Die Tampa-Skala für Kinesiophobie (TSK-GV) ist das international etablierteste Messinstrument zur Erfassung von Kinesiophobie, definiert als die übermäßige…
Fragen
17
Dauer
5 Min.
Originaltitel
Tampa Scale of Kinesiophobia
Adaptation
Tampa-Skala für Kinesiophobie (TSK-GV)
Autoren
Kori, S.H., Miller, R.P., & Todd, D.D.
Erstellt
1990
Die Tampa-Skala für Kinesiophobie (TSK-GV) ist das international etablierteste Messinstrument zur Erfassung von Kinesiophobie, definiert als die übermäßige, irrationale und schwächende Angst vor Bewegung oder körperlicher Aktivität. Dieses Konstrukt wurzelt in der Vorstellung, dass Bewegung eine erneute Verletzung oder eine drastische Verschlimmerung der Symptomatik nach sich zieht. Für Behandelnde bietet die TSK-GV eine valide und reliable Grundlage, um den Einfluss von bewegungsbezogenen Ängsten auf die Schmerzchronifizierung zu objektivieren.
Im klinischen Alltag ermöglicht der Fragebogen die gezielte Identifikation von Patientinnen und Patienten, die in einem Teufelskreis aus Angst, Vermeidung und Dekonditionierung feststecken. Das frühzeitige Erkennen dieser maladaptiven kognitiv-behavioralen Muster ist entscheidend, um angstbesetzte limitierende Überzeugungen gezielt bearbeiten zu können und Interventionen präzise auszurichten. Die wiederholte Anwendung der TSK-GV erlaubt es zudem, Veränderungen der Kinesiophobie im Therapieverlauf messbar zu machen und die Wirksamkeit von schmerzedukativen Maßnahmen zu evaluieren.
Beispielergebnis
Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.
Gesamtwert
41/ 68
Die Tampa Scale for Kinesiophobia (TSK) ist ein 17-Item-Selbstbeurteilungsfragebogen, der die schmerzbezogene Angst vor Bewegung oder (erneuter) Verletzung erfasst. Sie wird eingesetzt, um Patienten zu identifizieren, bei denen Kinesiophobie (Bewegungsangst) ein Hindernis für die funktionelle Genesung darstellt, insbesondere im Rahmen chronischer Schmerzen (Kreuzschmerzen, Fibromyalgie).
17–36
Kinesiophobie unterhalb des Schwellenwerts
37–68
hoher Score
41
hohes Ausmaß an Kinesiophobie, prädiktiv für schlechtere gesundheitliche Ergebnisse
Auswertung
Summe, Gesamtscore von 17 bis 68, jedes Item wird auf einer 4-Punkte-Skala (von 1 bis 4) bewertet.
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Die TSK-GV quantifiziert die kognitiven und emotionalen Dimensionen der bewegungsbezogenen Angst. Dabei beleuchten die Items verschiedene Aspekte der Schmerzwahrnehmung und des Vermeidungsverhaltens:
Verletzungsangst: Die Überzeugung, dass körperliche Aktivität zwangsläufig zu neuen Gewebeschäden führt.
Vermeidungsverhalten: Der Drang, Bewegungen einzuschränken, um eine vermeintliche Schmerzexazerbation abzuwenden.
Somatischer Fokus: Die Annahme, dass der erlebte Schmerz das zwingende Symptom einer schweren, zugrundeliegenden Pathologie ist.
Die Skala eignet sich besonders für die Untersuchung von Personen mit chronischen muskuloskelettalen Schmerzen, wie etwa chronischen Rückenschmerzen oder Schulterbeschwerden.
Wann und warum einsetzen
Der Einsatz der TSK-GV empfiehlt sich in der Schmerztherapie und der psychosomatischen Rehabilitation, um den Einfluss von Vermeidungsstrategien systematisch zu klären.
Eingangsdiagnostik: Um das Risiko einer Chronifizierung durch bewegungsbezogenes Vermeidungsverhalten frühzeitig abzuschätzen.
Indikationsstellung: Um zu entscheiden, ob schmerzpsychologische Interventionen notwendig sind, und ob Behandelnde mit den Betroffenen tieferliegende Grundüberzeugungen klären müssen.
Psychoedukation: Um Patientinnen und Patienten ihre eigenen dysfunktionalen Überzeugungen transparent aufzuzeigen und ihnen zu helfen, diese Angst systematisch zu bewältigen.
Ein validierter Score bietet gegenüber der reinen klinischen Einschätzung ein objektives Maß, um die Schwere der Kinesiophobie zu quantifizieren und zielgerichtete therapeutische Schritte abzuleiten.
Klinische Bibliothek
750+ klinische Werkzeuge
Eine Bibliothek, die mit und für Klinikerinnen und Kliniker entwickelt wurde, bereit für den Einsatz in der Sitzung und zur Fortführung zwischen den Terminen.
Die Merkblätter, Übungen, Programme und Audios oben: Sie entscheiden, welche Sie Ihren Patienten in der eigens für sie bestimmten mobilen App zur Verfügung stellen.