Die K10-Screening-Skala für unspezifischen psychischen Distress

Die Kessler Psychological Distress Scale (K10) ist ein validiertes, weltweit etabliertes Screening-Instrument zur Erfassung von unspezifischem psychischem…

Die K10-Screening-Skala für unspezifischen psychischen Distress
Fragen
10
Dauer
2 Min.
Originaltitel
Échelle de détresse psychologique de Kessler (K10)
Adaptation
Die K10-Screening-Skala für unspezifischen psychischen Distress
Autoren
Kessler, R.C., Andrews, G., Colpe, L.J., et al.
Erstellt
2002

Die Kessler Psychological Distress Scale (K10) ist ein validiertes, weltweit etabliertes Screening-Instrument zur Erfassung von unspezifischem psychischem Stress. Sie misst den übergeordneten emotionalen Leidensdruck, der häufig den Kern von Angst- und affektiven Störungen bildet. Für Fachkräfte bietet die K10 eine schnelle und präzise Quantifizierung der aktuellen psychischen Belastung.

Durch den Fokus auf die letzten vier Wochen eignet sie sich hervorragend als Baseline-Messung beim Erstgespräch sowie zur kontinuierlichen Verlaufskontrolle während der Therapie. Wenn Klienten beispielsweise im therapeutischen Prozess lernen, dysfunktionale Emotionen erkennen und durch gesunde ersetzen zu können, lässt sich der allmähliche Rückgang der Distress-Werte objektiv abbilden. Das Instrument liefert somit eine fundierte, standardisierte Ergänzung zur eigenen klinischen Diagnostik.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
30/ 50
Die K10-Skala ist ein 10-Item-Selbstbeurteilungsfragebogen, der unspezifischen psychischen Leidensdruck (depressive und Angstsymptome) bei Erwachsenen erfasst. Er erhebt die Häufigkeit dieser Symptome in den letzten 4 Wochen und wird als Screening-Instrument eingesetzt, um Personen zu identifizieren, die einer weiteren diagnostischen Abklärung bedürfen.
10–19
Wahrscheinlich gesund
20–24
Wahrscheinlich leichte Störung
25–29
Wahrscheinlich mittelschwere Störung
30–50
Wahrscheinlich schwere Störung
30
Wertebereich zur Identifikation von Personen, bei denen wahrscheinlich eine schwere psychische Störung vorliegt.
généralegemischt · Bevölkerungsstichprobe · Australien · n = 8841 · Slade et al. (2011)
1050
30
M = 14.5
Zur Information
Cut-off≥ 20Screening auf psychiatrische Störungen
Erfüllt wahrscheinlich die diagnostischen Kriterien für eine psychiatrische Störung. Werte von 20 und mehr wiesen für Major Depression, Dysthymie, Generalisierte Angststörung, Panikstörung und Soziale Phobie eine Sensitivität im Bereich von 0.78 bis 1 auf.
Donker et al. (2010)
Auswertung
Summe, Gesamtwert von 10 bis 50, jedes Item wird auf einer 5-Punkte-Skala (von 1 bis 5) bewertet.

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Was der Test misst

Die K10 erfasst das Ausmaß der unspezifischen psychischen Belastung anhand zentraler emotionaler und kognitiver Symptome. Der Fokus liegt auf Kernmerkmalen, die typischerweise bei Angst- und depressiven Störungen auftreten.

  • Körperliche Erschöpfung: Erleben von tiefer Müdigkeit und Antriebslosigkeit ohne vorherige physische Anstrengung.
  • Nervosität und Anspannung: Innere Unruhe und psychomotorische Agitiertheit, bei der Therapeuten oft akut die Gedankenflut unterbrechen müssen.
  • Kognitive Resignation: Gefühle der Wertlosigkeit und tiefgreifende Zuversichtslosigkeit, weshalb Behandler bei diesen Patienten oft gezielt die Hoffnungslosigkeit therapeutisch bearbeiten sollten.
  • Affektive Erstarrung: Das Ausmaß an Traurigkeit und Depressivität bis hin zur vollkommenen Unfähigkeit zur Freude. Eine strukturierte Auseinandersetzung, um Traurigkeit klinisch bearbeiten zu können, stützt hier die affektive Regulation.

