf die Verhaltensbeobachtungen der Bezugspersonen und bildet ein spezifisches Profil ab, das oft mit erheblichen Herausforderungen in der Emotionsregulation einhergeht.

  • Obsessive Vermeidung: Die systematische und teils zwanghafte Abwehr alltäglicher Aufgaben oder Routinen.
  • Kontrollstreben: Der intensive Drang, Interaktionen und Situationen vollständig zu steuern, was einen gezielten Umgang mit Ungewissheit erschwert.
  • Statusblindheit: Ein fehlendes Bewusstsein für soziale Hierarchien und Autoritätsgefälle gegenüber Erwachsenen.
  • Soziale Manipulation: Die Tendenz, rigide Forderungen an andere zu stellen, sich selbst aber davon auszunehmen.
  • Ablenkungsstrategien: Der Einsatz von schockierendem oder unangemessenem Verhalten, um Verpflichtungen zu entkommen.
  • Emotionale Reaktivität: Plötzliche, intensive Reaktionen auf geringfügige Anlässe, bei denen Wutausbrüche oder plötzliches Weinen dominieren.

Dieser Fragebogen richtet sich an Eltern und primäre Bezugspersonen von Kindern und Jugendlichen im Alter von fünf bis siebzehn Jahren.

Wann und warum einsetzen

Der Einsatz des EDA-8 empfiehlt sich in der kinder- und jugendpsychiatrischen sowie psychotherapeutischen Praxis immer dann, wenn ausgeprägte Widerstände und ein starker Drang zur Autonomie das familiäre Zusammenleben oder den Schulbesuch dominieren. Er bietet eine strukturierte Basis, um die elterlichen Beobachtungen systematisch in den diagnostischen Prozess einzubinden.

  • Diagnostische Ersteinschätzung: Zur Quantifizierung des Vermeidungsverhaltens bei der Erstvorstellung, um die Notwendigkeit weiterführender spezifischer Diagnostik zu prüfen.
  • Differentialdiagnostische Unterstützung: Hilft bei der Unterscheidung von oppositionellem Verhalten und angstgetriebener Vermeidung.
  • Verlaufskontrolle: Ermöglicht ein strukturiertes Monitoring, um zu prüfen, ob therapeutische Ansätze die Frustrationstoleranz des Kindes verbessern.
  • Elternarbeit und Psychoedukation: Bietet einen objektiven Rahmen, um mit Eltern die Auslöser kindlichen Weinens und der emotionalen Ausbrüche strukturiert zu besprechen.

Ein validierter Summenwert hebt sich von der reinen klinischen Einschätzung ab, da er den Schweregrad der Symptomatik verlässlich einordnet und eine gemeinsame Sprache zwischen Behandelnden und Eltern etabliert.

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Die Fragen

  1. Bitte beantworten Sie die folgenden Fragen im Hinblick auf das Verhalten Ihres Kindes in den letzten sechs Monaten. Lesen Sie jede Aussage sorgfältig durch und wählen Sie die Antwort, die am besten zutrifft.
    1. Widersteht und vermeidet zwanghaft alltägliche Bitten und Anforderungen.
    Dieses Item erfasst die generelle Tendenz des Kindes, alltägliche Bitten konsequent und teils zwanghaft abzuwehren.
    • Trifft gar nicht zu
    • Trifft ein wenig zu
    • Trifft eher zu
    • Trifft voll und ganz zu
  2. 2. Wird von dem Bedürfnis angetrieben, alles zu kontrollieren.
    Hier wird evaluiert, inwieweit das Verhalten des Kindes von einem tiefen Bedürfnis nach Autonomie und Steuerung angetrieben wird.
    • Trifft gar nicht zu
    • Trifft ein wenig zu
    • Trifft eher zu
    • Trifft voll und ganz zu
  3. 3. Sagt anderen Kindern, wie sie sich verhalten sollen, glaubt aber nicht, dass diese Regeln für ihn/sie selbst gelten.
    Diese Frage beleuchtet das Verständnis sozialer Regeln und die Neigung, andere zu maßregeln, ohne sich selbst an diese Vorgaben zu halten.
    • Trifft gar nicht zu
    • Trifft ein wenig zu
    • Trifft eher zu
    • Trifft voll und ganz zu
  4. 4. Hat Schwierigkeiten, Anforderungen nachzukommen, es sei denn, sie werden sehr sorgfältig und behutsam formuliert.
    Das Item untersucht, wie sensibel und strategisch Anforderungen formuliert werden müssen, damit das Kind kooperiert.
    • Trifft gar nicht zu
    • Trifft ein wenig zu
    • Trifft eher zu
    • Trifft voll und ganz zu
  5. 5. Scheint sich der Statusunterschiede zwischen sich selbst und Autoritätspersonen (z. B. Eltern, Lehrkräften, Polizei) nicht bewusst zu sein.
    Hier steht die Wahrnehmung sozialer Hierarchien und das Bewusstsein für Autoritätspersonen im Fokus.
    • Trifft gar nicht zu
    • Trifft ein wenig zu
    • Trifft eher zu
    • Trifft voll und ganz zu
  6. 6. Hat sehr schnelle Stimmungsschwankungen (z. B. wechselt augenblicklich von Zuneigung zu Wut).
    Dieses Item misst die affektive Instabilität und die Geschwindigkeit, mit der die Stimmungslage des Kindes umschlägt.
    • Trifft gar nicht zu
    • Trifft ein wenig zu
    • Trifft eher zu
    • Trifft voll und ganz zu
  7. 7. Nutzt skandalöses oder schockierendes Verhalten, um einer Anforderung auszuweichen.
    Es wird erfasst, ob das Kind gezielt provozierendes oder schockierendes Verhalten als Vermeidungsstrategie einsetzt.
    • Trifft gar nicht zu
    • Trifft ein wenig zu
    • Trifft eher zu
    • Trifft voll und ganz zu
  8. 8. Hat Anfälle extremer emotionaler Reaktionen auf geringfügige Ereignisse (z. B. unkontrollierbares Weinen/Lachen, intensive Wut).
    Diese Frage fokussiert sich auf unverhältnismäßig starke emotionale Ausbrüche als Reaktion auf eigentlich harmlose Auslöser.
    • Trifft gar nicht zu
    • Trifft ein wenig zu
    • Trifft eher zu
    • Trifft voll und ganz zu
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