Die Skala richtet sich vornehmlich an Erwachsene und Jugendliche im Rahmen der klinischen Routineversorgung.

Wann und warum einsetzen

Die K10 lässt sich flexibel und zeitökonomisch im therapeutischen Prozess einsetzen, um den Schweregrad der emotionalen Belastung zu evaluieren.

  • Eingangsdiagnostik: Zur initialen Quantifizierung des Leidensdrucks vor Therapiebeginn und zur Fallkonzeption.
  • Verlaufskontrolle: Um Veränderungen der psychischen Belastung über die Zeit sichtbar zu machen, etwa wenn Patienten lernen, belastende automatische Gedanken erkennen und ersetzen zu können.
  • Screening: Zur schnellen Identifikation von Personen mit hohem Risiko für eine klinisch relevante Störung anhand validierter Schwellenwerte.
  • Therapieauswertung: Zur objektiven Beurteilung der globalen Wirksamkeit einer Intervention, um zu entscheiden, ob der Ansatz angepasst oder ob man tiefere Grundüberzeugungen erkunden muss.

Ein validierter Score bietet einen normierten Orientierungsrahmen, der die rein subjektive klinische Einschätzung durch reproduzierbare Daten untermauert.

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Die Fragen

  1. Die folgenden Fragen beziehen sich darauf, wie Sie sich im letzten Monat gefühlt haben. Bitte kreuzen Sie bei jeder Frage das Kästchen an, das am besten auf Ihre Situation zutrifft.
    1. Wie oft hast du dich im letzten Monat ohne wirklichen Grund erschöpft gefühlt?
    Dieses Item erfasst das Ausmaß unerklärlicher Erschöpfung als somatisches Korrelat der psychischen Belastung.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Meistens
    • Immer
  2. 2. Wie oft hast du dich im letzten Monat nervös gefühlt?
    Hier wird die allgemeine, ungerichtete Ängstlichkeit und Nervosität abgefragt.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Meistens
    • Immer
  3. 3. Wie oft hast du dich im letzten Monat so nervös gefühlt, dass nichts dich beruhigen konnte?
    Dieses Item bewertet die Intensität der Nervosität und das temporäre Fehlen von Selbstregulationsfähigkeiten.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Meistens
    • Immer
  4. 4. Wie oft hast du dich im letzten Monat hoffnungslos gefühlt?
    Es wird die kognitive Dimension der Hoffnungslosigkeit als zentrales Depressionssymptom untersucht.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Meistens
    • Immer
  5. 5. Wie oft hast du dich im letzten Monat unruhig oder zappelig gefühlt?
    Dieses Item zielt auf die psychomotorische Agitiertheit und innere Getriebenheit ab.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Meistens
    • Immer
  6. 6. Wie oft hast du dich im letzten Monat so unruhig gefühlt, dass du nicht stillsitzen konntest?
    Hier wird die physische Ausprägung der Unruhe und der akute Drang nach Bewegung erfasst.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Meistens
    • Immer
  7. 7. Wie oft hast du dich im letzten Monat traurig oder niedergeschlagen gefühlt?
    Dieses Item misst das globale Gefühl der Depressivität und der gedrückten Stimmung.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Meistens
    • Immer
  8. 8. Wie oft hast du dich im letzten Monat so niedergeschlagen gefühlt, dass nichts dich aufheitern konnte?
    Dieses Item bewertet die Tiefe der Traurigkeit und den vollständigen Verlust der emotionalen Aufheiterbarkeit.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Meistens
    • Immer
  9. 9. Wie oft hattest du im letzten Monat das Gefühl, dass alles anstrengend war?
    Es wird erfasst, inwiefern der Klient einen globalen Energieverlust und Antriebsmangel im Alltag erlebt.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Meistens
    • Immer
  10. 10. Wie oft hast du dich im letzten Monat wertlos gefühlt?
    Hier wird das aktuelle Selbstwertgefühl adressiert und das kognitive Erleben der eigenen Wertlosigkeit überprüft.
    • Niemals
    • Selten
    • Manchmal
    • Meistens
    • Immer
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